📍 43.68°N · 4.63°E
Zoom 4 / 5Stadt · in der Provence

◆ STADT · PROVENCE

Arles.
wo römische Steine, Van Goghs Gelb und Frank Gehrys Stahl im selben Licht stehen

Arles ist keine Stadt zum Abhaken, sondern eine zum Verweilen. Auf wenigen hundert Metern stapeln sich hier zwei Jahrtausende: das Amphitheater Les Arènes, in dem noch immer gefeiert wird, das antike Theater mit seinen zwei einsamen Säulen, der Kreuzgang von Saint-Trophime. Vincent van Gogh kam 1888 hierher und fand in fünfzehn Monaten jenes Licht, das seine berühmtesten Bilder durchglüht – das Café am Place du Forum, die Brücke, die Gärten. Und seit die Fondation LUMA mit Frank Gehrys schimmerndem Turm eröffnet hat, ist aus der alten Römerstadt am Rand der Camargue ein Ort geworden, an dem Antike, Postimpressionismus und radikale Gegenwart in derselben Gasse aufeinandertreffen.

Zwei Jahrtausende auf engstem Raum verwoben aus römischer Grandeur, romanischer Frömmigkeit und Van Goghs flirrendem Süden

Arles war im römischen Gallien eine Macht. Als sich Julius Caesar im Bürgerkrieg gegen Marseille durchsetzte, belohnte er die Stadt – und aus der Kolonie wurde eine der reichsten Metropolen des Westreichs, mit Amphitheater, Theater, Thermen und einem Zirkus für Wagenrennen. Das Amphitheater Les Arènes fasste über 20.000 Zuschauer und steht so vollständig, dass es bis heute genutzt wird: Im Mittelalter wuchs eine ganze Festungsstadt mit Häusern und Kirchen in seine Arkaden hinein, erst im 19. Jahrhundert wurde sie wieder freigelegt. Wer durch die Cryptoportiques unter dem Forum geht, läuft buchstäblich im Fundament des antiken Arelate.

Im Mittelalter wurde Arles zum geistlichen Zentrum. Die Kathedrale Saint-Trophime mit ihrem reich gemeißelten Portal und dem stillen Kreuzgang zählt zu den Höhepunkten der provenzalischen Romanik und gehört, wie die antiken Monumente, zum UNESCO-Welterbe. Am Stadtrand liegen die Alyscamps, eine antike Gräberallee, die schon im Mittelalter als heilige Nekropole galt – ein Ort von solcher Melancholie, dass Van Gogh und Gauguin ihn 1888 gemeinsam malten.

Genau dieses Licht hatte Vincent van Gogh hergeführt. Zwischen Februar 1888 und Mai 1889 entstanden in und um Arles über 300 Werke – das „Gelbe Haus“, die „Caféterrasse am Abend“ am Place du Forum, die Zugbrücke, die Sternennacht über der Rhône. Das Originalcafé ist verschwunden, die Bilder hängen in Amsterdam und Paris, doch die Stadt trägt sie weiter: in der Fondation Vincent van Gogh, im rekonstruierten Garten des Espace Van Gogh, in den nachgestellten Motiven an Ort und Stelle. travelperfect rät, Arles früh am Morgen oder im goldenen Abendlicht zu erkunden – dann versteht man, warum dieser Maler hier blieb.

Arles

01 · Auf einen Blick

Gut zu wissen.

Lage
Provence, am linken Rhône-Ufer, direkt am Tor zur Camargue (Bouches-du-Rhône)
Anreise
Nächster Großflughafen Marseille-Provence (MRS), ca. 70 km; TGV bis Avignon (TGV-Bahnhof), dann Regionalzug nach Arles
Mit dem Zug
Bahnhof Arles am Regionalnetz: Avignon in ca. 20 Min., Marseille in ca. 1 Std., Nîmes in ca. 30 Min.
Beste Reisezeit
Frühling (April–Juni) und Herbst (Sept.–Okt.); im Hochsommer heiß und windig (Mistral)
Zeitzone
Europe/Paris (MEZ/MESZ)
Vor Ort unterwegs
Die Altstadt ist klein und gut zu Fuß zu erkunden; für die Camargue und Les Baux empfiehlt sich ein Mietwagen
Sprache & Zahlung
Französisch; Euro, Kartenzahlung weit verbreitet
Highlights vorbuchen
LUMA und die Fondation Van Gogh sowie die Rencontres-Ausstellungen im Sommer profitieren von Online-Tickets

· Sehenswürdigkeiten

Die Top-Sehenswürdigkeiten die du gesehen haben musst.

Les Alyscamps
Cryptoportiques d'Arles
Théâtre Antique d'Arles
Les Arènes d'Arles
Cloître Saint-Trophime
Fondation Vincent van Gogh Arles

· Hotels

Wo übernachten.

Centre Ancien

Hôtel de l'Arlatan

ab 180 €/Nacht
Centre Ancien

Le Cloître Hôtel Arles

ab 120 €/Nacht
Centre Ancien

Grand Hôtel Nord-Pinus

ab 200 €/Nacht
Centre Ancien

Hotel Jules César Arles

ab 220 €/Nacht
La Roquette

L'Hôtel Particulier Arles

ab 320 €/Nacht
Hauture

Hôtel du Musée Arles

ab 95 €/Nacht

· Restaurants

Wo essen.

La Roquette

Le Gibolin

Centre Ancien

L'Ouvre Boîte Arles

Französisch · Gemüseküche

La Chassagnette

Centre Ancien

L'Atelier de Jean-Luc Rabanel

Centre Ancien

Le Galoubet

Hauture

La Mule Blanche Arles

· Aktivitäten

Was erleben.

Centre Ancien

Geführte Van-Gogh-Tour durch Arles

Aktivität

Camargue-Tour ab Arles

Centre Ancien

Geführter Rundgang durch das römische Arles

· Entdecken & Buchen

Was es zu buchen gibt.

10
Sehenswürdigkeiten
Antike & Van-Gogh-Spuren →
🛏
6
Hotels
Stadthaus bis Designhotel →
🍽
6
Restaurants
Bistro bis Sterneküche →
3
Aktivitäten
Touren & Camargue-Erlebnisse →

02 · Was tun

Arles entdecken – Themen & Stadtrundgang vier Wege durch eine Stadt aus Antike, Van Gogh, Gehry und Camargue – auch an einem Tag machbar

Das römische Arles

Auf den Spuren von Arelate

Vom Amphitheater Les Arènes über das antike Theater und die unterirdischen Cryptoportiques bis zu den Thermen des Konstantin: ein Rundgang durch eine der besterhaltenen Römerstädte Frankreichs. Wer das Ganze einordnen will, schließt mit dem Musée départemental Arles antique, das die antike Stadt mitsamt einem ganzen Rhône-Lastkahn zeigt.

Les Arènes & Théâtre AntiqueCryptoportiquesMusée de l'Arles antique

Van Goghs Arles

Dem Maler durch die Stadt folgen

Vincent van Gogh schuf hier in fünfzehn Monaten über 300 Werke. Der Weg führt zur „Caféterrasse am Abend“ am Place du Forum, in den rekonstruierten Garten des Espace Van Gogh, über die Pont Van Gogh am Stadtrand bis in die Fondation Vincent van Gogh, die sein Erbe mit zeitgenössischer Kunst verbindet. Die Originale hängen anderswo – das Licht ist geblieben.

Place du ForumEspace Van GoghFondation Vincent van Gogh

Kunst der Gegenwart

LUMA und Gehrys Turm

Im Parc des Ateliers, einer ehemaligen Eisenbahnwerkstatt, hat die Fondation LUMA mit Frank Gehrys glänzendem Edelstahlturm eine der ambitioniertesten Kulturadressen Südfrankreichs geschaffen – das Wahrzeichen des heutigen Arles. Dazu kommen die Rencontres de la Photographie, das große Fotofestival, das jeden Sommer die ganze Stadt in Ausstellungsräume verwandelt.

LUMA ArlesParc des AteliersRencontres de la Photographie

Tor zur Camargue

Reisfelder, Flamingos und weiße Pferde

Direkt vor den Toren beginnt die Camargue, das wilde Rhône-Delta mit Lagunen, Reisfeldern und Salzgärten. Rosa Flamingos, schwarze Stiere und die berühmten weißen Pferde prägen die Landschaft; vom Sattel oder vom Boot aus erschließt sie sich am besten. Auf den Tellern landen Camargue-Reis, Stierfleisch (Gardiane de taureau) und Fleur de Sel.

Naturpark CamargueFlamingos & weiße PferdeReis, Salz, Gardiane

03 · Wann

Wann nach Arles reisen zwischen Lavendelfrühling, Festivalsommer und dem Pfeifen des Mistral

Arles liegt im mediterranen Klima der unteren Rhône: heiße, trockene Sommer, milde Winter und der Mistral, jener kalte Nordwind, der das Tal hinunterfegt und den Himmel klarwäscht – Van Goghs berühmtes Licht ist auch sein Werk. Frühling und Herbst sind die angenehmsten Zeiten; der Hochsommer ist heiß, dafür voller Feste.

FrühlingApril – JuniAngenehme 17–26 °C, die Camargue zeigt sich grün und vogelreich. Zu Ostern beginnt mit der Feria de Pâques die Stierkampfsaison in den Arènes. Ideal für Stadt und Ausflüge ins Umland.Beste Reisezeit – mild, blühende Camargue, wenig Andrang
SommerJuli – AugustHeiß und trocken, oft 30–35 °C. Im Juli verwandeln die Rencontres de la Photographie die ganze Stadt in einen Ausstellungsparcours; entsprechend voll und teuer wird es. Früh morgens und abends unterwegs sein.Festivalzeit – Rencontres de la Photographie, aber heiß
HerbstSeptember – OktoberAngenehme 18–28 °C, das Licht wird golden. Im September feiert Arles mit der Feria du Riz die Reisernte der Camargue. Weniger Trubel als im Hochsommer, ideal für Genuss und Kultur.Sehr gute Reisezeit – warm, goldenes Licht, Feria du Riz
WinterNovember – MärzMild, tagsüber meist 8–14 °C, gelegentlich beißender Mistral. Wenig Andrang an den Monumenten, niedrige Preise, klare Lichttage – ruhige Zeit für Kulturreisende, manche Häuser haben Winterpause.Ruhig und günstig – mild, aber windig

04 · Häufige Fragen

Was Reisende am häufigsten fragen.

Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Arles?

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten lassen sich in drei Schichten ordnen: das antike Arles mit dem Amphitheater Les Arènes, dem antiken Theater, den Cryptoportiques und den Alyscamps; das mittelalterliche mit dem Kreuzgang und Portal von Saint-Trophime; und Van Goghs Arles mit dem Place du Forum, dem Espace Van Gogh und der Fondation Vincent van Gogh. Dazu kommt mit LUMA und Frank Gehrys Edelstahlturm die zeitgenössische Schicht. Fast alle Stätten liegen in der kompakten Altstadt nah beieinander.

Was ist das Besondere an Arles?

Arles staffelt auf wenigen hundert Metern zwei Jahrtausende übereinander wie kaum eine andere Stadt der Provence: eine der besterhaltenen Römerstädte Galliens, romanische Sakralkunst, die Schauplätze, an denen Van Gogh in fünfzehn Monaten über 300 Werke malte, und mit LUMA eine radikal zeitgenössische Kunstadresse. Hinzu kommt die Lage am Tor zur Camargue – römisches Erbe, Postimpressionismus und wildes Rhône-Delta in einer einzigen Stadt.

Lohnt sich ein Tagesausflug nach Arles?

Ja. An einem Tag lässt sich der antike und mittelalterliche Kern bequem zu Fuß ablaufen – Amphitheater, antikes Theater, Cryptoportiques und der Kreuzgang von Saint-Trophime liegen dicht beieinander, am besten mit einem Monumente-Kombiticket. Wer zusätzlich LUMA, die Van-Gogh-Spuren oder einen Abstecher in die Camargue möchte, plant besser zwei Tage und nutzt Arles als Standquartier.

Was ist schöner, Avignon oder Arles?

Das hängt vom Interesse ab. Avignon punktet mit dem mächtigen Papstpalast und der berühmten Brücke und wirkt großstädtischer; Arles ist kleiner, intimer und vor allem die Stadt der Antike, von Van Gogh und – mit LUMA – der Gegenwartskunst, dazu das Tor zur Camargue. Beide liegen nur rund 20 Bahnminuten auseinander und lassen sich gut kombinieren – wer Römererbe und Kunst sucht, ist in Arles richtig.

Welche Spezialitäten gibt es in Arles?

Die Küche ist provenzalisch mit Camargue-Akzent: Gardiane de taureau, ein langsam geschmorter Stiergulasch mit Camargue-Reis, dazu Telline (kleine Muscheln), Fleur de Sel aus den Salzgärten und zum Abschluss Calisson aus dem nahen Aix. Begleitet wird das von Rosé aus den Costières-de-Nîmes oder einem Wein der Provence.

Lohnt sich ein Ausflug in die Camargue?

Sehr. Das Rhône-Delta beginnt unmittelbar südlich der Stadt und ist eine der eindrucksvollsten Naturlandschaften Frankreichs: Lagunen voller rosa Flamingos, schwarze Stiere, weiße Pferde, Reisfelder und Salzgärten. Per Mietwagen, zu Pferd oder per Boot lässt sie sich gut an einem Tag erkunden – die Wallfahrtsstadt Saintes-Maries-de-la-Mer am Meer ist ein lohnendes Ziel.

★ Arles entdecken

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    travelperfect · Aktualisiert 18. Juni 2026