Die schönsten Loire-Schlösser und Sehenswürdigkeiten im Überblick
Zwischen Orléans und Angers stehen auf gut 200 Kilometern mehr als ein Dutzend Schlösser dicht an dicht – die Kunst besteht darin, sich nicht an allen zu übernehmen.
Zwei Namen musst du gesehen haben, und sie könnten unterschiedlicher kaum sein: Chambord, der gewaltige Jagdpalast von François I. mitten in einem ummauerten Wald, und Chenonceau, das schmale Schloss, das sich auf Bögen über den Fluss Cher spannt. Beide verkaufen Tickets online, und gerade Chenonceau staut sich zwischen 11 und 15 Uhr in der Galerie über dem Wasser – geh früh zur Öffnung oder in der letzten Stunde, dann bekommst du die Räume fast für dich. Rechne für jedes der großen Schlösser inklusive Park und Anfahrt einen halben Tag, nicht bloß eine Stunde.
Danach wird es persönlicher, je nachdem, was dich zieht. Cheverny ist bis heute bewohnt und diente als Vorlage für Schloss Mühlenhof aus den Tim-und-Struppi-Bänden; im Hof lebt eine Meute Jagdhunde, deren Fütterung zur festen Uhrzeit stattfindet. Villandry ist wegen seiner Renaissance-Gärten berühmt, in denen Gemüse in geometrischen Beeten wächst wie ein Teppich. Chaumont-sur-Loire richtet von Frühjahr bis Herbst ein internationales Gartenfestival aus, und Azay-le-Rideau steht so im Wasser der Indre, dass es sich vollständig spiegelt.
Der häufigste Fehler ist die Übersättigung: Drei Schlösser an einem Tag, und ab dem zweiten verschwimmen Wendeltreppen und Wandteppiche zu Brei. Plane pro Tag ein großes Schloss plus höchstens ein kleineres oder einen Garten, dazwischen ein langes Mittagessen im Dorf. Die meisten Schlösser öffnen ganzjährig, im Winter mit verkürzten Zeiten; die Innenräume von Chambord und Blois lohnen sich auch bei Regen, während Villandry und Chaumont ihren Reiz aus den Gärten ziehen und eher gutes Wetter verlangen.
Wer die wehrhaftere, ältere Loire sucht, fährt flussaufwärts oder an die Nebenflüsse: Die Festung von Chinon über der Vienne ist der Ort, an dem Jeanne d'Arc 1429 den späteren König Karl VII. traf, bevor sie nach Orléans zog. Das Schloss von Angers verbirgt hinter siebzehn Rundtürmen den Wandteppich der Apokalypse, das größte erhaltene mittelalterliche Bildgewebe Europas. Und die Königsabtei Fontevraud bei Saumur birgt die Grabmäler der Plantagenets – hier liegen Richard Löwenherz und Eleonore von Aquitanien.






























