Aix-en-Provence lebt von einem besonderen Tempo. Hier sitzt man, schaut, schlendert – und genau dafür ist die Stadt gemacht. Ihr Rückgrat ist der Cours Mirabeau, eine breite, von mächtigen Platanen beschattete Allee mit Cafés auf der einen und alten Stadtpalais auf der anderen Seite, in deren Mitte moosgrüne Brunnen plätschern. Aix gilt als Stadt der tausend Brunnen, und tatsächlich stößt man in fast jeder Gasse auf einen. Die Wurzeln reichen bis zu den Römern, die hier das Thermalbad Aquae Sextiae gründeten. Aus dem mittelalterlichen und barocken Aix ist eine vornehme Universitätsstadt geworden: Im Quartier Mazarin reihen sich honigfarbene Adelspalais an Antiquare und kleine Galerien, in der verwinkelten Altstadt führen enge Gassen zur Kathedrale Saint-Sauveur mit ihrem Taufbecken aus der Spätantike. Dreimal pro Woche bringt der Markt die ganze Provence auf die Plätze – Oliven, Lavendel, Käse, Kräuter und Blumen. Untrennbar ist Aix mit Paul Cézanne verbunden. Der Maler wuchs hier auf, und das klare, harte Licht über der Montagne Sainte-Victoire, jenem markanten Kalksteinmassiv östlich der Stadt, hat er unzählige Male gemalt. Sein erhaltenes Atelier (Atelier Cézanne) und die Aussichtspunkte auf den Berg lassen seine Motive noch heute nachvollziehen. Süße Spezialität der Stadt sind die Calissons, mandel-melonenfarbene Konfekte in Rautenform, die man in den traditionsreichen Confiseries bekommt. Aix ist auch ein guter Ausgangspunkt: Marseille liegt nur eine kurze Bahnfahrt entfernt, das Luberon mit seinen Bergdörfern, Cassis mit den Calanques und die Weinberge der Côtes de Provence sind als Tagesausflüge erreichbar. Doch viele kommen vor allem, um in Aix selbst zu bleiben – wegen der Cafés, der Brunnen und des Lichts.




