Saint-Rémy-de-Provence ist die Provence im Konzentrat: ein von hohen Platanen beschatteter Marktflecken am Fuß der Alpilles, in dem römische Ruinen, Van Goghs letzte Bilder und einer der schönsten Märkte des Landes auf engem Raum zusammenkommen. Innerhalb des Rings der Boulevards windet sich die kreisrunde Altstadt aus honigfarbenem Stein – gesäumt von plätschernden Brunnen, Galerien, Kunsthandwerk sowie Lavendel- und Olivenölläden.
Vor den Toren der Stadt, am Übergang in die Alpilles, liegen die Antiken: Glanum, eine ausgegrabene griechisch-römische Stadt mit Tempeln, Thermen und Wohnhäusern, und direkt davor die berühmten Antiques – ein gut erhaltener römischer Triumphbogen und das Mausoleum der Julier. Wenige Schritte entfernt steht das ehemalige Kloster Saint-Paul de Mausole, eine psychiatrische Klinik, in der Vincent van Gogh 1889 und 1890 rund ein Jahr lang lebte und in der Umgebung über hundert Werke schuf, darunter die Olivenhaine, Weizenfelder und Zypressen, die heute zu seinen bekanntesten Motiven zählen.
Der Mittwochsmarkt füllt die Gassen mit den Farben und Düften der Region: Oliven und Tapenade, Ziegenkäse, Lavendelseifen, provenzalische Stoffe, Honig und reifes Gemüse aus den Gärten ringsum. Saint-Rémy gilt als mondäner Treffpunkt der Region, mit guten Restaurants, kleinen Boutiquen und einer entspannten Eleganz, ohne den Trubel mancher Nachbardörfer.
Rund um die Stadt breiten sich die Alpilles aus: ein kleines, schroffes Kalkgebirge mit Olivenhainen, Weinbergen und Wanderwegen durch die Garrigue. Wer die Provence in einem einzigen Ort erleben will – Antike, Kunst, Markt, Wein und Landschaft – findet in Saint-Rémy-de-Provence eine seltene Dichte all dessen, was diese Region ausmacht.