Region · Frankreich

Neuaquitanien

Zwischen den Weinbergen von Bordeaux, der höchsten Düne Europas und den baskischen Stränden von Biarritz liegt Frankreichs genussfreudiger Südwesten.

7 Städte51 Sehenswürdigkeiten43 Hotels
Überblick

Deine Neuaquitanien auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai – Juni & September – Oktober
Anreise
TGV ab Paris nach Bordeaux-Saint-Jean in rund 2 Std.; Flughäfen Bordeaux-Mérignac (BOD) und Biarritz-Pays Basque (BIQ)
Sprache
Französisch; im Süden auch Baskisch und Okzitanisch
Vor Ort
Mietwagen für Weingüter, Düne und Périgord empfehlenswert; TER-Züge verbinden Bordeaux, Arcachon, Biarritz und Bayonne; Bordeaux selbst hat ein gutes Tram-Netz
Wichtigster Tipp
Verkostungen in den Médoc- und Saint-Émilion-Châteaux vorab anmelden; Dune du Pilat und Strände früh am Tag besuchen
Währung & Sprache
Euro · Französisch; im Baskenland auch Baskisch, im Périgord okzitanische Wurzeln
Die Region

Was Neuaquitanien ausmacht

Neuaquitanien ist die flächengrößte Region Frankreichs und zugleich sein genussvollster Südwesten: ein weiter Bogen vom Atlantik bis ins Hügelland des Périgord. In Bordeaux spiegelt sich die klassizistische Place de la Bourse im Miroir d'eau, in den Châteaux des Médoc und über den Kalkkellern von Saint-Émilion reifen einige der bekanntesten Weine der Welt. Weiter südlich rollt am Baskenland die Atlantikbrandung gegen die Strände von Biarritz, bei Arcachon schiebt sich die Dune du Pilat als höchste Wanderdüne Europas über die Pinienwälder, und im Périgord duftet es rund um Sarlat nach Trüffel, Foie gras und Walnuss. Dazwischen liegen die Austernbänke des Bassin d'Arcachon, der endlose Pinienforst der Landes, die Höhlenmalereien von Lascaux und baskische Häfen voller Schinken und Schokolade. Wer hierher reist, kostet sich mit dem Auto und viel Zeit am Tisch quer durch eine der vielfältigsten Landschaften des Landes.

Reiseführer

Neuaquitanien von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Irgendwo hinter Bordeaux hört der Verkehr auf, und die Landstraße läuft schnurgerade durch den Pinienforst der Landes, kilometerweit ohne Kurve. Dann öffnet sich das Land, rechts stehen die Weinberge, in der Luft liegt der Geruch von Harz und Salz, und irgendwann wächst am Horizont ein heller Sandberg empor, wo man ihn am wenigsten erwartet. Neuaquitanien beginnt nicht an einer Grenze – es beginnt in dem Moment, in dem du merkst, dass hier alles zwei Nummern größer ist als gedacht.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Neuaquitanien

Zwischen dem Miroir d'eau in Bordeaux und der Dune du Pilat liegen zwei Autostunden – und dazwischen fast alles, wofür der Südwesten steht.

Fang in Bordeaux an, denn hier ist die Region am dichtesten: Die Place de la Bourse spiegelt sich seit 2006 im Miroir d'eau, einem hauchdünnen Wasserfilm auf schwarzem Granit, der abwechselnd flutet und einen Nebelschleier aufsteigen lässt – im Sommer waten Kinder und Erwachsene barfuß hindurch. Ein paar Schritte weiter zieht sich die Rue Sainte-Catherine als längste Fußgängerzone Europas quer durch die Stadt, und in der Cité du Vin am Flussufer erklärt sich der Weinbau der ganzen Welt über drei interaktive Etagen. Für den Überblick steig auf den Turm der Basilika Saint-Michel oder nimm die Tram bis zur Cité du Vin und geh am Wasser zurück.

Die Dune du Pilat südlich von Arcachon ist der unwahrscheinlichste Anblick der Region: ein über 100 Meter hoher Sandberg, gut drei Kilometer lang, der langsam ostwärts über den Pinienwald wandert und jedes Jahr Bäume unter sich begräbt. Vom Parkplatz führt im Sommer eine Treppe hinauf, außerhalb der Saison steigst du direkt durch den weichen Sand – oben stehst du zwischen zwei Welten, hinter dir der dunkelgrüne Forst, vor dir das Bassin, der Banc d'Arguin und der offene Atlantik. Geh früh am Morgen oder zum Sonnenuntergang, dann ist das Licht weich und der Aufstieg nicht in praller Hitze.

Im Périgord, dem Hinterland um Sarlat, liegt die berühmteste prähistorische Sammlung Europas: In Montignac zeigt Lascaux die 17.000 Jahre alten Höhlenmalereien – das Original ist zum Schutz geschlossen, aber die Faksimile-Höhle Lascaux IV bildet die Wände Zentimeter für Zentimeter nach, inklusive der schwarzen Stiere und Pferde im Fackellicht-Effekt. Buch das Zeitfenster online vor, gerade im Sommer sind die Führungen früh ausgebucht. Weiter im Tal reihen sich Felsendörfer, Burgen und die Hängegärten von Marqueyssac, deren geschorene Buchshecken sich hoch über der Dordogne-Schleife entlangziehen.

Und dann die Küste, die in Neuaquitanien fast 720 Kilometer misst: der schnurgerade Sandstrand der Côte d'Argent, an dem die Atlantikbrandung ohne Unterbrechung ausrollt, die Salzgärten und Austernparks der Île de Ré vor La Rochelle, die Klippen und Surfspots des Baskenlands um Biarritz. Wer alles sehen will, plant nicht zu eng: Von der Dordogne ans Meer sind es zwei Stunden, vom Médoc ins Baskenland fast drei. Die Region belohnt lieber zwei Standquartiere und Tiefe als das Abhaken einer langen Liste.

Sehenswürdigkeiten in Neuaquitanien

Alle 51 Sehenswürdigkeiten
Bordeaux & Wein

Bordeaux Sehenswürdigkeiten und die Weinberge von Médoc und Saint-Émilion

Über der Garonne steht die Stadt aus hellem Kalkstein, und keine halbe Autostunde entfernt beginnen die Appellationen, deren Namen auf jeder guten Weinkarte der Welt stehen.

Bordeaux Sehenswürdigkeiten und die Weinberge von Médoc und Saint-Émilion
Bordeaux & Wein

Bordeaux hat seinen alten Ruf als steife Weinbürgerstadt längst abgelegt: Nach einer jahrelangen Sandstrahl-Kur leuchten die Fassaden wieder hell, das gesamte Ensemble aus dem 18. Jahrhundert steht seit 2007 auf der UNESCO-Welterbeliste – die größte zusammenhängende denkmalgeschützte Fläche Frankreichs nach Paris. Lauf vom Miroir d'eau über die Place de la Bourse zum monumentalen Grand Théâtre mit seiner Säulenfront, weiter durch die Triangle d'Or mit den Nobelgeschäften und hinein ins studentische Viertel Saint-Pierre, wo abends die Weinbars und Bistros die schmalen Gassen füllen. Für den Blick von oben lohnt der Aufstieg auf die Flèche Saint-Michel.

Der Weintourismus fängt in der Stadt an: Die Cité du Vin, ein geschwungener Bau aus Glas und Aluminium am Flussufer, führt durch die Weinkulturen aller Kontinente und endet mit einem Glas im Panoramaraum über der Garonne. Wer lieber probiert als liest, bucht eine der Halbtagestouren, die von Bordeaux aus in die umliegenden Weinregionen fahren – gerade wenn du selbst am Steuer sitzt, ist der Bus die entspanntere Wahl. In der Innenstadt kannst du dich in Weinbars wie am Marché des Capucins vorab durch die Appellationen tasten, bevor du entscheidest, welche Region du wirklich besuchst.

Rund um die Stadt liegen die großen Namen: Im Médoc nördlich von Bordeaux ziehen sich die Kieshügel entlang der Gironde-Mündung, gesäumt von den Schlössern von Margaux, Pauillac und Saint-Estèphe – hier dominiert der Cabernet Sauvignon, und die Route des Châteaux reiht ein Weingut ans nächste. Östlich der Stadt, jenseits der Dordogne, wächst auf Kalk und Lehm der weichere, Merlot-geprägte Wein des Libournais rund um Pomerol und Saint-Émilion. Für einen ersten Besuch reicht eine Region – das Médoc für die klassische Schlösserroute, Saint-Émilion für die Kombination aus Wein und mittelalterlichem Städtchen.

Saint-Émilion selbst ist die schönste Adresse für einen Tag: Das Winzerstädtchen klebt an einem Kalksteinhang, unter dem sich ein Labyrinth aus Kellern und die Église Monolithe verbergen, eine komplett aus dem Fels gehauene Kirche, die du nur mit Führung des Tourismusbüros betrittst. Ruf oder buch bei den Weingütern vorab an – spontane Laufkundschaft ist selten vorgesehen –, dann führt dich jemand durch Keller und Jahrgänge. Kauf direkt ab Hof, das ist oft günstiger als im deutschen Handel, und probier zwischendurch eine Canelé, das gerillte Karamell-Törtchen, das aus Bordeaux stammt.

Arcachon & Dune du Pilat

Arcachon, das Bassin und die Dune du Pilat

Auf dem Bassin d'Arcachon liegen die flachen Austernkähne im Watt, und über den Pinien wächst der höchste Sandberg Europas in den Himmel.

Das Bassin d'Arcachon ist eine fast geschlossene Lagune, die sich nur durch eine schmale Passage zum Atlantik öffnet – bei Ebbe fällt die Hälfte trocken und legt ein riesiges Wattenmeer aus Prielen und Austernbänken frei. Rund um das Becken liegen die Ostréiculteur-Dörfer wie L'Herbe und Le Canon mit ihren bunten, niedrigen Fischerhütten, in denen du im Sommer direkt an der Theke ein Dutzend Austern mit einem Glas Weißwein isst, ohne Schnickschnack, oft im Stehen. Arcachon selbst zerfällt in die mondäne Ville d'Été am Strand und die Ville d'Hiver, ein Villenviertel aus dem 19. Jahrhundert, das Lungenkranke einst der Meeresluft wegen aufsuchten.

Das Wahrzeichen ist die Dune du Pilat am Südende des Beckens: über 100 Meter hoch, rund drei Kilometer lang und Millionen Tonnen schwer, die höchste Wanderdüne Europas. Sie schiebt sich pro Jahr ein bis mehrere Meter landeinwärts und verschluckt dabei langsam den Pinienwald an ihrem Fuß. Vom Aufstieg oben teilt sich die Welt in zwei Hälften – dunkelgrüner Forst im Rücken, blendend heller Sand vor dir, der zum Meer hin abfällt. Nimm für den weichen Sand feste Schuhe oder geh barfuß, trink genug Wasser, und meide die Mittagshitze im Hochsommer; der Sand heizt sich stark auf.

Auf der anderen Seite der Beckeneinfahrt liegt Cap Ferret, eine schmale Halbinsel zwischen Bassin und Atlantik, mit dem Rad gut zu erkunden und mit dem alten Leuchtturm als Aussichtspunkt. Von Arcachon setzt im Sommer regelmäßig ein kleines Boot über – die Überfahrt dauert eine gute halbe Stunde und erspart dir die lange Umrundung mit dem Auto. Drüben radelst du durch die Pinien zu den Strandhütten, isst Austern am Wasser und badest auf der Beckenseite im ruhigen, auf der Atlantikseite im wilden Wasser. Für Familien ist die Beckenseite die sicherere Wahl, die Brandung außen unterschätzt man leicht.

Wer aktiv sein will, hat rund ums Bassin die Auswahl: Der Radweg-Ring um die Lagune ist flach und gut ausgeschildert, Stand-up-Paddling und Kajak funktionieren im geschützten Wasser auch für Anfänger, und Kitesurfer nutzen den Wind über den Sandbänken. Vor der Einfahrt liegt der Banc d'Arguin, eine wandernde Sandbank und Vogelschutzgebiet, das du nur per Boot erreichst – im Sommer ankern dort die Ausflugsboote zum Baden im türkisen Flachwasser. Reservier die Bootstouren an heißen Tagen vorab, die beliebten Nachmittagszeiten sind schnell voll.

Aktivitäten & Touren in Neuaquitanien

Alle 22 Aktivitäten
Baskenland

Das französische Baskenland um Biarritz und Bayonne

Im Süden der Region wechseln die roten Fensterläden, das Meer wird rauer, und auf den Speisekarten steht plötzlich Piment d'Espelette statt Bordeaux-Rot.

Das französische Baskenland um Biarritz und Bayonne
Baskenland

Das französische Baskenland, das Pays Basque, ist der eigenständigste Winkel Neuaquitaniens: eigene Sprache, eigene Farben – tiefes Rot und Grün an weiß gekalkten Fachwerkhäusern – und eine Küche, die stärker nach Spanien als nach Bordeaux schmeckt. Biarritz ist das mondäne Zentrum: Aus dem Fischerort machte Napoleon III. Mitte des 19. Jahrhunderts ein Kaiserbad, und die Belle-Époque-Fassaden über der Grande Plage erinnern noch daran. Heute ist die Stadt vor allem Surfermekka – an der Côte des Basques begann in den 1950ern das europäische Surfen –, und über den Klippen führt der Weg zum Rocher de la Vierge, einem Felsen, den Gustave Eiffel per Steg mit dem Festland verband.

Bayonne, ein paar Kilometer landeinwärts am Zusammenfluss von Nive und Adour, ist die heimliche Hauptstadt der baskischen Kultur. Die hohen, schmalen Häuser mit ihren farbigen Balken stehen dicht gedrängt entlang der Flüsse, die gotische Kathedrale Sainte-Marie ragt über die Dächer, und in den Gassen von Petit Bayonne hängt der Duft von Schokolade – die Stadt führte im 17. Jahrhundert die Schokoladenherstellung in Frankreich ein und pflegt das Handwerk bis heute in kleinen Chocolatiers. Berühmt ist außerdem der luftgetrocknete Jambon de Bayonne, den du auf dem Markt Les Halles ebenso findest wie in jeder Bar auf dem Teller.

Wer tiefer eintaucht, fährt ins Landesinnere: Saint-Jean-de-Luz, ein alter Walfänger- und Thunfischhafen mit geschütztem Badestrand, war Schauplatz der Hochzeit Ludwigs XIV. Weiter im Grün liegen die Dörfer, für die das Baskenland steht – Ainhoa und La Bastide-Clairence mit ihren einheitlich roten Fachwerkzeilen, und Espelette, wo im Spätsommer die scharfen roten Paprikaschoten zum Trocknen an den Hausfassaden hängen. Das Piment d'Espelette, mild-rauchig und mit eigener Herkunftsbezeichnung, ist das Gewürz, das der ganzen baskischen Küche ihren Ton gibt.

Praktisch ist das Baskenland kompakt und gut erschlossen: Von Biarritz bis Bayonne fährt die Straßenbahn-artige Buslinie Tram'bus, und die Küstenorte hängen an der Bahnlinie Richtung spanische Grenze. Für die Bergdörfer im Hinterland brauchst du dagegen ein Auto – die kleinen Straßen ziehen sich durch die grünen Vorpyrenäen bis nach Saint-Jean-Pied-de-Port, dem letzten französischen Etappenort des Jakobswegs vor dem Pass. Plane fürs Baskenland eigene Tage ein, nicht nur einen Abstecher von Bordeaux; die knapp zwei Stunden Anfahrt lohnen sich erst ab zwei, drei Übernachtungen.

Dordogne & Périgord

Die Dordogne und das Périgord um Sarlat

Landeinwärts wird aus der Weinregion ein Flusstal voller Burgen, Felsendörfer und Küchendüfte, in dem die Zeit ein paar Gänge zurückschaltet.

Die Dordogne und das Périgord um Sarlat
Dordogne & Périgord

Das Périgord, das ungefähr dem Département Dordogne entspricht, ist das genussvolle Herz im Hinterland Neuaquitaniens: ein Land aus Eichenwäldern, Walnusshainen und dem mäandernden Fluss Dordogne, an dessen Ufern sich mehr Burgen drängen als fast irgendwo in Frankreich. Über dem Tal thronen La Roque-Gageac, das direkt unter einer Felswand ans Wasser gebaut ist, und die trutzigen Rivalenburgen Beynac und Castelnaud, die einander über den Fluss hinweg belauern – im Hundertjährigen Krieg lagen sie auf verfeindeten Seiten. Wer das Tal von unten sehen will, mietet in La Roque-Gageac eine Gabarre, einen flachen Nachbau der alten Lastkähne, und lässt sich eine Stunde flussauf und -ab staken.

Sarlat-la-Canéda ist die Kapitale des Périgord Noir und eine der besterhaltenen mittelalterlichen Altstädte Frankreichs: ein dichtes Geflecht aus honigfarbenen Gassen, Renaissance-Hôtels particuliers und Innenhöfen, das André Malraux in den 1960ern unter Denkmalschutz stellte und damit rettete. Der Höhepunkt ist der Markt: Am Mittwoch und Samstag füllen sich die Plätze mit Ständen voller Foie gras, Trüffel, Walnussöl, Käse und Cèpes – im Winter kommt der Trüffelmarkt dazu. Komm früh, dann hast du die Gassen fast für dich, bevor sich mittags die Reisegruppen durch das enge Zentrum schieben.

Die Küche des Périgord ist ihr eigenes Reiseziel: Foie gras vom Gänse- oder Entenstopfleber, Confit de canard – in eigenem Fett gegartes Entenfleisch –, Kartoffeln in Entenfett mit Knoblauch und Petersilie (Pommes sarladaises), dazu die schwarze Trüffel, die von Dezember bis Februar Saison hat, und die Walnuss in jeder Form vom Öl bis zum Likör. Viele Bauernhöfe verkaufen ab Hof und bieten Führungen an, auf denen du siehst, wie Foie gras und Confit entstehen. Wer sich daran nicht stört, findet hier eine der ehrlichsten und deftigsten Küchen des Landes; wer Vorbehalte hat, bleibt bei Trüffel, Käse und Walnuss.

Rund um Sarlat verdichtet sich die Vorgeschichte: Das Vézère-Tal ein paar Kilometer nördlich trägt den Beinamen Tal der Menschheit und steht als Ganzes auf der UNESCO-Liste. In Lascaux IV bei Montignac betrittst du die maßstabsgetreue Nachbildung der berühmten Höhle mit ihren steinzeitlichen Malereien, und in Les Eyzies erklärt das Nationalmuseum für Vorgeschichte die Funde der Region. Wer noch tiefer will, fährt über die Regionsgrenze ins benachbarte Département Lot in Okzitanien: Der Gouffre de Padirac führt dich dort per Kahn über einen unterirdischen Fluss tief in den Karst – von Sarlat aus gut eine Stunde. Buch die Zeitfenster für Lascaux und Padirac im Sommer unbedingt vorab, die Kontingente sind begrenzt und früh vergriffen.

Atlantikküste

La Rochelle, die Île de Ré und die Atlantikinseln

Ganz im Norden der Region liegt der alte Hugenottenhafen, von dem die Brücken auf flache, sonnenverbrannte Inseln voller Salzgärten führen.

La Rochelle bewacht seit dem Mittelalter seine Hafeneinfahrt mit drei Türmen – Tour Saint-Nicolas, Tour de la Chaîne und der Tour de la Lanterne –, zwischen denen früher nachts eine Kette gespannt wurde, um feindliche Schiffe auszusperren. Der Vieux Port ist bis heute das Herz der Stadt: Fischrestaurants unter den Arkaden, Segelboote im Becken, und dahinter eine Altstadt aus hellem Kalkstein mit langen überdachten Laubengängen, unter denen du auch bei Regen trockenen Fußes bummelst. Das große Aquarium am Hafenbecken zählt zu den bedeutendsten Europas und ist gerade mit Kindern ein sicherer Programmpunkt für einen wechselhaften Tag.

Vor der Stadt liegt die Île de Ré, über eine fast drei Kilometer lange Mautbrücke erreichbar und flach wie ein Tisch – die Insel gehört den Radfahrern. Rund hundert Kilometer Radwege verbinden die weiß getünchten Dörfer mit ihren grün gestrichenen Fensterläden, die Salzgärten, in denen bis heute die Fleur de Sel von Hand geerntet wird, und die Austernparks an den Wattufern. Saint-Martin-de-Ré, der Hauptort mit seiner Vauban-Festung, und das Leuchtturm-Kap Phare des Baleines an der Westspitze sind die Klassiker. Mieträder gibt es an jedem Ort; im Juli und August ist die Insel allerdings voll, dann lohnt der frühe Start.

Etwas weiter südlich liegt die größere Île d'Oléron, über eine kostenlose Brücke angebunden und ruhiger als Ré: Austernzucht rund um das Becken von Marennes, lange Atlantikstrände auf der Westseite, Pinienwälder und der Leuchtturm von Chassiron im Norden. In der Meerenge zwischen der Île d'Aix und der Île d'Oléron erhebt sich auf einer Sandbank das Fort Boyard, das ovale Seefort, das durch die gleichnamige Fernsehshow bekannt wurde – anlanden darfst du dort nicht, aber die Ausflugsboote aus La Rochelle und von den Inseln fahren im Sommer daran vorbei. Die Kombination aus Hafenstadt und einer der Inseln füllt bequem drei bis vier Tage.

Der ganze Küstenstreifen der Charente-Maritime lebt von der Auster: Rund um Marennes-Oléron liegt das größte Austernzuchtgebiet Europas, und in den Cabanes, den Zuchthütten am Wasser, isst du sie im Sommer frisch aus dem Becken mit einem Glas Weißwein und Butterbrot. Wer den Rhythmus der Küste verstehen will, plant die Ausflüge nach den Gezeiten: Bei Niedrigwasser legt das Watt die Austernbänke frei und du siehst die Zucht, bei Hochwasser laufen die Boote aus und die Strände füllen sich. Die Gezeitenkalender liegen in jedem Tourismusbüro aus und hängen an den Hafenkapitänaten.

Rundreise

Neuaquitanien-Rundreise in 10 bis 14 Tagen

Die Region ist zu groß für eine einzige Schleife – aber zwei, drei zusammenhängende Bausteine ergeben eine Reise, die von den Weinbergen bis ans baskische Meer reicht.

Neuaquitanien ist flächenmäßig größer als Österreich, deshalb ist die klassische Rundreise weniger ein Ring als eine Kette: Der Norden mit La Rochelle und den Atlantikinseln, die Mitte mit Bordeaux und den Weinregionen, das Bassin d'Arcachon an der Küste, das Périgord im Landesinneren und das Baskenland ganz im Süden. Für zehn bis vierzehn Tage wählst du drei bis vier dieser Bausteine und verbindest sie mit möglichst wenigen Umzügen. Eine bewährte Linie: zwei Tage Bordeaux und Weinregion, zwei Tage Arcachon und Dune du Pilat, drei Tage Baskenland um Biarritz – der Süden am Stück, statt hin- und herzuspringen.

Wer das Landesinnere und die Küste kombinieren will, hängt das Périgord an: von Bordeaux gut zwei Stunden nach Sarlat, drei bis vier Tage für Dordogne-Tal, Sarlat und die Höhlen, dann zurück Richtung Küste. Wichtig ist, die Distanzen realistisch einzuschätzen – der Südwesten wirkt auf der Karte kompakt, aber vom Périgord ans Baskenland sind es drei bis vier Autostunden. Lieber zwei Regionen in Ruhe als fünf im Vorbeifahren. Zwei Standquartiere, jeweils für mehrere Nächte, ersparen dir das tägliche Kofferpacken und machen aus der Fahrt eine Reise statt einer Verlegung.

Der Norden funktioniert als eigene, kürzere Runde: La Rochelle als Basis, von dort Tagesausflüge auf die Île de Ré und die Île d'Oléron, dazu ein Abstecher ins Cognac-Land der Charente. Das lässt sich gut mit einer Anreise aus Nord- oder Westfrankreich verbinden und braucht kein Auto für die Stadt selbst, wohl aber für die Inseln und das Hinterland. Wer mit der Bahn anreist und mobil bleiben will, mietet den Wagen erst vor Ort – in La Rochelle, Bordeaux oder Biarritz gibt es Stationen direkt am Bahnhof.

Rechne die Übergänge zu den Nachbarregionen mit ein, wenn dein Urlaub länger ist: Von La Rochelle sind es keine anderthalb Stunden ins Loire-Tal Richtung Nantes, vom Baskenland aus lockt die spanische Grenze mit San Sebastián in gut vierzig Minuten – die baskische Pintxo-Stadt liegt näher als jede größere französische Stadt. Und vom Périgord aus reichst du in gut zwei Stunden bis Toulouse in Okzitanien. Diese Ränder machen Neuaquitanien zum idealen Startpunkt für eine längere Frankreich-Runde, ohne dass du die Region selbst hetzen musst.

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Unterkünfte

Ferienhaus, Weingut oder Strandhotel – so wohnst du in Neuaquitanien

Zwischen Weingut-Gästezimmer im Médoc, Ferienhaus im Périgord und Surfhotel in Biarritz entscheidet vor allem, welche Region du zum Anker machst.

Die Wahl der Unterkunft hängt in Neuaquitanien stark davon ab, wo du dich einquartierst. Im Périgord und in der Weinregion um Saint-Émilion ist das Ferienhaus oder die Gîte die naheliegende Form: ein Steinhaus mit Pool zwischen Walnusshainen oder Rebzeilen, Platz für die Familie, eine Küche für die Marktbeute aus Sarlat und keine festen Frühstückszeiten. Der Preis dafür ist ein zwingendes Auto und meist die feste Samstag-bis-Samstag-Woche; die guten Häuser für Juli und August sind oft schon im Winter vergeben. Buch früh und lies die Lagebeschreibung genau – ländliche Idylle bedeutet manchmal mehrere Kilometer Feldweg bis zum nächsten Bäcker.

Wer den Wein zum Thema macht, übernachtet direkt auf dem Château: Viele Weingüter im Médoc, in der Entre-deux-Mers und rund um Saint-Émilion vermieten Chambres d'hôtes oder Gästehäuser, oft mit Verkostung des eigenen Weins und Frühstück mit Blick auf die Reben. Das ist die authentischste Art, die Weinregion zu erleben, und du sparst dir am Abend die Rückfahrt nach einer Probe. Frag vorab, ob abends gegessen werden kann und wie weit das nächste Restaurant liegt – auf dem Land schließt die Küche früh, und spontane Optionen sind rar.

An der Küste dreht sich alles um die Lage zum Wasser. In Arcachon, La Rochelle und Biarritz reicht das Angebot vom Belle-Époque-Hotel über Surfcamps bis zur Ferienwohnung mit Meerblick – hier zahlst du in der Hochsaison spürbar mehr und musst früh buchen, weil Franzosen selbst im August an den Atlantik strömen. In Biarritz und an der Côte des Basques dominieren Surfhotels und Hostels, die auf ein junges Publikum zugeschnitten sind; wer es ruhiger mag, weicht in die Nachbarorte Anglet oder Guéthary aus. An der Côte d'Argent zwischen Arcachon und dem Baskenland reihen sich außerdem große Campingplätze in den Pinienwäldern hinter den Dünen.

Camping ist an der Atlantikküste eine ernstzunehmende Größe, keine Notlösung: Die Plätze in den Landes und rund ums Bassin d'Arcachon liegen im schattigen Pinienwald, oft mit direktem Zugang zu Strand oder Radweg und mit Mobilheimen und Safarizelten für alle, die ohne eigene Ausrüstung anreisen. Auch hier gilt: Juli und August sind ausgebucht, laut und heiß, während Mai, Juni und September die entspannteren, günstigeren Monate sind. Wildes Campen und Übernachten im Wohnmobil außerhalb ausgewiesener Plätze werden an der Küste kontrolliert – halte dich an die Aire de Camping-Car am Ortsrand.

Hotels in Neuaquitanien

Alle 43 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Partnerangebote in Kürze
Essen & Trinken

Essen und Trinken in Neuaquitanien – von Austern bis Cognac

Kein Landstrich Frankreichs isst und trinkt so ausgiebig wie der Südwesten – und keine Region reiht so viele Spezialitäten auf so wenige Kilometer.

Die Tafel Neuaquitaniens ändert sich mit der Landschaft. An der Küste regiert die Auster: Rund um das Bassin d'Arcachon und in Marennes-Oléron isst du sie frisch aus dem Wasser, in den Cabanes der Züchter mit einem Glas trockenem Weißwein, Roggenbrot und gesalzener Butter – mehr braucht es nicht. Im Baskenland weichen die Austern den Pintxos, den kleinen Häppchen auf Brot, dem luftgetrockneten Jambon de Bayonne und dem Piment d'Espelette, das fast jedem Gericht seine milde Schärfe gibt. Der baskische Schafskäse Ossau-Iraty kommt mit Kirschkonfitüre auf den Tisch, und in Bayonne endet der Tag oft bei heißer Schokolade.

Das Périgord im Landesinneren ist die deftigste Ecke: Foie gras, Confit de canard, in Entenfett gebratene Pommes sarladaises, die schwarze Wintertrüffel und die allgegenwärtige Walnuss. Auf den Bauernmärkten von Sarlat kaufst du all das direkt vom Erzeuger, und viele Höfe bieten Verkostungen an. Wer die Stopfleber meidet, findet im Périgord trotzdem genug – Trüffelomelett, Käse, Walnusskuchen und die Cèpes, die im Herbst aus den Eichenwäldern kommen. Zum Wein greifst du hier zum kräftigen Cahors aus dem benachbarten Lot oder zum Bergerac von der Dordogne, dem oft unterschätzten Nachbarn der Bordeaux-Weine.

Getrunken wird in Neuaquitanien mit Ernst. Rund um Bordeaux verkosten die Châteaux ihre Appellationen – vom kräftigen Médoc bis zum süßen Sauternes –, meist nach Voranmeldung und gern mit Kellerführung. Nördlich davon, in der Charente rund um die Städtchen Cognac und Jarnac, brennen die großen Häuser aus dem Weißwein der Region den berühmtesten Weinbrand der Welt: Die Trauben werden gekeltert, doppelt destilliert und in Eichenfässern jahrelang gereift, bis aus dem klaren Brand goldener Cognac wird. In den Maisons kannst du den Prozess auf einer Führung nachvollziehen und am Ende die Jahrgänge vergleichen – wer selbst fährt, plant die Rückfahrt entsprechend.

Dazu kommen die kleinen, alltäglichen Dinge, an die man sich am Ende erinnert: die Canelé aus Bordeaux, ein gerilltes Törtchen mit karamellisierter Kruste und weichem Vanillekern; das Gâteau Basque, ein Mürbeteigkuchen mit Kirschkonfitüre oder Creme; die Fleur de Sel von der Île de Ré, die Walnussmarmelade aus dem Périgord und der Kaffee unter den Arkaden von La Rochelle. Auf den Wochenmärkten – Sarlat, Bayonne, das Marché des Capucins in Bordeaux – bekommst du die Region auf einem Fleck. Plan dafür einen Vormittag ein und iss dich einmal quer durch, das ist die ehrlichste Küchentour.

Restaurants in Neuaquitanien

Alle 40 Restaurants
Anreise & Mobilität

Anreise nach Neuaquitanien und warum sich der Mietwagen lohnt

Der TGV bringt dich in wenigen Stunden von Paris nach Bordeaux – aber sobald du die Küste und das Hinterland verbinden willst, führt kaum ein Weg am eigenen Wagen vorbei.

Mit der Bahn ist Bordeaux das Tor zur Region: Seit dem Ausbau der Schnellfahrstrecke fährt der TGV von Paris in gut zwei Stunden nach Bordeaux Saint-Jean, und weiter geht es auf der Atlantikachse nach Dax und Bayonne bis an die spanische Grenze. Aus Deutschland reist du über Paris oder über den TGV via Straßburg und weiter – rechne mit einem langen, aber bequemen Bahntag. Innerhalb der Region verbindet die Bahn die großen Städte gut: Bordeaux–Arcachon dauert knapp eine Stunde, Bordeaux–La Rochelle rund zwei, und die Küstenlinie Bordeaux–Bayonne–Biarritz ist durchgehend befahren.

Per Flugzeug ist die Region über drei Airports erreichbar: Bordeaux-Mérignac ist der größte mit Verbindungen aus mehreren deutschen Städten, Biarritz-Pays Basque bringt dich direkt ans baskische Meer, und der kleine Flughafen von La Rochelle bedient den Norden. Vom Flughafen Bordeaux fährt ein Shuttle-Bus und die Straßenbahnlinie A in die Innenstadt. Wer die Region rundreisen will, mietet den Wagen am besten gleich am Ankunftsflughafen oder am Bahnhof – die Stationen liegen jeweils direkt am Terminal beziehungsweise am Bahnhofsvorplatz.

Für alles jenseits der großen Städte brauchst du ein Auto: Das Périgord mit seinen Burgen, die Weingüter im Médoc, die Bergdörfer des Baskenlands und die Strände der Côte d'Argent liegen abseits der Bahnlinien, und die Busse fahren dort selten und nach Schulzeiten. Die Autobahnen sind mautpflichtig – die A10 von Paris, die A63 an der Küste –, und bezahlt wird an den Péage-Stationen per Karte oder bar; für Vielfahrer lohnt der elektronische Télépéage-Badge, mit dem du die reservierten Spuren ohne Halt passierst. Tank an Autobahnraststätten ist teurer als im Supermarkt; die Zapfsäulen an Carrefour oder Leclerc sind spürbar günstiger.

In den Städten gilt: Auto stehen lassen, wo es geht. Bordeaux hat ein ausgedehntes Straßenbahnnetz und eine weitgehend autofreie Altstadt, in Arcachon und La Rochelle parkst du am besten am Rand und gehst zu Fuß, und auf der Île de Ré ist das Rad ohnehin das schnellere Verkehrsmittel. Rechne im Sommer an der Küste mit vollen Parkplätzen und Staus auf den Zufahrten zu Dune du Pilat, Cap Ferret und den Inselbrücken – wer früh startet oder die Nebensaison wählt, umgeht das meiste davon. Die innerstädtischen Umweltzonen verlangen für die Einfahrt die Crit'Air-Plakette, die du vorab online bestellst.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Städte & Basisorte

Die schönsten Städte in Neuaquitanien – und welche Basis zu dir passt

BordeauxBordeauxFrankreichs Welthauptstadt des Weins mit heller UNESCO-Altstadt, dem Miroir d'eau vor der Place de la Bourse und der Cité du Vin. Von hier startest du in die Weinregionen Médoc und Saint-Émilion.Ideal für: Stadt & Wein2–3 TageBiarritzBiarritzMondänes Seebad und Surfhauptstadt Europas: Belle-Époque-Fassaden über der Grande Plage, die Longboards an der Côte des Basques und der Felsen Rocher de la Vierge mitten in der Brandung.Ideal für: Surfen & Baskenland2–3 TageLa RochelleLa RochelleAlter Atlantikhafen mit drei mittelalterlichen Türmen, Arkaden-Altstadt und einem der besten Aquarien Frankreichs. Über die Brücke erreichst du die Île de Ré mit Salzgärten und Radwegen.Ideal für: Hafen & Inseln2–3 TageArcachonArcachonSeebad am Bassin d'Arcachon mit Austernhütten, dem Villenviertel Ville d'Hiver und der Dune du Pilat vor der Tür. Von hier setzt das Boot nach Cap Ferret über.Ideal für: Küste & Austern2 TageSarlat-la-CanédaSarlat-la-CanédaKapitale des Périgord Noir mit einer der besterhaltenen Mittelalter-Altstädte Frankreichs. Am Mittwoch und Samstag füllen Foie gras, Trüffel und Walnuss die Markplätze.Ideal für: Périgord & Küche1–2 TageSaint-ÉmilionSaint-ÉmilionWeinstädtchen auf einem Kalksteinhang östlich von Bordeaux, mit unterirdischer Église Monolithe und Kellern unter den Gassen. Merlot-geprägte Rote und Canelés zum Probieren.Ideal für: Weinreise1 TagBayonneBayonneHeimliche Hauptstadt des Baskenlands am Zusammenfluss von Nive und Adour: farbige Fachwerkzeilen, gotische Kathedrale, Schokoladentradition und der berühmte Jambon de Bayonne.Ideal für: Baskische Kultur1 Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Neuaquitanien mit Wetter und Klima im Jahreslauf

Von den milden Küstenmonaten im Frühjahr bis zum goldenen Weinlese-Herbst hat Neuaquitanien eine lange Saison – nur der Hochsommer an der Küste verlangt einen Plan.

Das Klima Neuaquitaniens ist atlantisch geprägt: milde, feuchte Winter, ein grünes, wechselhaftes Frühjahr, warme Sommer mit Spitzen über 30 Grad im Landesinneren rund um Bordeaux und ein langer, sonniger Herbst. An der Küste mildert der Atlantik die Extreme – im Baskenland und an der Côte d'Argent ist es im Sommer ein paar Grad kühler und im Winter deutlich milder als im Périgord. Die beste Reisezeit hängt vom Ziel ab: Städte, Weinregionen und das Périgord vertragen Frühling und Herbst am besten, fürs Baden im Atlantik brauchst du Juni bis September. Die Werte unten gelten für Bordeaux.

Jan10°3°mild, ruhig, Trüffelzeit
Feb12°3°kühl, leere Weingüter
Mär15°5°erstes Grün, wechselhaft
Apr17°7°Frühling, Weinberge treiben aus
Mai21°11°warm, blühend, ideal
Jun24°14°lange Tage, Meer wird warm
Jul27°16°Hochsaison, volle Küste
Aug27°16°heiß, Franzosen im Urlaub
Sep24°13°Weinlese, warmes Meer
Okt19°10°goldener Herbst
Nov13°6°regnerisch, ruhig
Dez10°4°mild, festlich

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Neuaquitanien sind Mai, Juni sowie September und der frühe Oktober: warm genug zum Baden im Atlantik, angenehm für Städte, Weingüter und Wanderungen im Périgord, dazu die Weinlese im September. Juli und August sind zuverlässig heiß und ideal zum Baden, aber an der Küste voll und teuer, weil dann auch die Franzosen an den Atlantik strömen. Wer Weinregionen und das Périgord in Ruhe erleben will, kommt im Frühling oder Frühherbst.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Neuaquitanien

Wie viele Tage braucht man für Neuaquitanien?
Für einen ersten Überblick plane mindestens eine Woche und beschränke dich auf zwei, drei Bausteine – etwa Bordeaux mit Weinregion, Arcachon und das Baskenland. Mit zehn bis vierzehn Tagen kombinierst du zusätzlich das Périgord oder die Atlantikinseln, ohne täglich umziehen zu müssen.
Braucht man in Neuaquitanien ein Auto?
Für die großen Städte nicht – Bordeaux, Arcachon, La Rochelle und Biarritz verbindet die Bahn gut. Für das Périgord, die Weingüter im Médoc, das baskische Hinterland und die Strände der Côte d'Argent brauchst du aber ein Auto, weil dort kaum Busse fahren und die schönsten Strecken Landstraßen sind.
Was ist die Dune du Pilat und kann man sie besteigen?
Die Dune du Pilat südlich von Arcachon ist mit über 100 Metern die höchste Wanderdüne Europas. Du kannst sie besteigen – im Sommer über eine Treppe, sonst durch den weichen Sand. Geh früh morgens oder zum Sonnenuntergang, meide die Mittagshitze und nimm genug Wasser mit, der Sand heizt stark auf.
Lohnt sich Bordeaux für ein Wochenende?
Ja – die UNESCO-Altstadt aus hellem Kalkstein, der Miroir d'eau, die Cité du Vin und die Weinbars lassen sich gut an zwei bis drei Tagen erleben. Für einen Ausflug in die Weinregion Médoc oder nach Saint-Émilion solltest du aber einen weiteren Tag einplanen.
Wo kann man in Neuaquitanien am besten baden?
An der Côte d'Argent zwischen Arcachon und dem Baskenland ziehen sich endlose Sandstrände mit Atlantikbrandung – gut zum Surfen, aber mit Strömung. Ruhiger badest du auf der Beckenseite des Bassin d'Arcachon und auf der Île de Ré. Die Badesaison reicht von Juni bis Ende September.
Was macht das französische Baskenland besonders?
Das Pays Basque um Biarritz und Bayonne hat eine eigene Sprache, eigene rot-weiße Architektur und eine Küche, die stärker nach Spanien schmeckt – Pintxos, Jambon de Bayonne und Piment d'Espelette. Biarritz gilt zudem als Wiege des europäischen Surfens an der Côte des Basques.
Wann ist die beste Reisezeit für Neuaquitanien?
Mai, Juni sowie September und der frühe Oktober bieten warmes Wetter, angenehme Städtebedingungen und die Weinlese im September, ohne den Hochsommer-Andrang. Fürs Baden im Atlantik sind Juli und August am verlässlichsten, dafür an der Küste voll und teuer.
Was sollte man im Périgord essen?
Das Périgord um Sarlat steht für Foie gras, Confit de canard, in Entenfett gebratene Kartoffeln, die schwarze Wintertrüffel und Walnuss in jeder Form. Auf den Märkten von Sarlat kaufst du alles direkt vom Erzeuger; dazu passt ein Bergerac oder ein kräftiger Cahors aus der Nachbarschaft.
Kann man Cognac besichtigen?
Ja – in den Städtchen Cognac und Jarnac in der Charente führen die großen Häuser durch ihre Brennereien und Fasslager und erklären, wie aus regionalem Weißwein doppelt destillierter, jahrelang gereifter Cognac wird. Am Ende stehen meist Verkostungen; wer selbst fährt, sollte die Rückfahrt einplanen.
Wie kommt man von Deutschland nach Bordeaux?
Am schnellsten per Flug nach Bordeaux-Mérignac oder mit dem TGV über Paris, der von dort in gut zwei Stunden nach Bordeaux Saint-Jean fährt. Vom Flughafen bringen dich Shuttle-Bus und Straßenbahn ins Zentrum; für die Rundreise mietest du den Wagen am besten gleich am Ankunftsort.
Lohnt sich die Île de Ré?
Für einen Insel- und Radtag ja: weiß getünchte Dörfer mit grünen Läden, Salzgärten mit handgeernteter Fleur de Sel, Austernbänke und rund hundert Kilometer flache Radwege. Über die Mautbrücke ab La Rochelle bist du schnell dort; im Hochsommer solltest du früh starten, dann ist es voll.
Ist Neuaquitanien für einen Familienurlaub geeignet?
Sehr gut: flach abfallende Strände auf der Beckenseite von Arcachon und auf den Inseln, das große Aquarium in La Rochelle, die Dune du Pilat zum Klettern, Radwege ohne Steigung und Bauernhöfe im Périgord. Ein Ferienhaus mit Pool als Basis nimmt den Druck aus den Besichtigungstagen.
NeuaquitanienZwischen den Weinbergen von Bordeaux, der höchsten Düne Europas und den baskischen Stränden von Biarritz liegt Frankreichs genussfreudiger Südwesten.
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