Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Provence
Kurz nach acht, wenn die Reisebusse noch auf der Autobahn stecken, gehört dir der Innenhof des Papstpalasts fast allein.
Beginn mit den Römern, denn nirgends in Frankreich stehen so viele antike Bauwerke wie hier. Der Pont du Gard bei Uzès ist ein dreistöckiges Aquädukt aus dem 1. Jahrhundert, rund fünfzig Meter hoch und über die Jahrhunderte ohne Mörtel zusammengefügt – Weltkulturerbe, an dem du im Sommer unten im Gardon baden kannst. In Arles sitzt du im römischen Amphitheater, den Arènes, wo heute noch Stierkämpfe und Konzerte stattfinden, und in Nîmes am Rand der Region steht mit der Maison Carrée einer der besterhaltenen römischen Tempel überhaupt. Kauf die Kombitickets vor Ort, sie sind günstiger als Einzeleintritte.
In Avignon dominiert der Palais des Papes alles: der größte gotische Palast Europas, in dem im 14. Jahrhundert sieben Päpste residierten, während Rom leerstand. Plane zwei Stunden für die riesigen, weitgehend leeren Säle und nimm den Histopad-Tablet-Guide mit, der die verschwundene Ausstattung digital zurückholt. Vom Garten des Rocher des Doms oberhalb blickst du auf die Pont Saint-Bénézet, die berühmte Brücke aus dem Kinderlied, die nach mehreren Hochwassern mitten in der Rhône abbricht. Für beides zusammen gibt es ein Kombiticket, das sich fast immer lohnt.
Van Gogh hat die Provence gemalt wie kein Zweiter, und du kannst seinen Spuren konkret folgen. In Arles markieren Bodentafeln die Orte seiner Bilder – das Café am Place du Forum, das er als Nachtterrasse festhielt, den Hof des Hospitals, in das er nach der Ohr-Affäre eingeliefert wurde. In Saint-Rémy-de-Provence liegt vor den Toren das ehemalige Kloster Saint-Paul-de-Mausole, in dem er ein Jahr lang lebte und über zweihundert Werke schuf, darunter die Sternennacht. Die Zimmerzelle und der Garten sind heute zugänglich und überraschend still.
Verzettel dich nicht: Die Provence hat mehr Highlights, als in eine Woche passen. Sortier nach Nähe statt nach Ranking. Wer im Vaucluse rund um Avignon wohnt, hängt Pont du Gard, Arles und Saint-Rémy an einem Bogen zusammen; wer weiter östlich sitzt, kombiniert Aix, den Sainte-Victoire und die Küste. Für die großen Sehenswürdigkeiten der Provence gilt fast überall dasselbe: früh am Morgen oder am späten Nachmittag hinfahren, mittags Pause im Schatten machen, denn die Sommerhitze zwischen zwölf und vier ist im Steinernen der alten Städte gnadenlos.



































