Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten am Mont-Saint-Michel
Der ganze Berg misst kaum mehr als einen Kilometer im Umfang – die Wege sind kurz, führen aber fast alle über Treppen.
Der Weg beginnt an der Porte de l'Avancée, dem einzigen Eingang. Dahinter folgen zwei weitere Tore, die Porte du Boulevard und die Porte du Roi mit Fallgitter und Zugbrückenrest, und gleich links stehen zwei schwere eiserne Bombarden – Geschütze, die die Belagerer im Hundertjährigen Krieg zurückließen und die seither zum Inventar des Bergs gehören. Von hier zieht die Grande Rue als einzige Gasse steil bergauf, gepflastert, kaum drei Meter breit, gesäumt von Auberges, Crêperien und Souvenirläden. Wer sie mittags nimmt, steht im Gänsemarsch; wer gleich hinter dem Tor die Treppe zu den Remparts hochsteigt, läuft dieselbe Strecke oben auf der Mauer und trifft weiter oben wieder auf die Hauptgasse.
Die Abtei Saint-Michel auf dem Gipfel ist der einzige Teil des Bergs, für den Eintritt fällig wird, und der einzige, für den man wirklich Zeit einplanen muss. Von der Großen Treppe führt der Weg auf die Westterrasse, von der man bei klarer Luft über die ganze Bucht bis zur bretonischen Küste blickt, bevor es in die Klosterkirche und weiter in die Merveille geht, den gotischen Nordflügel mit Kreuzgang und Refektorium. Über allem steht auf der Turmspitze die vergoldete Michaelsfigur, die Emmanuel Frémiet 1897 schuf und die man vom Festland aus als winzigen Lichtpunkt erkennt. Für den Rundgang solltest du eine gute Stunde rechnen, mit Führung oder Audioguide eher anderthalb.
Kostenlos und trotzdem einer der besten Programmpunkte sind die Remparts, der begehbare Wehrgang mit seinen Türmen rund um die Stadt. Von der Tour Gabriel und den nördlichen Abschnitten aus siehst du das Watt in seiner ganzen Ausdehnung, den vorgelagerten Felsen Tombelaine und bei Ebbe die Priele, die sich wie Adern durch den Sand ziehen. Der Wehrgang ist schmal, teilweise ohne Geländer zur Innenseite und über Stufen erschlossen – festes Schuhwerk hilft, ebenso wie eine winddichte Jacke, denn oben auf der Mauer ist es fast immer ein paar Grad kühler und deutlich zugiger als unten in der Gasse.
Zwischendurch lohnen die kleinen Dinge. Die Église Saint-Pierre an der Grande Rue ist die Pfarrkirche des Ortes, dunkel, niedrig und meist erstaunlich leer; drinnen steht eine silbern verkleidete Michaelsfigur, draußen liegt ein Friedhof von der Größe eines Wohnzimmers. Ein paar Stufen weiter zweigen Terrassen und winzige Gärten ab, von denen aus man die Rückseite der Abtei sieht. Auf dem Berg gibt es außerdem mehrere private Kleinmuseen – eines zur Geschichte des Bergs, ein Seefahrtsmuseum mit Schiffsmodellen und das mittelalterliche Wohnhaus Logis Tiphaine; welche davon geöffnet haben, wechselt allerdings, prüf es also vor Ort. Sie sind Geschmackssache und lohnen vor allem bei Regen, wenn ohnehin jeder Innenraum willkommen ist.














