Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Normandie
Zwischen Klippen, Klosterinsel und Landungsstränden liegen keine hundert Kilometer – aber jeder davon erzählt eine andere Geschichte.
Fang mit den drei großen Bildern an, die fast jeder aus der Normandie im Kopf hat: die Kreideklippen von Étretat, den Mont-Saint-Michel im Watt und die Strände des D-Day. Sie liegen weit auseinander – Étretat ganz im Osten an der Alabasterküste, der Mont-Saint-Michel ganz im Westen an der Grenze zur Bretagne, dazwischen die Landungsstrände rund um Bayeux. Wer alle drei sehen will, plant realistisch fünf bis sieben Tage und ein Auto ein, denn die Bahn erreicht davon nur Rouen, Caen und Bayeux direkt; der Rest hängt an Landstraßen und Nebenlinien.
Dazu kommen die Städte am Wasser: Honfleur mit seinem alten Hafenbecken, Deauville und Trouville als mondäne Seebäder der Belle Époque und, etwas im Landesinneren, Rouen mit der Kathedrale, die Monet berühmt gemacht hat. Bei Giverny, schon fast auf dem Weg nach Paris, liegen Monets Haus und der Seerosenteich mit der grünen Japanbrücke. Es lohnt, die Ziele nach Himmelsrichtung zu bündeln – die Küste um Honfleur und Deauville an einem Ende, das Cotentin mit dem Mont-Saint-Michel am anderen –, statt jeden Tag quer durch die Region zu fahren.
Plane die Gezeiten von Anfang an mit, denn sie bestimmen mehr als das Wetter, was an einem Tag geht. Am Mont-Saint-Michel steigt das Wasser zu den höchsten Fluten Europas – bei Springtide über vierzehn Meter Unterschied – und läuft dann schneller heran, als mancher glaubt. In Étretat kommst du nur bei Ebbe unter die Felsbögen und über die Felsplatten. An den Austernbänken der Küste wird bei Niedrigwasser geerntet. Ein Blick in den Gezeitenkalender (marée) für den jeweiligen Ort gehört deshalb zur Tagesplanung wie der Wetterbericht.
Und lass Raum für das Dazwischen, das keine Postkarte kennt: das Bocage-Hügelland mit seinen Hecken und Apfelweingütern, die Klosterruine von Jumièges über einer Seine-Schleife, die Kalkfelsen der Alabasterküste zwischen Fécamp und Dieppe. Die Normandie belohnt weniger das Abhaken einer Liste als das langsame Fahren mit offenem Fenster – halte an, wo eine Kuhweide an einer Steilküste endet, und du hast oft mehr gesehen als am nächsten gebührenpflichtigen Aussichtspunkt.































