Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Cannes
Alles Wesentliche liegt zwischen dem Palais des Festivals und dem Altstadthügel in einem Radius von einem Kilometer – du brauchst in Cannes weder Auto noch Bus.
Der Bezugspunkt ist das Palais des Festivals et des Congrès am westlichen Ende der Croisette, ein wuchtiger Betonbau von 1982, den die Einheimischen wenig ehrfürchtig le Bunker nennen. Interessant ist weniger das Gebäude als das, was davorliegt: die breite Treppe, über die im Mai der rote Teppich läuft und auf der du an allen anderen Tagen einfach hinaufgehen kannst, und rundherum die Allée des Étoiles du Cinéma mit den in den Gehsteig eingelassenen Handabdrücken von Filmgrößen. Im Erdgeschoss sitzt das Tourismusbüro, das auch Führungen durch die Säle anbietet; die Termine wechseln mit dem Messekalender, deshalb lohnt eine Nachfrage vor Ort. Gleich westlich beginnt der Vieux Port, in dem Segelyachten und die letzten Fischerboote nebeneinanderliegen.
Über dem Hafen steigt Le Suquet an, der älteste Teil der Stadt auf dem Mont Chevalier. Von der Rue Saint-Antoine, der Restaurantgasse am Fuß, führen Treppen und Kopfsteingassen hinauf zu einem Plateau, auf dem drei Dinge dicht beieinanderstehen: der quadratische Wachturm aus dem Mittelalter, die spätgotische Kirche Notre-Dame d'Espérance mit ihrem hellen Vorplatz und der ehemalige Burgbezirk der Mönche von Lérins, die Cannes jahrhundertelang beherrschten. In den Gebäuden steckt heute das Musée des explorations du monde, früher Musée de la Castre, mit Archäologie aus dem Mittelmeerraum, außereuropäischer Kunst und einer bemerkenswerten Sammlung von Musikinstrumenten. Der Turm lässt sich besteigen, und von oben sortiert sich die Stadt auf einen Blick: zwei Häfen, die Bucht, die Inseln.
Direkt unterhalb, an der Grenze zwischen Altstadt und Zentrum, liegt der Marché Forville in einer überdachten, an den Seiten offenen Markthalle. Hier kaufen nicht nur Touristen ein, sondern auch die Köche der Stadt – provenzalisches Gemüse, Ziegenkäse aus dem Hinterland, Fisch, Oliven, Blumen. Der Markt läuft vormittags von etwa 7 bis 13 Uhr, von September bis Juni dienstags bis sonntags – montags übernimmt dann ein Trödelmarkt den Platz. Im Juli und August wird täglich verkauft. Eines solltest du wissen: Die Halle wird derzeit von Grund auf saniert, ein Umbau, der sich noch über Jahre zieht. Erzeuger und Fischhändler verkaufen zeitweise in einer Ersatzhalle auf den Allées de la Liberté, ein Teil der Händler steht auf dem östlichen Teil des Carreau Forville – gehandelt wird also weiter, du siehst vor Ort, wo gerade. Von dort führt die Fußgängerzone Rue Meynadier in Richtung Zentrum, eine Straße voller Feinkostläden, Käsereien und Pastageschäfte, an deren Ende sich die Einkaufsachse Rue d'Antibes anschließt.
Der vierte Block ist die Croisette selbst mit ihrer Architektur. Das Carlton wurde vor dem Ersten Weltkrieg als Grandhotel eröffnet und nach jahrelanger Generalsanierung 2023 wieder in Betrieb genommen, das Hôtel Martinez am östlichen Ende ist ein Art-déco-Bau von 1929, das Majestic steht dem Palais fast gegenüber. Dazwischen liegen ein paar öffentliche Strandabschnitte und mehr als ein Dutzend privater Strandbäder. Wer noch Zeit hat, geht hinauf nach La Californie zur russisch-orthodoxen Kirche mit ihrer Kuppel, die an die russische Wintergesellschaft des 19. Jahrhunderts erinnert – ein stiller Kontrast zum Trubel unten an der Promenade.















