Nizza und die schönsten Sehenswürdigkeiten der Côte d'Azur
Früh um acht, wenn die ersten Marktstände auf dem Cours Saleya noch Blumen auspacken, hast du die blauen Stühle der Promenade des Anglais fast für dich allein.
Nizza ist der beste Startpunkt, und die Stadt lässt sich zu Fuß erschließen. Die Promenade des Anglais zieht sich sieben Kilometer an der Baie des Anges entlang; setz dich in einen der berühmten blauen Stühle und schau aufs Meer, das hier nicht auf Sand, sondern auf handgroße Kiesel (galets) läuft – Badeschuhe sind keine schlechte Idee. Dahinter beginnt die Vieille Ville mit ockergelben Fassaden, engen Gassen und dem Cours Saleya, wo morgens der Blumen- und Gemüsemarkt steht und montags die Antiquitäten. Steig danach die Rampe zur Colline du Château hinauf: Oben liegt kein Schloss mehr, aber der Blick über die ganze Bucht und die roten Dächer der Altstadt.
Wer Kunst mag, fährt mit dem Bus auf den Hügel Cimiez über der Stadt. Dort stehen zwei kostenlose bis günstige Häuser dicht beieinander: das Musée Matisse in einer ockerroten Villa zwischen Olivenbäumen, in der Matisse Papierschnitte und Gemälde hinterließ, und das Musée National Marc Chagall mit dem großen Zyklus biblischer Botschaften. Beide sind selten überlaufen, und zwischen ihnen liegen die Ruinen des römischen Cemenelum mit Amphitheater und Thermen. Nizza war lange savoyisch und erst ab 1860 französisch – das erklärt die italienisch anmutende Küche und die barocken Kirchen der Altstadt.
Von Nizza aus liegen die klassischen Ziele der Küste in Reichweite eines Tagesausflugs, und viele erreichst du mit Zug oder Bus statt mit dem Auto. Nach Monaco und Menton fährt der Regionalzug in einer knappen halben bzw. dreiviertel Stunde entlang der Küste, mit Halten direkt am Wasser. Villefranche-sur-Mer liegt nur eine Zugstation entfernt und schiebt seine bunten Häuser um eine tiefe Reede – dort ankern die Kreuzfahrtschiffe, weil das Wasser so tief ist. Wer die Bergdörfer Èze und Saint-Paul-de-Vence sehen will, braucht dagegen entweder den Bus mit knapper Taktung oder ein Auto für die Serpentinen.
Plane die großen Sehenswürdigkeiten nach Tageszeit statt nach Liste. Die Küstenorte füllen sich ab dem späten Vormittag mit Tagesausflüglern und Kreuzfahrtgruppen; die stille Stunde ist der frühe Morgen und der Abend nach 18 Uhr, wenn die Busse abfahren und das Licht warm über die Fassaden fällt. In Nizza selbst lohnt der Sonnenuntergang vom Château-Hügel oder von der Mole hinter dem Hafen, wenn sich die ganze Baie des Anges in Rosa und Kupfer taucht und die ersten Lichter der Promenade angehen.



































