◆ STADT · PROVENCE
Les Baux-de-Provence ist kein Ort, an dem man zufällig vorbeikommt – man steigt zu ihm hinauf. Auf einem schroffen Kalkfelsen der Alpilles thront das Dorf samt seiner zerklüfteten Burgruine über der weiten Ebene, und schon von Weitem ist nicht mehr zu unterscheiden, wo der Fels endet und das Mauerwerk beginnt. Durch die engen Gassen der Cité reihen sich honigfarbene Renaissancepaläste, Olivenölmühlen und Künstlerläden, während im Tal darunter, dem düster benannten Val d'Enfer, die gewaltigen Bauxit-Steinbrüche zur Lichtkathedrale Carrières des Lumières geworden sind. Von oben fällt der Blick über Olivenhaine und die Crau-Ebene bis zur Camargue. Wer früh kommt oder spät bleibt, hat eines der theatralischsten Dörfer Frankreichs fast für sich – ganz aus Stein, ganz aus Licht und Mistral.
Die Geschichte von Les Baux ist die einer mächtigen Familie und eines uneinnehmbaren Felsens. Schon in der Antike war der Sporn besiedelt; im Mittelalter wurde er zum Sitz der Herren von Baux, die zu den einflussreichsten Adelsgeschlechtern der Provence zählten und ihren Stammbaum kühn auf den Stern von Bethlehem zurückführten – daher der achtzackige Stern in ihrem Wappen. Von ihrer Burg aus beherrschten sie ein Netz von rund achtzig Lehen und führten in den höfischen Künsten der Troubadoure einen eigenen, glänzenden Hof. Die mächtige Ruine, die heute den Gipfel krönt, erzählt von dieser Größe ebenso wie von ihrem Fall: 1633 ließ Richelieu im Auftrag der Krone die Festung schleifen, weil das aufmüpfige Baux zu einem Bollwerk des Protestantismus geworden war.
Was blieb, ist eine der eindrucksvollsten Burgruinen Frankreichs: zerborstene Türme, in den Fels gehauene Wohnräume, Rekonstruktionen mittelalterlicher Belagerungsmaschinen und ein Plateau, von dem der Blick weit über die Alpilles schweift. Unterhalb der Burg drängt sich die Cité, das eigentliche Dorf, mit seinen Renaissancepalästen aus dem 16. Jahrhundert – als die Familie Manville hier protestantische Pracht in honigfarbenen Stein meißeln ließ. Hôtel de Manville, Hôtel des Porcelets und die kleine Kirche Saint-Vincent zeugen von einer zweiten Blüte, bevor das Dorf zur stillen Kulisse wurde.
Und dann ist da der Stein selbst. Im Tal unterhalb des Dorfes wurde über Jahrhunderte Kalkstein gebrochen; hier entdeckte der Geologe Pierre Berthier 1821 jenes rötliche Erz, das er nach dem Ort Bauxit nannte – die wichtigste Quelle des Aluminiums. Die verlassenen Brüche im Val d'Enfer fanden eine neue Bestimmung: Heute verwandeln sich ihre kathedralengroßen Hallen in der Carrières des Lumières zu wandernden Projektionsflächen für gewaltige Kunst-Lichtshows. travelperfect rät, Les Baux nicht als kurzen Fotostopp zu nehmen, sondern Burg, Cité und Carrières an einem ruhigen Tag in Folge zu erleben – am besten außerhalb der Mittagsstunden, wenn die Reisebusse das winzige Dorf füllen.
01 · Auf einen Blick
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· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Sehenswürdigkeiten & Geheimtipps
Burg & Mittelalter
Der Aufstieg durch die Cité endet auf dem Burgplateau, wo das Château des Baux mit zerborstenen Türmen, in den Fels gehauenen Räumen und nachgebauten Belagerungsmaschinen über der Ebene wacht. Von der Spitze schweift der Blick weit über die Alpilles bis zur Crau und – bei klarer Sicht – zur Camargue. Im Sommer demonstrieren Mitarbeiter das Spannen mittelalterlicher Katapulte; den Eintritt löst du am besten vorab online.
Licht & Kunst
In den kathedralengroßen Hallen der alten Bauxit-Steinbrüche wandern monumentale Projektionen über Boden, Wände und Decken – eine immersive Bild- und Klangshow, die jedes Jahr einem anderen Maler gewidmet ist. Das kühle Halbdunkel der Carrières des Lumières ist auch an heißen Sommertagen ein Erlebnis und der ideale Kontrast zur sonnenglühenden Burg darüber.
Renaissance & Gassen
Unterhalb der Burg verdichtet sich das eigentliche Dorf zu einem Geflecht enger Gassen aus honigfarbenem Stein. Hier stehen die Renaissancepaläste der Familie Manville, die romanische Kirche Saint-Vincent und kleine Plätze mit Olivenölläden und Galerien. Wer früh morgens kommt, bevor die Tagesbesucher eintreffen, hat die schönsten Winkel für sich.
Olivenöl & Genuss
Rund um Les Baux liegt eines der renommiertesten Olivenölgebiete Frankreichs mit eigener Appellation. In den Mühlen von Maussane und Mouriès lassen sich grüne, kräftige Öle verkosten; im Tal unterhalb des Dorfes setzt die Sterneküche des Oustau de Baumanière auf eben diese provenzalischen Erzeugnisse. Genuss und Landschaft gehören hier untrennbar zusammen.
03 · Wann
Les Baux liegt im mediterranen Klima der Provence: heiße, trockene Sommer und milde Winter, dazu der Mistral, der kühl und kräftig über die Kämme der Alpilles fegt. Weil das winzige Dorf im Hochsommer von Tagesbussen überlaufen wird und der nackte Fels die Hitze speichert, sind Frühling und Herbst klar die beste Reisezeit – dann blühen die Olivenhaine, das Licht ist weich, und man hat die Gassen über weite Strecken für sich.
04 · Häufige Fragen
Die drei großen Sehenswürdigkeiten liegen dicht beieinander: oben das Château des Baux, eine der eindrucksvollsten Burgruinen Frankreichs mit Plateau und Belagerungsmaschinen; mitten im Dorf die Renaissancegassen der Cité mit dem Hôtel de Manville und der Kirche Saint-Vincent; und im Tal darunter die immersive Lichtshow Carrières des Lumières in alten Bauxit-Steinbrüchen. Rundherum locken die Olivenhaine und Mühlen der Vallée des Baux.
Ja. Les Baux zählt zu den schönsten Dörfern Frankreichs und verbindet auf engstem Raum eine spektakuläre Felsenburg, ein Renaissancedorf aus honigfarbenem Stein und die einzigartige Lichtkathedrale der Carrières des Lumières. Weil das Dorf winzig und mittags oft überlaufen ist, lohnt es sich, früh zu kommen oder spät zu bleiben – dann gehört dir eine der theatralischsten Kulissen der Provence fast allein.
Ein halber bis ganzer Tag reicht für das Dorf selbst: oben das Château des Baux mit seinem Plateau, dann die Renaissancegassen der Cité und schließlich die Carrières des Lumières im Tal. Wer die Umgebung – Olivenmühlen, Wanderwege der Alpilles, Saint-Rémy – einbeziehen will, plant besser zwei Tage und übernachtet in einem der Mas im Tal.
Am bequemsten mit dem Mietwagen: Les Baux liegt rund 30 km südlich von Avignon und 20 km von Arles, gut erreichbar über Saint-Rémy-de-Provence oder Maussane. Der nächste TGV-Bahnhof ist Avignon TGV, die nächsten Flughäfen Marseille-Provence und Nîmes. Geparkt wird auf den Parkplätzen unterhalb des Dorfes; ins autofreie Dorf geht es von dort nur zu Fuß bergauf.
Die Carrières des Lumières sind ehemalige Kalk- und Bauxit-Steinbrüche im Val d'Enfer unterhalb des Dorfes, die heute als immersives Lichtspielhaus dienen. Monumentale Projektionen großer Maler wandern über die kathedralenhohen Felswände, begleitet von Musik. Die Show wechselt jährlich das Thema und ist auch wegen ihrer kühlen Temperatur ein beliebtes Sommerziel.
Sehr gut – von der Sterneküche bis zum Bistro. Im Tal liegt mit dem Oustau de Baumanière eine der großen Adressen der französischen Haute Cuisine, dazu Häuser wie L'Aupiho und La Cabro d'Or. In der Cité serviert das Le Café des Baux entspannte provenzalische Marktküche. Fast alle kochen mit den Olivenölen und Kräutern der Vallée des Baux, die du in den Mühlen der Umgebung auch verkosten kannst.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Les Baux-de-Provence und den Alpilles.
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