Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Neuaquitanien
Zwischen dem Miroir d'eau in Bordeaux und der Dune du Pilat liegen zwei Autostunden – und dazwischen fast alles, wofür der Südwesten steht.
Fang in Bordeaux an, denn hier ist die Region am dichtesten: Die Place de la Bourse spiegelt sich seit 2006 im Miroir d'eau, einem hauchdünnen Wasserfilm auf schwarzem Granit, der abwechselnd flutet und einen Nebelschleier aufsteigen lässt – im Sommer waten Kinder und Erwachsene barfuß hindurch. Ein paar Schritte weiter zieht sich die Rue Sainte-Catherine als längste Fußgängerzone Europas quer durch die Stadt, und in der Cité du Vin am Flussufer erklärt sich der Weinbau der ganzen Welt über drei interaktive Etagen. Für den Überblick steig auf den Turm der Basilika Saint-Michel oder nimm die Tram bis zur Cité du Vin und geh am Wasser zurück.
Die Dune du Pilat südlich von Arcachon ist der unwahrscheinlichste Anblick der Region: ein über 100 Meter hoher Sandberg, gut drei Kilometer lang, der langsam ostwärts über den Pinienwald wandert und jedes Jahr Bäume unter sich begräbt. Vom Parkplatz führt im Sommer eine Treppe hinauf, außerhalb der Saison steigst du direkt durch den weichen Sand – oben stehst du zwischen zwei Welten, hinter dir der dunkelgrüne Forst, vor dir das Bassin, der Banc d'Arguin und der offene Atlantik. Geh früh am Morgen oder zum Sonnenuntergang, dann ist das Licht weich und der Aufstieg nicht in praller Hitze.
Im Périgord, dem Hinterland um Sarlat, liegt die berühmteste prähistorische Sammlung Europas: In Montignac zeigt Lascaux die 17.000 Jahre alten Höhlenmalereien – das Original ist zum Schutz geschlossen, aber die Faksimile-Höhle Lascaux IV bildet die Wände Zentimeter für Zentimeter nach, inklusive der schwarzen Stiere und Pferde im Fackellicht-Effekt. Buch das Zeitfenster online vor, gerade im Sommer sind die Führungen früh ausgebucht. Weiter im Tal reihen sich Felsendörfer, Burgen und die Hängegärten von Marqueyssac, deren geschorene Buchshecken sich hoch über der Dordogne-Schleife entlangziehen.
Und dann die Küste, die in Neuaquitanien fast 720 Kilometer misst: der schnurgerade Sandstrand der Côte d'Argent, an dem die Atlantikbrandung ohne Unterbrechung ausrollt, die Salzgärten und Austernparks der Île de Ré vor La Rochelle, die Klippen und Surfspots des Baskenlands um Biarritz. Wer alles sehen will, plant nicht zu eng: Von der Dordogne ans Meer sind es zwei Stunden, vom Médoc ins Baskenland fast drei. Die Region belohnt lieber zwei Standquartiere und Tiefe als das Abhaken einer langen Liste.






























