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Cannes

Knapp zwei Wochen im Mai schaut die halbe Welt auf die Treppe vor dem Palais des Festivals – den Rest des Jahres gehört die Croisette den Frühschwimmern, den Marktleuten vom Forville und den Booten hinaus zu den Lérins-Inseln.

6 Stadtviertel8 Sehenswürdigkeiten5 Hotels
Überblick

Deine Cannes-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai bis Juni und September sind ideal: warmes Meer, viel Sonne und angenehme Temperaturen. Die Festspielwochen im Mai bringen jedoch Hochpreise und große Menschenmengen. Juli und August sind heiß und voll mit lebhaftem Strandleben. Frühling und Herbst eignen sich gut für Stadt, Markt und Inselausflüge, der Winter ist mild und ruhig.
Über Cannes

Reisen nach Cannes

Cannes ist der Ort an der Côte d'Azur, den fast jeder aus dem Fernsehen kennt und dann anders vorfindet als erwartet. Der Boulevard de la Croisette zieht sich fast drei Kilometer an der Bucht entlang, links Palmen und Grandhotels wie das Carlton und das Martinez, rechts echter Sandstrand – eine Seltenheit an dieser Küste, an der die meisten Nachbarorte auf Kiesel liegen. Am westlichen Ende steht das Palais des Festivals mit den Handabdrücken der Filmstars im Gehsteig, gleich dahinter beginnt der Vieux Port, und über ihm steigt die Altstadt Le Suquet mit engen Treppengassen zum mittelalterlichen Wachturm und zur Kirche Notre-Dame d'Espérance an. An ihrem Fuß liegt der Marché Forville, die überdachte Markthalle, in der die Stadt morgens einkauft. Vom Kai fahren Boote in einer knappen Viertelstunde zu den Îles de Lérins, wo Pinienwald, das Fort Royal mit der Zelle des Mannes mit der eisernen Maske und ein Zisterzienserkloster mit eigenem Weinberg liegen. Dazwischen das Carré d'Or mit seinen Luxusboutiquen, die Rue d'Antibes als Einkaufsachse, die Villenhügel von La Californie und im Westen La Bocca mit den langen öffentlichen Stränden.

Cannes – Karte
Reiseführer

Cannes von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um acht Uhr morgens ist die Croisette eine ganz andere Straße. Ein Kehrfahrzeug zieht seine Bahn unter den Palmen, im Sand harken Strandkellner die Liegenreihen gerade, und am Marché Forville schleppt jemand Kisten mit Zucchiniblüten in die Halle. Erst gegen elf schaltet Cannes in den Modus um, den alle aus dem Fernsehen kennen. Wer die Stadt nur als Kulisse für die Festivaltage im Mai kennt, unterschätzt sie deutlich. Dahinter steckt ein alter Fischerhafen mit einer Altstadt auf dem Hügel, ein echter Sandstrand an einer Küste voller Kiesel und eine Viertelstunde Bootsfahrt zu zwei Inseln, auf deren kleinerer seit dem 5. Jahrhundert Mönche leben.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Cannes

Alles Wesentliche liegt zwischen dem Palais des Festivals und dem Altstadthügel in einem Radius von einem Kilometer – du brauchst in Cannes weder Auto noch Bus.

Der Bezugspunkt ist das Palais des Festivals et des Congrès am westlichen Ende der Croisette, ein wuchtiger Betonbau von 1982, den die Einheimischen wenig ehrfürchtig le Bunker nennen. Interessant ist weniger das Gebäude als das, was davorliegt: die breite Treppe, über die im Mai der rote Teppich läuft und auf der du an allen anderen Tagen einfach hinaufgehen kannst, und rundherum die Allée des Étoiles du Cinéma mit den in den Gehsteig eingelassenen Handabdrücken von Filmgrößen. Im Erdgeschoss sitzt das Tourismusbüro, das auch Führungen durch die Säle anbietet; die Termine wechseln mit dem Messekalender, deshalb lohnt eine Nachfrage vor Ort. Gleich westlich beginnt der Vieux Port, in dem Segelyachten und die letzten Fischerboote nebeneinanderliegen.

Über dem Hafen steigt Le Suquet an, der älteste Teil der Stadt auf dem Mont Chevalier. Von der Rue Saint-Antoine, der Restaurantgasse am Fuß, führen Treppen und Kopfsteingassen hinauf zu einem Plateau, auf dem drei Dinge dicht beieinanderstehen: der quadratische Wachturm aus dem Mittelalter, die spätgotische Kirche Notre-Dame d'Espérance mit ihrem hellen Vorplatz und der ehemalige Burgbezirk der Mönche von Lérins, die Cannes jahrhundertelang beherrschten. In den Gebäuden steckt heute das Musée des explorations du monde, früher Musée de la Castre, mit Archäologie aus dem Mittelmeerraum, außereuropäischer Kunst und einer bemerkenswerten Sammlung von Musikinstrumenten. Der Turm lässt sich besteigen, und von oben sortiert sich die Stadt auf einen Blick: zwei Häfen, die Bucht, die Inseln.

Direkt unterhalb, an der Grenze zwischen Altstadt und Zentrum, liegt der Marché Forville in einer überdachten, an den Seiten offenen Markthalle. Hier kaufen nicht nur Touristen ein, sondern auch die Köche der Stadt – provenzalisches Gemüse, Ziegenkäse aus dem Hinterland, Fisch, Oliven, Blumen. Der Markt läuft vormittags von etwa 7 bis 13 Uhr, von September bis Juni dienstags bis sonntags – montags übernimmt dann ein Trödelmarkt den Platz. Im Juli und August wird täglich verkauft. Eines solltest du wissen: Die Halle wird derzeit von Grund auf saniert, ein Umbau, der sich noch über Jahre zieht. Erzeuger und Fischhändler verkaufen zeitweise in einer Ersatzhalle auf den Allées de la Liberté, ein Teil der Händler steht auf dem östlichen Teil des Carreau Forville – gehandelt wird also weiter, du siehst vor Ort, wo gerade. Von dort führt die Fußgängerzone Rue Meynadier in Richtung Zentrum, eine Straße voller Feinkostläden, Käsereien und Pastageschäfte, an deren Ende sich die Einkaufsachse Rue d'Antibes anschließt.

Der vierte Block ist die Croisette selbst mit ihrer Architektur. Das Carlton wurde vor dem Ersten Weltkrieg als Grandhotel eröffnet und nach jahrelanger Generalsanierung 2023 wieder in Betrieb genommen, das Hôtel Martinez am östlichen Ende ist ein Art-déco-Bau von 1929, das Majestic steht dem Palais fast gegenüber. Dazwischen liegen ein paar öffentliche Strandabschnitte und mehr als ein Dutzend privater Strandbäder. Wer noch Zeit hat, geht hinauf nach La Californie zur russisch-orthodoxen Kirche mit ihrer Kuppel, die an die russische Wintergesellschaft des 19. Jahrhunderts erinnert – ein stiller Kontrast zum Trubel unten an der Promenade.

Sehenswürdigkeiten in Cannes

Alle 8 Sehenswürdigkeiten
Strände & Promenade

Die Strände von Cannes und wie die Croisette funktioniert

Cannes hat, anders als die meisten Nachbarorte an dieser Küste, echten Sand – und die Frage ist nur, welchen Abschnitt du dir aussuchst.

Boulevard de la Croisette
Boulevard de la Croisette

Vom Palais des Festivals bis zur Pointe Croisette, dem östlichen Ende der Bucht, ist die Promenade auf ihrer ganzen Länge von Palmen und Blumenrabatten gesäumt. Auf der Meerseite wechseln sich frei zugängliche Strandabschnitte mit privaten Strandbädern ab, die ihre Liegenreihen im immer gleichen Muster in den Sand stellen. Der bekannteste öffentliche Abschnitt heißt Plage Macé und liegt ein Stück östlich des Palais, auf Höhe des Majestic – im Mai wird dort abends die Leinwand für die Freiluftvorführungen des Festivals aufgebaut. Der Sand ist fein und hell, das Wasser fällt flach ab, was Cannes für Familien deutlich angenehmer macht als die Kieselstrände weiter östlich. Ab Herbst 2026 soll die Croisette abschnittsweise umgebaut werden – Gehwege, Radspur und Strandzugänge werden über mehrere Jahre erneuert; welcher Abschnitt gerade Baustelle ist, steht auf den Seiten der Stadt.

Die privaten Strandbäder funktionieren nach einem Prinzip, das Deutsche gern überrascht: Du mietest keine nackte Liege, sondern einen Platz mit Matratze, Handtuch und Bedienung, meist verbunden mit einem Restaurant, in dem du mittags mit den Füßen im Sand isst. La Plage du Festival in der Nähe des Palais ist eine der Adressen, die genau das anbieten. Preise und Öffnungszeiten schwanken stark nach Saison und Haus, deshalb solltest du sie vor Ort oder telefonisch erfragen; in den Hochsommerwochen und während der Messen sind die vorderen Reihen oft schon Tage vorher reserviert. Wer nur schwimmen will, muss nichts davon buchen – die öffentlichen Abschnitte reichen völlig.

Nach Westen wird es günstiger und entspannter. Hinter dem alten Hafen beginnt der Boulevard du Midi, an dem sich die öffentlichen Strände in Richtung La Bocca aneinanderreihen, mit deutlich mehr Einheimischen als Hotelgästen und kilometerlangem Platz. Weil dieser Küstenabschnitt nach Südwesten schaut, geht die Sonne hier über dem roten Estérel-Massiv unter, das an klaren Abenden als gezackte Silhouette im Gegenlicht steht. Am anderen Ende der Bucht, jenseits des Yachthafens Port Canto, liegen die ruhigeren Abschnitte um den Mouré Rouge, näher an den Wohnvierteln als am Glamour.

Ein paar Dinge, die den Strandtag in Cannes besser machen. Erstens: Vormittags ist die Croisette leer und das Licht auf dem Wasser am klarsten, ab etwa 15 Uhr wird es voll und der Wind frischt oft auf. Zweitens: Schatten gibt es am öffentlichen Strand kaum, die Palmen stehen auf der Promenade, nicht im Sand. Drittens: Die Promenade hat einen eigenen Streifen für Räder und Roller, der abends stark genutzt wird – beim Queren zum Strand hin lohnt der Blick nach links. Und viertens ist der Abendspaziergang von der Pointe Croisette zurück zum Palais, wenn die Hotelfassaden angestrahlt werden, der Moment, für den die meisten Bilder dieser Stadt entstehen.

Îles de Lérins

Bootsausflug zu den Lérins-Inseln vor Cannes

Kaum eine Viertelstunde nach dem Ablegen ist von der Stadt nur noch eine weiße Linie übrig, und du stehst in einem Pinienwald ohne Autos.

Die beiden Inseln liegen der Bucht so nah, dass man sie von der Croisette aus sieht, und werden vom Kai am alten Hafen angefahren. Sainte-Marguerite und Saint-Honorat bedienen unterschiedliche Reedereien, die Fahrt zur jeweiligen Insel dauert nur wenige Minuten mehr als der Fußweg zum Anleger – für Saint-Honorat ist die Compagnie Planaria zuständig, die zur Abtei gehört. Fahrpläne und Preise ändern sich saisonal, im Winter fahren deutlich weniger Boote; prüfe die Rückfahrzeiten vor dem Aussteigen, denn wer das letzte Schiff verpasst, hat auf beiden Inseln kein Hotel. Autos gibt es nicht, Einkaufsmöglichkeiten kaum – Wasser, Sonnenschutz und feste Schuhe gehören ins Gepäck.

Île Sainte-Marguerite ist die größere der beiden, gut drei Kilometer lang, bewaldet mit Aleppokiefern und Eukalyptus und von einem Rundweg umzogen, den du in zwei bis drei Stunden abgehst. Hauptziel ist das Fort Royal über dem Anleger, in dessen Zellen der bis heute nicht identifizierte Mann mit der eisernen Maske Ende des 17. Jahrhunderts gefangen saß. Im Fort zeigt das Musée du Masque de fer et du Fort Royal, früher Musée de la Mer, Funde aus antiken Schiffswracks, die vor der Insel gehoben wurden; Fort und Museumsräume werden derzeit saniert, Teile sind nur eingeschränkt zugänglich – prüfe vor dem Besuch, was offen ist. Der Rest ist Natur: Badebuchten mit klarem Wasser an der Südseite, dazu der Étang du Batéguier, ein flacher Salzteich im Inselinneren, an dem Vögel rasten. Wer nur einen halben Tag hat, nimmt diese Insel.

Île Saint-Honorat ist kleiner, stiller und in einer anderen Weise besonders: Sie gehört einer Zisterziensergemeinschaft, deren Kloster auf eine Gründung des heiligen Honoratus im frühen 5. Jahrhundert zurückgeht. Die Mönche bewirtschaften auf der Insel Weinberge, keltern eigenen Wein und stellen einen Kräuterlikör her, beides gibt es im Klosterladen zu kaufen und bei Verkostungen zu probieren. Am Südufer steht das wehrhafte Kloster aus dem Mittelalter, ein turmartiger Bau, der bei Piratenangriffen Schutz bot und den man betreten kann. Über die Insel verstreut liegen alte Kapellen. Es gilt eine Bitte um Ruhe, große Picknickrunden und laute Musik sind hier nicht vorgesehen.

Praktisch heißt das: Ein voller Tag reicht für beide Inseln, wenn du sie hintereinander nimmst, aber die Verbindungen laufen jeweils über Cannes zurück – ein direktes Inselhopping gibt es nicht regulär. Angenehmer ist es, die Inseln auf zwei Vormittage zu verteilen oder sich für eine zu entscheiden. Die Bootsfahrt selbst gehört dazu: Von der Wasserseite aus siehst du erst, wie sich Cannes an seinen Hügel legt, mit dem Turm von Le Suquet als höchstem Punkt der Altstadt. Und wer statt Kultur lieber Badebuchten will, findet auf Sainte-Marguerite die besseren, weil sie flacher abfallen; windgeschützt liegt vor allem die Cannes zugewandte Nordseite der Insel.

Aktivitäten & Touren in Cannes

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Cannes von Le Suquet bis La Bocca

Cannes lässt sich in einem Satz sortieren – Hafen in der Mitte, Altstadt darüber, Promenade nach Osten, Alltag nach Westen, Villen nach oben.

Le Suquet
Le Suquet

Der Vieux Port ist die Achse, an der sich alles ausrichtet. Westlich davon steigt der Hügel Le Suquet an, das mittelalterliche Cannes mit Treppengassen, dem Wachturm, der Kirche Notre-Dame d'Espérance und dem Burgmuseum. Abends ist die Rue Saint-Antoine eine einzige Reihe von Restaurantterrassen, tagsüber ist der Hügel überraschend ruhig. Wer hier übernachtet, hat die kürzesten Wege zu Markt, Hafen und Palais, muss aber Treppen und Lärm bis in die Nacht einkalkulieren. Rollkoffer und Kopfsteinpflaster sind in diesem Viertel keine gute Kombination.

Östlich und nördlich des Hafens liegt das Centre-Ville, das die Einheimischen wegen des geschwungenen Straßenverlaufs La Banane nennen. Hier laufen der Marché Forville, die Fußgängerzone Rue Meynadier mit ihren Feinkostläden und die Rue d'Antibes als eigentliche Einkaufsstraße zusammen, dazu der Bahnhof ein paar Minuten weiter nördlich. Es ist das praktischste Viertel für einen kurzen Aufenthalt, weil du zu Fuß überall in einer Viertelstunde bist, und gleichzeitig das lauteste. Zwischen Rue d'Antibes und Promenade schließt das Carré d'Or an, das dichte Geviert mit den großen Modehäusern, Juwelieren und ein paar Bars, in denen die Messegäste sitzen.

Vom Palais an bis zur Pointe Croisette zieht sich La Croisette als eigenes Viertel, und das ist Cannes in seiner bekanntesten Form: Grandhotels, private Strandbäder, Palmenreihen, dahinter der Yachthafen Port Canto. Wer hier wohnt, zahlt für die Adresse und den Meerblick, bekommt aber auch den Verkehr auf dem Boulevard vor dem Fenster – Zimmer zur Straße sind lauter, als es die Fotos vermuten lassen. Direkt über der Croisette beginnt der Anstieg nach La Californie, dem Villenhügel mit Belle-Époque-Häusern hinter hohen Hecken, der russisch-orthodoxen Kirche und Gärten, die man nur von außen sieht. Ohne Auto oder Bus sind die Wege dort oben spürbar länger.

Im Westen, hinter dem Boulevard du Midi, beginnt Cannes La Bocca. Das Viertel war lange von Industrie und Eisenbahn geprägt und ist bis heute der bodenständigste Teil der Stadt: Wochenmarkt statt Boutique, lange kostenlose Strände statt Strandbad, Preise, die im Zentrum verschwunden sind. Rund um die Bahnhaltestelle und die neuen Kultur- und Campusbauten hat sich einiges verändert, ohne dass La Bocca seinen Charakter verloren hätte. Für Reisende mit Auto ist es die vernünftigste Übernachtungsgegend, weil Parken hier leichter fällt und der Zug ins Zentrum nur ein paar Minuten braucht.

Rundgang & Tagesplan

Cannes an einem Tag – ein Rundgang vom Markt zur Croisette

Von der Markthalle bis zur Pointe Croisette sind es keine vier Kilometer, ein Tag reicht also gut – vorausgesetzt, du beginnst früh.

Starte früh am Marché Forville, wenn die Köche der Stadt einkaufen und noch niemand fotografiert. Weil die Halle saniert wird, verteilt sich der Markt derzeit auf den östlichen Teil des Carreau und eine Ersatzhalle auf den Allées de la Liberté – verkauft wird in beiden Fällen, du musst nur kurz schauen, wo. Ein Kaffee an einem der Stände, ein Blick auf das, was gerade Saison hat, und wenn du selbst kochst oder ein Picknick für die Inseln planst, kaufst du hier ein. Danach ein paar Schritte westwärts und hinauf nach Le Suquet: über die Treppen zur Kirche Notre-Dame d'Espérance, weiter zum Wachturm und ins Musée des explorations du monde. Oben ist vormittags am wenigsten los, und der Rundblick über beide Häfen gibt dir gleich die Orientierung für den restlichen Tag.

Wieder unten läufst du am Quai Saint-Pierre entlang durch den Vieux Port, vorbei an den Yachten und den Terrassen, an denen mittags die Meeresfrüchteplatten stehen. Astoux et Brun in Hafennähe serviert seit den Fünfzigerjahren durchgehend, was praktisch ist, wenn dein Zeitplan nicht zur französischen Mittagsordnung passt; die Pizzeria La Pizza Cresci am Quai ist die schnellere Variante. Anschließend zum Palais des Festivals, einmal die Treppe hinauf und über die Allée des Étoiles mit den Handabdrücken – zehn Minuten, die man ohne Andrang am besten vor dem Nachmittag erledigt.

Der Nachmittag gehört der Croisette. Du gehst auf der Meerseite nach Osten, an den öffentlichen Abschnitten und den Strandbädern vorbei, mit dem Carlton und dem Martinez auf der anderen Straßenseite, und legst dazwischen eine Badepause ein. Am Ende, an der Pointe Croisette hinter dem Yachthafen Port Canto, öffnet sich der Blick zurück auf die ganze Bucht. Für den Rückweg wechselst du auf die Landseite, biegst ins Carré d'Or ab und lässt dich durch die Rue d'Antibes bis zur Rue Meynadier treiben – die Läden haben in der Regel bis in den frühen Abend geöffnet.

Für den Abend zurück nach Le Suquet, wo die Rue Saint-Antoine ihre Tische aufbaut und die Küchen von der provenzalischen Bistroküche bis zur feinen Adresse reichen. Reservieren lohnt zwischen Juni und September fast immer. Wer zwei Tage in Cannes hat, hängt am zweiten Vormittag die Lérins-Inseln an und behält den Nachmittag für den Strand. Bei drei Tagen kommt ein Ausflug dazu, am besten mit dem Zug nach Antibes oder ins Parfümstädtchen Grasse – beide sind in weniger als einer halben Stunde erreicht.

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Übernachten

Hotels in Cannes und die passende Lage für deinen Aufenthalt

In Cannes entscheidet nicht die Kategorie über den Preis, sondern der Kalender – dieselbe Adresse kostet im Mai ein Vielfaches von dem, was sie im November kostet.

Die bekanntesten Häuser stehen alle an der Croisette. Das Carlton Cannes, a Regent Hotel ist die Belle-Époque-Grande-Dame der Promenade und wurde 2023 nach einer jahrelangen Generalsanierung wiedereröffnet. Das Hôtel Martinez am östlichen Ende ist ein Art-déco-Bau von 1929 mit Privatstrand und dem Sternerestaurant La Palme d'Or im Haus. Das Hôtel Barrière Le Majestic Cannes liegt am westlichen Ende fast gegenüber dem Palais des Festivals und ist deshalb in der Festivalwoche die Adresse mit den meisten Kameras vor der Tür. Das JW Marriott Cannes bringt zu seiner Croisette-Lage einen Rooftop-Pool mit – und steht auf dem Gelände, auf dem das Filmfestival seine ersten Jahrzehnte verbrachte.

Eine Etage darunter, aber nicht weniger interessant, sind die kleineren Häuser hinter der Promenade. Das Five Seas Hotel Cannes gehört zu den Design Hotels, liegt ein paar Straßen landeinwärts im Zentrum und hat einen beheizten Infinity-Pool auf dem Dach – die Lage zwischen Rue d'Antibes und Croisette ist für alles zu Fuß ideal. Wer günstiger schlafen will, sucht nördlich der Rue d'Antibes in Richtung Bahnhof: Dort liegen die Mittelklassehäuser, von denen du in zehn Minuten am Strand bist. Le Suquet bietet kleine, oft familiengeführte Adressen mit Charakter, aber selten Aufzug oder Parkplatz.

Der Kalender ist in Cannes das eigentliche Preisschild. Die Filmfestspiele im Mai, die Immobilienmesse im März, das Kreativfestival im Juni, die Fernsehmesse im Oktober und der Yachting-Salon im September füllen die Stadt komplett; in diesen Wochen sind Zimmer nicht nur teuer, sondern schlicht knapp, und Mindestaufenthalte sind üblich. Wer flexibel ist, legt die Reise in den Mai vor dem Festival, in den Juni nach den Messen oder in die zweite Septemberhälfte. November bis März reist du deutlich günstiger, musst aber damit rechnen, dass einzelne Strandrestaurants und Bootslinien in der Nebensaison eingeschränkt fahren.

Zwei Punkte, die viele unterschätzen. Erstens das Parken: Hoteleigene Stellplätze sind an der Croisette selten und fast immer kostenpflichtig, meist landest du in einer der öffentlichen Tiefgaragen rund um das Palais, den Hafen und die Markthalle. Frag beim Buchen nach, ob das Haus ein Kontingent hat. Zweitens der Verkehr: Der Boulevard de la Croisette ist eine vielbefahrene Straße, und Zimmer mit Meerblick liegen zwangsläufig zur Straße hin. Wer empfindlich schläft, nimmt lieber die Hofseite oder ein Haus eine Querstraße weiter – der Weg zum Wasser dauert dann eine Minute länger.

Hotels in Cannes

Alle 5 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Cannes und die Küche der Côte d'Azur

Zwischen Sternerestaurant und Holzofenpizza am Kai liegen in Cannes keine zehn Gehminuten, und beide Enden lohnen sich.

Oben in der Skala steht La Palme d'Or im Hôtel Martinez, geführt von Jean Imbert, ein Sternerestaurant mit Blick über die Bucht und einer Karte, die sich ausdrücklich auf das Kino bezieht. Deutlich unaufgeregter, aber auf hohem Niveau kocht Table 22 par Noël Mantel in der Altstadt Le Suquet mediterran-provenzalisch; der Küchenchef hat seine Handschrift in der Ducasse-Schule geholt. Beide Häuser sind klein genug, dass du spontan selten einen Tisch bekommst – in der Saison und während der Messewochen solltest du schon vor der Anreise reservieren.

Für den normalen Abend funktioniert die Ebene darunter besser. Astoux et Brun am Vieux Port ist seit 1953 in Familienhand und die Adresse für Austern und Meeresfrüchteplatten, mit dem seltenen Vorteil, dass durchgehend serviert wird – wer um 16 Uhr Hunger hat, ist hier richtig. La Pizza Cresci am Quai Saint-Pierre ist seit den Sechzigerjahren die laute, schnelle Hafenpizzeria mit Holzofen. Und Aux Bons Enfants in der Rue Meynadier führt seit den Dreißigerjahren eine kurze provenzalische Karte, ehrlich und familiär; dort wird traditionell nur bar gezahlt, also nimm Scheine mit.

Am Strand isst man anders. Die privaten Strandbäder betreiben eigene Restaurants, in denen du mittags mit den Füßen im Sand sitzt und die Karte zwischen Salat, gegrilltem Fisch und Pasta pendelt – La Plage du Festival an der Croisette in der Nähe des Palais ist eine der bekannten Adressen dafür. Das ist keine Sparvariante, sondern ein bezahlter Logenplatz, und genau als solcher lohnt er sich einmal pro Reise. Reserviere für die Mittagszeit, vor allem im Juli und August, und rechne damit, dass die Küchen am frühen Abend schließen, wenn das Strandbad den Betrieb einstellt.

Regional heißt an dieser Küste: Fisch und Gemüse, viel Olivenöl, wenig Sahne. Typisch sind die soupe au pistou mit Basilikumpaste, petits farcis aus gefüllten Zucchini und Tomaten, die Zwiebeltarte pissaladière mit Sardellen und die Kichererbsenfladen socca, die eigentlich aus dem benachbarten Nizza stammen. Dazu ein Rosé aus der Provence oder, wenn du ihn findest, ein Wein von den Mönchen der Île Saint-Honorat. Zwei Gewohnheiten solltest du kennen: Abendessen beginnt selten vor 19.30 Uhr, und viele Küchen schließen nachmittags komplett – wer zwischen 15 und 19 Uhr Hunger hat, landet in der Brasserie oder am Hafen.

Restaurants in Cannes

Anreise & vor Ort

Anreise nach Cannes und unterwegs in der Stadt

Der Flughafen Nizza liegt gut 25 Kilometer östlich, und ab dort brauchst du in Cannes eigentlich kein Auto mehr.

Die meisten Reisenden aus Deutschland fliegen nach Nizza Côte d'Azur, den wichtigsten Flughafen der Côte d'Azur, der von vielen deutschen Städten direkt angeflogen wird. Vom Terminal fährt ein Expressbus ohne Umsteigen nach Cannes und hält am Busbahnhof beim Hauptbahnhof; Fahrplan und Linienbezeichnung ändern sich gelegentlich, prüfe sie vor der Reise. Alternativ nimmst du die Straßenbahn zum Bahnhof Nizza und von dort den Regionalzug. Ein Mietwagen lohnt nur, wenn du das Hinterland erkunden willst – für die Küstenorte ist die Bahn schneller und du sparst dir die Parkplatzsuche.

Der Bahnhof von Cannes liegt mitten in der Stadt, etwa zehn Gehminuten von der Croisette entfernt, und hängt an der Küstenstrecke zwischen Marseille und der italienischen Grenze. Regionalzüge fahren dicht getaktet nach Antibes, Nizza und weiter nach Monaco und Menton; nach Nizza bist du in gut einer halben Stunde unterwegs, nach Antibes in etwa einer Viertelstunde. Aus Paris gibt es direkte TGV-Verbindungen, die Fahrt dauert rund fünfeinhalb Stunden. Wer aus Deutschland mit der Bahn anreist, steigt in der Regel in Paris oder in Marseille um und sollte den Tag großzügig planen.

Mit dem Auto führt der Weg über die mautpflichtige A8, die parallel zur Küste durch das Hinterland läuft; von der Ausfahrt bis ans Meer sind es wenige Minuten. In Cannes selbst wird das Auto dann eher zum Problem als zur Hilfe: Die Altstadt ist für Ortsunkundige kaum befahrbar, die Croisette ist an schönen Tagen zäh, und kostenlose Stellplätze findest du im Zentrum praktisch nicht. Sinnvoll sind die öffentlichen Tiefgaragen rund um Palais, Hafen und Markthalle oder gleich ein Quartier im Westen, wo das Parken leichter fällt.

In der Stadt kommst du zu Fuß am weitesten. Vom Bahnhof zum Palais, von dort in die Altstadt und weiter an der Promenade entlang – all das sind Wege von zehn bis zwanzig Minuten. Für die Hügel von La Californie, für La Bocca und für die Nachbarorte gibt es das städtische Busnetz, das am Hafen und am Bahnhof seine Knotenpunkte hat. Vom Kai am alten Hafen legen außerdem die Boote zu den Lérins-Inseln ab, und im Sommer verkehren Ausflugsschiffe entlang der Küste, unter anderem nach Saint-Tropez und Monaco. Die Fahrpläne sind saisonal, ein Blick am Anleger klärt das schnell.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Festival & Veranstaltungen

Filmfestspiele in Cannes und der Veranstaltungskalender

Mehrmals im Jahr kippt Cannes vom Badeort in den Ausnahmezustand, und der bekannteste dieser Zustände dauert knapp zwei Wochen im Mai.

Palais des Festivals
Palais des Festivals

Die Internationalen Filmfestspiele wurden im September 1946 zum ersten Mal ausgetragen; seit den frühen Fünfzigerjahren liegt der Termin im Mai, Schauplatz ist heute das Palais des Festivals. Ganz ohne Lücken lief die Reihe nicht – 1948 und 1950 fiel das Festival aus Geldmangel aus, 1968 wurde es abgebrochen. Wichtig für Reisende: Die Vorführungen im Wettbewerb sind akkreditierten Fachbesuchern und Geladenen vorbehalten, Kinokarten im normalen Sinn gibt es dafür nicht. Was du als Besucher erleben kannst, ist der Rummel drumherum – die Absperrungen vor der roten Treppe, an denen sich Publikum sammelt, das Presseaufgebot vor den Croisette-Hotels und die kostenlosen Freiluftvorführungen des Cinéma de la Plage an der Plage Macé ein Stück östlich des Palais, die abends unter freiem Himmel laufen.

Weniger sichtbar, aber für Hotelpreise mindestens so entscheidend sind die Fachmessen. Im März kommt die internationale Immobilienbranche, im Juni das große Kreativ- und Werbefestival, im September der Yachting-Salon, der die beiden Häfen mit Booten füllt, im Oktober der große Fernseh- und Contentmarkt. In diesen Wochen ist Cannes eine Messestadt: Restaurants ausgebucht, Taxis knapp, Zimmerpreise auf Höchststand. Wenn du Ruhe suchst, gleicht ein Blick in den Messekalender des Palais vor der Buchung viele Enttäuschungen aus.

Der Sommer hat seinen eigenen Rhythmus. Im Juli und August steigt über der Bucht ein internationaler Feuerwerkswettbewerb, bei dem an mehreren Abenden jeweils ein Land ein choreografiertes Programm über dem Wasser zündet – zuschauen kannst du kostenlos von der Croisette und den Stränden aus, entsprechend früh solltest du dir einen Platz suchen. Ebenfalls im Juli finden auf dem Vorplatz der Kirche in Le Suquet klassische Konzerte unter freiem Himmel statt. Ende September treffen sich die klassischen Segelyachten zu einer Regatta vor der Küste, was die Bucht für ein paar Tage in eine Kulisse aus Holzrümpfen und weißen Segeln verwandelt.

Praktisch heißt das: Entscheide vor der Buchung, welche Version von Cannes du willst. Wer Festivalstimmung sucht, kommt im Mai, zahlt deutlich mehr und nimmt volle Straßen in Kauf. Wer die Stadt in ihrem Normalzustand erleben will, mit Platz am Strand und freien Tischen am Abend, wählt den Juni nach den Messen, die erste Julihälfte oder die Zeit ab Mitte September. Und wer ausschließlich Ruhe will, kommt im Frühjahr oder Spätherbst – dann gehört die Croisette den Einheimischen, und die Preise sehen aus wie in einer normalen französischen Mittelstadt.

Ausflüge

Ausflüge ab Cannes an die Côte d'Azur und ins Hinterland

Von Cannes aus erreichst du in einer Stunde die Parfümwerkstätten im Hinterland, die roten Felsen im Westen und drei der bekanntesten Küstenorte Europas.

Îles de Lérins
Îles de Lérins

Der naheliegendste Ausflug ist Antibes, mit dem Regionalzug in etwa einer Viertelstunde. Die Altstadt liegt hinter einer Festungsmauer am Wasser, im Château Grimaldi zeigt das Musée Picasso Arbeiten aus der Zeit, die der Maler dort verbrachte, und in der Markthalle an der Cours Masséna kaufst du zwischen Gemüseständen und Käsetheken ein. Direkt südlich schließt das Cap d'Antibes an mit einem Küstenpfad, der um die Landzunge führt. Der Nachbarort Juan-les-Pins gehört zur selben Gemeinde und hat lange Sandstrände sowie ein Nachtleben, das Cannes in dieser Form nicht bietet.

Ins Hinterland führt der Weg nach Grasse, dem Zentrum der französischen Parfümherstellung, das mit dem Regionalzug in gut 25 Minuten, mit dem Bus in etwa einer Stunde erreichbar ist. Mehrere traditionsreiche Häuser bieten Führungen durch ihre Werkstätten an, dazu gibt es ein internationales Parfümmuseum und eine Altstadt, die steil den Hang hinaufsteigt. Auf halbem Weg liegt Mougins, ein Hügeldorf mit engen Gassen, Galerien und einer bemerkenswerten Restaurantdichte, in dem Picasso seine letzten Lebensjahre verbrachte. Beide Ziele lassen sich an einem Tag verbinden, wenn du mit dem Auto fährst.

Nach Westen wird es wild. Hinter Mandelieu-La Napoule beginnt das Estérel-Massiv, ein Gebirge aus rotem Vulkangestein, das direkt ins Meer abfällt; die Küstenstraße dorthin heißt Corniche d'Or und ist eine der schönsten Strecken der Region. Von Cannes aus fahren Bootstouren zu den Calanques des Estérel, mit Badestopps in Buchten, die man von Land aus kaum erreicht. In La Napoule selbst steht ein am Wasser gelegenes Schloss mit Skulpturengarten, und im Februar färbt die Mimosenblüte die Hänge ringsum gelb.

Bleiben die großen Namen der Küste. Nizza ist mit dem Zug in gut einer halben Stunde erreicht und lohnt allein für die Altstadt, den Blumenmarkt und den Hügel über dem Hafen. Monaco liegt etwa eine Stunde entfernt, Saint-Tropez rund 75 Kilometer westlich hinter dem Estérel – im Sommer fahren Ausflugsschiffe dorthin, was die lange kurvige Anfahrt über Land erspart. Und für Kunst nimmst du den Umweg nach Saint-Paul-de-Vence mit der Fondation Maeght, die moderne Skulptur in einen Pinienpark stellt. Alle diese Ziele funktionieren als Tagesausflug, ohne dass du das Hotel wechseln musst.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Cannes – und welches zu dir passt

Le SuquetLe SuquetDer Ursprung der Stadt auf dem Mont Chevalier über dem alten Hafen: Treppengassen, ein quadratischer Wachturm aus dem Mittelalter, die Kirche Notre-Dame d'Espérance und im ehemaligen Burgbezirk das Musée des explorations du monde. Abends reiht sich in der Rue Saint-Antoine eine Restaurantterrasse an die nächste.Ideal für: Altstadt & Aussicht½ TagLa CroisetteLa CroisetteDrei Kilometer Palmenpromenade zwischen dem Palais des Festivals und der Pointe Croisette, gesäumt von Grandhotels, privaten Strandbädern und öffentlichen Sandabschnitten. Am östlichen Ende liegt der Yachthafen Port Canto, im Mai läuft hier der rote Teppich.Ideal für: Strand & Promenade½–1 TagCentre-Ville (La Banane)Centre-Ville (La Banane)Das geschäftige Herz von Cannes, wegen seines geschwungenen Straßenverlaufs La Banane genannt. Hier liegen der Marché Forville, die Feinkostmeile Rue Meynadier, die Einkaufsachse Rue d'Antibes und der Vieux Port dicht beieinander, dazu der Bahnhof mit den Zügen entlang der Küste.Ideal für: Markt & kurze Wege½ TagCarré d'OrCarré d'OrDas Goldene Viereck zwischen Croisette und Rue d'Antibes ist die Luxusmeile der Stadt – ein dichtes Geviert aus Modehäusern, Juwelieren und Concept Stores, dazwischen Bars und Restaurants, in denen während der Messen die halbe Branche sitzt.Ideal für: Shopping & Bars2–3 StundenLa CalifornieLa CalifornieDer Villenhügel über der Bucht, auf dem im 19. Jahrhundert die britische und russische Wintergesellschaft baute. Belle-Époque-Häuser hinter hohen Hecken, eine russisch-orthodoxe Kirche mit Zwiebelkuppel und Blicke zwischen Pinien hindurch aufs Meer – zu sehen fast alles nur von außen.Ideal für: Spaziergang & Aussicht2–3 StundenCannes La BoccaCannes La BoccaIm Westen der Stadt liegt das bodenständige Cannes mit kilometerlangen kostenlosen Stränden, Wochenmarkt statt Boutiquen und Preisen, die es im Zentrum nicht mehr gibt. Das frühere Arbeiter- und Industrieviertel entwickelt sich gerade neu und ist mit dem Zug in wenigen Minuten vom Zentrum entfernt.Ideal für: Strand ohne Trubel½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Cannes mit Wetter und Saisonkalender

Cannes liegt im Windschatten des Estérel und der Préalpes, die Bucht öffnet sich nach Süden zur Sonne – das macht die Sommer heiß und die Winter erstaunlich mild.

Das Klima an dieser Küste ist mediterran mit sehr trockenen Sommern und milden, wechselhaften Wintern. Zwischen Juni und August liegen die Höchstwerte meist zwischen 25 und 28 Grad, das Meer erwärmt sich bis in den September hinein und bleibt bis Oktober angenehm. Regen fällt vor allem im Herbst, und zwar selten als Dauerregen, sondern als kräftiger Schauer, der einen Nachmittag kostet. Wichtiger als das Thermometer ist in Cannes allerdings der Veranstaltungskalender: Filmfestspiele im Mai und die großen Fachmessen verschieben Preise und Andrang stärker als jedes Wetter.

Jan13°5°still, viele Strandlokale zu
Feb13°5°Mimosenblüte im Hinterland
Mär15°7°erste warme Tage, Messewoche
Apr18°9°mild, Inseln fast leer
Mai21°13°Filmfestspiele, alles voll
Jun25°16°warm, Meer wird badbar
Jul28°19°Hochsaison, Feuerwerke
Aug28°19°heiß, Strände am vollsten
Sep25°17°warmes Meer, Regatta
Okt21°13°mild, aber der nasseste Monat
Nov16°9°ruhig, günstige Hotels
Dez14°6°mild, Lichter an der Croisette

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Cannes sind der Juni und die zweite Septemberhälfte. In beiden Zeiträumen liegen die Höchstwerte um 25 Grad, das Meer hat Badetemperatur, und weder die Filmfestspiele im Mai noch die vollen Ferienwochen im August treiben Preise und Andrang nach oben. Juli und August sind heiß und lebendig, aber teuer und am Strand eng. April und Oktober eignen sich für Städtereisen mit Inselausflug ohne Badeanspruch, und von November bis März reist du günstig in eine ruhige, milde Stadt, in der ein Teil der Strandbetriebe pausiert.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Cannes

Wie viele Tage sollte man für Cannes einplanen?
Zwei volle Tage sind das sinnvolle Minimum: einer für Altstadt, Markt, Palais und Croisette, einer für die Lérins-Inseln und den Strand. Mit drei Tagen passt ein Ausflug nach Antibes oder Grasse dazu. Als reines Badeziel funktioniert Cannes auch eine Woche lang, weil du von hier aus die halbe Küste mit dem Zug erreichst.
Kommt man als normaler Besucher zu den Filmfestspielen?
In die Wettbewerbsvorführungen nicht – dafür braucht es eine Akkreditierung oder eine Einladung, Karten im freien Verkauf gibt es nicht. Zugänglich sind der Rummel an den Absperrungen vor der roten Treppe und die kostenlosen Abendvorführungen des Cinéma de la Plage an der Plage Macé östlich des Palais, für die du dir früh einen Platz sichern solltest.
Sind die Strände an der Croisette kostenlos?
Zum Teil. Zwischen den privaten Strandbädern liegen frei zugängliche Abschnitte, der bekannteste ist die Plage Macé ein Stück östlich des Palais des Festivals. In den Strandbädern zahlst du für Liege, Handtuch und Bedienung, meist mit angeschlossenem Restaurant. Wer nur schwimmen will, kommt ohne jede Buchung aus – die längsten kostenlosen Strände liegen westlich des Hafens Richtung La Bocca.
Welche der beiden Lérins-Inseln lohnt sich mehr?
Das hängt davon ab, was du suchst. Sainte-Marguerite ist größer, hat Pinienwald, Badebuchten, einen Rundweg und mit dem Fort Royal samt Museum das meiste zu sehen. Saint-Honorat ist klein, wird von Zisterziensermönchen bewirtschaftet und punktet mit Kloster, Weinbergen und Ruhe. Für einen halben Tag nimmst du Sainte-Marguerite.
In welchem Viertel wohnt man in Cannes am besten?
Für kurze Wege das Centre-Ville zwischen Bahnhof, Rue d'Antibes und Hafen. Für Meerblick und Prestige die Croisette, allerdings mit Verkehrslärm zur Straßenseite. Le Suquet bietet Charakter, kostet dafür Treppen und Abendlärm. Wer mit dem Auto kommt und sparen will, wohnt im Westen in La Bocca und fährt mit dem Zug ein paar Minuten ins Zentrum.
Wie kommt man vom Flughafen Nizza nach Cannes?
Am einfachsten mit dem Expressbus, der vom Terminal ohne Umsteigen zum Busbahnhof neben dem Bahnhof von Cannes fährt. Alternativ nimmst du die Straßenbahn zum Bahnhof Nizza-Ville und von dort einen Regionalzug entlang der Küste. Beide Varianten liegen zeitlich in derselben Größenordnung; Linienbezeichnungen und Takte solltest du kurz vor der Reise prüfen.
Braucht man in Cannes ein Auto?
Nein, im Gegenteil. Innerhalb der Stadt ist alles zu Fuß erreichbar, und die Nachbarorte Antibes, Nizza, Monaco und Menton hängen an derselben Bahnstrecke. Ein Mietwagen lohnt nur für das Hinterland um Grasse und Mougins oder für die Küstenstraße durchs Estérel. Parken ist im Zentrum knapp und fast durchweg kostenpflichtig.
Wann ist die beste Reisezeit für Cannes?
Juni und die zweite Septemberhälfte bieten das beste Verhältnis aus Temperatur, Wassertemperatur und Andrang, mit Höchstwerten um 25 Grad. Juli und August sind heiß, voll und teuer, der Mai steht ganz im Zeichen der Filmfestspiele. April und Oktober eignen sich für Besichtigungen ohne Baden, im Winter ist es mild, aber ein Teil des Strandbetriebs pausiert.
Ist Cannes teuer?
Es kommt auf Datum und Adresse an. An der Croisette und im Carré d'Or zahlst du Preise wie in einer teuren Hauptstadt, während Bistros in Le Suquet, im Zentrum und in La Bocca im üblichen französischen Rahmen bleiben. Der größte Hebel ist der Kalender: In den Messe- und Festivalwochen kosten Hotelzimmer ein Vielfaches der Nebensaisonrate.
Was isst man in Cannes typischerweise?
Mediterrane Küche der Region – gegrillter Fisch, Meeresfrüchte, soupe au pistou mit Basilikumpaste, gefüllte petits farcis, die Zwiebeltarte pissaladière und die aus Nizza stammenden Kichererbsenfladen socca. Dazu Rosé aus der Provence oder der Wein, den die Mönche auf der Île Saint-Honorat keltern. Abendessen beginnt selten vor 19.30 Uhr.
Was kann man in Cannes bei schlechtem Wetter machen?
Das Musée des explorations du monde im Burgbezirk von Le Suquet füllt problemlos zwei Stunden, dazu kommen der überdachte Marché Forville, die Einkaufsstraßen Rue d'Antibes und Rue Meynadier sowie je nach Termin eine Führung durch das Palais des Festivals. Für einen kompletten Regentag lohnt der Zug nach Nizza, das die größere Museumsdichte hat.
Eignet sich Cannes für einen Urlaub mit Kindern?
Gut sogar. Der Sand fällt flach ins Wasser ab, es gibt frei zugängliche Strandabschnitte mit kurzen Wegen, und die Bootsfahrt zu den Lérins-Inseln mit Fort, Wald und Badebuchten ist ein eigenes Programm. Die westlichen Strände Richtung La Bocca sind ruhiger und breiter als die Abschnitte an der Croisette.
Lohnt sich ein Tagesausflug nach Cannes von Nizza aus?
Ja, die Regionalzüge brauchen gut eine halbe Stunde und fahren dicht getaktet. Ein Tag reicht für Le Suquet, den Marché Forville, das Palais und einen Abschnitt der Croisette. Wer zusätzlich auf die Inseln will, sollte allerdings übernachten oder den Inselausflug auf einen zweiten Tag legen.

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CannesKnapp zwei Wochen im Mai schaut die halbe Welt auf die Treppe vor dem Palais des Festivals – den Rest des Jahres gehört die Croisette den Frühschwimmern, den Marktleuten vom Forville und den Booten hinaus zu den Lérins-Inseln.

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