Stadt · Frankreich

Avignon

Hinter dem Place de l'Horloge öffnet sich plötzlich ein Palast, der die halbe Stadt überragt – und ein paar hundert Meter weiter hört eine Brücke mitten in der Rhône einfach auf.

6 Stadtviertel8 Sehenswürdigkeiten5 Hotels
Überblick

Deine Avignon-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Frühling (April bis Juni) und Frühherbst (September) sind ideal: mildes Wetter, blühende oder erntereife Provence und überschaubarer Andrang. Der Juli steht ganz im Zeichen des Festival d'Avignon – aufregend, aber voll und teuer. Im Hochsommer wird es heiß; der Winter ist ruhig, kühl und gelegentlich vom Mistral durchweht.
Über Avignon

Reisen nach Avignon

Avignon liegt am linken Rhône-Ufer im Vaucluse und trägt bis heute die Maße einer Hauptstadt, die es nur rund siebzig Jahre lang war. 1309 verlegte Clemens V. den päpstlichen Hof hierher, sieben Päpste regierten von Avignon aus, danach noch zwei Gegenpäpste des Abendländischen Schismas. Geblieben sind das Palais des Papes mit rund 15.000 Quadratmetern Grundfläche und ein Mauerring von gut 4,3 Kilometern, der die Altstadt vollständig umschließt – Palast, bischöfliches Ensemble und Brücke stehen seit 1995 als historisches Zentrum von Avignon auf der UNESCO-Welterbeliste. Gleich daneben endet die Pont Saint-Bénézet nach vier erhaltenen Bögen mitten im Fluss, weil die Rhône den Rest über Jahrhunderte weggerissen hat. Dahinter beginnt eine dicht gebaute Altstadt aus Plätzen und schmalen Gassen: der Place de l'Horloge mit Rathaus, Uhrturm und Opernhaus unter Platanen, die Markthalle Les Halles hinter einer bepflanzten Wand, das alte Färberviertel an der Rue des Teinturiers mit seinen Wasserrädern, dazu Museen wie das Musée du Petit Palais und die Collection Lambert. Im Juli macht das 1947 gegründete Festival d'Avignon aus Ehrenhof, Kirchen und Hinterhöfen Spielstätten. Ringsum liegen die Weinberge von Châteauneuf-du-Pape, das römische Aquädukt Pont du Gard und der Luberon – Avignon ist damit Ziel und Basis für die Provence zugleich.

Avignon – Karte
Reiseführer

Avignon von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Gegen halb neun am Juliabend steht die Sonne so flach über der Rhône, dass die Westfassade des Papstpalasts orange wird und die vier übrig gebliebenen Bögen der Pont Saint-Bénézet lange Schatten aufs Wasser legen. Avignon ist keine Kleinstadt, die zufällig ein großes Bauwerk abbekommen hat – hier residierten siebzig Jahre lang die Päpste, und die Stadt trägt das bis heute in ihren Maßen. Ein Palast von rund 15.000 Quadratmetern, ein geschlossener Mauerring von gut vier Kilometern, und im Juli ein Theaterfestival, das jeden Hinterhof zur Spielstätte macht.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Avignon

Alles Wesentliche liegt innerhalb der Stadtmauer, und vom Bahnhof bis zum Papstpalast läufst du gut zehn Minuten geradeaus.

Das Palais des Papes ist der Grund, warum Avignon keine Provinzstadt an der Rhône geblieben ist. Zwischen 1335 und 1352 ließen zwei Bauherren, Benedikt XII. und Clemens VI., zwei Paläste ineinanderwachsen – den strengen Alten und den prunkvolleren Neuen Palast, zusammen rund 15.000 Quadratmeter Grundfläche und damit den größten gotischen Palastbau der Welt. Seit 1995 steht er zusammen mit dem bischöflichen Ensemble, der Brücke und der Altstadt als historisches Zentrum von Avignon auf der UNESCO-Welterbeliste. Davor öffnet sich der weite Place du Palais, an dessen Nordende das Musée du Petit Palais im einstigen Erzbischofssitz steht: italienische Malerei des 13. bis 16. Jahrhunderts aus der Sammlung Campana, darunter eine Madonna von Botticelli, und das alles ohne Eintritt. Wer nur einen halben Tag hat, sieht hier bereits das Wichtigste.

Gleich neben dem Palast steht die Cathédrale Notre-Dame des Doms, ein romanischer Bau des 12. Jahrhunderts, dessen Turm seit 1859 eine vergoldete Marienstatue trägt – sie ist von halb Avignon aus zu sehen und abends der hellste Punkt der Stadtsilhouette. Dahinter führt ein gepflasterter Weg hinauf in den Jardin du Rocher des Doms, den Garten auf dem Felsen, mit dem die Stadtgeschichte tatsächlich beginnt: Hier lag die erste Siedlung, hoch genug über dem Fluss, um Hochwasser zu überstehen. Von der Terrasse siehst du die Rhône, die Insel Barthelasse, die Türme von Villeneuve-lès-Avignon auf der anderen Seite und an klaren Tagen den kahlen Gipfel des Mont Ventoux. Der Eintritt in den Park kostet nichts.

Von derselben Terrasse blickst du auf die Pont Saint-Bénézet, und das ist der beste Ort, um zu verstehen, was mit ihr geschehen ist. Gebaut wurde sie zwischen 1177 und 1185, mit rund 22 Bögen und fast 900 Metern Länge bis ans andere Ufer; die Rhône hat sie über Jahrhunderte immer wieder weggerissen, bis man den Wiederaufbau im 17. Jahrhundert aufgab. Vier Bögen stehen noch, dazu die zweistöckige Kapelle Saint-Nicolas auf dem zweiten Pfeiler. Und wer das Kinderlied „Sur le pont d'Avignon“ im Ohr hat, sollte wissen, dass nach verbreiteter Lesart nicht auf, sondern unter der Brücke getanzt wurde, drüben auf der Insel Barthelasse. Rundherum zieht sich die Stadtmauer, gut 4,3 Kilometer, im 14. Jahrhundert unter den Päpsten errichtet und im 19. Jahrhundert von Viollet-le-Duc überarbeitet.

Der Rest der Altstadt lebt von seinen Plätzen. Auf dem Place de l'Horloge, dem einstigen römischen Forum, stehen Rathaus und Opernhaus von 1847 nebeneinander, unter den Platanen reihen sich Caféterrassen und ein altes Karussell dreht sich, und über dem Rathaus zeigt der gotische Uhrturm mit seinen Jacquemart-Figuren, woher der Platz seinen Namen hat. Ein paar Minuten südöstlich beginnt die Rue des Teinturiers, eine Kopfsteinpflastergasse entlang eines offenen Arms der Sorgue, an dem noch mehrere Wasserräder der früheren Färbereien hängen. Für Kunst gehst du in die Collection Lambert, deren zeitgenössische Sammlung in zwei Stadtpalais des 18. Jahrhunderts untergebracht ist, oder ins kleine Musée Angladon, in dem das einzige Gemälde van Goghs hängt, das in der Provence geblieben ist.

Sehenswürdigkeiten in Avignon

Alle 8 Sehenswürdigkeiten
Papstpalast

Der Papstpalast in Avignon von innen

Rechne mit anderthalb bis zwei Stunden und mit dem Gedanken, dass ein Palast auch ohne Möbel gewaltig sein kann.

Palais des Papes
Palais des Papes

1309 verlegte Clemens V. den päpstlichen Hof aus dem unruhigen Rom an die Rhône, und was als Provisorium gedacht war, wurde zur Residenz von sieben Päpsten bis 1377. Danach hielten sich hier noch zwei Gegenpäpste des Abendländischen Schismas, bis der Palast 1403 endgültig verlassen wurde. Clemens VI. kaufte die Stadt 1348 der Gräfin Johanna von Provence ab; Avignon blieb bis zur Französischen Revolution päpstliches Territorium und war damit jahrhundertelang keine französische Stadt. Wer das weiß, liest die Dimensionen des Baus anders – er war Kirchenzentrale, Festung, Verwaltungsapparat und Hofhaltung in einem, errichtet in weniger als zwei Jahrzehnten.

Der Rundgang führt durch den Ehrenhof, die Große Kapelle, den Saal der Großen Audienz und die privaten Räume der Päpste. Genau dort liegt der beste Teil: In der Chambre du Cerf, dem Arbeitszimmer Clemens' VI., bedecken Jagd- und Fischereiszenen die Wände, gemalt um 1343 von einer französisch-italienischen Werkstatt, die traditionell mit Matteo Giovannetti in Verbindung gebracht wird, in einem weltlichen, fast heiteren Ton, den man in einem Papstpalast nicht erwartet. Nebenan ist die Papstkammer über und über mit Ranken und Vögeln bemalt. Der Rest der Säle steht leer, weil der Palast im 19. Jahrhundert Kaserne und Gefängnis war und dabei ausgeräumt wurde – gerade diese Leere macht die Maßstäbe erst begreifbar.

Zum Ticket gehört ein Tablet, der sogenannte Histopad, der in jedem Saal die verlorene Ausstattung digital rekonstruiert. Das klingt nach Spielerei, funktioniert aber genau dort, wo nackte Wände sonst wenig erzählen, und Kinder halten damit deutlich länger durch. Praktisch: Es gibt ein Kombiticket für Palast und Brücke, das sich fast immer lohnt, weil beide Ziele keine zehn Gehminuten auseinanderliegen. Buche in der Hauptsaison ein Zeitfenster im Voraus und geh möglichst gleich zur Öffnung, bevor die Reisegruppen von den Flusskreuzfahrtschiffen am Quai anlanden. Am Ende führt der Weg über die Dachterrassen, von denen aus du die Altstadt, den Rocher des Doms und den Fluss auf einmal überblickst.

Ein saisonaler Hinweis, der viele überrascht: Im Juli ist der Ehrenhof die Hauptbühne des Festivals, dann stehen dort Tribüne und Technik, und der Besuch verläuft anders als im Rest des Jahres. Wer den Hof leer sehen will, kommt außerhalb der Festivalwochen. Direkt unterhalb des Palasts lohnt anschließend La Manutention, der umgenutzte Wirtschaftshof mit dem Programmkino Utopia und einem Jazzclub – der kürzeste Weg von der Papstgeschichte zurück in die Gegenwart der Stadt. Und wer im Anschluss noch Kraft hat, geht die paar Schritte hinüber ins Petit Palais, das nach der Wucht des großen Baus angenehm überschaubar wirkt.

Rundgang & Tagesplan

Avignon an einem Tag – ein Rundgang durch die Altstadt

Die Altstadt misst rund anderthalb Kilometer im Durchmesser, ein Tag reicht also – wenn du früh anfängst.

Beginne am Place Pie in der Markthalle Les Halles, deren Fassade eine bepflanzte Wand des Botanikers Patrick Blanc trägt. Drinnen stehen rund vierzig Stände mit Käse, Charcuterie, Oliven, Fisch und Gemüse aus dem Comtat; an der Theke gibt es Kaffee und ein Frühstück im Stehen zwischen Leuten, die hier tatsächlich einkaufen. Die Halle ist ein Vormittagsort, montags bleibt sie geschlossen, und gegen Mittag beginnen die Händler abzuräumen – deshalb steht sie am Anfang und nicht am Ende des Tages. Von dort sind es fünf Minuten durch enge Gassen zum Place de l'Horloge.

Weiter nach Norden auf den Place du Palais, und zwar zur Öffnungszeit des Papstpalasts. Anderthalb bis zwei Stunden später kommst du über die Dachterrassen wieder heraus, hängst das Musée du Petit Palais am Nordende des Platzes an und steigst danach hinauf in den Jardin du Rocher des Doms. Der Garten ist der beste Picknickplatz der Stadt, mit Blick auf Fluss, Insel und die Türme von Villeneuve – die Zutaten dafür hast du morgens in der Halle gekauft. Anschließend führen Treppen und ein kurzer Weg an der Mauer entlang hinunter zum Eingang der Pont Saint-Bénézet, deren Begehung samt Audioguide etwa eine halbe Stunde dauert.

Für den Nachmittag wechselst du die Tonlage. Durch das Quartier de la Balance, wo mittelalterliche Gassen unvermittelt auf Architektur der 1970er Jahre treffen, gehst du zurück Richtung Zentrum und dann nach Süden in die Rue des Teinturiers. Unter den Platanen am Wasser sitzt es sich mit einem Kaffee besser als auf jeder Hauptplatzterrasse, und die Wasserräder drehen sich noch. In der Nähe liegt die Collection Lambert für zeitgenössische Kunst, ein paar Straßen westlich die Rue Joseph Vernet mit ihren Stadtpalais, Boutiquen und dem Musée Calvet. Wer lieber weiterläuft als weiterschaut, folgt der Stadtmauer ein Stück nach Osten zum Place des Carmes.

Den Abend beginnst du am Place des Corps Saints, wo unter alten Platanen die Bar- und Bistrotische stehen und das jüngere Avignon sitzt, und isst danach entweder dort oder in einer der Adressen rund um den Palast. Wer zwei Tage hat, nimmt am nächsten Morgen die Brücke über die Rhône nach Villeneuve-lès-Avignon mit Tour Philippe le Bel, Fort Saint-André und der Kartause – ein halber Tag, der die Papstgeschichte von der Gegenseite erzählt. Drei Tage decken zusätzlich einen Ausflug nach Châteauneuf-du-Pape oder zum Pont du Gard ab, ohne dass du das Hotel wechseln musst.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Stadtviertel

Die Stadtviertel von Avignon innerhalb der Mauern

Die Altstadt teilt sich weniger in Bezirke als in Plätze, und jeder von ihnen hat seine eigene Tageszeit.

Pont Saint-Bénézet
Pont Saint-Bénézet

Im Norden, im Schatten von Papstpalast und Rocher des Doms, liegt La Banasterie. Die schmale Rue Banasterie zieht sich an Fassaden des 17. und 18. Jahrhunderts entlang, hinter denen früher die Korbflechter arbeiteten und später der Adel des Comtat wohnte; hier steht auch die Chapelle des Pénitents Noirs. Es ist das stillste Viertel der Altstadt, ein paar Schritte von der meistbesuchten Stelle der Stadt entfernt – abends hörst du hier deine eigenen Schritte. Direkt westlich davon, zwischen Palast und Fluss, liegt das Quartier de la Balance, in dem mittelalterliche Gassen und ein Wiederaufbau der 1970er Jahre unvermittelt aufeinandertreffen; die Rue de la Balance führt vom Papstplatz direkt zur Brücke.

Das Zentrum des Alltags ist der Place de l'Horloge. Auf dem Grundriss des römischen Forums liegt der große Platanenplatz mit Rathaus, Uhrturm, Opernhaus und einer geschlossenen Reihe von Caféterrassen, an denen im Sommer bis spät nachts jemand sitzt. Von hier gehen die beiden wichtigsten Achsen ab: die Rue de la République zum Bahnhof im Süden und die Rue Joseph Vernet nach Westen, die elegantere der beiden, mit Stadtpalais, Buchhandlungen und Modeläden. Wer zum ersten Mal in Avignon ist und kurze Wege will, wohnt in diesem Umkreis – alles Weitere ist von hier aus in einer Viertelstunde zu Fuß erreichbar.

Im Südosten liegen die beiden Viertel, in denen abends etwas los ist. Am Place des Corps Saints steht ein Brunnen unter mächtigen Platanen, ringsum Bars, Bistros und die alte Célestins-Kirche; das ist der Platz der Studierenden und der jungen Avignonais, und im Juli reicht die Reihe der Tische bis in die Nebenstraßen. Ein Stück weiter nordöstlich zieht sich die Rue des Teinturiers am Sorgue-Arm entlang, mit Galerien, kleinen Theatern und Terrassen am Wasser – das Viertel mit dem meisten Eigensinn und den wenigsten Ketten. Wer im Festivalmonat kommt, findet hier die dichteste Konzentration an Off-Spielstätten.

Bleibt der Nordosten. Rund um den Place des Carmes, nahe an der Stadtmauer, liegt ein Quartiersplatz, der ohne Reisende auskommt: die Kirche Saint-Symphorien, der Kreuzgang der Karmeliter, der samstags zum Blumenmarkt und sonntags zum Trödelmarkt wird, dazwischen Bäckereien und Bars, in denen Stammgäste sitzen. Wer verstehen will, wie sich Avignon außerhalb der Papstachse anfühlt, kommt an einem Sonntagvormittag hierher. Für Übernachtungen ist die Gegend die ruhigere Alternative zum Zentrum, ohne dass du länger als zehn Minuten zum Palast brauchst.

Übernachten

Hotels in Avignon und die passende Lage in der Altstadt

Die meisten Gäste kommen als Tagesbesucher, und genau deshalb lohnt die Übernachtung innerhalb der Mauern.

Die bekannteste Adresse ist La Mirande, ein Stadtpalais unmittelbar hinter dem Papstpalast, dessen Salons mit Stoffbespannungen und Antiquitäten eher an ein Wohnhaus des 19. Jahrhunderts erinnern als an ein Hotel. Zum Haus gehören ein Sternerestaurant, eine Kochschule und die alte Küche im Untergeschoss, in der an bestimmten Abenden an einer langen Tafel gegessen wird. Die zweite Institution ist das Hôtel d'Europe am Place Crillon, das seit 1799 als Hotel geführt wird und damit zu den ältesten Frankreichs gehört – Innenhof mit Platanen, hohe Räume, Lage zwischen Rhône-Tor und Rue Joseph Vernet.

Eine Kategorie darunter wird es interessanter. Das Hôtel Cloître Saint-Louis nutzt ein Jesuitennoviziat des 16. Jahrhunderts samt Kreuzgang, an das ein moderner Flügel von Jean Nouvel angebaut wurde; auf dem Dach liegt ein Pool, und der Kreuzgang ist im Sommer der kühlste Ort im Haus. Das Hôtel de Cambis ist die kleine, elegante Variante mitten in der Altstadt, mit Weinthema und kurzen Wegen in alle Richtungen. Und das Hôtel Le Bristol Avignon an der Achse zum Bahnhof ist die pragmatische Wahl für alle, die mit der Bahn kommen und ohne Koffergeschleppe ins Zimmer wollen – solide, zentral, mit Umweltlabel Clef Verte.

Die Lagefrage lässt sich in Avignon einfach beantworten: innerhalb der Stadtmauer. Der Ring hat rund anderthalb Kilometer Durchmesser, alles Wesentliche liegt darin, und die Adressen außerhalb sparen zwar Geld, kosten dich aber jeden Abend einen Weg durch ein Stadttor. Rund um den Place de l'Horloge und die Rue Joseph Vernet wohnst du am zentralsten, im Norden bei La Banasterie und am Place des Carmes am ruhigsten, am Place des Corps Saints am lebendigsten – und dort auch am lautesten, weil die Terrassen bis spät besetzt sind. Wer empfindlich schläft, fragt gezielt nach einem Zimmer zum Innenhof.

Entscheidender als die Kategorie ist bei Avignon das Datum. Im Juli, wenn Festival und Off gleichzeitig laufen, sind die Häuser in der Altstadt oft Monate im Voraus ausgebucht und die Raten ein Vielfaches des Normalen; dasselbe gilt abgeschwächt für die Wochenenden im Mai und September. Unter der Woche im November oder Februar bekommst du dieselben Zimmer zu einem Bruchteil. Zweiter Punkt, den viele unterschätzen: Hotels in der Altstadt haben selten eigene Stellplätze, die Gassen sind eng und teils Einbahnstraßen. Frag beim Buchen nach der Parklösung des Hauses, und plane sonst einen der großen Parkplätze vor der Mauer ein.

Hotels in Avignon

Alle 5 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Avignon und die Küche des Vaucluse

Avignon hat für seine Größe auffällig viele Sterneküchen und gleichzeitig eine Markthalle, in der die halbe Stadt einkauft.

Oben in der Skala stehen drei Häuser, die sich gut unterscheiden. Restaurant Pollen von Mathieu Desmarest arbeitet mit Überraschungsmenüs und offener Küche, ohne Karte und ohne Zeremonie, in einem kleinen Raum, in dem man den Köchen zusieht. Restaurant Sevin von Guilhem Sevin sitzt in einem historischen Haus unweit des Papstpalasts und kocht deutlich klassischer. Und La Mirande ist die Gourmet-Tafel im gleichnamigen Stadtpalais, ausgezeichnet auch für ihren nachhaltigen Ansatz, mit Kräutergarten im Innenhof. Alle drei sind klein, alle drei solltest du vorab reservieren – im Juli am besten schon vor der Anreise.

Für den normalen Abend funktioniert die Ebene darunter besser. L'Agape am Place des Corps Saints steht für die saisonale Bistrot-Küche, für die der Guide Michelin seinen Bib Gourmand vergibt: kurze Karte, Marktware, vernünftige Preise. L'Essentiel serviert wenige Schritte vom Palast entfernt in einem Innenhof aus dem 17. Jahrhundert, was an lauen Abenden die halbe Miete ist. Und La Fourchette, seit 1982 von der Familie Hiély geführt, ist das Traditionsbistro der Stadt, in dem sich in Sachen Einrichtung und Karte bewusst wenig ändert. Beachte, dass viele Küchen an einem festen Wochentag ganz schließen – in Avignon häufig Sonntag und Montag.

Der beste Einstieg in die Regionalküche ist aber kein Restaurant, sondern die Markthalle Les Halles am Place Pie, hinter der bepflanzten Wand von Patrick Blanc. Vormittags stehen dort die Stände mit Ziegenkäse aus dem Ventoux-Vorland, Charcuterie, Oliven und dem, was gerade Saison hat: Spargel und Erdbeeren aus Carpentras im Frühjahr, Melonen aus Cavaillon im Sommer, Trüffel im Winter. An Samstagvormittagen kocht dort regelmäßig ein Küchenchef vor Publikum. Wer geführt schlemmen will, findet Stadtrundgänge mit Verkostungen, die in der Halle enden – eine effiziente Art, an einem Vormittag Käse, Wurst und Süßes der Region einmal durchzuprobieren.

Auf den Teller kommt in Avignon Provence im engeren Sinn. Die Daube avignonnaise ist ein in Weißwein marinierter und stundenlang geschmorter Lammeintopf – die provenzalische Schwester mit Rind und Rotwein heißt Daube provençale. Der Papeton d'aubergine ist ein Auberginenflan, dessen Name auf die Päpste zurückgeht. Dazu Tapenade, Brandade, im Sommer alles mit Tomate und Basilikum. Als Mitbringsel gibt es Papalines d'Avignon, kleine rosa Schokoladenkugeln mit einem Likör aus Bergkräutern. Und getrunken wird, was ringsum wächst: Côtes du Rhône und Côtes du Rhône Villages als Alltagswein, Châteauneuf-du-Pape für den besonderen Abend, Gigondas und Vacqueyras aus den Dentelles de Montmirail, dazu der kräftige Rosé aus Tavel auf der anderen Rhône-Seite.

Restaurants in Avignon

Ausflüge & Touren

Ausflüge ab Avignon in die Provence

Kaum eine andere Stadt Südfrankreichs hat so viele lohnende Ziele in weniger als einer Autostunde.

Der kürzeste Ausflug führt über die Rhône. Villeneuve-lès-Avignon liegt am gegenüberliegenden Ufer und war die Stadt der Kardinäle, die sich im 14. Jahrhundert außerhalb des päpstlichen Territoriums ansiedelten. Von der Tour Philippe le Bel, dem einstigen Brückenkopf, hast du den Blick zurück auf die Silhouette Avignons, den du sonst nur vom Fluss aus bekommst; darüber liegen das Fort Saint-André und die Kartause Val de Bénédiction, eine der größten Frankreichs, gegründet von Papst Innozenz VI. Im Musée Pierre-de-Luxembourg hängt die Marienkrönung von Enguerrand Quarton, eines der bedeutendsten Tafelbilder des 15. Jahrhunderts.

Nach Norden geht es in die Weinberge. Châteauneuf-du-Pape liegt gut 18 Kilometer entfernt, benannt nach dem Sommersitz der Päpste, dessen Ruine über den Reben steht. Auf den Parzellen liegen die berühmten Galets roulés, faustgroße Rhône-Kiesel, die tagsüber Wärme speichern; traditionell sind dreizehn Rebsorten zugelassen. Geführte Kleingruppentouren ab Avignon nehmen dir das Fahren ab, was bei Verkostungen der springende Punkt ist – meist werden zwei bis drei Weingüter besucht. Wer selbst fährt, kombiniert den Ort mit Orange und seinem römischen Theater, das eine der besten erhaltenen Bühnenwände der Antike besitzt.

Nach Westen liegt das römische Erbe. Der Pont du Gard, rund 25 Kilometer entfernt, war Teil einer Wasserleitung nach Nîmes, misst fast 50 Meter Höhe auf drei Bogenreihen und gehört seit 1985 zum UNESCO-Welterbe. Plane mehr als einen Fotostopp ein: Es gibt ein Museum, Wanderwege durch die Garrigue und im Sommer Kiesbänke am Gardon, an denen gebadet wird. Von dort ist es nicht weit nach Nîmes mit Amphitheater und Maison Carrée oder nach Arles, das du von Avignon aus auch bequem mit der Bahn erreichst – römische Arena, Kreuzgang Saint-Trophime und die Orte, an denen van Gogh gemalt hat.

Und schließlich der Osten, für den die meisten überhaupt kommen. Der Luberon beginnt eine gute Dreiviertelstunde hinter der Stadt, mit den Hangdörfern Gordes, Roussillon und Ménerbes, den Ockerbrüchen und der Abtei Sénanque, deren Lavendelfeld je nach Jahr etwa zwischen Mitte Juni und Mitte Juli blüht. Näher liegt L'Isle-sur-la-Sorgue, wo sich sonntags einer der größten Antiquitätenmärkte Frankreichs über die Kanäle verteilt. Und über allem steht der Mont Ventoux mit gut 1.900 Metern, dessen kahle Kuppe du bei klarer Sicht schon vom Rocher des Doms aus siehst. Alle diese Ziele funktionieren als Tagesausflug ab Avignon, ohne Hotelwechsel.

Aktivitäten & Touren in Avignon

Anreise & vor Ort

Anreise nach Avignon und Parken vor der Stadtmauer

Avignon hat zwei Bahnhöfe, und die Wahl zwischen ihnen entscheidet darüber, wie entspannt der erste Tag beginnt.

Der Bahnhof Avignon Centre liegt unmittelbar vor der Stadtmauer an der Porte de la République; von dort läufst du die Rue de la République hinauf und stehst nach gut zehn Minuten vor dem Papstpalast. Der Hochgeschwindigkeitsbahnhof Avignon TGV liegt dagegen einige Kilometer südlich auf freiem Feld. Zwischen beiden pendelt ein kurzer Zubringerzug, die sogenannte Virgule, der die Strecke in wenigen Minuten schafft – lass dich also nicht dazu verleiten, am TGV-Bahnhof ein Taxi zu nehmen, bevor du auf die Anzeige geschaut hast. Aus Paris erreichst du Avignon TGV in etwa zweieinhalb bis drei Stunden.

Aus Deutschland ist die Bahn eine ernsthafte Option, weil das Rhône-Tal auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Richtung Marseille liegt und Avignon TGV daran hängt; je nach Fahrplan gibt es Verbindungen mit nur einem Umstieg, teils sogar durchgehende Züge ab Frankfurt. Halte und Zeiten ändern sich zwischen den Fahrplanperioden, prüfe das also vor der Buchung. Wer fliegt, landet in der Regel in Marseille-Provence, gut eine Autostunde entfernt und per Bus- und Bahnkombination erreichbar; der kleine Flughafen Avignon-Provence spielt für Reisende aus Deutschland kaum eine Rolle. Mit dem Auto führt der Weg über die A7 beziehungsweise A9, in Frankreich beide mautpflichtig.

In die Altstadt fährst du besser gar nicht erst hinein. Die Gassen sind eng, viele Einbahnstraßen, und Parkplätze innerhalb der Mauern sind knapp und teuer. Die gängige Lösung sind die großen Parkplätze vor der Stadt: der Parkplatz auf der Île Piot im Fluss und die Anlage Les Italiens im Osten, beide gebührenfrei und mit einem Pendelbus ans Zentrum angebunden. Die Betriebszeiten des Shuttles solltest du vor Ort prüfen, gerade wenn du spät abends zurückkommst. Alternativ gibt es kostenpflichtige Parkhäuser direkt an den Toren, etwa an der Porte de l'Oulle und unter dem Palastfelsen.

Vor Ort brauchst du praktisch nichts außer Schuhen. Der Mauerring hat rund anderthalb Kilometer Durchmesser, jede Sehenswürdigkeit liegt darin, und die Wege dazwischen sind kürzer, als der Stadtplan vermuten lässt. Innerhalb der Mauern verkehren kleine elektrische Zubringerbusse, die Baladines, für kurze Strecken und müde Beine. Draußen ergänzen eine Straßenbahnlinie und das städtische Busnetz die Verbindungen in die Vororte. Räder bekommst du in der Stadt geliehen, und am Fluss läuft der Radweg ViaRhôna vorbei; in der Saison setzt außerdem eine kostenlose Fähre auf die Insel Barthelasse über, von der aus der bekannteste Blick auf Brücke und Palast zurückführt.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Festival & Veranstaltungen

Das Festival d'Avignon und der Sommer in der Stadt

Einmal im Jahr verwandelt sich Avignon für ein paar Wochen komplett, und man sollte wissen, ob man das will.

Place de l'Horloge
Place de l'Horloge

1947 richtete der Schauspieler und Regisseur Jean Vilar im Ehrenhof des Papstpalasts eine Theaterwoche aus – daraus wurde das Festival d'Avignon, eines der größten und wichtigsten Theaterfestivals der Welt. Es läuft jedes Jahr im Juli, mit dem Ehrenhof als Hauptbühne und weiteren Spielstätten in Kirchen, Kreuzgängen und Steinbrüchen der Umgebung. Das offizielle Programm, das In, ist kuratiert, international und meist Monate vorher ausverkauft; wer eine Vorstellung im Ehrenhof sehen will, kümmert sich um Karten, sobald der Vorverkauf startet, und nicht erst bei der Ankunft.

Parallel dazu läuft das Festival Off, und das ist der Teil, der das Stadtbild prägt. Weit über tausend Produktionen bespielen dann jede verfügbare Fläche, vom Hinterhoftheater bis zum umgebauten Ladenlokal; in der Rue de la République ziehen den ganzen Tag über kostümierte Ensembles mit Flyern und improvisierten Umzügen durch die Menge, und an jeder Hauswand hängen Plakate übereinander. Karten für das Off bekommst du meist spontan an der Kasse, oft mit einem Rabattausweis, den viele Truppen anerkennen. Wer Theater mag, hat hier das dichteste Programm Europas; wer Ruhe sucht, findet in diesen Wochen keine.

Praktisch heißt das: Der Juli ist die teuerste und vollste Zeit des Jahres, Hotels sind früh ausgebucht, Restaurants brauchen Reservierungen, und der Besuch des Papstpalasts fällt wegen der Festivalbühne im Ehrenhof anders aus. Gleichzeitig ist es die Zeit, in der die Stadt am meisten von sich zeigt. Beide Entscheidungen sind vertretbar – nur solltest du sie bewusst treffen und nicht zufällig im Festivalmonat anreisen, weil gerade Schulferien sind.

Im Rest des Jahres ist der Kalender ruhiger, aber nicht leer. Im Januar füllt Cheval Passion das Messegelände am Stadtrand mit Pferdeshows und Reitsport, im Februar bringen die Hivernales zeitgenössischen Tanz in die Stadt, im Dezember stehen Weihnachtsmarktbuden auf dem Place de l'Horloge und in den Konditoreien liegen die dreizehn provenzalischen Weihnachtsdesserts aus. Dazu kommen die Märkte als verlässlicher Rhythmus: Les Halles an fast jedem Vormittag außer montags, Blumenmarkt samstags und Trödelmarkt sonntags am Place des Carmes. Termine und Zeiten ändern sich, ein Blick auf den städtischen Veranstaltungskalender vor der Reise lohnt sich.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Avignon – und welches zu dir passt

Place de l'HorlogePlace de l'HorlogeAuf dem Grundriss des römischen Forums liegt der große Platanenplatz mit Rathaus, gotischem Uhrturm, Opernhaus von 1847 und einer geschlossenen Reihe von Caféterrassen. Von hier gehen die Rue de la République zum Bahnhof und die elegantere Rue Joseph Vernet ab.Ideal für: Erste Orientierung½ TagLa BanasterieLa BanasterieHinter Papstpalast und Rocher des Doms zieht sich die schmale Rue Banasterie an Fassaden des 17. und 18. Jahrhunderts entlang, wo einst die Korbflechter arbeiteten. Mit der Chapelle des Pénitents Noirs und viel Stille ist es das ruhigste Viertel der Altstadt.Ideal für: Ruhige Altstadt½ TagQuartier de la BalanceQuartier de la BalanceZwischen Papstpalast und Rhône treffen mittelalterliche Gassen unvermittelt auf den Wiederaufbau der 1970er Jahre. Die Rue de la Balance führt vom Papstplatz hinunter zur Pont Saint-Bénézet, und am Nordende des Platzes steht das Musée du Petit Palais.Ideal für: Palast & Brücke½ TagQuartier des TeinturiersQuartier des TeinturiersEntlang eines offenen Arms der Sorgue zieht sich die kopfsteingepflasterte Rue des Teinturiers unter Platanen, mit erhaltenen Wasserrädern der alten Färbereien. Heute stehen dort Galerien, kleine Theater und Terrassen am Wasser – im Juli die dichteste Off-Zone.Ideal für: Abends & Kultur½ TagPlace des Corps SaintsPlace des Corps SaintsUnter mächtigen Platanen liegt rund um einen Brunnen der Ausgehplatz der jungen Avignonais, gesäumt von Bars und Bistros, über die die alte Célestins-Kirche wacht. Abends reichen die Tischreihen bis in die Nebenstraßen, tagsüber ist es hier erstaunlich ruhig.Ideal für: Ausgehen & Aperitif1 AbendPlace des CarmesPlace des CarmesIm Nordosten nahe der Stadtmauer liegt ein Quartiersplatz ohne Reisegruppen, mit der Kirche Saint-Symphorien und dem Kreuzgang der Karmeliter. Samstags steht hier der Blumenmarkt, sonntags der Trödelmarkt, dazwischen Bäckereien und Bars mit Stammpublikum.Ideal für: Märkte & Alltag½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Avignon mit Wetter im Jahreslauf

Avignon liegt im heißesten Winkel des Rhône-Tals, und im Hochsommer merkst du das in jeder Gasse ohne Schatten.

Das Klima ist mediterran mit heißen, trockenen Sommern und milden, aber unbeständigen Wintern. Im Juli und August klettern die Höchstwerte regelmäßig über dreißig Grad, und weil die Altstadt aus hellem Stein besteht, staut sich die Wärme bis in den Abend. Der zweite Faktor ist der Mistral, ein kalter, trockener Nordwestwind, der vor allem im Winter und Frühjahr über das Rhône-Tal fegt, den Himmel klar bläst und die gefühlte Temperatur deutlich drückt. Regen fällt überwiegend im Herbst, dann aber gern in kräftigen Schauern statt als Landregen.

Jan10°2°kühl, Mistral, wenig los
Feb12°2°klare Tage, Trüffelsaison
Mär16°5°erste Terrassen, windig
Apr19°7°mild, Gärten grünen
Mai24°11°warm, lange Abende
Jun28°15°Lavendel beginnt, noch ruhig
Jul31°17°Festival, heiß und teuer
Aug30°17°Hitze, Stadt teils in Ferien
Sep25°14°Weinlese, angenehmes Licht
Okt20°10°mild, Regenschauer möglich
Nov14°6°ruhig, Museumswetter
Dez10°3°Weihnachtsmarkt am Uhrturm

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Avignon sind Mai, Juni und September. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 24 und 28 Grad, die Terrassen sind bis spät besetzt, der Luberon lässt sich ohne Hitzestau erwandern, und die Preise bleiben unter dem Juli-Niveau. Der Juli gehört dem Festival – großartig für Theaterfans, anstrengend für alle anderen, und in beiden Fällen teuer. Der August ist heiß, viele inhabergeführte Läden und Küchen machen Betriebsferien. Oktober und November sind die Monate für Museen, Märkte und Weinkeller ohne Andrang.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Avignon

Wie viel Zeit sollte man für den Papstpalast einplanen?
Rechne mit anderthalb bis zwei Stunden für den Rundgang inklusive Dachterrassen. Zum Ticket gehört ein Tablet, das die verlorene Ausstattung digital rekonstruiert und den Besuch mit Kindern deutlich leichter macht. In der Hauptsaison buchst du besser ein Zeitfenster vorab und gehst zur Öffnung, bevor die Gruppen kommen.
Lohnt sich das Ticket für die Pont Saint-Bénézet?
Wenn dich die Kapelle auf dem Pfeiler und der Audioguide interessieren, ja – der Gang über die vier Bögen dauert etwa eine halbe Stunde. Das bessere Foto bekommst du allerdings von außen: vom Jardin du Rocher des Doms, vom Ufer der Insel Barthelasse oder von der Tour Philippe le Bel in Villeneuve, und das jeweils kostenlos.
Wo parkt man in Avignon am besten?
Nicht in der Altstadt. Die gängige Lösung sind die großen gebührenfreien Parkplätze vor der Stadtmauer, allen voran die Anlage auf der Île Piot im Fluss und Les Italiens im Osten, beide mit Pendelbus ins Zentrum. Prüfe die Shuttle-Zeiten vor Ort, wenn du spät zurückkommst. An den Toren gibt es zusätzlich kostenpflichtige Parkhäuser.
Wie kommt man vom Bahnhof Avignon TGV in die Altstadt?
Mit dem kurzen Zubringerzug zwischen Avignon TGV und Avignon Centre, der die Strecke in wenigen Minuten schafft. Vom Bahnhof Centre stehst du direkt vor der Stadtmauer und läufst die Rue de la République in gut zehn Minuten bis zum Papstpalast hinauf. Ein Taxi lohnt sich nur mit sehr viel Gepäck.
In welchem Viertel wohnt man in Avignon am besten?
Innerhalb der Stadtmauer, alles andere kostet dich jeden Abend einen Weg durchs Stadttor. Rund um den Place de l'Horloge und die Rue Joseph Vernet bist du am zentralsten, im nördlichen La Banasterie und am Place des Carmes am ruhigsten. Am Place des Corps Saints ist abends am meisten los – gut für Ausgehen, weniger für frühe Nächte.
Was sollte man in Avignon essen und trinken?
Daube avignonnaise, den lange geschmorten Eintopf, und Papeton d'aubergine, einen Auberginenflan mit päpstlichem Namen. Dazu Ziegenkäse, Oliven und Melonen aus Cavaillon vom Markt in Les Halles. Getrunken wird, was ringsum wächst: Côtes du Rhône im Alltag, Châteauneuf-du-Pape zum Fest, Rosé aus Tavel im Sommer.
Wann sind die Markthallen Les Halles geöffnet?
Les Halles am Place Pie ist ein Vormittagsort und montags geschlossen; gegen Mittag beginnen die Stände abzuräumen. Plane den Besuch also vor den Museen ein, nicht danach. An Samstagvormittagen kocht dort regelmäßig ein Küchenchef vor Publikum. Die aktuellen Zeiten hängen am Eingang und stehen auf der Seite der Markthalle.
Kann man Avignon ohne Auto als Basis nutzen?
Ja, besser als die meisten Provence-Orte. Arles, Nîmes und Orange erreichst du mit der Bahn, Villeneuve-lès-Avignon zu Fuß über die Rhône-Brücke. Für Châteauneuf-du-Pape, den Pont du Gard und den Luberon gibt es geführte Kleingruppentouren ab der Stadt – bei Weinverkostungen ohnehin die bessere Lösung als der eigene Wagen.
Wann blüht der Lavendel rund um Avignon?
Je nach Höhenlage und Jahr etwa von Mitte Juni bis Mitte Juli, im Luberon rund um die Abtei Sénanque tendenziell früher, auf den höher gelegenen Feldern bei Sault später bis in den Juli hinein. Verlass dich nicht auf ein festes Datum, sondern frag kurz vor der Reise in der Touristeninformation nach dem aktuellen Stand.
Ist Avignon im Juli während des Festivals zu voll?
Es ist ein anderer Ort. Über tausend Off-Produktionen bespielen die Stadt, in der Rue de la République ziehen Ensembles mit Flyern durch die Menge, Hotels sind Monate vorher ausgebucht und teuer. Für Theaterfans ist das der Höhepunkt des Jahres, für einen ruhigen Städtetrip die falsche Woche. Beides ist Avignon.
Was macht man in Avignon bei Mistral oder Regen?
Der Papstpalast füllt zwei Stunden unter Dach, das Musée du Petit Palais mit seiner italienischen Malerei ist kostenlos, dazu kommen die Collection Lambert für zeitgenössische Kunst, das Musée Calvet und das kleine Musée Angladon mit dem einzigen van Gogh der Provence. Und die Markthalle Les Halles ist an Regenvormittagen die beste Adresse der Stadt.
Lohnt sich ein Abstecher nach Villeneuve-lès-Avignon?
Für einen halben Tag auf jeden Fall. Auf der anderen Rhône-Seite lag die Stadt der Kardinäle, mit der Kartause Val de Bénédiction, dem Fort Saint-André und der Tour Philippe le Bel, von der aus du die Silhouette Avignons im Ganzen siehst. Im Museum hängt außerdem die Marienkrönung von Enguerrand Quarton aus dem 15. Jahrhundert.
Ist Avignon mit Kindern interessant?
Ja, wenn du die Wege kurz hältst. Das Tablet im Papstpalast macht aus leeren Sälen wieder Räume, der Garten auf dem Rocher des Doms hat Teich und Spielfläche, und das Karussell am Place de l'Horloge dreht sich ohnehin. Dazu die Fähre auf die Insel Barthelasse und im Sommer die Kiesbänke am Gardon beim Pont du Gard.

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AvignonHinter dem Place de l'Horloge öffnet sich plötzlich ein Palast, der die halbe Stadt überragt – und ein paar hundert Meter weiter hört eine Brücke mitten in der Rhône einfach auf.

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