Region · Frankreich

Burgund

Zwischen den Grand-Cru-Hängen der Côte d'Or, den Senffeldern um Dijon und tausend Jahren Klostergeschichte liegt Frankreichs Genusslandschaft schlechthin.

5 Städte29 Sehenswürdigkeiten25 Hotels
Überblick

Deine Burgund auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai – Juni & September – Oktober
Anreise
TGV ab Paris nach Dijon in rund 1,5 Std.; nächste Großflughäfen Lyon-Saint-Exupéry (LYS) und Paris (CDG/ORY)
Sprache
Französisch (klassisches Hochfranzösisch)
Vor Ort
Mietwagen für die Weinstraße und Klöster empfehlenswert; TER-Regionalzüge verbinden Dijon, Beaune, Mâcon und Auxerre; ideal auch per Rad oder Hausboot
Wichtigster Tipp
Für Grand-Cru-Güter Verkostungstermine vorab buchen und auf der Route des Grands Crus nie selbst fahren, wenn verkostet wird
Währung & Sprache
Euro · Französisch
Die Region

Was Burgund ausmacht

Burgund ist für Genießer, was die Toskana für Kunstliebhaber ist: ein sanft gewelltes Land aus Weinhängen, Klosterruinen und Flusstälern, dessen schmaler Kalkstreifen zwischen Dijon und Beaune einige der teuersten Lagen der Welt trägt. Auf der Côte d'Or reihen sich Namen aneinander, die jeder Weinliebhaber kennt – Gevrey-Chambertin, Vosne-Romanée, Meursault, Puligny-Montrachet. In der Herzogsstadt Dijon führt der Eulen-Pfad an bunten Ziegeldächern und Senfmanufakturen vorbei, in Beaune leuchtet das glasierte Buntdach des Hôtel-Dieu, und über den Hügeln des Morvan thront Vézelay mit seiner romanischen Basilika. Dazu die kräftige Küche – Boeuf bourguignon, Coq au vin, Escargots in Knoblauchbutter und der weiche Époisses –, der Canal de Bourgogne zum Bootfahren und die Klosterwelt von Cluny und Cîteaux. Eine Region, die man langsam und mit Appetit bereist.

Reiseführer

Burgund von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Irgendwo hinter Dijon schrumpft die Straße auf zwei Spuren, und links steigt der Hang in exakten Rebzeilen an, jede Parzelle durch eine niedrige Steinmauer vom Nachbarn getrennt. An einem Wegkreuz steht ein Schild mit einem Namen, für den anderswo Auktionshäuser Rekordpreise aufrufen – hier markiert er nur ein Feld hinter einem verwitterten Tor. Burgund fängt genau da an, wo du merkst, dass die berühmtesten Weine der Welt aus einer Landschaft kommen, die aussieht wie ein großer, gepflegter Bauerngarten.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Burgund

Am frühen Vormittag, wenn die ersten Reisebusse noch auf der A6 stehen, gehört dir der Innenhof des Hôtel-Dieu fast allein.

Fang in Beaune an, im Hof des Hôtel-Dieu. Das gotische Armenhospiz von 1443 ist der ikonische Ort Burgunds: ein glasiertes Buntdach in Burgunderrot, Gelb und Grün, ein langer Krankensaal mit rot verhängten Betten und die berühmten Weinberge, aus deren Ertrag das Hospiz bis heute finanziert wird. Zeitfenster-Tickets buchst du am besten online vorab, in der Hauptsaison sind die Vormittagsslots früh vergeben. Rechne rund anderthalb Stunden für den Rundgang mit Audioguide ein, danach liegen die Weinstuben der Altstadt direkt vor der Tür.

In Dijon läuft alles auf den Palais des Ducs et des États de Bourgogne zu, den Palast der einst mächtigen Herzöge von Burgund. Vom Turm Philippe le Bon überblickst du die glasierten Dächer der Stadt, im angeschlossenen Musée des Beaux-Arts hängt eine der ältesten öffentlichen Sammlungen Frankreichs – der Eintritt in die Dauerausstellung ist frei. Folge danach dem in den Boden eingelassenen Eulen-Pfad, dem Parcours de la Chouette: 22 nummerierte Bronzeplaketten führen dich an Kirchen, Markthallen und Bürgerhäusern vorbei, ganz ohne Karte.

Über dem Tal des Cure thront Vézelay mit der Basilika Sainte-Marie-Madeleine, einem Höhepunkt der romanischen Baukunst und seit dem 12. Jahrhundert Sammelpunkt der Jakobspilger. Steig die einzige Gasse des Dorfes hinauf – vorbei an Steinhäusern, Töpfereien und Weinstuben – bis zum Portal, dessen Tympanon Christus im Strahlenkranz zeigt. Zur Sommersonnenwende legt das Mittagslicht eine Lichtbahn exakt über den Mittelgang; das ist kein Zufall, sondern von den Baumeistern so kalkuliert.

Ein Stück Klostergeschichte gehört unbedingt dazu. In Fontenay steht die besterhaltene Zisterzienserabtei Frankreichs, UNESCO-Welterbe, mit einer strengen, schmucklosen Kirche und einem der ältesten Metallhämmer Europas. Weiter südlich markiert Cluny die Ruine der einst größten Kirche der Christenheit – bis zum Petersdom in Rom war keine größer. Von der gewaltigen Anlage ist nur ein Bruchteil erhalten, doch ein digitaler Rundgang lässt die verlorene Basilika wieder erstehen und macht die Dimensionen begreifbar.

Sehenswürdigkeiten in Burgund

Alle 29 Sehenswürdigkeiten
Beaune

Beaune – die Weinhauptstadt Burgunds

Unter dem Pflaster von Beaune liegt eine zweite Stadt: kilometerlange Gewölbekeller, in denen Millionen Flaschen bei konstant kühlen zwölf Grad reifen.

Beaune – die Weinhauptstadt Burgunds
Beaune

Beaune ist klein genug, um es in einem Tag zu Fuß zu erkunden, und dicht genug, um zwei zu füllen. Der historische Kern liegt hinter einem noch fast vollständigen Ring aus Wällen und runden Bastionen, in deren Kellern heute große Handelshäuser ihren Wein lagern. Vom zentralen Hôtel-Dieu sind es wenige Schritte zur Collégiale Notre-Dame und zum Marché Couvert, wo samstags der Wochenmarkt die Gassen füllt. Park außerhalb des Rings – die Altstadt ist eng, und die Parkplätze an den Boulevards sind ausgeschildert.

Der Name Beaune steht weltweit für die jährliche Weinauktion der Hospices de Beaune, die seit 1859 am dritten Novemberwochenende stattfindet und als Barometer für die burgundischen Jahrgangspreise gilt. Rund um dieses Wochenende feiert die Stadt die Trois Glorieuses, drei Tage Wein, Essen und Versteigerung. Wer nicht mitbietet, kommt trotzdem auf seine Kosten: In den Maisons de Vin wie Bouchard, Patriarche oder Joseph Drouhin buchst du geführte Kellerbesuche mit Verkostung durch die Appellationen der Côte de Beaune.

Beaune ist außerdem der praktischste Standort für die ganze Region. Die Stadt liegt am Schnittpunkt der Autobahnen A6 und A31, mit einem TGV-Halt in Sichtweite und der Côte d'Or direkt vor der Haustür: Nach Norden die roten Lagen der Côte de Nuits um Nuits-Saint-Georges, nach Süden die weißen Spitzendörfer Meursault mit großen Premier Crus wie Perrières sowie Puligny- und Chassagne-Montrachet, die sich die Grand Crus um Le Montrachet teilen. Von hier aus fährst du morgens zu einem Weingut, isst mittags in einem Dorf und bist nachmittags zurück, ohne mehr als eine halbe Stunde am Steuer zu sitzen.

Plane einen Nachmittag für die südliche Côte de Beaune ein. In Meursault reifen die großen weißen Burgunder aus der Chardonnay-Traube in Premier-Cru-Lagen wie Perrières, Genevrières und Charmes, während sich die weißen Grand Crus um Le Montrachet auf Puligny- und Chassagne-Montrachet verteilen – Parzellen, die kaum größer sind als ein Fußballfeld. Viele Winzer öffnen ihre Caveaux nur nach Voranmeldung – ruf ein, zwei Tage vorher an. Wer lieber ohne Termin probiert, findet in Beaune selbst Weinbars und die Athenaeum-Buchhandlung mit Verkostungsraum, wo du dich glasweise durch die Appellationen trinkst, ehe du dich für eine Kiste ab Hof entscheidest.

Dijon

Dijon Sehenswürdigkeiten und die Herzogsstadt

In den Markthallen, die Gustave Eiffel entwarf, riecht es morgens nach Époisses, frischem Brot und dem Senf, der die Stadt in aller Welt bekannt gemacht hat.

Dijon Sehenswürdigkeiten und die Herzogsstadt
Dijon

Dijon war Jahrhunderte die Residenz der Herzöge von Burgund, und dieser Reichtum steht bis heute in der Altstadt: der halbrunde Palais des Ducs an der Place de la Libération, Bürgerhäuser mit den typischen glasierten Buntdächern und Fachwerkgassen wie die Rue Verrerie und die Rue des Forges. Weil die Stadt im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont blieb, ist der historische Kern erstaunlich vollständig. Zum Einstieg folgst du dem Eulen-Pfad, der markierten Route durch die Sehenswürdigkeiten; an der Kirche Notre-Dame reibst du zum Glück die kleine, blank gescheuerte Eulenfigur an der Außenwand – eine hartnäckige lokale Tradition.

Kultur gibt es in Dijon oft zum Nulltarif. Das Musée des Beaux-Arts im Herzogspalast zeigt in seiner Dauerausstellung mittelalterliche Grabmäler der Herzöge, flämische Altäre und Malerei bis in die Moderne – ohne Eintritt. Auch mehrere andere städtische Museen sind frei zugänglich. Für die weite Aussicht steig auf den quadratischen Turm Philippe le Bon (Aufstieg mit Führung), von dem aus du an klaren Tagen bis zu den Hängen der Côte d'Or blickst.

Ohne Senf verlässt niemand Dijon. Der Moutarde de Dijon ist eine Zubereitungsart, kein Herkunftsschutz – aber in der Stadt findest du Manufakturen wie die Moutarderie Fallot (im nahen Beaune) und Fachgeschäfte, in denen du frischen Senf vom Fass abgefüllt bekommst und dich durch Sorten von klassisch scharf bis Cassis probierst. Kombiniere den Einkauf mit einem Rundgang über den Markt in den Halles: Hier bekommst du Époisses, Pain d'épices (den würzigen Lebkuchen der Stadt) und Cassis-Likör, die drei essbaren Wahrzeichen Dijons.

Dijon eignet sich auch als Ausgangspunkt ohne Auto. Der Bahnhof liegt an der TGV-Strecke Paris–Lyon, Regionalzüge fahren im Takt nach Beaune und weiter nach Süden, und das Zentrum ist mit einer modernen Straßenbahn und kurzen Wegen fußläufig. Wer die Weinstraße ohne eigenen Wagen erleben will, bucht ab Dijon oder Beaune eine geführte Halbtagestour über die Côte d'Or – so umgehst du die Frage, wer nach der Verkostung fahren muss.

Weinstraße & Côte d'Or

Die Burgund Weinstraße über die Côte d'Or

Die Route des Grands Crus ist keine 60 Kilometer lang und trägt trotzdem den Beinamen Champs-Élysées Burgunds – jedes Dorf am Weg ein Etikett von Weltrang.

Die Burgund Weinstraße über die Côte d'Or
Weinstraße & Côte d'Or

Die eigentliche Weinstraße Burgunds heißt Route des Grands Crus und führt als Departementsstraße D122/D974 von Dijon über Beaune bis Santenay am Fuß der Côte d'Or. Sie folgt dem schmalen Kalksteinhang, auf dem sich seit Jahrhunderten die berühmtesten Lagen aneinanderreihen. Fahr sie nicht als Transitstrecke, sondern als Tagesprogramm mit wenigen, gut gewählten Stopps – die Reize liegen im Detail: eine Steinmauer, die eine Grand-Cru-Parzelle abgrenzt, ein steinernes Wegkreuz zwischen den Reben, ein Winzertor mit verwittertem Wappen.

Der nördliche Abschnitt, die Côte de Nuits, ist das Reich der großen Roten aus Pinot Noir. Zwischen Marsannay und Nuits-Saint-Georges liegen Dörfer wie Gevrey-Chambertin, Chambolle-Musigny, Vosne-Romanée und Vougeot, wo das mittelalterliche Château du Clos de Vougeot inmitten der Reben steht und heute die Weinbruderschaft der Chevaliers du Tastevin beherbergt. Die Romanée-Conti, die teuerste Lage der Welt, markiert nur ein schlichtes Steinkreuz am Feldrand – halt an, aber erwarte kein Spektakel, sondern ein paar Rebzeilen hinter einer niedrigen Mauer.

Südlich von Beaune wechselt die Farbe ins Weiße: Die Côte de Beaune bringt mit Meursault, Puligny-Montrachet und Chassagne-Montrachet die großen Chardonnays hervor, dazu rote Lagen wie Pommard und Volnay. Steig zwischendurch aus und geh ein Stück zu Fuß in die Reben – die Grand-Cru-Parzellen sind winzig, oft nur Bruchteile eines Hektars, und die Klassifikation von der Regionalappellation über Premier Cru bis Grand Cru lässt sich am Hang direkt ablesen: Je weiter oben und mittig am Kalkhang, desto höher der Rang.

Zur Praxis der Verkostung gilt in Burgund fast überall dasselbe: Degustationen auf den Domaines sind selten Laufkundschaft, sondern Termingeschäft. Ruf ein bis zwei Tage vorher an oder buche online, dann nimmt sich der Winzer Zeit für Keller und Jahrgänge. Wer spontan probieren will, steuert die Caveaux und Maisons in Beaune, Nuits-Saint-Georges oder Meursault an. Und die eiserne Regel für die Weinstraße: Wer probiert, fährt nicht – spuck bei der Degustation aus wie die Profis, wechsle am Steuer ab oder buch gleich eine geführte Tour.

Rundreise

Burgund-Rundreise in 5 bis 7 Tagen

Die klassische Burgund-Schleife passt auf eine Serviette und führt von Dijon über die Côte d'Or nach Beaune, weiter ins Klosterland und über Vézelay zurück.

In fünf bis sieben Tagen fährst du eine Runde, die alle Facetten der Region verbindet. Starte mit ein bis zwei Tagen in Dijon: Altstadt, Herzogspalast, Markthallen und Senf. Nimm dann die Route des Grands Crus nach Süden, mit Stopp in Nuits-Saint-Georges und Clos de Vougeot, bis nach Beaune, wo du zwei Nächte bleibst. Von Beaune erkundest du die südliche Côte de Beaune mit Meursault und Pommard. Danach geht es westwärts ins stille Burgund – Abtei Fontenay, das Kanalstädtchen, und über Vézelay zurück. Wer sieben Tage hat, hängt Cluny und das Weinland um Mâcon im Süden an.

Wechsle nicht jede Nacht das Quartier. Zwei Standorte reichen für die ganze Schleife: Beaune oder Dijon im Osten für die Weinstraße, ein zweites Quartier im Raum Avallon/Vézelay für das Klosterland und den Morvan. Von dort fährst du sternförmig los, die Etappen bleiben meist unter einer Stunde, und du packst nur einmal um. Das Morvan – ein bewaldetes Mittelgebirge und regionaler Naturpark in der Mitte Burgunds – bildet dabei den grünen, kühlen Gegenpol zu den sonnigen Weinhängen im Osten.

Für die praktische Planung rechne mit gemächlichem Tempo. Burgund ist keine Region der langen Fahrten, sondern der kurzen Wege und häufigen Stopps – ein Weingut, ein Markt, ein Kloster, ein langes Mittagessen. Die Départementsstraßen sind gut ausgebaut, aber kurvig und dörflich; kalkuliere für 50 Kilometer über Land eher eine Stunde als eine halbe. Die mautpflichtige A6 (Autoroute du Soleil) und die A31 durchqueren die Region und verbinden die Etappen schnell, kosten aber Péage – für die Landschaft nimmst du besser die parallelen Nationalstraßen.

Wer Burgund mit einer Nachbarregion verbinden will, hat es kurz: Nach Süden geht das Weinland nahtlos ins Beaujolais und weiter nach Lyon über, der Gastronomie-Hauptstadt Frankreichs, keine anderthalb Stunden ab Mâcon. Nach Osten liegt das Jura mit seinen Gelbweinen und Wasserfällen in Reichweite. Und wer von Paris kommt, streift auf dem Weg das Weinland der Yonne um Chablis, dessen mineralische Weißweine schon zum nördlichen Burgund gehören – ein logischer erster Stopp der Rundreise.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Kanäle & Hausboot

Mit dem Hausboot über den Burgund-Kanal

Auf dem Canal de Bourgogne bewegt sich alles im Schritttempo – fünf Kilometer in der Stunde, eine Schleuse nach der anderen und Platanen, die sich über dem Wasser treffen.

Der Canal de Bourgogne durchzieht die Region auf 242 Kilometern von der Yonne bei Migennes bis zur Saône bei Saint-Jean-de-Losne und verbindet über 189 Schleusen das Einzugsgebiet von Atlantik und Mittelmeer. Für Reisende ist er heute vor allem eines: eine der entspanntesten Arten, Burgund zu erleben. Führerscheinfreie Hausboote (Pénichettes) mietest du wochenweise an Basen wie Tanlay, Venarey-les-Laumes oder Vandenesse – eine kurze Einweisung genügt, danach tuckerst du selbst durch die Schleusen, die von Schleusenwärtern bedient werden.

Der Reiz liegt im Tempo. Weil ein Hausboot kaum schneller als ein zügiger Radfahrer fährt, wird der Treidelpfad am Ufer zur zweiten Route: Viele mieten Fahrräder an Bord und radeln neben dem Boot her, kaufen im nächsten Dorf ein oder besichtigen eine Sehenswürdigkeit, während der Rest der Crew die Schleuse nimmt. Der Kanal führt an Höhepunkten wie der Abtei Fontenay, dem Schloss Tanlay und dem gewaltigen Château d'Ancy-le-Franc vorbei; die Scheitelhaltung überwindet der Kanal durch einen fast 3,3 Kilometer langen Tunnel bei Pouilly-en-Auxois.

Wer nicht gleich eine Woche auf dem Wasser verbringen will, nutzt den Kanal für einen halben Tag. Entlang des Treidelpfads verläuft ein durchgehend flacher, meist asphaltierter Rad- und Wanderweg – die Véloroute – ideal für eine gemütliche Fahrradtour ohne Steigung. Mieträder gibt es in den größeren Orten am Kanal. Alternativ buchst du eine Ausflugsfahrt auf einem Passagierboot mit Schleusenpassage, die es saisonal etwa ab Dijon und an mehreren Anlegern gibt.

Die beste Zeit fürs Wasser deckt sich mit der Schifffahrtssaison: Von etwa April bis Oktober sind die Schleusen bedient, im Hochsommer ist mehr los, im Mai, Juni und September ist es ruhiger und die Ufer sind grün. Rechne mit gemächlichen Tagen – 15 bis 20 Kilometer und ein Dutzend Schleusen sind ein volles Tagespensum. Genau darin liegt der Sinn: Der Kanal zwingt zur Langsamkeit, und Burgund belohnt sie mit einem Winzerdorf, einem Markt oder einer Weinstube an fast jedem Anleger.

Aktivitäten & Touren in Burgund

Alle 13 Aktivitäten
Unterkünfte

Übernachten in Burgund – vom Weingut bis zum Stadthotel

Abends, wenn die Sonne hinter den Rebhang sinkt und der Gastgeber die erste Flasche vom eigenen Weinberg öffnet, verstehst du, warum man in Burgund am liebsten auf dem Weingut wohnt.

Die burgundischste Variante ist die Chambre d'hôtes auf einem Weingut oder in einem alten Winzerhaus. Du wohnst mitten in den Reben, frühstückst mit hausgemachter Konfitüre und bekommst vom Gastgeber die Empfehlung, welche Domaine im Nachbardorf ohne Termin verkostet. Viele dieser Adressen liegen in den Grand-Cru-Dörfern der Côte d'Or – gebucht wird früh, denn die Zimmerzahl pro Haus ist klein. Der Charme liegt genau darin: kein Hotelbetrieb, sondern ein paar Zimmer und ein Gastgeber, der die Gegend kennt.

In den Städten spielt das Hotel seine Stärke aus. In Beaune und Dijon wohnst du fußläufig zu Altstadt, Weinkellern und Restaurants, gibst abends das Auto ab und musst dir nach der Verkostung keine Gedanken ums Fahren machen. Beaune hat vom einfachen Stadthotel bis zum Fünf-Sterne-Haus im ehemaligen Klostergemäuer alles, ist im Herbst zur Auktionszeit aber teuer und früh ausgebucht. Dijon bietet mehr Auswahl in mittleren Preislagen und die bessere Bahnanbindung.

Fürs Land gibt es das Gîte, das französische Ferienhaus zur wochenweisen Selbstversorgung. Gerade mit Familie oder in der Gruppe ist das die günstigste und flexibelste Wahl: eigene Küche für die Marktbeute, Platz für alle, oft mit Garten und im Sommer mit Pool. Der Preis dafür ist das Auto, ohne das auf dem Land wenig geht, und der meist feste Wechseltag am Samstag. Achte auf die Lage – zwischen Côte d'Or und Morvan liegen Welten in Sachen Fahrzeit zu den Highlights.

Eine burgundische Spezialität sind Übernachtungen mit Geschichte: Schlosshotels (Châteaux) im Auxois, umgebaute Klostergebäude und Herrenhäuser vermieten Zimmer in historischem Gemäuer, oft mit Park und gehobener Küche. Und wer es maritim mag, mietet ein Hausboot als schwimmende Unterkunft auf dem Canal de Bourgogne. Die praktischste Kombination für eine Woche: zwei, drei Nächte Stadthotel in Beaune oder Dijon für Weinstraße und Kultur, danach ein Gîte oder Weingut auf dem Land für die ruhigen Tage.

Hotels in Burgund

Alle 25 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Essen & Trinken

Essen und Trinken in Burgund

Der Boeuf bourguignon köchelt in vielen Küchen seit dem Morgen – Rindfleisch, das stundenlang im eigenen Rotwein zerfällt, bis die Sauce dunkel und dicht ist.

Burgund ist eine der großen Küchenregionen Frankreichs, und ihre Klassiker tragen den Weinbau im Namen. Der Boeuf bourguignon schmort Rindfleisch stundenlang in burgundischem Rotwein mit Speck, Champignons und Perlzwiebeln; der Coq au vin macht dasselbe mit dem Hahn. Dazu die Œufs en meurette – pochierte Eier in einer Rotweinsauce –, die man hier auch zum Frühstück nicht scheut. Alles Gerichte, die aus der Notwendigkeit entstanden, günstiges Fleisch mit reichlich vorhandenem Wein mürbe und schmackhaft zu machen.

Die Vorspeise Burgunds sind Escargots à la bourguignonne: Weinbergschnecken in Knoblauch-Petersilien-Butter, serviert im Häuschen oder in einer Vertiefungsplatte, dazu Baguette, um die Butter aufzutunken. Als kleine Mahlzeit gibt es die Gougères, luftige Windbeutel aus Brandteig mit Comté-Käse, die traditionell zur Weinprobe im Keller gereicht werden. Und aus dem Süden um Bresse (formal schon jenseits der Grenze, aber kulinarisch verwandt) kommt das berühmte Poulet de Bresse, das einzige Geflügel Frankreichs mit eigener Herkunftsbezeichnung.

Beim Käse führt kein Weg am Époisses vorbei, einem weichen, mit Marc de Bourgogne gewaschenen Rotschmierkäse, der so kräftig riecht, dass er in Frankreich angeblich in öffentlichen Verkehrsmitteln unerwünscht ist – im Mund überraschend mild und cremig. Dazu der Soumaintrain aus derselben Ecke und, zum Nachtisch, der Pain d'épices aus Dijon, ein dichter Gewürzkuchen mit Honig und Anis. Für süß-sauren Kontrast sorgt der Cassis, die schwarze Johannisbeere, aus der Dijon seinen Crème de Cassis ansetzt.

Und zum Trinken: Neben den großen Lagen der Côte d'Or gehört der Aligoté ins Glas, die zweite weiße Rebsorte Burgunds, aus der mit einem Schuss Cassis der Aperitif Kir wird – benannt nach einem früheren Bürgermeister von Dijon. Wer es sprudelnd mag, bestellt Crémant de Bourgogne, den flaschenvergorenen Schaumwein der Region, oft die klügere und günstigere Wahl als Champagner. Und ganz im Norden liefert Chablis den kühlen, mineralischen Chardonnay, der klassisch zu den Escargots und zu Austern passt.

Restaurants in Burgund

Alle 24 Restaurants
Anreise & Mobilität

Anreise nach Burgund und Mobilität vor Ort

Auf der A6 hinter Paris öffnet sich das Land, und nach knapp zwei Stunden kündigen die ersten Rebhänge bei Chablis an, dass Burgund begonnen hat.

Mit dem Auto ist Burgund aus Deutschland gut erreichbar: Ab dem Rheinland oder Süddeutschland fährst du über Straßburg oder Metz und die A31 nach Dijon, ab München sind es rund sechseinhalb Stunden. Die französischen Autobahnen sind mautpflichtig (Péage) – halte eine Kreditkarte bereit oder nutz einen elektronischen Mautsender, dann rollst du an den Kassen durch, ohne anzuhalten. Die A6 (Autoroute du Soleil) durchquert die Region von Norden nach Süden, die A31 verbindet Dijon mit Lothringen, und die A36 führt über Besançon Richtung Mulhouse und Basel.

Mit der Bahn ist Dijon der zentrale Knoten. TGV-Züge verbinden die Stadt in rund anderthalb Stunden mit Paris (Gare de Lyon) und in gut zwei Stunden mit Lyon; aus Deutschland reist du per TGV oder ICE über Straßburg oder Mannheim an, meist mit einem Umstieg in Paris oder im Elsass. Von Dijon aus fahren Regionalzüge (TER) im Takt nach Beaune, Nuits-Saint-Georges, Mâcon und weiter – die Kernorte der Côte d'Or liegen direkt an dieser Bahnlinie und sind damit auch ohne Auto erreichbar.

Für die Weinstraße und das ländliche Burgund lohnt sich trotzdem ein Auto oder eine Alternative. Die Grand-Cru-Dörfer abseits der Bahn, die Abteien und der Morvan sind mit öffentlichem Verkehr nur mühsam zu erreichen, Busse fahren selten und schulzeitgetaktet. Ein Mietwagen ab Dijon oder Beaune schließt die Lücke. Wer wegen der Verkostungen kein Auto fahren will, kombiniert Bahn (Dijon–Beaune) mit geführten Weintouren und einem Leihrad – die Côte d'Or ist auf ihrer ganzen Länge von einem Radweg begleitet.

Der Radweg ist eine eigene Anreiseoption wert: Die Voie des Vignes und der Treidelpfad des Canal de Bourgogne bilden zusammen mit weiteren Routen ein dichtes, weitgehend flaches Radwegenetz. Von Dijon nach Beaune radelst du auf einem asphaltierten Weg direkt durch die Grand-Cru-Lagen, ohne Autoverkehr. Mieträder und E-Bikes gibt es in beiden Städten. Für Flugreisende sind die nächsten großen Flughäfen Lyon-Saint-Exupéry im Süden und Paris; von beiden erreichst du Dijon per TGV in rund zwei Stunden.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Städte & Basisorte

Die schönsten Städte in Burgund – und welche Basis zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Burgund mit Wetter und Klima

Zwischen Maigrün und der Weinlese im Oktober liegt in Burgund das halbe Jahr, in dem fast jede Woche eine gute Reisewoche ist – nur der Winter ist ausgesprochen ruhig.

Burgund hat ein gemäßigtes Klima mit deutlichem kontinentalem Einschlag: Die Winter sind kühl und feucht mit Nachtfrost, die Sommer warm, aber selten drückend heiß, und dazwischen liegen ein grünes Frühjahr und ein langer, goldener Herbst. Weil es keine Küste gibt, ist die Region eher ein Ziel für Wein, Kultur, Rad und Kanal als für Badeurlaub. Die beste Reisezeit hängt vom Plan ab – für Weinstraße, Radfahren und Kanal sind Mai, Juni und September ideal, für die Atmosphäre der Weinlese und Auktion der Herbst. Die Werte unten gelten für Dijon; im höher gelegenen Morvan ist es einige Grad kühler und feuchter.

Jan5°-1°kalt, ruhig
Feb7°-1°kühl, still
Mär12°2°erstes Grün
Apr16°5°Frühling, Kanal öffnet
Mai20°9°grüne Reben, ideal
Jun24°12°warm, lange Tage
Jul26°14°Hochsaison, warm
Aug26°14°warm, viele Feste
Sep22°11°Weinlese, ideal
Okt16°7°goldenes Laub
Nov9°3°Auktion, feucht
Dez6°0°kalt, festlich

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Burgund sind Mai, Juni und der September bis Mitte Oktober: warm genug für Weinstraße, Rad und Kanal, dazu grüne oder erntereife Weinberge und milde Temperaturen. Der September mit der Weinlese und das dritte Novemberwochenende mit der Hospices-Auktion haben eine eigene, dichte Atmosphäre. Den Hochsommer erträgt Burgund gut, weil es selten so heiß wird wie im Süden, und der Winter gehört den Ruhesuchenden und der Küche.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Burgund

Wie viele Tage braucht man für Burgund?
Für einen ersten Überblick plane fünf bis sieben Tage: ein bis zwei Tage Dijon, die Weinstraße der Côte d'Or mit Standort Beaune, dazu das Klosterland um Fontenay und Vézelay. Wer den Süden um Mâcon und Cluny oder eine Hausbootwoche anhängt, füllt problemlos zwei Wochen.
Was ist die beste Reisezeit für Burgund?
Mai, Juni und September bis Mitte Oktober: warm genug für Weinstraße, Rad und Kanal, mit grünen oder erntereifen Reben und weniger Andrang als im Hochsommer. Der September bringt die Weinlese, das dritte Novemberwochenende die berühmte Hospices-Auktion in Beaune.
Was muss man in Beaune gesehen haben?
Das Hôtel-Dieu mit dem bunten Ziegeldach und dem historischen Krankensaal ist Pflicht – buch das Zeitfenster-Ticket vorab. Dazu ein Kellerbesuch mit Verkostung in einer der Maisons de Vin, der Wochenmarkt am Samstag und ein Spaziergang auf den erhaltenen Stadtwällen.
Braucht man in Burgund ein Auto?
Für Dijon, Beaune und die Bahnorte der Côte d'Or nicht – die TER-Regionalbahn verbindet sie im Takt. Für die Grand-Cru-Dörfer abseits der Bahn, die Abteien und den Morvan schon. Alternativen sind geführte Weintouren, Leihräder auf dem Côte-d'Or-Radweg und das Hausboot auf dem Kanal.
Was ist die Weinstraße in Burgund?
Die Route des Grands Crus führt als Départementsstraße rund 60 Kilometer von Dijon über Beaune bis Santenay entlang der Côte d'Or. Sie verbindet die berühmtesten Weindörfer – von Gevrey-Chambertin über Vosne-Romanée bis Meursault und Montrachet – und gilt als eine der dichtesten Weinlandschaften der Welt.
Kann man auf dem Burgund-Kanal Hausboot fahren?
Ja. Der Canal de Bourgogne verläuft auf 242 Kilometern mit 189 Schleusen durch die Region. Führerscheinfreie Hausboote mietest du wochenweise an mehreren Basen; nach kurzer Einweisung fährst du selbst. Die Schleusen sind bemannt, das Tempo liegt bei rund fünf Kilometern pro Stunde.
Was sind typische Spezialitäten in Burgund?
Boeuf bourguignon, Coq au vin und Œufs en meurette – alle mit burgundischem Rotwein –, dazu Escargots in Knoblauchbutter, die Käse-Windbeutel Gougères, der kräftige Époisses-Käse und der Dijoner Pain d'épices. Getrunken wird Wein von der Côte d'Or, Crémant de Bourgogne und der Aperitif Kir.
Was ist der Unterschied zwischen Côte de Nuits und Côte de Beaune?
Beide bilden zusammen die Côte d'Or. Die nördliche Côte de Nuits um Nuits-Saint-Georges ist das Reich der großen roten Pinot-Noir-Weine, die südliche Côte de Beaune bringt neben Rotwein die berühmten weißen Chardonnays aus Meursault und Montrachet hervor. Beaune liegt am Übergang.
Lohnt sich Dijon für einen Städtetrip?
Ja. Die weitgehend erhaltene Altstadt mit Herzogspalast, glasierten Dächern und dem Eulen-Pfad füllt gut ein bis zwei Tage, viele Museen sind kostenlos, und Senf, Pain d'épices und Cassis liefern die kulinarische Seite. Dank TGV-Halt ist Dijon auch ohne Auto bequem erreichbar.
Kann man die Weinstraße ohne Auto erleben?
Ja. Ab Dijon oder Beaune buchst du geführte Halbtags- oder Tagestouren über die Côte d'Or – so muss niemand nach der Verkostung fahren. Alternativ radelst du auf dem asphaltierten Côte-d'Or-Radweg direkt durch die Grand-Cru-Lagen; Leihräder und E-Bikes gibt es in beiden Städten.
Wo probiert man in Burgund am besten Wein?
Auf den Domaines fast immer nur nach Voranmeldung – ruf ein, zwei Tage vorher an. Ohne Termin geht es in den Maisons de Vin und Caveaux von Beaune, Nuits-Saint-Georges und Meursault sowie in Weinbars, wo du dich glasweise durch die Appellationen probierst, ehe du ab Hof kaufst.
Ist Burgund teuer?
Gemischt. Übernachten und Essen liegen im französischen Mittelfeld, Chambres d'hôtes auf dem Land sind erschwinglich. Teuer wird es bei den großen Weinen der Côte d'Or und in Beaune rund um die Auktion im November. Wer Crémant statt Grand Cru trinkt und außerhalb der Auktionszeit reist, kommt gut zurecht.
Was kann man in Burgund bei Regen unternehmen?
Die Kellerbesuche und Verkostungen finden ohnehin unter der Erde statt, das Musée des Beaux-Arts in Dijon und viele Klöster sind überdacht, und ein langes Mittagessen mit Boeuf bourguignon passt zu jedem Wetter. Auch der Innenraum der Basilika von Vézelay und die Senfmanufakturen funktionieren bei Regen.
BurgundZwischen den Grand-Cru-Hängen der Côte d'Or, den Senffeldern um Dijon und tausend Jahren Klostergeschichte liegt Frankreichs Genusslandschaft schlechthin.
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Hotels

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