Gordes ist das Bild, das viele vor Augen haben, wenn sie an die Provence denken: ein Dorf aus hellem Kalkstein, das sich in Terrassen an einen Felssporn des Luberon klammert und von einem Renaissanceschloss und einer Kirche gekrönt wird. Kurz vor der Einfahrt, von der Departementsstraße aus, öffnet sich der berühmteste Blick des Vaucluse – das ganze Dorf wie eine steinerne Pyramide vor dem weiten Tal. Es ist einer der Aussichtspunkte, an denen sich im Sommer die Kameras drängen, und das zu Recht. Im Inneren windet sich Gordes über schmale, gepflasterte Gässchen, die calades, an gewölbten Durchgängen und Treppen vorbei den Hang hinauf. Oben steht das Château de Gordes aus der Renaissance, das Dorf gehört zu den „Plus Beaux Villages de France", den offiziell schönsten Dörfern Frankreichs. Trotz seiner Bekanntheit bleibt Gordes klein, und genau das macht seinen Reiz aus: Man kommt nicht für eine lange Liste an Sehenswürdigkeiten, sondern für das Ganze – die Steine, das Licht, die Aussicht. Das wohl berühmteste Motiv liegt wenige Kilometer außerhalb: die Zisterzienserabtei Notre-Dame de Sénanque, ein schlichter romanischer Bau in einem stillen Tal. Im Hochsommer, wenn das Lavendelfeld vor der Abtei in voller Blüte steht, wird dieses Bild zum meistfotografierten Motiv der ganzen Region. Die Mönche leben dort bis heute, weshalb Besucher um Rücksicht gebeten werden. In der Umgebung warten weitere Höhepunkte des Luberon: das Village des Bories mit seinen runden Trockensteinhütten, das ockerrote Roussillon mit seinen Felsformationen, sowie weitere Bergdörfer wie Ménerbes und Bonnieux. Gordes ist klein, aber es ist die Essenz der Provence auf einem Hügel – am schönsten erlebt man es früh oder spät am Tag, wenn die Busse weg sind und der Stein in warmem Licht leuchtet.



