Region · Frankreich

Provence

Zwischen den violetten Lavendelfeldern von Valensole, der türkisblauen Verdonschlucht und dem Papstpalast von Avignon liegt Frankreichs Sehnsuchtssüden.

8 Städte50 Sehenswürdigkeiten38 Hotels
Überblick

Deine Provence auf einen Blick

Beste Zeit
Lavendelblüte meist Mitte Juni bis Ende Juli; Frühjahr und September angenehm und ruhiger
Gut für
Dorf-Hopping, Lavendelfelder, Märkte, Wein und Genuss, Wandern im Luberon
Anreise
Flughafen Marseille-Provence; TGV nach Avignon und Aix-en-Provence (ab Paris ca. 3 Std.); Mietwagen für die Dörfer empfehlenswert
Basis
Avignon, Aix-en-Provence oder ein Ort im Luberon (z. B. Gordes-Umgebung)
Tipp
Vor Beginn der französischen Sommerferien (Anfang Juli) reisen – volle Felder, weniger Trubel
Lage
Südosten, zwischen Rhône und Alpen
Die Region

Was Provence ausmacht

Die Provence ist der Süden, den sich Deutsche vorstellen, wenn sie an Frankreich und Sonne denken: Lavendelfelder, die im Juli über das Plateau von Valensole wogen, Ockerklippen bei Roussillon, die im Abendlicht glühen, und Bergdörfer wie Gordes, die sich an ihre Felsen klammern. In Avignon thront der gewaltige Papstpalast über der Rhône, in Arles stehen Amphitheater und antikes Theater noch aus römischer Zeit, und in Aix-en-Provence plätschern Brunnen unter Platanen entlang des Cours Mirabeau. Dazu Marseille mit dem Vieux-Port und den Calanques, die weite Camargue mit Flamingos und weißen Pferden, die Schlucht des Verdon als tiefster Canyon Europas und eine Küche aus Olivenöl, Kräutern, Rosé und Bouillabaisse. Es ist eine Region, in der Römerbauten, Van Gogh und Wochenmärkte so dicht liegen, dass man sie am besten mit dem Mietwagen und viel Zeit bereist.

Reiseführer

Provence von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Irgendwo hinter der Rhône wird das Licht anders – härter, klarer, mit diesem Blau, das kein Filter hinbekommt. Der Mistral hat den Himmel leergefegt, an der Landstraße stehen Platanen in Reih und Glied, und aus dem geöffneten Fenster zieht der Geruch von warmem Stein, Thymian und Lavendel ins Auto. Die Provence beginnt nicht an einem Ortsschild, sondern in dem Moment, in dem du merkst, dass hier alles langsamer geht und trotzdem intensiver riecht.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Provence

Kurz nach acht, wenn die Reisebusse noch auf der Autobahn stecken, gehört dir der Innenhof des Papstpalasts fast allein.

Beginn mit den Römern, denn nirgends in Frankreich stehen so viele antike Bauwerke wie hier. Der Pont du Gard bei Uzès ist ein dreistöckiges Aquädukt aus dem 1. Jahrhundert, rund fünfzig Meter hoch und über die Jahrhunderte ohne Mörtel zusammengefügt – Weltkulturerbe, an dem du im Sommer unten im Gardon baden kannst. In Arles sitzt du im römischen Amphitheater, den Arènes, wo heute noch Stierkämpfe und Konzerte stattfinden, und in Nîmes am Rand der Region steht mit der Maison Carrée einer der besterhaltenen römischen Tempel überhaupt. Kauf die Kombitickets vor Ort, sie sind günstiger als Einzeleintritte.

In Avignon dominiert der Palais des Papes alles: der größte gotische Palast Europas, in dem im 14. Jahrhundert sieben Päpste residierten, während Rom leerstand. Plane zwei Stunden für die riesigen, weitgehend leeren Säle und nimm den Histopad-Tablet-Guide mit, der die verschwundene Ausstattung digital zurückholt. Vom Garten des Rocher des Doms oberhalb blickst du auf die Pont Saint-Bénézet, die berühmte Brücke aus dem Kinderlied, die nach mehreren Hochwassern mitten in der Rhône abbricht. Für beides zusammen gibt es ein Kombiticket, das sich fast immer lohnt.

Van Gogh hat die Provence gemalt wie kein Zweiter, und du kannst seinen Spuren konkret folgen. In Arles markieren Bodentafeln die Orte seiner Bilder – das Café am Place du Forum, das er als Nachtterrasse festhielt, den Hof des Hospitals, in das er nach der Ohr-Affäre eingeliefert wurde. In Saint-Rémy-de-Provence liegt vor den Toren das ehemalige Kloster Saint-Paul-de-Mausole, in dem er ein Jahr lang lebte und über zweihundert Werke schuf, darunter die Sternennacht. Die Zimmerzelle und der Garten sind heute zugänglich und überraschend still.

Verzettel dich nicht: Die Provence hat mehr Highlights, als in eine Woche passen. Sortier nach Nähe statt nach Ranking. Wer im Vaucluse rund um Avignon wohnt, hängt Pont du Gard, Arles und Saint-Rémy an einem Bogen zusammen; wer weiter östlich sitzt, kombiniert Aix, den Sainte-Victoire und die Küste. Für die großen Sehenswürdigkeiten der Provence gilt fast überall dasselbe: früh am Morgen oder am späten Nachmittag hinfahren, mittags Pause im Schatten machen, denn die Sommerhitze zwischen zwölf und vier ist im Steinernen der alten Städte gnadenlos.

Sehenswürdigkeiten in Provence

Alle 50 Sehenswürdigkeiten
Rundreise

Provence-Rundreise: die schönste Route in einer Woche

Die klassische Provence-Schleife passt auf eine Serviette – ein Bogen von Avignon über den Luberon nach Aix, an die Küste und über die Camargue zurück.

In sieben bis zehn Tagen fährst du die Route, die sich bewährt hat. Steig in Avignon ein, mit zwei Nächten für Papstpalast, Pont du Gard und einen Tag in Arles. Weiter in den Luberon mit Gordes, Roussillon und den Ockerdörfern, zwei Nächte reichen. Dann nach Aix-en-Provence mit Cézanne, Markt und Cours Mirabeau, von dort ans Meer nach Cassis und in die Calanques. Zum Abschluss die weite Camargue mit Flamingos und der Stadt Arles als Tor. Wer zehn Tage hat, hängt die Verdonschlucht und das Lavendelplateau von Valensole im Osten an.

Wechsle nicht jede Nacht das Quartier. Zwei, maximal drei Standorte reichen für die ganze Schleife: einer im Raum Avignon oder Luberon für den Norden, einer bei Aix oder an der Küste für den Süden. Von dort fährst du sternförmig los – die Etappen bleiben meist unter einer Stunde, du packst nur zweimal den Koffer, und abends sitzt du wieder auf derselben Terrasse statt an der nächsten Rezeption. Gerade mit Kindern oder vollem Kofferraum macht das den Unterschied zwischen Reise und Umzugslogistik. Buche die Häuser im Luberon für Juli und August früh, die guten sind Monate vorher weg.

Rechne die Fahrzeiten großzügig. Auf der Karte wirkt die Provence klein, aber die schönsten Strecken sind kurvige Landstraßen über die Berge des Luberon oder die Route des Crêtes am Verdon, wo vierzig Kilometer schnell eine Stunde brauchen. Dazu kommt im Sommer der Verkehr an den bekannten Orten: Die Zufahrt nach Gordes und Roussillon staut sich vormittags, die Parkplätze sind schnell voll und kostenpflichtig. Steuere die Dörfer früh an, park außerhalb auf den ausgeschilderten Flächen und geh die letzten Minuten zu Fuß – das erspart dir die Runden durch enge Gassen.

Vom Norden der Provence liegt ein Abstecher über die Regionsgrenze näher, als die Karte vermuten lässt. Von Avignon aus erreichst du die Weinberge von Châteauneuf-du-Pape in zwanzig Minuten und den Mont Ventoux, den kahlen Riesen der Tour de France, in gut einer Stunde. Wer weiter östlich unterwegs ist, kombiniert die Verdonschlucht mit dem Lac de Sainte-Croix zum Baden. Beides funktioniert als Kontrastprogramm: morgens durch die Rebzeilen oder über den Pass, mittags ein Sprung ins türkise Wasser, abends zurück auf der eigenen Terrasse mit einem Glas Rosé.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Lavendel

Lavendel in der Provence – wann und wo er blüht

Auf dem Plateau von Valensole steht der Lavendel Anfang Juli in vollen Reihen bis zum Horizont, und die Luft summt so laut von Bienen, dass du den Motor überhörst.

Lavendel in der Provence – wann und wo er blüht
Lavendel

Das Timing entscheidet über alles. Der Lavendel der Provence blüht nicht das ganze Jahr, sondern in einem engen Fenster: Auf dem tiefer gelegenen Plateau von Valensole steht er meist von Mitte Juni bis Mitte Juli in voller Blüte, in den höheren Lagen um Sault erst von Anfang Juli bis in den August hinein. Ende Juli und im August beginnt vielerorts schon die Ernte, dann sind die Felder gestutzt und braun. Wer die violetten Reihen sehen will, plant die Reise also fest auf die erste Julihälfte – ein paar Tage früher oder später können den Unterschied zwischen Blütenmeer und Stoppelfeld ausmachen.

Drei Gebiete lohnen sich besonders. Das Plateau von Valensole östlich der Durance ist das bekannteste: sanft gewellte Hochebene, endlose Reihen, dazwischen einzelne Steinhäuser und Sonnenblumenfelder als gelber Kontrast. Rund um Sault im Norden wächst echter, hochwertiger Lavendel in kühlerer Höhenlage und blüht später. Und die Abtei von Sénanque bei Gordes liefert das meistfotografierte Motiv der Provence – das romanische Zisterzienserkloster hinter einem kleinen Lavendelfeld, das die Mönche selbst bewirtschaften. Komm hier sehr früh, der Parkplatz ist winzig und die Zufahrt eng.

Ein Wort zur Unterscheidung, das dir auf den Feldern begegnet: Der echte Lavendel (lavande fine) wächst nur in Höhen über achthundert Metern, blüht später und liefert das feine Öl der Parfümerie. Der Lavandin, eine robustere Kreuzung, füllt die großen, dichten Reihen der Ebene, die auf den meisten Fotos zu sehen sind – er duftet kräftiger und wird vor allem für Seifen und Duftsäckchen verwendet. Beide sind echt und beide schön; der Unterschied erklärt nur, warum manche Felder buschiger und dunkler wirken als andere. Auf den Märkten bekommst du Öl, Honig und getrocknete Sträuße.

Für die Fotos gilt dieselbe Regel wie überall in der Provence: das flache Licht am frühen Morgen oder in der Stunde vor Sonnenuntergang. Mittags steht die Sonne hart über den Feldern, die Farben verblassen, und die Hitze auf dem schattenlosen Plateau ist beträchtlich. Bleib auf den Wegen und Feldrändern, tritt nicht in die Reihen und pflück nichts ab – es sind Nutzpflanzen eines arbeitenden Betriebs, und die Bienen sind zahlreich. Ein Fernglas oder Teleobjektiv holt die Fotografen aus den Reihen zurück und bringt trotzdem das dichte Violett ins Bild.

Verdonschlucht

Gorges du Verdon – der tiefste Canyon Europas

An der Route des Crêtes trittst du an den Rand, und siebenhundert Meter unter dir schlängelt sich der Verdon als schmales türkises Band durch den Fels.

Gorges du Verdon – der tiefste Canyon Europas
Verdonschlucht

Die Gorges du Verdon sind der tiefste Canyon Europas: Über zwanzig Kilometer hat sich der Fluss bis zu siebenhundert Meter tief in den Kalkstein gefräst, und sein Wasser leuchtet durch das gelöste Gestein in einem fast unwirklichen Türkisgrün. Zwei Panoramastraßen fassen die Schlucht ein. Am Nordufer führt die Route des Crêtes als Rundschleife ab La Palud-sur-Verdon zu vierzehn Aussichtsbelvederen mit Blick senkrecht in den Abgrund; sie ist teils nur in einer Richtung befahrbar, also folge dem Uhrzeigersinn. Am Südufer verläuft die Corniche Sublime mit den weiteren, offeneren Ausblicken.

Wer nicht nur von oben schauen will, geht hinunter oder aufs Wasser. Der Sentier Blanc-Martel ist die klassische Wanderung durch den Talboden: rund fünfzehn Kilometer, mehrere Stunden, mit Leitern und zwei dunklen Tunneln, für die du eine Taschenlampe und feste Schuhe brauchst – die Strecke ist einfach nur in eine Richtung sinnvoll, ein Shuttlebus bringt dich zum Startpunkt zurück. Anstrengend, aber das eindrücklichste Erlebnis der Schlucht. Weniger ambitionierte Wanderer nehmen kürzere Abschnitte ab den Belvederen und kehren um.

Am unteren Ende weitet sich der Verdon zum Lac de Sainte-Croix, einem türkisen Stausee, und genau hier spielt sich der Wassersport ab. Am Pont du Galetas mietest du Tretboote, Kajaks oder elektrische Boote und paddelst in den Eingang der Schlucht hinein, wo die Felswände steil aufragen und das Wasser kühl bleibt. Im Juli und August ist der Andrang groß; komm früh, dann bekommst du ein Boot ohne lange Wartezeit und hast das erste Stück fast für dich. Baden kannst du an den flachen Ufern des Sees, das Wasser ist auch im Hochsommer erfrischend.

Als Basis für die Schlucht bietet sich Moustiers-Sainte-Marie an, ein Bergdorf, das sich in eine Felsspalte über zwei Wasserfällen drängt und für seine Fayence-Keramik bekannt ist. Über dem Ort spannt sich ein vergoldeter Stern an einer Kette zwischen zwei Felsen – ein Motiv, das angeblich auf ein Gelübde eines Kreuzritters zurückgeht. Von hier erreichst du die Route des Crêtes und den See in jeweils einer knappen halben Stunde. Rechne für die ganze Verdon-Runde einen vollen Tag, besser zwei, und tank vorher, die Tankstellen sind rar.

Aktivitäten & Touren in Provence

Alle 24 Aktivitäten
Camargue

Camargue – Flamingos, weiße Pferde und Salzgärten

Im Morgendunst stehen hunderte Flamingos knietief in der Lagune, und dahinter zieht eine Herde weißer Pferde durch das Schilf, als hätte sie jemand hingestellt.

Camargue – Flamingos, weiße Pferde und Salzgärten
Camargue

Die Camargue ist eine Welt für sich – das weite Schwemmland im Delta der Rhône, wo der Fluss sich vor dem Mittelmeer in Lagunen, Salzwiesen und Reisfelder auffächert. Hier leben die halbwilden weißen Camargue-Pferde, die schwarzen Stiere und, am spektakulärsten, tausende rosa Flamingos. Der beste Ort, sie aus der Nähe zu sehen, ist der Parc ornithologique du Pont de Gau bei Saintes-Maries-de-la-Mer: ein Vogelpark mit Stegen durch die Lagunen, wo Flamingos, Reiher und Enten das ganze Jahr über stehen. Nimm ein Fernglas mit und plane den frühen Morgen ein, wenn die Vögel aktiv sind.

Das kulturelle Zentrum ist Saintes-Maries-de-la-Mer, ein Wallfahrtsort mit einer wehrhaften Kirche direkt am Meer. Jedes Jahr im Mai kommen Roma aus ganz Europa hierher, um die schwarze Heilige Sara zu feiern und ihre Statue in einer Prozession ins Meer zu tragen. Rundherum bewirtschaften die gardians, die Rinderhirten der Camargue, ihre Weiden vom Pferd aus – auf vielen Höfen (manades) kannst du reiten oder bei der Arbeit mit den Stieren zusehen. Der weite Sandstrand von Piémanson und die Dünen locken Badegäste, aber der Wind pfeift hier oft kräftig.

Das Salz prägt die Landschaft im Osten. Bei Salin-de-Giraud und rund um das mittelalterliche Aigues-Mortes ziehen sich riesige Verdunstungsbecken bis zum Horizont, deren Wasser durch winzige Algen und Bakterien rosarot schimmert. Über die Salzgärten von Aigues-Mortes fahren im Sommer kleine Bähnchen, und vom Turm der ummauerten Stadt überblickst du das ganze Farbspiel. Aigues-Mortes selbst ist eine vollständig erhaltene Festungsstadt aus dem 13. Jahrhundert, von der aus der französische König einst zu den Kreuzzügen aufbrach – der komplette Mauerring ist begehbar.

Auf dem Teller schmeckt die Camargue nach ihrem Terroir: Der rote Camargue-Reis wächst auf den bewässerten Feldern des Deltas, das grobe Fleur de Sel wird von Hand aus den Salinen geschöpft, und der Stier steht als kräftiger Eintopf (gardiane de taureau) auf den Speisekarten – ein langsam geschmortes Ragout in Rotwein, klassisch mit ebendiesem Reis serviert. Erkunde die flache Landschaft am besten mit dem Rad oder zu Pferd, denn viele Wege sind für Autos gesperrt. Und denk an Mückenschutz: In den feuchten Sommermonaten sind die Stechmücken hier hartnäckig.

Luberon & Ocker

Luberon und die Ockerdörfer von Roussillon

In Roussillon wechselt der Boden die Farbe – von Gelb über Orange bis Blutrot ziehen sich die alten Ockerbrüche durch einen Pinienwald, und selbst die Häuser sind aus demselben glühenden Pigment gebaut.

Der Luberon ist der Inbegriff der ländlichen Provence – ein Höhenzug voller Bergdörfer, die Peter Mayle mit seinem Buch über ein Jahr in der Provence weltberühmt machte. Gordes ist das ikonischste: Ein Wirrwarr steinerner Häuser klettert einen Felskegel hinauf, gekrönt von Kirche und Schloss, und der klassische Blick von der Zufahrtsstraße vor dem Ort ist eines der meistfotografierten Motive Frankreichs. Wenige Kilometer entfernt liegt die Zisterzienserabtei Sénanque, deren Lavendelfeld im Juli die Postkarten füllt. Park in Gordes unbedingt auf den ausgewiesenen Flächen, im Ortskern ist es eng.

Roussillon ist das farbige Gegenstück. Das Dorf steht mitten in einem der größten Ockervorkommen der Welt, und über Jahrhunderte wurde hier das Pigment abgebaut, das Malern und Manufakturen die Erdtöne lieferte. Der Sentier des Ocres, ein kurzer Rundweg durch die stillgelegten Brüche, führt zwischen leuchtend roten und gelben Felsnadeln hindurch – trag keine hellen Schuhe, der feine Staub färbt ab. Das Dorf selbst ist ganz in diesen warmen Tönen gebaut, von Ocker bis Karminrot, und die Cafés an der kleinen Place haben genau die richtige Ausrichtung für den späten Nachmittag.

Ringsum reihen sich weitere Dörfer, jedes mit eigenem Charakter. Ménerbes und Lacoste ziehen sich als schmale Grate über ihre Hügel, Bonnieux staffelt sich in Terrassen mit weitem Blick über das Tal, und Ansouis oder Lourmarin im sanfteren Süden zählen zu den offiziell schönsten Dörfern Frankreichs. Dazwischen liegen Wochenmärkte, die den Rhythmus vorgeben – der von Apt am Samstag ist der größte der Region, der von Lourmarin am Freitag der stimmungsvollste. Plane die Fahrten so, dass du morgens auf einem Markt landest und die Beute mittags im Schatten isst.

Der Luberon ist außerdem Radrevier. Gut ausgeschilderte Routen verbinden die Dörfer über ruhige Nebenstraßen, und viele Betriebe vermieten E-Bikes, mit denen die Steigungen zu den Hügeldörfern beherrschbar bleiben. Zwischendurch lohnt ein Halt bei einem Weingut oder einer Ölmühle, denn der Luberon liegt am Rand der großen Weinregionen und produziert kräftige Rote und frische Rosés. Wer es ruhiger mag, kommt außerhalb von Juli und August: Im Mai, Juni und September stehen die Dörfer im gleichen Licht, aber ohne die vollen Parkplätze und die Wartezeit an den engen Ortseinfahrten.

Städte

Marseille, Aix und die großen Städte der Provence

In Marseille läuft nichts geordnet, und genau das ist der Reiz: Am Vieux-Port schreien die Fischhändler ihre Ware aus, während über allem die goldene Madonna wacht.

Marseille ist Frankreichs älteste Stadt, vor 2600 Jahren von Griechen gegründet, und bis heute ein mediterraner Schmelztiegel. Das Herz ist der Vieux-Port, der alte Hafen, wo morgens der Fischmarkt stattfindet und abends die Restaurantterrassen füllen. Über der Stadt thront die Basilika Notre-Dame de la Garde, von deren Vorplatz du ganz Marseille, die Inseln und das Meer überblickst – die goldene Marienfigur auf der Spitze ist von überall zu sehen. Verlauf dich anschließend im ältesten Viertel Le Panier mit seinen Treppengassen, Street-Art und kleinen Ateliers.

Zu den Sehenswürdigkeiten von Marseille gehört längst auch die neue Waterfront: Das MuCEM, das Museum der europäischen und mediterranen Zivilisationen, steckt in einem spektakulären Betongitter-Bau am Wasser und ist über eine Fußgängerbrücke mit dem alten Fort Saint-Jean verbunden. Vor der Küste liegt die Festungsinsel If, in der laut Alexandre Dumas der Graf von Monte Christo gefangen saß – Boote fahren regelmäßig hinaus. Und südlich der Stadt beginnt der Nationalpark der Calanques, jene weißen Kalksteinfjorde mit türkisem Wasser, in die du zu Fuß, per Boot oder Kajak vordringst.

Aix-en-Provence ist der elegante Gegenpol – bürgerlich, studentisch, mit einem der schönsten Stadtbilder der Region. Der Cours Mirabeau, eine breite von Platanen beschattete Prachtstraße mit Brunnen und Cafés, teilt die Altstadt von den herrschaftlichen Vierteln. In den Gassen findest du fast täglich Markt: Blumen, Gemüse, Oliven, dazu die mandelförmigen Calissons, das Wahrzeichen der Aixer Süßwarenkunst. Paul Cézanne wurde hier geboren; sein Atelier ist erhalten, und ein markierter Rundweg verbindet die Orte, die er malte, bis hinaus zur Montagne Sainte-Victoire.

Vergiss über den beiden Großen die mittelgroßen Städte nicht, denn sie tragen oft die schönste Substanz. Arles bündelt römisches Erbe, Van-Gogh-Spuren und das Tor zur Camargue an einem Ort und ist dabei angenehm überschaubar. Nîmes am westlichen Rand punktet mit Amphitheater und Tempel, Orange nördlich von Avignon mit einem der besterhaltenen römischen Theater der Welt, in dem im Sommer Opern gegeben werden. Diese Städte bewältigst du meist an einem halben oder ganzen Tag – ideal als Ziel eines Ausflugstags von deinem Standquartier aus.

Unterkünfte

Mas, Ferienhaus oder Stadthotel – so wohnst du in der Provence

Abends um sieben, wenn die alten Steinmauern des Mas die Tageshitze abgeben und im Pool das letzte Licht liegt, verstehst du, warum alle vom Ferienhaus in der Provence schwärmen.

Das Mas – das provenzalische Landhaus aus Naturstein – mit Pool ist die beliebteste Wahl, und die Gründe sind handfest: Platz für die ganze Familie, eine Küche für die Marktbeute aus Apt oder Aix, kein Frühstücksfenster, keine dünnen Hotelwände. Der Preis dafür: Du brauchst zwingend ein Auto, viele Häuser vermieten in fixen Samstag-bis-Samstag-Wochen, und die guten Objekte im Luberon für Juli und August sind oft schon im Winter vergeben. Buch früh und lies die Lagebeschreibung genau – 'ruhig gelegen' bedeutet in der Provence manchmal mehrere Kilometer Feldweg bis zum nächsten Dorf.

Wer den Kontakt zu den Gastgebern sucht, wählt eine Chambre d'hôtes, die französische Variante der Pension mit Frühstück. Du wohnst in einem restaurierten Weingut oder Bauernhaus, das Öl auf dem Tisch stammt oft von den Bäumen ringsum, und die Gastgeber verraten dir die Märkte, Winzer und Trattorien, die in keinem Reiseführer stehen. Manche kochen auf Anfrage abends eine table d'hôtes, ein gemeinsames Menü am langen Tisch. Für einen ersten Provence-Aufenthalt ist das eine warme, unkomplizierte Wahl – frag vorab, ob abends gekocht wird und wie weit es zum nächsten Restaurant ist.

Das Hotel spielt seine Stärke in den Städten aus. In Avignon, Aix oder Arles wohnst du innerhalb der historischen Zentren, wo dein Auto ohnehin nur schwer parkt – du gehst abends zu Fuß zum Essen und erlebst die Stadt in den Stunden, in denen die Tagesbesucher längst weg sind. Aix nach zehn Uhr abends, wenn nur noch die Brunnen plätschern und die Studenten die Plätze bevölkern, ist ein anderes Aix als das vom Mittag. Kläre vorher die Parkfrage: Die meisten Stadthotels haben keinen eigenen Parkplatz und verweisen auf ein kostenpflichtiges Parkhaus in der Nähe.

Die ehrlichste Empfehlung ist deshalb keine Entweder-oder-Entscheidung, sondern die Kombination: zwei, drei Nächte Stadthotel in Avignon oder Aix am Anfang, danach eine Woche Mas oder Chambre d'hôtes auf dem Land. So bekommst du die Museen, Märkte und Abendstunden der Städte ohne Auto-Stress – und danach die Langsamkeit, für die du eigentlich gekommen bist: Pool im Olivenhain, Zikaden am Nachmittag und ein Abendessen auf der Terrasse, für das niemand mehr fahren muss. An der Küste um Cassis buchst du für den Sommer besonders früh, das Angebot ist knapp und teuer.

Hotels in Provence

Alle 38 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Essen und Wein in der Provence

In der Hafenbeiz von Marseille kommt die Bouillabaisse in zwei Gängen – erst die kräftige Suppe mit Rouille und Croutons, danach der Fisch, den der Kellner am Tisch filetiert.

Die provenzalische Küche lebt von Sonne, Olivenöl und Kräutern. Das Signaturgericht der Küste ist die Bouillabaisse, die Marseiller Fischsuppe aus mehreren Mittelmeerfischen, gewürzt mit Safran und Fenchel und serviert mit der scharfen Knoblauch-Paprika-Paste Rouille auf gerösteten Brotscheiben. Eine echte Bouillabaisse ist kein billiges Gericht und braucht Vorbestellung – in seriösen Häusern kommt sie in zwei Gängen. Daneben stehen die Klassiker des Landesinneren: Ratatouille aus Sommergemüse, die Knoblauchmayonnaise Aïoli mit Kabeljau und Gemüse, und die Olivenpaste Tapenade zum Aperitif.

Auf den Wochenmärkten schlägt das Herz der Provence, und sie sind die beste Art, die Region zu schmecken. Fast jeder Ort hat seinen Markttag: Aix fast täglich, Arles am Samstag, Apt und L'Isle-sur-la-Sorgue mit seinen Antiquitäten am Sonntag. Kauf reife Tomaten, den süßen Melon de Cavaillon, Ziegenkäse aus Banon in Kastanienblätter gewickelt, Oliven in allen Marinaden und ein Bund Kräuter der Provence. Dazu Fougasse, das durchbrochene Fladenbrot, und in Aix die zarten Calissons aus Mandeln und kandiertem Melonenfruchtfleisch. Ein solcher Markteinkauf ersetzt problemlos das Mittagessen im Restaurant.

Beim Wein ist die Provence vor allem das Land des Rosé: blassrosa, trocken und gekühlt getrunken, macht er hier die Mehrheit der Produktion aus – die Appellationen Côtes de Provence und Bandol liefern die bekanntesten. Doch der Norden kann mehr: Rund um Avignon liegen die großen Roten des südlichen Rhônetals, allen voran Châteauneuf-du-Pape mit seinen von Wein bedeckten Kieselsteinfeldern, dazu Gigondas und Vacqueyras. An der Küste keltert Cassis einen frischen Weißwein zur Bouillabaisse, und Bandol steht für kräftige, lange lagerfähige Rote aus der Mourvèdre-Traube.

Zum Aperitif gehört der Pastis, der anisgetränkte Klassiker der Region: Ein Schuss in ein hohes Glas, mit kaltem Wasser aufgegossen, bis er sich milchig trübt, dazu Eis und Oliven – der Ritus, mit dem die Provence in den Feierabend geht. Im Winter kommt der schwarze Trüffel aus dem Vaucluse dazu, dessen Markt in Richerenches zwischen November und März Kenner aus ganz Frankreich anzieht. Reservier für die guten Restaurants am Abend vor, gerade in der Hochsaison und an der Küste; mittags dagegen findest du fast überall ohne Buchung ein Menu du jour zu fairem Preis.

Restaurants in Provence

Alle 39 Restaurants
Anreise & Mobilität

Anreise in die Provence – und warum sich der Mietwagen lohnt

Hinter Lyon öffnet sich die Autoroute du Soleil, das Thermometer klettert, und irgendwann tauchen die ersten Zypressen und Platanenalleen auf – das Gefühl, im Süden angekommen zu sein.

Am schnellsten und bequemsten reist du mit dem TGV an. Von Paris erreichst du Avignon in rund zweieinhalb, Aix-en-Provence und Marseille in gut drei Stunden; aus Deutschland fährst du über Paris oder mit dem TGV via Straßburg und Lyon in den Süden. Achte in Avignon und Aix auf die zwei Bahnhöfe: Der TGV-Bahnhof (Avignon TGV) liegt außerhalb und ist per Pendelzug (navette) mit dem Zentrumsbahnhof Avignon Centre verbunden – plane den Umstieg ein. Marseille-Saint-Charles dagegen liegt mitten in der Stadt, wenige Minuten vom Vieux-Port.

Fliegen lohnt vor allem in den Süden der Region: Der Flughafen Marseille-Provence (MRS) wird aus mehreren deutschen Städten direkt angeflogen und liegt gut zwanzig Minuten vom Zentrum. Alternativ nutzt du Nîmes oder das nahe Nizza im Osten. Mit dem eigenen Auto rechnest du ab Süddeutschland grob zehn bis zwölf Stunden über die Schweiz oder über Lyon auf der A7, der Autoroute du Soleil. Kalkuliere die französische Autobahnmaut (Péage) ein – die Strecke ab der Grenze bis in die Provence summiert sich schnell auf mehrere Dutzend Euro, zahlbar bequem mit Kreditkarte an den Mautstationen.

Vor Ort führt an einem Mietwagen kaum ein Weg vorbei, sobald du das Land erkunden willst. Der Luberon mit seinen Bergdörfern, das Lavendelplateau von Valensole, die Verdonschlucht und die weite Camargue liegen abseits der Bahnlinien; Busse fahren selten und nach Schulzeiten getaktet. Ein Mietwagen ab Flughafen oder Bahnhof kostet außerhalb der Ferien oft 35 bis 50 Euro pro Tag – buch früh und nimm die kleinste Klasse, die dein Gepäck fasst, denn in den engen Dorfgassen und auf den Serpentinen des Verdon ist ein kompaktes Auto klar im Vorteil.

Zwischen den großen Städten funktioniert die Bahn dagegen gut und günstig: AvignonArlesMarseille und Marseille–Aix sind schnelle, dichte Regionalverbindungen für wenige Euro. Wer nur Städte sehen will, kommt also durchaus ohne Auto durch. Beim Fahren gilt in der Provence eine Eigenheit im Hinterkopf: der Mistral, jener kalte, trockene Nordwind, der das Rhônetal hinabfegt und mit heftigen Böen an hohen Fahrzeugen und auf Brücken zerrt. Er räumt zwar den Himmel frei und liefert das berühmte klare Licht, macht aber Wohnmobile und Anhänger an manchen Tagen zur zähen Angelegenheit.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Städte & Basisorte

Die schönsten Städte in Provence – und welche Basis zu dir passt

AvignonAvignonDer Papstpalast, größter gotischer Palast Europas, und die abgebrochene Brücke aus dem Kinderlied prägen Avignon. Im Juli macht das Theaterfestival die ganze Altstadt zur Bühne; ringsum liegen die Weinberge von Châteauneuf-du-Pape.Ideal für: Geschichte & Festival1–2 TageAix-en-ProvenceAix-en-ProvenceBrunnen und Platanen entlang des Cours Mirabeau, fast täglich Markt und die Spuren Cézannes bis hinaus zur Montagne Sainte-Victoire: Aix ist die eleganteste Stadt der Provence und ein idealer Ausgangspunkt für den Süden.Ideal für: Flanieren & Cézanne1–2 TageMarseilleMarseilleFrankreichs älteste Stadt ist rau und mediterran: Vieux-Port, Le Panier, die goldene Madonna von Notre-Dame de la Garde und das MuCEM am Wasser. Vor der Küste beginnen die Calanques mit türkisem Fjordwasser.Ideal für: Hafen & Calanques2 TageArlesArlesRömisches Amphitheater, antikes Theater und die Bilderorte Van Goghs liegen in Arles dicht beieinander – dazu ist die Stadt das Tor zur Camargue. Überschaubar, mediterran und mit lebhaftem Samstagsmarkt.Ideal für: Römer & Van Gogh1 TagGordesGordesSteinhäuser klettern einen Felskegel hinauf, gekrönt von Kirche und Schloss – der Blick von der Zufahrt ist eines der bekanntesten Motive Frankreichs. Nebenan blüht im Juli das Lavendelfeld der Abtei Sénanque.Ideal für: Bergdorf & Lavendel½ TagLes Baux-de-ProvenceLes Baux-de-ProvenceAuf einem kahlen Felsgrat der Alpilles thront eine Burgruine über dem Tal. Im aufgelassenen Steinbruch nebenan tauchen die Carrières des Lumières Wände und Boden in projizierte Gemälde – ein Bild- und Klangraum in Übergröße.Ideal für: Burg & Lichtshow½ TagCassisCassisEin bunter Fischerhafen zwischen Weinbergen und der höchsten Meeresklippe Frankreichs, dem Cap Canaille. Von hier startest du zu Fuß oder per Boot in die Calanques Port-Miou, Port-Pin und En-Vau; dazu ein frischer Weißwein.Ideal für: Calanques & Hafen1 TagSaint-Rémy-de-ProvenceSaint-Rémy-de-ProvenceVor den Toren liegen die Römerstadt Glanum und das Kloster, in dem Van Gogh ein Jahr lang malte. Der Ort selbst lebt von Platanen, Wochenmärkten und der Nähe zu den Alpilles – provenzalischer Alltag ohne großen Rummel.Ideal für: Van Gogh & Antike½–1 Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für die Provence: Wetter und Klima im Jahreslauf

Zwischen Aprilgrün und Oktobergold liegt in der Provence ein halbes Jahr voller guter Reisewochen – nur der Hochsommer verlangt einen Plan und der Mistral gelegentlich eine Jacke.

Das Klima der Provence ist mediterran: milde, feuchte Winter, ein grünes, schnell wärmer werdendes Frühjahr, heiße und sehr trockene Sommer mit über dreißig Grad und ein langer, goldener Herbst. Prägend ist der Mistral, der kalte Nordwind, der vor allem im Frühjahr tagelang wehen kann, den Himmel aber strahlend blau fegt. Die beste Reisezeit hängt vom Plan ab: Städte und Wanderungen vertragen Frühling und Herbst am besten, für den Lavendel brauchst du die erste Julihälfte, fürs Baden Juni bis September. Die Werte unten gelten fürs Landesinnere um Avignon; an der Küste um Marseille ist es im Winter milder.

Jan11°2°Nebensaison, klar und kühl
Feb13°3°kühl, oft Mistral
Mär16°5°erstes Grün, windig
Apr19°8°Mandelblüte, angenehm
Mai24°12°grün und mild, ideal
Jun28°16°warm, Lavendel beginnt
Jul32°18°Lavendelblüte, Hochsaison
Aug32°18°sehr heiß und voll
Sep27°15°Weinlese, warm
Okt21°11°goldenes Licht, ruhig
Nov15°6°regnerisch, Trüffelzeit
Dez11°3°still, Weihnachtsmärkte

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für die Provence sind Mai, Juni und September bis Mitte Oktober: warm genug zum Baden, kühl genug für Städte und Wanderungen, dazu Mandelblüte im Frühjahr und Weinlese im Herbst. Wer den Lavendel sehen will, muss dagegen in die erste Julihälfte – und nimmt dann Hitze und Andrang in Kauf. Den August überlässt du besser den Strandurlaubern: Avignon und Aix sind dann heiß, und rund um den 15. August machen viele Franzosen selbst Ferien.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Provence

Wie viele Tage braucht man für die Provence?
Für einen ersten Überblick plane eine Woche: zwei Tage Avignon und Umgebung, zwei Tage Luberon, dazu Aix, die Küste um Cassis und einen Tag Camargue. Mit zehn bis vierzehn Tagen hängst du die Verdonschlucht und das Lavendelplateau von Valensole an, ohne täglich umziehen zu müssen.
Wann blüht der Lavendel in der Provence?
Auf dem Plateau von Valensole meist von Mitte Juni bis Mitte Juli, in den höheren Lagen um Sault von Anfang Juli bis in den August. Ende Juli beginnt vielerorts die Ernte, dann sind die Felder gestutzt. Plane die Reise für die violetten Reihen also fest auf die erste Julihälfte.
Braucht man in der Provence ein Auto?
Für die Städte nicht – Avignon, Arles, Marseille und Aix verbindet die Bahn günstig und dicht. Für den Luberon, die Verdonschlucht, das Lavendelplateau und die Camargue schon: Dort fahren Busse selten, und die schönsten Strecken sind Landstraßen ohne öffentlichen Verkehr.
Was kostet ein Ferienhaus mit Pool in der Provence?
In der Hochsaison rechne grob mit 1.500 bis 3.000 Euro pro Woche, je nach Größe, Lage und Ausstattung – ein kleines Mas im Hinterland liegt am unteren Ende, eine Villa mit Pool im Luberon deutlich darüber. Im Mai, Juni und September zahlst du oft spürbar weniger.
Welche Stadt eignet sich am besten als Standquartier?
Für den Norden mit Luberon, Avignon und Pont du Gard wählst du einen Ort im Vaucluse, etwa rund um Avignon oder in einem Luberon-Dorf. Für Küste, Aix und Camargue sitzt du weiter südlich zentraler. Wer beide Teile sehen will, teilt die Woche auf zwei Standorte auf.
Wo sieht man in der Camargue Flamingos?
Am zuverlässigsten im Parc ornithologique du Pont de Gau bei Saintes-Maries-de-la-Mer, einem Vogelpark mit Stegen durch die Lagunen, wo Flamingos das ganze Jahr stehen. Komm früh am Morgen und bring ein Fernglas mit; auch entlang der Salzstraßen um Salin-de-Giraud lassen sie sich beobachten.
Kann man in den Gorges du Verdon baden und Boot fahren?
Ja – am Lac de Sainte-Croix am unteren Ende der Schlucht badest du an flachen Ufern, und am Pont du Galetas mietest du Tretboote, Kajaks oder Elektroboote, um in den Eingang der Schlucht zu paddeln. Im Juli und August ist der Andrang groß, also komm früh für ein Boot ohne Wartezeit.
Lohnt sich der Pont du Gard?
Sehr – das dreistöckige römische Aquädukt über dem Gardon ist Weltkulturerbe und eines der eindrucksvollsten Bauwerke der Antike in Frankreich. Im Sommer kannst du im Fluss darunter baden. Park auf den offiziellen Flächen; das Ticket schließt Parkplatz und Museum ein, günstiger wird es am späten Nachmittag.
Was sollte man in der Provence essen?
An der Küste die Bouillabaisse, die Marseiller Fischsuppe, dazu Aïoli und Tapenade. Im Landesinneren Ratatouille, Ziegenkäse aus Banon, den Melon de Cavaillon und die Mandel-Calissons aus Aix. Dazu gehört Rosé aus der Provence oder ein kräftiger Châteauneuf-du-Pape, als Aperitif ein Pastis mit Wasser und Eis.
Wie kommt man von Deutschland in die Provence?
Am bequemsten mit dem Flug nach Marseille-Provence oder mit dem TGV über Paris nach Avignon, Aix oder Marseille. Mit dem eigenen Auto sind es ab Süddeutschland grob zehn bis zwölf Stunden über Lyon auf der A7; rechne die französische Autobahnmaut (Péage) von mehreren Dutzend Euro ein.
Was ist der Mistral und wann weht er?
Der Mistral ist ein kalter, trockener Nordwind, der das Rhônetal hinabfegt, oft mehrere Tage am Stück und vor allem im Frühjahr. Er kann kräftig böig sein und an hohen Fahrzeugen zerren, fegt aber den Himmel strahlend blau frei – daher das berühmte klare Licht der Provence, das schon Van Gogh und Cézanne malten.
Wann ist die beste Reisezeit für die Provence?
Mai, Juni und September bis Mitte Oktober: 22 bis 28 Grad, blühende oder erntereife Landschaft und weniger Andrang als im Hochsommer. Für den Lavendel brauchst du die erste Julihälfte, fürs Baden Juni bis September. Der August ist heiß und voll, dazu machen um den 15. viele Franzosen selbst Urlaub.
Ist die Provence teuer?
Mittelfeld mit Ausreißern nach oben: Märkte, Landgasthäuser und ein Mittagsmenü sind bezahlbar, teuer sind die Küste um Cassis und Saint-Tropez, Ferienhäuser mit Pool in der Hochsaison und eine echte Bouillabaisse in Marseille. Nebensaison, Chambres d'hôtes und der Einkauf auf dem Wochenmarkt drücken das Budget deutlich.
Welche Dörfer im Luberon sollte man sehen?
Gordes mit seinem Blick von der Zufahrt und der nahen Abtei Sénanque, das ockerrote Roussillon mit dem Sentier des Ocres sowie Ménerbes, Bonnieux und Lourmarin. Verbinde die Fahrten mit den Wochenmärkten – der von Apt am Samstag ist der größte, der von Lourmarin am Freitag der stimmungsvollste.
ProvenceZwischen den violetten Lavendelfeldern von Valensole, der türkisblauen Verdonschlucht und dem Papstpalast von Avignon liegt Frankreichs Sehnsuchtssüden.

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