◆ REGION · FRANKREICH
Neuaquitanien ist der weite, genussfreudige Südwesten Frankreichs – die flächengrößte Region des Landes, gespannt vom Atlantik bis in die Hügel des Périgord. Im Norden spiegelt Bordeaux seine hellen Steinfassaden im Miroir d'eau, der größten Wasserfläche dieser Art der Welt, und ringsum reifen in den Châteaux des Médoc, über den Kalkkellern von Saint-Émilion und in den Süßweinlagen von Sauternes einige der berühmtesten Weine überhaupt. Folgt man der Küste nach Süden, schiebt sich bei Arcachon die Dune du Pilat als höchste Wanderdüne Europas über die Pinienwälder der Landes, glänzt das mondäne Seebad Biarritz mit seiner langen Brandung – die Wiege des europäischen Surfens –, und im baskischen Bayonne duftet es nach luftgetrocknetem Schinken und Schokolade. Im Hinterland leuchtet das goldene Sarlat aus dem Périgord Noir, wo Trüffel, Foie gras und Walnuss zu Hause sind und die Höhlenmaler von Lascaux vor 17.000 Jahren ihre Stiere an die Wände setzten. Wer hierher reist, kostet sich quer durch eine der reichsten Tafeln Frankreichs – mit einem Glas in der Hand.
Neuaquitanien beginnt mit dem Wein. Schon die Römer pflanzten an der Garonne Reben, doch erst der englische Mittelalter-Durst – Aquitanien gehörte über Jahrhunderte zur englischen Krone – machte Bordeaux zur größten Weinbörse Europas. Aus dem Reichtum dieses Handels entstand im 18. Jahrhundert die hellsteinerne Stadt, die heute als Ganzes UNESCO-Welterbe ist: lange Quais an der Garonne, der weite Place de la Bourse mit seinem Wasserspiegel, klassizistische Fassaden, so weit das Auge reicht. Ringsum liegt das größte zusammenhängende Qualitätsweingebiet der Welt – das Médoc mit seinen Premiers Crus, das rechte Ufer um Saint-Émilion und Pomerol, die Süßweine von Sauternes –, und in der modernen Cité du Vin lässt sich das alles vom Glas bis zur Geschichte erkunden.
Westwärts läuft das Land auf den Atlantik zu. Hinter dem schnurgeraden Strand der Côte d'Argent zieht sich der größte Pinienforst Europas hin, im 19. Jahrhundert gepflanzt, um die wandernden Dünen zu bändigen. Eine davon, die Dune du Pilat bei Arcachon, ließ sich nicht halten: Mit über hundert Metern Höhe ist sie die größte Wanderdüne Europas und schiebt sich Jahr für Jahr ein Stück weiter ins Land. Im Bassin d'Arcachon werden Austern gezüchtet, weiter südlich beginnt das Baskenland: Biarritz, einst Badeort der Kaiserin Eugénie, wurde in den 1950er-Jahren zur Wiege des europäischen Surfens; in Bayonne und Saint-Jean-de-Luz prägen rote Fachwerkhäuser, der luftgetrocknete Jambon de Bayonne, der Espelette-Chili und die Schokoladentradition das Bild.
Und dann ist da das Hinterland, das Périgord. Über der mäandernden Dordogne reihen sich Burgen, Bastiden und honiggelbe Steindörfer aneinander, allen voran Sarlat-la-Canéda mit seiner fast lückenlos erhaltenen Mittelalter-Altstadt. Hier schlägt das gastronomische Herz des Südwestens: schwarze Trüffel, Foie gras und Entenconfit, Walnussöl und Cèpes-Pilze, dazu der Wein von Bergerac und Cahors. In den Kalkhöhlen des Tals – Lascaux, Les Eyzies, Rouffignac – malten Menschen der Steinzeit ihre Stiere und Pferde an die Wände, manche der ältesten Kunstwerke der Menschheit. travelperfect rät, Neuaquitanien nicht als eine Reise zu denken, sondern als drei – Stadt und Wein, Küste und Düne, Fluss und Tafel –, die sich zu einer Genussschleife durch den Südwesten verbinden lassen.
· Entdecken & Buchen
02 · Themen-Routen
Wein & Weinmetropole
Basis ist Bordeaux selbst: zwei Tage für die UNESCO-Altstadt, den Wasserspiegel am Place de la Bourse und die Cité du Vin, dann hinaus aufs Land. Die berühmte Route des Châteaux durchs Médoc reiht die Premiers Crus von Margaux bis Pauillac auf, das rechte Ufer um Saint-Émilion lockt mit Kalksteinkellern und der monolithischen Felsenkirche, südlich von der Stadt reifen die Süßweine von Sauternes. Viele Châteaux nehmen nur nach Voranmeldung Besucher – Verkostungen vorab buchen.
Atlantik, Düne & Austern
Vom Bassin d'Arcachon mit seinen Austernbänken und dem Belle-Époque-Seebad führt der Weg zur Dune du Pilat, der über hundert Meter hohen, größten Wanderdüne Europas, von deren Kamm der Blick über Pinienwald und Atlantik reicht. Nordwärts zieht sich die schnurgerade Côte d'Argent mit kilometerlangen Surfstränden bis Lacanau, südwärts beginnt hinter dem größten Pinienforst Europas die baskische Küste. Austern frisch von der Bank, dazu ein Glas Entre-Deux-Mers, gehören dazu.
Périgord & Dordogne
Das Périgord Noir um Sarlat-la-Canéda ist die Genusskammer des Südwestens: Trüffel, Foie gras, Walnuss und Confit, am besten auf dem mittelalterlichen Markt von Sarlat probiert. Entlang der mäandernden Dordogne reihen sich Burgen und „schönste Dörfer Frankreichs“ wie La Roque-Gageac, Beynac und Domme aneinander, dazu die Gärten von Marqueyssac. In den Kalkhöhlen des Vézère-Tals – allen voran Lascaux mit seinen 17.000 Jahre alten Stieren – beginnt die Kunstgeschichte der Menschheit.
Baskenland & Atlantikküste
Im äußersten Südwesten zeigt Frankreich sein baskisches Gesicht: Biarritz, einst Badeort der Kaiserin Eugénie und seit den Fünfzigern Surfhochburg, verbindet mondäne Strände mit der Brandung am Rocher de la Vierge. Bayonne lockt mit roten Fachwerkhäusern, dem luftgetrockneten Jambon de Bayonne und einer alten Schokoladentradition; das nahe Saint-Jean-de-Luz war einst Korsaren- und heute Thunfischhafen. Espelette-Chili, Pelota-Spiel und die grünen Pyrenäenausläufer runden das Bild.
03 · Wann
Neuaquitanien liegt im milden, ozeanisch geprägten Südwesten: Die Atlantikküste hält die Sommer angenehm, das Hinterland von Bordeaux und Périgord wird im Hochsommer wärmer und kann einzelne Hitzetage haben. Für Wein, Städte und Périgord-Genuss sind Spätfrühling und Frühherbst ideal – mildes Wetter, weniger Andrang und im September die Weinlese. Wer baden und surfen will, hält sich an Juni bis September, wenn das Atlantikwasser am wärmsten ist.
✦ Vom Reiseziel zum Tagesplan
Neuaquitanien lässt sich kaum an einem Stück bereisen – zu weit liegen die Welten von Bordeaux' Grands Crus, der Atlantik- und Surfküste und dem Périgord auseinander. Unser Reiseplaner verbindet sie zu einer stimmigen Route: Er ordnet die Etappen nach Anreise und Jahreszeit, empfiehlt Bordeaux als Basis für Wein und Stadt, sagt dir, wann sich die Médoc-Châteaux, Saint-Émilion oder Sauternes lohnen und welche Verkostungen man vorab buchen muss, plant die Dune du Pilat und die Austern am Bassin d'Arcachon früh am Tag ein und schlägt vor, wann ein Surfkurs in Biarritz, ein Markttag in Sarlat oder ein Höhlenbesuch in Lascaux am besten passt. Sag uns, worauf du Lust hast – Wein und Weinmetropole, Atlantikküste und Düne, Périgord-Tafel und Burgen oder das baskische Bayonne mit Schinken und Schokolade – und travelperfect entwirft daraus einen Tag-für-Tag-Plan mit echten Orten, Weingütern und Tischreservierungen.
· Praktisch
04 · Häufige Fragen
Für Bordeaux mit einem oder zwei Tagen Wein im Médoc und in Saint-Émilion reichen vier bis fünf Tage. Wer zusätzlich die Atlantikküste mit Arcachon und der Dune du Pilat, das Baskenland um Biarritz und Bayonne oder das Périgord um Sarlat sehen will, sollte zehn Tage bis zwei Wochen einplanen. Die Region ist Frankreichs größte – wer Wein, Küste und Périgord in fünf Tagen pressen will, verbringt vor allem Zeit im Auto.
Für die großen Städte nicht: Bordeaux, Arcachon, Biarritz, Bayonne und La Rochelle sind per TGV oder TER-Regionalzug gut verbunden, und in Bordeaux selbst ist die Tram bequemer als ein Auto. Für die Weingüter im Médoc, die abgelegenen Périgord-Dörfer und Burgen über der Dordogne sowie kleinere Strände ist ein Mietwagen dagegen fast unverzichtbar, da der öffentliche Verkehr dort dünn ist. Wer nur Wein verkosten will, bucht besser eine geführte Château-Tour.
Klassisch sind das Médoc nördlich der Stadt mit seinen Premiers Crus von Margaux bis Pauillac, das rechte Ufer um Saint-Émilion und Pomerol mit Kalksteinkellern und der monolithischen Felsenkirche sowie die Süßweinlagen von Sauternes im Süden. In der Stadt selbst gibt die Cité du Vin einen Überblick über die Weinwelt. Viele Châteaux empfangen nur nach Voranmeldung – Verkostungen sollte man rechtzeitig buchen.
Das Atlantikwasser ist von Juni bis September am wärmsten; Hauptbadezeit ist Juli und August. Die Strände der Côte d'Argent und um Biarritz gehören zu den besten Surfrevieren Europas – Biarritz gilt als Wiege des europäischen Surfens. Anfänger finden im Frühsommer und Herbst sanftere Bedingungen, erfahrene Surfer kommen wegen der kräftigeren Herbstswells. Wegen Strömungen am offenen Atlantik nur an bewachten Abschnitten baden.
Im Périgord: Foie gras, Entenconfit, schwarze Trüffel und Walnuss, dazu der Wein von Bergerac. An der Küste: frische Austern aus dem Bassin d'Arcachon, im Baskenland der luftgetrocknete Jambon de Bayonne, der Espelette-Chili und die Bayonner Schokolade. In Bordeaux gehören die Entrecôte à la bordelaise und die karamellisierten Canelés dazu – und natürlich ein Glas Bordeaux-Rotwein, Entre-Deux-Mers oder Sauternes.
Sehr. Das Périgord Noir um Sarlat-la-Canéda verbindet eine der besttouristischen Tafeln Frankreichs mit honiggelben Mittelalterstädten, Burgen über der Dordogne und „schönsten Dörfern Frankreichs“ wie Beynac und La Roque-Gageac. Im Vézère-Tal liegen mehrere prähistorische Höhlen; die Originalhöhle von Lascaux ist geschlossen, doch die originalgetreue Nachbildung Lascaux IV zeigt die 17.000 Jahre alten Malereien eindrucksvoll. Für die beliebtesten Höhlen lohnt eine frühe Buchung.
05 · Weiter im Land
Sagen Sie uns, was Sie suchen — wir entwerfen Ihre Reise durch Bordeaux, die Atlantikküste und das Périgord.