Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Annecy
Die Altstadt passt in ein Rechteck von wenigen hundert Metern – das meiste erreichst du zu Fuß in unter zehn Minuten, der Rest liegt am Hang darüber.
Das Palais de l'Île ist der Bau, den jeder mitbringt und kaum jemand einordnet. Er steht seit dem 12. Jahrhundert auf einer Felsinsel im Thiou, teilt den Fluss wie ein steinerner Schiffsbug und war im Lauf der Jahrhunderte fast alles: Wohnsitz der Herren de l'Isle, Münzstätte der Genfer Grafen, Gerichtshaus, Verwaltungssitz und über lange Zeit Gefängnis, zuletzt noch während des Zweiten Weltkriegs. Seit 1900 steht er unter Denkmalschutz, heute beherbergt er ein Museum zur Stadt- und Baugeschichte, in dem du die alten Zellen tatsächlich betreten kannst. Das bekannte Foto entsteht nicht drinnen, sondern von den Quais und Brücken rundherum – am ruhigsten früh am Morgen, bevor die ersten Gruppen den schmalen Pont Perrière besetzen.
Rund vierzig Höhenmeter darüber liegt das Château d'Annecy, zu dem eine kurze, gepflasterte Rampe aus der Altstadt hinaufführt. Der älteste Teil, die massige Tour de la Reine, stammt aus dem 12. Jahrhundert; ringsum wuchs bis ins 16. Jahrhundert die Residenz der Grafen von Genf und später der Herzöge von Genevois-Nemours. Danach verfiel die Anlage, diente im 19. Jahrhundert als Kaserne und wurde erst 1953 von der Stadt gekauft und schrittweise restauriert. Heute ist sie Museum, mit savoyischer Regionalgeschichte, Gegenwartskunst und einer Abteilung, die sich den Alpenseen selbst widmet. Wer wenig Zeit hat, geht wenigstens in den Innenhof und an die Brüstung – von dort siehst du, wie eng sich die Altstadt zwischen Fels und Wasser klemmt.
Kirchen hat Annecy für seine Größe auffällig viele, und das hat einen Grund: Nach der Reformation wurde die Stadt zum Bischofssitz des ins Exil gedrängten Genfer Bistums. Die Cathédrale Saint-Pierre entstand 1535 als Franziskanerkapelle und ist erst seit 1822 Kathedrale; in ihrem Chor sang der junge Jean-Jacques Rousseau, der als Musikschüler einige Zeit in Annecy verbrachte. Ein paar Schritte weiter steht die Église Saint-Maurice, eine schlichte Dominikanerkirche des 15. Jahrhunderts mit einem gemalten Grabbild an der Wand, das jeden zweiten Besucher stehen bleiben lässt. Und direkt am Thiou, gegenüber dem Palais de l'Île, liegt die Église Saint-François-de-Sales mit ihrer barocken Fassade.
Die vierte Adresse liegt oberhalb der Stadt und wird von Tagesgästen regelmäßig ausgelassen. Die Basilique de la Visitation wurde in den 1920er-Jahren am Hang des Crêt du Maure errichtet und birgt die Gräber des heiligen Franz von Sales und der heiligen Johanna Franziska von Chantal, die im 17. Jahrhundert von Annecy aus den Orden der Heimsuchung gründeten. Interessanter als das Innere ist für die meisten die Terrasse davor: Von hier siehst du Altstadt, Pâquier und See in einem Bild, ohne Eintritt und ohne Gedränge. Zu Fuß aus dem Zentrum brauchst du bergauf etwa eine halbe Stunde, es geht durchgehend an Wohnstraßen entlang.









































