◆ STADT · PROVENCE
Arles ist keine Stadt zum Abhaken, sondern eine zum Verweilen. Auf wenigen hundert Metern stapeln sich hier zwei Jahrtausende: das Amphitheater Les Arènes, in dem noch immer gefeiert wird, das antike Theater mit seinen zwei einsamen Säulen, der Kreuzgang von Saint-Trophime. Vincent van Gogh kam 1888 hierher und fand in fünfzehn Monaten jenes Licht, das seine berühmtesten Bilder durchglüht – das Café am Place du Forum, die Brücke, die Gärten. Und seit die Fondation LUMA mit Frank Gehrys schimmerndem Turm eröffnet hat, ist aus der alten Römerstadt am Rand der Camargue ein Ort geworden, an dem Antike, Postimpressionismus und radikale Gegenwart in derselben Gasse aufeinandertreffen.
Arles war im römischen Gallien eine Macht. Als sich Julius Caesar im Bürgerkrieg gegen Marseille durchsetzte, belohnte er die Stadt – und aus der Kolonie wurde eine der reichsten Metropolen des Westreichs, mit Amphitheater, Theater, Thermen und einem Zirkus für Wagenrennen. Das Amphitheater Les Arènes fasste über 20.000 Zuschauer und steht so vollständig, dass es bis heute genutzt wird: Im Mittelalter wuchs eine ganze Festungsstadt mit Häusern und Kirchen in seine Arkaden hinein, erst im 19. Jahrhundert wurde sie wieder freigelegt. Wer durch die Cryptoportiques unter dem Forum geht, läuft buchstäblich im Fundament des antiken Arelate.
Im Mittelalter wurde Arles zum geistlichen Zentrum. Die Kathedrale Saint-Trophime mit ihrem reich gemeißelten Portal und dem stillen Kreuzgang zählt zu den Höhepunkten der provenzalischen Romanik und gehört, wie die antiken Monumente, zum UNESCO-Welterbe. Am Stadtrand liegen die Alyscamps, eine antike Gräberallee, die schon im Mittelalter als heilige Nekropole galt – ein Ort von solcher Melancholie, dass Van Gogh und Gauguin ihn 1888 gemeinsam malten.
Genau dieses Licht hatte Vincent van Gogh hergeführt. Zwischen Februar 1888 und Mai 1889 entstanden in und um Arles über 300 Werke – das „Gelbe Haus“, die „Caféterrasse am Abend“ am Place du Forum, die Zugbrücke, die Sternennacht über der Rhône. Das Originalcafé ist verschwunden, die Bilder hängen in Amsterdam und Paris, doch die Stadt trägt sie weiter: in der Fondation Vincent van Gogh, im rekonstruierten Garten des Espace Van Gogh, in den nachgestellten Motiven an Ort und Stelle. travelperfect rät, Arles früh am Morgen oder im goldenen Abendlicht zu erkunden – dann versteht man, warum dieser Maler hier blieb.
01 · Auf einen Blick
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02 · Was tun
Das römische Arles
Vom Amphitheater Les Arènes über das antike Theater und die unterirdischen Cryptoportiques bis zu den Thermen des Konstantin: ein Rundgang durch eine der besterhaltenen Römerstädte Frankreichs. Wer das Ganze einordnen will, schließt mit dem Musée départemental Arles antique, das die antike Stadt mitsamt einem ganzen Rhône-Lastkahn zeigt.
Van Goghs Arles
Vincent van Gogh schuf hier in fünfzehn Monaten über 300 Werke. Der Weg führt zur „Caféterrasse am Abend“ am Place du Forum, in den rekonstruierten Garten des Espace Van Gogh, über die Pont Van Gogh am Stadtrand bis in die Fondation Vincent van Gogh, die sein Erbe mit zeitgenössischer Kunst verbindet. Die Originale hängen anderswo – das Licht ist geblieben.
Kunst der Gegenwart
Im Parc des Ateliers, einer ehemaligen Eisenbahnwerkstatt, hat die Fondation LUMA mit Frank Gehrys glänzendem Edelstahlturm eine der ambitioniertesten Kulturadressen Südfrankreichs geschaffen – das Wahrzeichen des heutigen Arles. Dazu kommen die Rencontres de la Photographie, das große Fotofestival, das jeden Sommer die ganze Stadt in Ausstellungsräume verwandelt.
Tor zur Camargue
Direkt vor den Toren beginnt die Camargue, das wilde Rhône-Delta mit Lagunen, Reisfeldern und Salzgärten. Rosa Flamingos, schwarze Stiere und die berühmten weißen Pferde prägen die Landschaft; vom Sattel oder vom Boot aus erschließt sie sich am besten. Auf den Tellern landen Camargue-Reis, Stierfleisch (Gardiane de taureau) und Fleur de Sel.
03 · Wann
Arles liegt im mediterranen Klima der unteren Rhône: heiße, trockene Sommer, milde Winter und der Mistral, jener kalte Nordwind, der das Tal hinunterfegt und den Himmel klarwäscht – Van Goghs berühmtes Licht ist auch sein Werk. Frühling und Herbst sind die angenehmsten Zeiten; der Hochsommer ist heiß, dafür voller Feste.
04 · Häufige Fragen
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten lassen sich in drei Schichten ordnen: das antike Arles mit dem Amphitheater Les Arènes, dem antiken Theater, den Cryptoportiques und den Alyscamps; das mittelalterliche mit dem Kreuzgang und Portal von Saint-Trophime; und Van Goghs Arles mit dem Place du Forum, dem Espace Van Gogh und der Fondation Vincent van Gogh. Dazu kommt mit LUMA und Frank Gehrys Edelstahlturm die zeitgenössische Schicht. Fast alle Stätten liegen in der kompakten Altstadt nah beieinander.
Arles staffelt auf wenigen hundert Metern zwei Jahrtausende übereinander wie kaum eine andere Stadt der Provence: eine der besterhaltenen Römerstädte Galliens, romanische Sakralkunst, die Schauplätze, an denen Van Gogh in fünfzehn Monaten über 300 Werke malte, und mit LUMA eine radikal zeitgenössische Kunstadresse. Hinzu kommt die Lage am Tor zur Camargue – römisches Erbe, Postimpressionismus und wildes Rhône-Delta in einer einzigen Stadt.
Ja. An einem Tag lässt sich der antike und mittelalterliche Kern bequem zu Fuß ablaufen – Amphitheater, antikes Theater, Cryptoportiques und der Kreuzgang von Saint-Trophime liegen dicht beieinander, am besten mit einem Monumente-Kombiticket. Wer zusätzlich LUMA, die Van-Gogh-Spuren oder einen Abstecher in die Camargue möchte, plant besser zwei Tage und nutzt Arles als Standquartier.
Das hängt vom Interesse ab. Avignon punktet mit dem mächtigen Papstpalast und der berühmten Brücke und wirkt großstädtischer; Arles ist kleiner, intimer und vor allem die Stadt der Antike, von Van Gogh und – mit LUMA – der Gegenwartskunst, dazu das Tor zur Camargue. Beide liegen nur rund 20 Bahnminuten auseinander und lassen sich gut kombinieren – wer Römererbe und Kunst sucht, ist in Arles richtig.
Die Küche ist provenzalisch mit Camargue-Akzent: Gardiane de taureau, ein langsam geschmorter Stiergulasch mit Camargue-Reis, dazu Telline (kleine Muscheln), Fleur de Sel aus den Salzgärten und zum Abschluss Calisson aus dem nahen Aix. Begleitet wird das von Rosé aus den Costières-de-Nîmes oder einem Wein der Provence.
Sehr. Das Rhône-Delta beginnt unmittelbar südlich der Stadt und ist eine der eindrucksvollsten Naturlandschaften Frankreichs: Lagunen voller rosa Flamingos, schwarze Stiere, weiße Pferde, Reisfelder und Salzgärten. Per Mietwagen, zu Pferd oder per Boot lässt sie sich gut an einem Tag erkunden – die Wallfahrtsstadt Saintes-Maries-de-la-Mer am Meer ist ein lohnendes Ziel.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Arles und der Camargue.
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