Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Okzitanien
Am frühen Morgen, wenn die Sonne die Backsteinfassaden von Toulouse zum Glühen bringt, verstehst du sofort, warum die Stadt „la Ville Rose“ heißt.
Toulouse ist die Hauptstadt und der beste Auftakt. Rund um die Place du Capitole leuchten die Fassaden aus jenem rosa Backstein, der der Stadt ihren Beinamen gab; ein paar Gassen weiter steht mit Saint-Sernin die größte romanische Kirche Frankreichs, im Couvent des Jacobins ruht unter der berühmten Palmengewölbe-Säule Thomas von Aquin. Nimm dir Zeit für die Ufer der Garonne, den Markt in der Halle Victor-Hugo und einen Nachmittag in der Cité de l'Espace am Stadtrand, wo Toulouse seine zweite Identität als europäische Raumfahrt- und Airbus-Metropole ausstellt.
Montpellier ist der mediterrane Gegenpol, jung und studentisch: Von der weiten Place de la Comédie mit dem Opernhaus ziehen sich die verwinkelten Gassen des Écusson, der Altstadt, bis zur Kathedrale Saint-Pierre und der über 750 Jahre alten medizinischen Fakultät. An der Promenade du Peyrou spannt sich ein Aquädukt vor den Triumphbogen, und im Viertel Antigone hat der Architekt Ricardo Bofill eine ganze postmoderne Neustadt im antiken Stil gebaut. Bis ans Mittelmeer sind es mit der Tram nur wenige Kilometer nach Palavas oder Villeneuve-lès-Maguelone.
Wer nur eine kleinere Stadt einplant, fährt nach Albi am Tarn: Die Kathedrale Sainte-Cécile ist die größte Backsteinkirche der Welt, außen eine schmucklose Festung, innen ein Farbrausch aus Fresken und Chorschranken. Gleich nebenan zeigt das Musée Toulouse-Lautrec im Palais de la Berbie die weltweit größte Sammlung des hier geborenen Malers. Die Bischofsstadt gehört als Ganzes zum UNESCO-Welterbe, und von der Brücke Pont Vieux blickst du auf das rote Häuserpanorama, das sich im Fluss spiegelt.
Plane die Städte nicht als reine Abhak-Liste. Okzitanien belohnt das Bummeln: einen Markt am Vormittag, die Kirche in der Mittagshitze, den Aperitif auf einem schattigen Platz, wenn die Einheimischen aus der Arbeit kommen. Die großen Namen liegen selten mehr als zwei Autostunden auseinander, und weil die Region weniger überlaufen ist als die Provence oder die Côte d'Azur, findest du selbst in der Hochsaison noch einen Tisch und einen Parkplatz vor den Stadtmauern – vorausgesetzt, du bist vor elf Uhr da oder kommst nach fünf zurück.






























