Region · Frankreich

Okzitanien

Zwischen dem rosa Backstein von Toulouse, den Katharerburgen im Aude-Tal und den Felsbuchten der Côte Vermeille liegt Frankreichs gelassener Süden.

7 Städte49 Sehenswürdigkeiten40 Hotels
Überblick

Deine Okzitanien auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai – Juni & September – Oktober
Anreise
Flughäfen Toulouse-Blagnac (TLS) und Montpellier (MPL); TGV ab Paris nach Toulouse, Montpellier und Nîmes; Bahnhöfe an der Linie Bordeaux–Toulouse–Marseille
Sprache
Französisch (regional okzitanisch & katalanisch geprägt)
Vor Ort
Mietwagen für Katharerburgen, Pont du Gard und Weinland empfehlenswert; TER- und TGV-Züge verbinden die Großstädte; Canal du Midi per Hausboot oder Rad
Wichtigster Tipp
Die Region nicht an einem Stück abfahren – einen Mittelmeer- und einen Toulouse-Schwerpunkt setzen und für die Strecken großzügig Zeit einplanen
Währung & Sprache
Euro · Französisch (regional okzitanisch und katalanisch geprägt)
Die Region

Was Okzitanien ausmacht

Okzitanien ist der warme Süden zwischen Atlantik und Mittelmeer, ein weites Land aus Backsteinstädten, römischen Ruinen und Weinhügeln, das vom rosaroten Toulouse bis zu den Felsbuchten der Côte Vermeille reicht. Der jahrhundertealte Canal du Midi zieht sich unter Platanen zum Meer, die doppelt ummauerte Festungsstadt Carcassonne thront über dem Aude-Tal, und das „französische Rom“ Nîmes erzählt mit Arena, Maison Carrée und dem nahen Pont du Gard von antiker Größe. Dazu die studentische Mittelmeerstadt Montpellier, die Backsteinkathedrale und das Toulouse-Lautrec-Museum von Albi am Tarn und der Maler-Hafen Collioure, wo die Fauves das Licht des Südens einfingen. Über allem liegt der Duft von Garrigue und der Geschmack von Cassoulet, Languedoc-Wein und katalanischer Küche.

Reiseführer

Okzitanien von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Irgendwo hinter Toulouse wird der Stein rosa, und je weiter du nach Süden fährst, desto flacher fällt das Licht über die Weinhügel. Okzitanien beginnt nicht an einem Ortsschild – es beginnt, wenn der Duft von warmem Thymian aus der Garrigue ins Auto zieht, an einer Platanenallee neben dem Canal du Midi, und du zum ersten Mal am Horizont die spitzen Türme einer Katharerburg über dem Tal stehen siehst.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Okzitanien

Am frühen Morgen, wenn die Sonne die Backsteinfassaden von Toulouse zum Glühen bringt, verstehst du sofort, warum die Stadt „la Ville Rose“ heißt.

Toulouse ist die Hauptstadt und der beste Auftakt. Rund um die Place du Capitole leuchten die Fassaden aus jenem rosa Backstein, der der Stadt ihren Beinamen gab; ein paar Gassen weiter steht mit Saint-Sernin die größte romanische Kirche Frankreichs, im Couvent des Jacobins ruht unter der berühmten Palmengewölbe-Säule Thomas von Aquin. Nimm dir Zeit für die Ufer der Garonne, den Markt in der Halle Victor-Hugo und einen Nachmittag in der Cité de l'Espace am Stadtrand, wo Toulouse seine zweite Identität als europäische Raumfahrt- und Airbus-Metropole ausstellt.

Montpellier ist der mediterrane Gegenpol, jung und studentisch: Von der weiten Place de la Comédie mit dem Opernhaus ziehen sich die verwinkelten Gassen des Écusson, der Altstadt, bis zur Kathedrale Saint-Pierre und der über 750 Jahre alten medizinischen Fakultät. An der Promenade du Peyrou spannt sich ein Aquädukt vor den Triumphbogen, und im Viertel Antigone hat der Architekt Ricardo Bofill eine ganze postmoderne Neustadt im antiken Stil gebaut. Bis ans Mittelmeer sind es mit der Tram nur wenige Kilometer nach Palavas oder Villeneuve-lès-Maguelone.

Wer nur eine kleinere Stadt einplant, fährt nach Albi am Tarn: Die Kathedrale Sainte-Cécile ist die größte Backsteinkirche der Welt, außen eine schmucklose Festung, innen ein Farbrausch aus Fresken und Chorschranken. Gleich nebenan zeigt das Musée Toulouse-Lautrec im Palais de la Berbie die weltweit größte Sammlung des hier geborenen Malers. Die Bischofsstadt gehört als Ganzes zum UNESCO-Welterbe, und von der Brücke Pont Vieux blickst du auf das rote Häuserpanorama, das sich im Fluss spiegelt.

Plane die Städte nicht als reine Abhak-Liste. Okzitanien belohnt das Bummeln: einen Markt am Vormittag, die Kirche in der Mittagshitze, den Aperitif auf einem schattigen Platz, wenn die Einheimischen aus der Arbeit kommen. Die großen Namen liegen selten mehr als zwei Autostunden auseinander, und weil die Region weniger überlaufen ist als die Provence oder die Côte d'Azur, findest du selbst in der Hochsaison noch einen Tisch und einen Parkplatz vor den Stadtmauern – vorausgesetzt, du bist vor elf Uhr da oder kommst nach fünf zurück.

Sehenswürdigkeiten in Okzitanien

Alle 49 Sehenswürdigkeiten
Carcassonne

Carcassonne und die größte Festungsstadt Europas

Von der Autobahn aus taucht sie plötzlich auf – ein ganzer Wald spitzer Türme auf einem Hügel, so unwahrscheinlich, dass sie wie eine Filmkulisse wirkt.

Carcassonne und die größte Festungsstadt Europas
Carcassonne

Die Cité de Carcassonne ist die größte erhaltene mittelalterliche Festungsstadt Europas: ein doppelter Mauerring mit 52 Türmen, dazwischen die Lices, der Zwinger, in dem du einmal komplett um die Stadt gehen kannst. Im 19. Jahrhundert war die verfallene Anlage zum Abriss freigegeben, bis der Architekt Eugène Viollet-le-Duc sie in einer umstrittenen, romantisierenden Restaurierung rettete – von ihm stammen die spitzen Schieferdächer, die es im Süden eigentlich nie gab. Seit 1997 steht die Cité auf der UNESCO-Welterbeliste.

Durch die Gassen zwischen Porte Narbonnaise und dem zentralen Platz läufst du kostenlos, und genau das solltest du früh oder spät am Tag tun, wenn die Tagesbusse weg sind und die Souvenirläden schließen. Eintritt kostet das Château Comtal mit dem Rundgang über die inneren Wehrgänge – lohnend für den Blick von oben und die Baugeschichte. Steig auch zur Basilika Saint-Nazaire hinauf: Ihre Glasfenster aus dem 13. und 14. Jahrhundert gehören zu den schönsten im Süden Frankreichs und sind, anders als die Mauern, echtes Mittelalter.

Vergiss die Unterstadt nicht. Über die Aude führt der Pont Vieux hinüber in die Bastide Saint-Louis, die planmäßig angelegte „neue“ Stadt aus dem 13. Jahrhundert mit rechtwinkligem Grundriss, Markthalle und dem besten Blick zurück auf die beleuchtete Cité am Abend. Von hier stammt auch das ehrlichere Carcassonne: Cafés, in denen keine Reisegruppe sitzt, und Restaurants, die den Cassoulet nicht für Touristen, sondern für die Nachbarschaft kochen. Wer übernachtet, hat die Cité nach Ladenschluss fast für sich.

Rund um Carcassonne beginnt das Katharerland. Auf den Felsgraten südlich der Stadt kleben die Ruinen der „Fünf Söhne von Carcassonne“ – Peyrepertuse, Quéribus, Puilaurens, Termes und Aguilar –, Zufluchtsburgen der im 13. Jahrhundert als Ketzer verfolgten Katharer. Peyrepertuse zieht sich wie ein steinernes Schiff über einen ganzen Bergkamm und verlangt eine kurze, steile Wanderung; oben stehst du über einem Meer aus Garrigue und Weinbergen. Als Tagesausflug mit dem Auto lässt sich eine dieser Burgen gut mit einer Weinprobe im Corbières verbinden.

Römisches Erbe

Nîmes und der Pont du Gard, das römische Okzitanien

In der Arena von Nîmes stehst du auf demselben Stein, auf dem vor 2000 Jahren die Gladiatoren kämpften – und im Sommer füllen Konzerte und Ferias den Rund noch immer bis zum Rand.

Nîmes und der Pont du Gard, das römische Okzitanien
Römisches Erbe

Nîmes trägt den Beinamen „französisches Rom“, und kaum eine Stadt nördlich des Mittelmeers hat mehr antike Substanz vorzuweisen. Die Arènes, ein Amphitheater aus dem 1. Jahrhundert, gehören zu den besterhaltenen der römischen Welt: zwei Ränge Arkaden, über 20.000 Plätze, bis heute Schauplatz von Stierkämpfen zur Feria und großen Open-Air-Konzerten. Kauf ein Kombiticket, das auch die Maison Carrée und den Tour Magne einschließt – die drei Monumente liegen fußläufig und ergeben zusammen ein halbes Tagesprogramm mitten in der Innenstadt.

Die Maison Carrée ist ein fast vollständig erhaltener römischer Tempel, ein Rechteck aus korinthischen Säulen, das 2023 eigenständig zum UNESCO-Welterbe erhoben wurde. Von hier ist es nur ein kurzer Spaziergang zu den Jardins de la Fontaine, einem der ersten öffentlichen Gärten Europas, angelegt im 18. Jahrhundert rund um eine antike Quellanlage. Über Treppen steigst du zum Tour Magne hinauf, dem Rest eines römischen Wachturms, von dem der Blick über die Dächer bis zu den Ausläufern der Cevennen reicht.

Ein Detail für Modehistoriker: Der robuste Baumwollstoff „Serge de Nîmes“ gab dem Denim seinen Namen – die Jeans hat also sprachlich hier ihren Ursprung, bevor sie über Genua und Kalifornien zur Arbeitshose wurde. Nîmes selbst bleibt trotz der Sehenswürdigkeiten angenehm unaufgeregt, eine Stadt zum Leben mit Markthalle, schattigen Plätzen und einer Küche, in der die Brandade de morue, ein Püree aus Stockfisch, Olivenöl und Knoblauch, ganz oben steht.

Zwanzig Kilometer nordöstlich überspannt der Pont du Gard den Fluss Gardon – das höchste erhaltene römische Aquädukt, drei Bogenreihen aus goldgelbem Kalkstein, fast 50 Meter hoch, ohne Mörtel gefügt. Es war Teil einer 50 Kilometer langen Wasserleitung nach Nîmes. Komm früh oder gegen Abend, wenn das Licht warm auf den Stein fällt und die Bustouren weg sind; im Sommer kannst du im Gardon darunter baden. Der Zugang und das Museum sind ticketpflichtig, das Parken ist im Eintritt enthalten.

Canal du Midi

Mit dem Hausboot über den Canal du Midi

Sechs Kilometer in der Stunde, mehr geht nicht – und genau darum geht es. Auf dem Canal du Midi wird die Langsamkeit zum Programm.

Mit dem Hausboot über den Canal du Midi
Canal du Midi

Der Canal du Midi ist eine Ingenieursleistung des 17. Jahrhunderts: Pierre-Paul Riquet ließ ihn zwischen 1667 und 1681 graben, um Toulouse über 240 Kilometer mit dem Mittelmeer bei Sète zu verbinden und den langen Seeweg um Spanien zu ersparen. Über hundert Schleusen, Aquädukte und sogar ein Tunnel überwinden die Wasserscheide bei Naurouze. Seit 1996 steht der Kanal auf der UNESCO-Welterbeliste – nicht nur als Wasserweg, sondern als komplette Kulturlandschaft aus Schleusenwärterhäusern, Brücken und den charakteristischen Platanenalleen.

Die klassische Art, ihn zu erleben, ist das Hausboot. Für die Pénichetten der Vercharterer brauchst du in Frankreich keinen Bootsführerschein; bei der Übernahme bekommst du eine kurze Einweisung, und dann tuckerst du selbst los, bedienst die Schleusen mit oder wirst vom Schleusenwärter durchgewinkt. Beliebte Startpunkte sind Homps, Le Somail oder Castelnaudary. Rechne großzügig: An einem Tag schaffst du entspannt 20 bis 30 Kilometer, mit Zeit für einen Markt, ein langes Mittagessen und einen Pastis im Schatten am Anleger.

Wer kein Boot nehmen will, erlebt den Kanal vom Sattel aus: Der Treidelpfad ist über weite Strecken als Radweg ausgebaut, flach und schattig, ideal für Familien. Die Neun Schleusen von Fonseranes bei Béziers sind das spektakulärste Einzelbauwerk – eine Treppe aus Kammern, die die Boote wie in einer Wasser-Rolltreppe hebt und senkt. Ein Wermutstropfen: Der Platanenkrebs, eine Pilzkrankheit, hat seit den 2000er-Jahren Zehntausende der prägenden Bäume gefällt; entlang des Kanals läuft seither ein großes Neupflanz-Programm mit resistenten Sorten.

Castelnaudary am Kanal beansprucht für sich, die Hauptstadt des Cassoulet zu sein – hier soll der weiße-Bohnen-Eintopf mit Confit und Wurst erfunden worden sein, und rund um den weiten Hafenbecken-Platz reihen sich die Restaurants, die ihn im tönernen Cassole backen. So schließt sich der Kreis aus Wasserweg und Küche: Der Kanal war Jahrhunderte lang auch die Straße, auf der Wein, Getreide und Waren des Languedoc ans Meer und in die Welt gingen.

Côte Vermeille

Collioure und die Côte Vermeille am katalanischen Mittelmeer

Kurz vor der spanischen Grenze fallen die letzten Ausläufer der Pyrenäen so steil ins Meer, dass die Weinberge in Terrassen an den Hängen kleben.

Collioure ist der schönste Ort der Côte Vermeille, der „zinnoberroten Küste“, die von Argelès-sur-Mer bis zur Grenze bei Cerbère reicht. Bunte Häuser drängen sich um einen kleinen Hafen, über dem das massige Château Royal der Könige von Mallorca liegt; direkt am Wasser steht der runde Glockenturm der Kirche Notre-Dame-des-Anges, der ursprünglich ein Leuchtturm war. 1905 verbrachten Henri Matisse und André Derain hier einen Sommer und malten das Licht in so radikalen Farben, dass die Kritik sie „fauves“, wilde Tiere, nannte – der Fauvismus war geboren.

Der Ort lebt bis heute vom Meer und vom Wein. Die Anchois de Collioure, in Salz gereifte Sardellen, sind eine geschützte Spezialität; in den letzten verbliebenen Manufakturen kannst du zusehen und kaufen. In den Terrassenweinbergen der Hänge reifen der süße, portartige Banyuls und der kräftige Collioure-Rotwein – ein Nachmittag in einer Cave im Nachbarort Banyuls-sur-Mer lohnt sich, zumal das Meer dort direkt vor der Tür liegt. Die Buchten der Küste sind klein und felsig, oft nur über Treppen erreichbar.

Weiter westlich, jenseits von Perpignan, beginnt das französische Katalonien mit eigener Sprache, eigener Flagge und eigener Küche. Perpignan war einst Festlandhauptstadt der Könige von Mallorca; ihr Palast, der Palais des Rois de Majorque, thront über der Stadt, und in den Gassen mischen sich katalanische und südfranzösische Einflüsse. Ganz im Süden zieht der heilige Berg der Katalanen, der Canigó, mit fast 2800 Metern seine markante Silhouette in den Himmel – bei klarer Sicht ist er von der halben Küste aus zu sehen.

Praktisch heißt das: Die Côte Vermeille ist kein Ort für breite Sandstrände und Strandbäder wie an der Côte d'Azur, sondern für Buchten, Bootstouren und Küstenwanderungen. Der Sentier du littoral folgt der Steilküste von Collioure aus zu Fuß nach Süden, mit Blick über das Meer und die alten Wehrtürme. Autofahrer sollten wissen: Collioure ist eng und im Sommer schnell voll – park auf den ausgeschilderten Parkplätzen oberhalb des Orts und geh die letzten Minuten zu Fuß hinunter.

Montpellier

Montpellier, die junge Mittelmeerstadt

Auf der Place de la Comédie sitzen abends mehr Studenten als Touristen, und wenn die Tram lautlos vorbeigleitet, spiegelt sich ihr bunt lackierter Waggon kurz in den Café-Fenstern der weiten Platzfront.

Montpellier ist der mediterrane Gegenpol zu Toulouse und eine der jüngsten Städte Frankreichs – fast jeder Dritte hier ist Student, und das prägt den Ton in den Bars, auf den Plätzen und in der Musik am Abend. Herzstück ist die Place de la Comédie mit dem Opernhaus und dem Brunnen der drei Grazien, von den Einheimischen kurz „l'Œuf“, das Ei, genannt. Dahinter beginnt der Écusson, die verwinkelte Altstadt aus dem Mittelalter, in der sich Privatpalais mit versteckten Innenhöfen, Buchläden und kleine Weinbars aneinanderreihen; im Mikvé unter einem Wohnhaus hat sich eines der besterhaltenen jüdischen Ritualbäder Europas erhalten.

Die Medizinische Fakultät geht auf das Jahr 1220 zurück und gilt als die älteste durchgehend lehrende ihrer Art in der westlichen Welt – Rabelais und Nostradamus studierten hier. Von der Kathedrale Saint-Pierre mit ihrem wuchtigen Portalvorbau führt der Weg zur Promenade du Peyrou, einer Terrasse über der Stadt, an der der Aqueduc Saint-Clément in doppelter Bogenreihe auf einen Wasserturm zuläuft und ein kleiner Triumphbogen Ludwig XIV. ehrt. Ganz anders das Viertel Antigone: Der Architekt Ricardo Bofill baute hier ab den 1980ern eine monumentale Neustadt in antikisierenden Formen, eine Achse aus Säulen und Plätzen, die schnurgerade zum Fluss Lez zieht.

Fürs Baden musst du die Stadt nicht verlassen: Tram und Bus bringen dich in einer knappen halben Stunde ans Mittelmeer nach Palavas-les-Flots, Carnon oder zur einsam auf einer Nehrung stehenden Kathedrale von Villeneuve-lès-Maguelone. Der TGV-Bahnhof Montpellier-Sud-de-France am Stadtrand bindet die Stadt an Paris und Barcelona an, das kompakte Zentrum selbst erschließt du am besten zu Fuß und mit den vier Tramlinien, deren Waggons Designer wie Christian Lacroix bunt gestaltet haben. Als Standquartier ist Montpellier ideal für die Küste, für Nîmes, den Pont du Gard und die Camargue.

Berge & Schluchten

Lourdes, die Pyrenäen und die Gorges du Tarn

Im Norden schneiden die Flüsse tiefe Kalkschluchten in die Hochebenen, im Süden schrauben sich die Pässe der Pyrenäen bis über 2000 Meter – Okzitaniens wildes Hinterland fängt dort an, wo die Weinberge aufhören.

Lourdes ist der meistbesuchte katholische Wallfahrtsort Frankreichs: Seit 1858 das Bauernmädchen Bernadette Soubirous in der Grotte von Massabielle Marienerscheinungen hatte, pilgern jedes Jahr Millionen Menschen hierher, viele von ihnen kranke, die sich vom Quellwasser Heilung erhoffen. Rund um die Grotte ist ein ganzer Sanktuariumsbezirk mit mehreren Basiliken und abendlichen Lichterprozessionen entstanden. Ob gläubig oder nicht – die Dimension und die Atmosphäre des Orts sind eindrücklich; wer sich unwohl damit fühlt, nutzt Lourdes einfach als praktisches Tor in die Hochpyrenäen.

Denn direkt südlich beginnt das Hochgebirge. Von Lourdes aus erreichst du den Cirque de Gavarnie, ein gewaltiges Felsamphitheater mit dem höchsten Wasserfall Frankreichs, seit langem UNESCO-Welterbe. Der Pont d'Espagne und der Lac de Gaube sind klassische Wanderziele, und der Col du Tourmalet, der höchste Straßenpass der französischen Pyrenäen, ist im Sommer eine Bühne der Tour de France. Anders als die Alpen sind die Pyrenäen ruhiger, ursprünglicher und deutlich günstiger – ein Revier für Wanderer, Bäderfreunde und alle, die Berge ohne Gletscherrummel suchen.

Ganz im Nordosten der Region, in Lozère und Aveyron, hat der Tarn eine der spektakulärsten Schluchten Frankreichs gegraben. In den Gorges du Tarn stürzen bis zu 500 Meter hohe Kalkwände zu einem türkisgrünen Fluss ab, an dem sich Dörfer wie Sainte-Enimie und La Malène in enge Uferstreifen ducken. Die schönste Art, sie zu erleben, ist vom Wasser aus: Kanu- und Kajakverleiher setzen dich flussaufwärts ab, und du treibst über mehrere Stunden durch die Schlucht zurück, mit Badestopps an den Kiesbänken. Vom Aussichtspunkt Point Sublime überblickst du das Ganze von oben.

Ringsum liegen die Causses, karge Kalkhochflächen, auf denen seit dem Mittelalter Schafe weiden – ihre Milch reift in den Höhlen von Roquefort-sur-Soulzon zum berühmten Blauschimmelkäse, den du direkt in den Kellern verkosten kannst. Über das Tal spannt sich seit 2004 das Viaduc de Millau, mit 343 Metern Gesamthöhe die höchste Brücke der Welt (der höchste Pfeiler misst rund 245 Meter), entworfen von Norman Foster. Die Landschaft der Causses und Cévennen gehört als Ganzes zum UNESCO-Welterbe – ideal für alle, die zwischen Wandern, Paddeln und Käse einen Kontrast zu Strand und Stadt suchen.

Aktivitäten & Touren in Okzitanien

Alle 19 Aktivitäten
Rundreise

Okzitanien-Rundreise: die schönste Route in zehn Tagen

Die klassische Schleife durch Okzitanien lässt sich auf eine Serviette zeichnen: ein Bogen vom rosa Toulouse über Carcassonne und die Küste bis nach Nîmes.

In sieben bis zehn Tagen fährst du die Route, die die Region am besten erschließt: zwei Tage Toulouse zum Auftakt, dann südöstlich nach Carcassonne mit einem Abstecher zu einer Katharerburg. Weiter ans Mittelmeer nach Narbonne und Collioure an der Côte Vermeille, dann die Küste hinauf über Sète und Montpellier bis Nîmes und zum Pont du Gard. Wer zehn Tage hat, hängt im Norden Albi und die Gorges du Tarn an, oder taucht im Süden tiefer in die Pyrenäen und nach Lourdes ein.

Wechsle nicht jede Nacht das Quartier. Drei Standorte reichen für die ganze Schleife: einer im Raum Toulouse/Carcassonne für den Westen, einer an der Küste um Montpellier oder Sète, einer im Osten rund um Nîmes. Von dort fährst du sternförmig los, die meisten Etappen bleiben unter anderthalb Stunden, und du packst nur zweimal um. Der Canal du Midi lässt sich als eigenes, langsameres Kapitel einschieben – ein oder zwei Nächte auf dem Hausboot passen gut zwischen Carcassonne und die Küste.

Rechne mit echten Distanzen. Okzitanien ist die zweitgrößte Region Frankreichs, größer als Bayern; von Toulouse bis zur Mittelmeerküste sind es gut zwei Stunden, in die Hochpyrenäen ebenso. Nutz für die langen Achsen die Autobahnen – die A61 zwischen Toulouse und Narbonne, die A9 entlang der Küste – und heb dir die Landstraßen für die schönen Teilstücke auf: die Weinstraße durch die Corbières, die Uferstraße der Gorges du Tarn, die Serpentinen zu den Katharerburgen.

Vom östlichen Standquartier aus liegt ein Ausflug über die Regionsgrenze näher, als die Karte vermuten lässt: Avignon und Arles in der Provence erreichst du von Nîmes aus in unter einer Stunde, die Camargue mit ihren Flamingos und wilden Pferden beginnt gleich hinter dem Rhône-Delta. So kombinierst du die römische Trias Nîmes–Pont du Gard–Arles an einem einzigen, dichten Tag – ein Bogen von 2000 Jahren Geschichte zwischen Frühstück und Abendessen.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Unterkünfte

Ferienhaus, Weingut oder Stadthotel – so wohnst du in Okzitanien

Abends um acht, wenn die Zikaden verstummen und im Pool das letzte Licht steht, während vom Weinberg nebenan noch die Wärme des Tages herüberweht, weißt du, warum das Ferienhaus im Süden so beliebt ist.

Das Ferienhaus mit Pool ist die klassische Wahl fürs Landesinnere, und die Gründe sind handfest: Platz für die ganze Familie, eine Küche für die Marktbeute aus Toulouse oder Uzès, keine festen Frühstückszeiten. Der Preis dafür: Du brauchst zwingend ein Auto, die meisten Häuser vermieten in fixen Wochen von Samstag bis Samstag, und die guten Objekte für Juli und August sind oft schon im Winter vergeben. Buche früh und lies die Lagebeschreibung genau – zwischen „ruhig gelegen“ und der nächsten Bäckerei liegen im Hinterland schnell zehn Autominuten.

Die südfranzösische Variante ist das Weingut. In den Corbières, im Minervois oder rund um Pézenas vermieten unzählige Domaines Gästezimmer oder ganze Gîtes zwischen den Rebzeilen; der Wein zum Abendessen kommt aus dem Keller unter dir, und oft gehört eine Verkostung dazu. Für Kinder gibt es Traktoren und Katzen statt Animationsprogramm, für Erwachsene die Ruhe der Garrigue. Frag vorab, ob abends gekocht wird und ob der Pool ganztägig offen ist – das variiert von Hof zu Hof stark.

In den Städten spielt das Hotel seine Stärke aus. In Toulouse, Montpellier, Carcassonne oder Nîmes wohnst du innerhalb der historischen Zentren, wo dein Auto ohnehin schwer hinkommt – du gehst abends zu Fuß zum Essen, ohne Parkplatzsuche, und erlebst die Stadt in den Stunden, in denen die Tagesbusse längst weg sind. Carcassonne innerhalb der Mauern nach zehn Uhr abends, wenn die Cité nur noch den Hausgästen gehört, ist ein völlig anderes Carcassonne als das vom Nachmittag.

An der Küste dominieren Ferienwohnungen und Résidences, oft in großen Anlagen zwischen Cap d'Agde und La Grande-Motte, jener Ferienstadt aus pyramidenförmigen Betonbauten der 1960er, die heute unter Denkmalschutz steht. Die ehrlichste Empfehlung ist deshalb keine Entweder-oder-Frage, sondern die Mischung: ein paar Nächte Stadthotel am Anfang, dann eine Woche Weingut oder Ferienhaus im Hinterland, für die Langsamkeit, wegen der man eigentlich kommt.

Hotels in Okzitanien

Alle 40 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Partnerangebote in Kürze

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Partnerangebote in Kürze
Essen & Trinken

Essen und Trinken in Okzitanien

Der tönerne Topf kommt brodelnd aus dem Ofen, mit einer knusprigen Kruste, die der Kellner wortlos einmal einsticht – der Cassoulet ist im Süden keine Beilage, sondern das Hauptereignis eines Abends.

Der Cassoulet ist das definierende Gericht der Region: ein langsam geschmorter Eintopf aus weißen Bohnen, Confit vom Gänse- oder Entenschenkel und Wurst, gebacken in der namensgebenden tönernen Cassole. Drei Städte streiten um die Urheberschaft – Castelnaudary, Carcassonne und Toulouse –, und jede hat ihre eigene Version. Er ist deftig und für einen heißen Sommermittag zu schwer; bestell ihn abends, teil ihn dir nicht, und plane danach wenig. Die Saucisse de Toulouse, eine grobe, lange Bratwurst, findet sich sowohl im Cassoulet als auch solo auf jeder Speisekarte.

Weiter geht die Landkarte des Geschmacks durch das Umland: Aus dem Gers südwestlich von Toulouse kommen Foie gras und Armagnac, aus dem Aveyron der Aligot, ein mit Käse zu einem elastischen Faden gezogenes Kartoffelpüree, und der Roquefort, der in den Kalkhöhlen von Roquefort-sur-Soulzon reift. An der Küste wechselt das Register: In der Lagune Étang de Thau bei Bouzigues werden Austern und Muscheln gezüchtet, in Sète isst man die Tielle, eine würzige Tintenfisch-Pastete, und in Collioure die in Salz gereiften Sardellen.

Zum Essen gehört der Wein, und das Languedoc-Roussillon ist das größte zusammenhängende Weinbaugebiet der Welt. Die kräftigen Roten der Corbières, des Minervois und von Fitou begleiten den Cassoulet, der frische, salzige Picpoul de Pinet von der Küste die Austern, und die süßen Vins doux naturels von Banyuls und Maury runden ein Essen ab. Die Preise sind moderat, gerade beim Direktkauf ab Hof – frag im Restaurant ruhig nach einem lokalen Tropfen im Offenausschank, das ist hier selbstverständlich.

Katalanisch wird es ganz im Süden, um Perpignan: Hier kommen Escalivada aus gegrilltem Gemüse, Boles de Picolat, kleine Fleischbällchen in Sauce, und Crème catalane auf den Tisch, und die Karten sind oft zweisprachig. Über allem liegt die Marktkultur des Südens – geh vormittags auf einen der großen Wochenmärkte in Uzès, Pézenas oder in der Toulouser Halle Victor-Hugo, kauf Oliven, Ziegenkäse und eine warme Fougasse, und du hast dein Mittagessen, für das du keinen Tisch brauchst.

Restaurants in Okzitanien

Alle 40 Restaurants
Anreise & Mobilität

Anreise nach Okzitanien und Mobilität vor Ort

Aus dem Flugzeugfenster über Toulouse-Blagnac siehst du schon die rosa Dächer der Ville Rose und dahinter, klar am Horizont, die weiße Kette der Pyrenäen.

Am schnellsten geht es mit dem Flugzeug: Toulouse-Blagnac (TLS) und Montpellier (MPL) sind die großen Flughäfen mit Direktverbindungen aus mehreren deutschen Städten. Dazu kommen kleinere Airports, die vor allem Billigflieger anfliegen – Carcassonne, Perpignan, Nîmes und Béziers –, oft günstig, aber mit dünnerem Flugplan. Von Toulouse-Blagnac bringt dich eine Tram-Verbindung ins Zentrum, Montpellier ist per Shuttlebus und Tram schnell an der Innenstadt und am neuen TGV-Bahnhof angebunden.

Mit der Bahn ist die Anreise entspannt, wenn auch nicht kurz: Über Paris nimmst du den TGV, der von der Gare Montparnasse in gut vier Stunden nach Toulouse und über die Mittelmeerlinie in rund dreieinhalb Stunden nach Montpellier fährt. Aus Süddeutschland ist auch der Weg über Barcelona interessant – von dort verkehren TGV- und Renfe-Hochgeschwindigkeitszüge über Perpignan nach Narbonne und Montpellier. Innerhalb der Region verbindet die Bahn die Küstenstädte gut: Nîmes, Montpellier, Sète, Béziers, Narbonne und Perpignan liegen alle an einer Linie.

Fürs Auto aus Deutschland rechnest du über die Schweiz oder das Rhônetal je nach Startpunkt mit einem langen Tag. In Frankreich sind die Autobahnen mautpflichtig (Péage) – die A9 „La Languedocienne“ entlang der Küste und die A61 zwischen Toulouse und Narbonne kosten spürbar. Eine gute Nachricht für die Nordroute: Die A75 über das Zentralmassiv ist weitgehend kostenlos; Maut fällt nur für die Überquerung des Viaduc de Millau an. Tank vor der Grenze, und stell dich auf viele Kreisverkehre in den Ortseinfahrten ein.

Vor Ort gilt die klare Regel: Für die Städte brauchst du kein Auto, fürs Land unbedingt. Toulouse, Montpellier und Nîmes haben moderne Tramnetze, und die Küstenstädte hängen an der Bahn. Aber die Katharerburgen, die Corbières-Weinstraße, die Gorges du Tarn und die Pyrenäen-Täler erreichst du nur mit dem eigenen oder gemieteten Wagen – Busse fahren dort selten und nach Schulzeiten. Ein Mietwagen ab Toulouse oder Montpellier ist außerhalb der Ferien oft günstig; nimm die kleinste Klasse, die dein Gepäck fasst, denn die Altstadtgassen und Bergstraßen sind eng.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Partnerangebote in Kürze
Städte & Basisorte

Die schönsten Städte in Okzitanien – und welche Basis zu dir passt

ToulouseToulouseDie rosa Backsteinmetropole an der Garonne verbindet die romanische Basilika Saint-Sernin und die Place du Capitole mit Airbus, Raumfahrt und einem der lebendigsten Studentenviertel Südfrankreichs. Ein idealer Auftakt für den Westen der Region.Ideal für: Stadtleben & Kultur2 TageCarcassonneCarcassonneDie doppelt ummauerte Cité mit 52 Türmen ist die größte erhaltene Festungsstadt Europas und UNESCO-Welterbe. Komm früh oder bleib über Nacht, dann gehören dir die Gassen, wenn die Tagesbusse längst weg sind.Ideal für: Mittelalter & Burgen1 TagMontpellierMontpellierDie junge Mittelmeerstadt mit der weiten Place de la Comédie, den Gassen des Écusson und einer 750 Jahre alten Universität liegt nur eine Tramfahrt vom Strand entfernt. Ideale Basis für die Küste, Nîmes und den Pont du Gard.Ideal für: Küste & junges Flair1–2 TageNîmesNîmesDas „französische Rom“ versammelt eine der besterhaltenen antiken Arenen, den römischen Tempel Maison Carrée und den Tour Magne auf engem Raum. Vom nahen Pont du Gard ist es nur eine halbe Stunde.Ideal für: Römische Antike1 TagAlbiAlbiDie Bischofsstadt am Tarn gehört als Ganzes zum UNESCO-Welterbe: die größte Backsteinkathedrale der Welt, Sainte-Cécile, und im Palais de la Berbie die weltweit größte Sammlung von Toulouse-Lautrec.Ideal für: Backstein & Kunst½–1 TagCollioureCollioureDer bunte Hafenort am Beginn der Côte Vermeille, wo die Pyrenäen ins Meer fallen, inspirierte 1905 Matisse und Derain zum Fauvismus. Château Royal, in Salz gereifte Sardellen und Terrassenweinberge liegen dicht beisammen.Ideal für: Küste & Kunstgeschichte1 TagPerpignanPerpignanDie Festlandhauptstadt des französischen Katalonien trägt den Palast der Könige von Mallorca und eine zweisprachige Kultur. Von hier startest du in die Côte Vermeille und ins Roussillon mit seinen süßen Weinen.Ideal für: Katalonien & Wein1 Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Okzitanien mit Wetter und Klima im Jahreslauf

Zwischen dem grünen April und dem goldenen Oktober liegt in Okzitanien ein langes Halbjahr, in dem fast jede Woche eine gute Reisewoche ist – nur der Hochsommer an der Küste verlangt einen Plan.

Das Klima in Okzitanien ist mediterran an der Küste und im Languedoc, mit heißen, trockenen Sommern und milden Wintern; im Landesinneren um Toulouse und in den Pyrenäen wird es kontinentaler und kühler. Der Frühling kommt früh und grün, der Herbst ist lang und warm, und selbst im Winter bleibt es an der Küste mild. Charakteristisch ist der Tramontane, ein trockener, oft kräftiger Nordwestwind, der den Himmel klar fegt. Die Werte unten gelten grob für Montpellier an der Küste; in Toulouse ist es ähnlich warm, in den Pyrenäen und auf den Causses deutlich frischer.

Jan12°3°mild, ruhig
Feb13°4°kühl, leer
Mär16°6°erstes Grün
Apr18°8°Frühling, angenehm
Mai23°12°warm, ideal
Jun27°16°lange Tage, ideal
Jul30°18°Hochsaison, heiß
Aug30°18°sehr heiß, voll
Sep26°16°Weinlese, ideal
Okt20°12°goldenes Licht
Nov15°7°regnerischer
Dez12°4°still, mild

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Okzitanien sind Mai, Juni und September bis Mitte Oktober: warm genug fürs Baden am Mittelmeer, kühl genug für Städte, Weinberge und Wanderungen, dazu Weinlese im September und deutlich weniger Andrang als im Hochsommer. Den August überlässt du besser den Strandurlaubern – Toulouse, Nîmes und Carcassonne sind dann heiß und voll, und an der Küste wird jeder Parkplatz zum Wettkampf. Zum Wandern in den Pyrenäen und zum Paddeln in den Gorges du Tarn passt der Frühsommer am besten.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Okzitanien

Wie viele Tage braucht man für Okzitanien?
Für einen ersten Überblick plane sieben bis zehn Tage: zwei Tage Toulouse, dazu Carcassonne, die Côte Vermeille um Collioure sowie Montpellier und Nîmes mit dem Pont du Gard. Okzitanien ist die zweitgrößte Region Frankreichs – wer die Pyrenäen oder die Gorges du Tarn dazunimmt, sollte eher zwei Wochen einplanen.
Braucht man in Okzitanien ein Auto?
Für die Städte nicht – Toulouse, Montpellier und Nîmes haben Trams, und die Küstenstädte verbindet die Bahn. Für das Landesinnere schon: Die Katharerburgen, die Corbières-Weinstraße, die Gorges du Tarn und die Pyrenäentäler erreichst du kaum mit Bus und Bahn. Am besten mischst du beides – Bahn für die Achsen, Mietwagen fürs Land.
Wann ist die beste Reisezeit für Okzitanien?
Mai, Juni und September bis Mitte Oktober sind ideal: 23 bis 28 Grad, warmes Meer und weniger Andrang als im Hochsommer. Für reinen Badeurlaub sind Juli und August am verlässlichsten, aber heiß und voll. Zum Wandern in den Pyrenäen und zum Paddeln im Tarn passt der Frühsommer, wenn die Flüsse noch Wasser führen.
Lohnt sich Carcassonne wirklich?
Ja – die Cité ist die größte erhaltene Festungsstadt Europas und UNESCO-Welterbe, mit doppeltem Mauerring und 52 Türmen. Der Trick ist das Timing: Komm früh morgens oder am Abend, wenn die Tagesbusse weg sind, oder übernachte gleich innerhalb der Mauern. Tagsüber im Sommer ist es voll; die Gassen selbst kannst du kostenlos durchlaufen.
Braucht man für ein Hausboot auf dem Canal du Midi einen Führerschein?
Nein. Für die Miet-Hausboote der Vercharterer brauchst du in Frankreich keinen Bootsführerschein – bei der Übernahme bekommst du eine kurze Einweisung und fährst dann selbst los. Beliebte Startpunkte sind Homps, Le Somail und Castelnaudary; an einem Tag schaffst du entspannt 20 bis 30 Kilometer inklusive Schleusen und Mittagspause.
Wo kann man in Okzitanien am besten baden?
An der Küste zwischen Camargue und spanischer Grenze: breite Sandstrände liegen um La Grande-Motte, Palavas und Cap d'Agde, felsige Buchten dagegen an der Côte Vermeille um Collioure und Banyuls. Die Strände sind flach und familienfreundlich, das Wasser von Juni bis September warm. Im Landesinneren locken die Flussstrände der Gorges du Tarn.
Was muss man in Okzitanien gegessen haben?
Den Cassoulet, den weißen-Bohnen-Eintopf mit Confit und Wurst aus Castelnaudary, Carcassonne oder Toulouse. Dazu die Saucisse de Toulouse, Austern aus der Lagune von Bouzigues, den Aligot aus dem Aveyron, Roquefort-Käse und die in Salz gereiften Sardellen von Collioure. Zum Essen passt ein kräftiger Roter aus den Corbières oder dem Minervois.
Ist Toulouse oder Montpellier das bessere Standquartier?
Kommt auf den Fokus an: Toulouse liegt zentral für den Westen, für Carcassonne, die Katharerburgen und die Pyrenäen. Montpellier ist der Ausgangspunkt für die Mittelmeerküste, Nîmes, den Pont du Gard und die Camargue. Für eine ganze Rundreise nimmst du am besten beide nacheinander als Basis, mit einem dritten Stopp an der Küste.
Ist Okzitanien teuer?
Nein, im Vergleich zur Côte d'Azur oder Provence ist Okzitanien günstig: Übernachten, Essen und Wein kosten spürbar weniger, ein Menü im Landgasthaus liegt oft bei 20 bis 35 Euro. Teurer wird es nur an der Küste in der Hochsaison und mit Pool im Juli und August. In der Nebensaison und auf Weingütern drückst du das Budget deutlich.
Lohnt sich Lourdes für nicht-religiöse Reisende?
Als Wallfahrtsort ist Lourdes ganz auf Pilger ausgerichtet, mit Sanktuarium, Grotte und abendlichen Lichterprozessionen – ohne Bezug zum Glauben ist es gewöhnungsbedürftig. Als Tor zu den Hochpyrenäen ist die Stadt dagegen praktisch: Von hier erreichst du den Cirque de Gavarnie, den Pont d'Espagne und die Wanderregion rund um den Col du Tourmalet.
Was ist der Unterschied zwischen Okzitanien und der Provence?
Beide liegen im Süden Frankreichs, aber Okzitanien reicht weiter nach Westen bis zum Atlantik-nahen Toulouse und zu den Pyrenäen, während die Provence östlich der Rhône beginnt. Okzitanien ist günstiger, weniger überlaufen und stärker vom Wein und der katalanischen Kultur des Roussillon geprägt – ein gelassenerer, weiterer Süden.
Kann man Okzitanien gut mit Kindern bereisen?
Ja – die Festung von Carcassonne wirkt wie ein Ritterspielplatz, auf dem Canal du Midi lässt sich radeln, in den Gorges du Tarn paddeln, und in Toulouse begeistert die Cité de l'Espace mit echter Raumfahrttechnik. Dazu die flach abfallenden Sandstrände der Küste. Am besten wählst du ein Ferienhaus mit Pool im Hinterland und hältst die Fahrten kurz.
OkzitanienZwischen dem rosa Backstein von Toulouse, den Katharerburgen im Aude-Tal und den Felsbuchten der Côte Vermeille liegt Frankreichs gelassener Süden.
Reise buchen

Deine Okzitanien-Reise buchen

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Partnerangebote in Kürze

Hotels

Vom Boutique-Hotel in der Altstadt bis zum Landhaus im Grünen.

Hotels ansehen40 in Okzitanien

Touren & Tickets

Museen, Wahrzeichen und Weinproben — Tickets und geführte Touren, oft ohne Anstehen.

Touren & Tickets19 in Okzitanien

Anzeige · Buchung über Partner. Preise & Verfügbarkeit beim Anbieter.

Reiseplaner · bald

Deine perfekte Reise – in Minuten geplant.

Sag uns, wohin und wie lange – der travelperfect Reiseplaner stellt dir Route, Highlights und Programm passend zusammen.

Reise planen
  • KI-Copilot
  • Route
  • Highlights
  • Crew
  • Budget
Reise buchen