Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Burgund
Am frühen Vormittag, wenn die ersten Reisebusse noch auf der A6 stehen, gehört dir der Innenhof des Hôtel-Dieu fast allein.
Fang in Beaune an, im Hof des Hôtel-Dieu. Das gotische Armenhospiz von 1443 ist der ikonische Ort Burgunds: ein glasiertes Buntdach in Burgunderrot, Gelb und Grün, ein langer Krankensaal mit rot verhängten Betten und die berühmten Weinberge, aus deren Ertrag das Hospiz bis heute finanziert wird. Zeitfenster-Tickets buchst du am besten online vorab, in der Hauptsaison sind die Vormittagsslots früh vergeben. Rechne rund anderthalb Stunden für den Rundgang mit Audioguide ein, danach liegen die Weinstuben der Altstadt direkt vor der Tür.
In Dijon läuft alles auf den Palais des Ducs et des États de Bourgogne zu, den Palast der einst mächtigen Herzöge von Burgund. Vom Turm Philippe le Bon überblickst du die glasierten Dächer der Stadt, im angeschlossenen Musée des Beaux-Arts hängt eine der ältesten öffentlichen Sammlungen Frankreichs – der Eintritt in die Dauerausstellung ist frei. Folge danach dem in den Boden eingelassenen Eulen-Pfad, dem Parcours de la Chouette: 22 nummerierte Bronzeplaketten führen dich an Kirchen, Markthallen und Bürgerhäusern vorbei, ganz ohne Karte.
Über dem Tal des Cure thront Vézelay mit der Basilika Sainte-Marie-Madeleine, einem Höhepunkt der romanischen Baukunst und seit dem 12. Jahrhundert Sammelpunkt der Jakobspilger. Steig die einzige Gasse des Dorfes hinauf – vorbei an Steinhäusern, Töpfereien und Weinstuben – bis zum Portal, dessen Tympanon Christus im Strahlenkranz zeigt. Zur Sommersonnenwende legt das Mittagslicht eine Lichtbahn exakt über den Mittelgang; das ist kein Zufall, sondern von den Baumeistern so kalkuliert.
Ein Stück Klostergeschichte gehört unbedingt dazu. In Fontenay steht die besterhaltene Zisterzienserabtei Frankreichs, UNESCO-Welterbe, mit einer strengen, schmucklosen Kirche und einem der ältesten Metallhämmer Europas. Weiter südlich markiert Cluny die Ruine der einst größten Kirche der Christenheit – bis zum Petersdom in Rom war keine größer. Von der gewaltigen Anlage ist nur ein Bruchteil erhalten, doch ein digitaler Rundgang lässt die verlorene Basilika wieder erstehen und macht die Dimensionen begreifbar.




























