Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bordeaux
Vom Grand Théâtre bis zur Basilique Saint-Michel läufst du keine halbe Stunde – das gesamte Welterbe-Zentrum passt in einen Bogen von zwei Kilometern am Fluss entlang.
Der Bezugspunkt ist die Place de la Bourse, entstanden zwischen 1730 und 1775, als die Intendanten des Königs die alte Stadtmauer niederlegen ließen und Bordeaux zum Fluss hin öffneten. Was den Platz weltbekannt gemacht hat, ist allerdings deutlich jünger – das Miroir d'eau davor, das seit 2006 auf gut 3.400 Quadratmetern Granit einen nur rund zwei Zentimeter dünnen Wasserfilm hält und im Wechsel damit Nebelschwaden aufsteigen lässt. Es ist der größte Wasserspiegel der Welt und funktioniert nach einem simplen Prinzip – Spiegelphase, Leerlauf, Nebel, von vorn. Die Anlage läuft in der wärmeren Jahreshälfte, im Winter ist das Becken meist trocken. Für Fotos ohne Menschenmenge kommst du kurz nach Sonnenaufgang oder in der Stunde nach Sonnenuntergang, wenn die Fassade beleuchtet ist.
Gut vierhundert Meter westlich, fünf Gehminuten, steht das Grand Théâtre, das Victor Louis 1780 vollendete. Zwölf korinthische Säulen tragen eine Attika mit zwölf Statuen, neun Musen und drei Göttinnen, und das Treppenhaus dahinter gilt als Vorbild für die spätere Pariser Oper. Innen kommst du entweder als Opern- und Konzertbesucher hinein oder mit einer Führung, die der Tourismusverband anbietet. Vom Vorplatz führen die Cours de l'Intendance und die Allées de Tourny in das Triangle d'Or, das Bordeaux' bürgerliche Selbstdarstellung in Reinform zeigt, und weiter zur Place des Quinconces, einem der größten Stadtplätze Europas, an dessen Kopfende das Monument aux Girondins mit seinen Bronzepferden steht.
Südlich davon wird die Stadt älter. Die Cathédrale Saint-André, in der Eleonore von Aquitanien 1137 Ludwig VII. heiratete, hat ihren Glockenturm nicht am Bau, sondern daneben – die Tour Pey-Berland entstand im 15. Jahrhundert bewusst als eigener Bau neben der Kirche, weil man dem Untergrund und dem Mauerwerk das Gewicht samt Glockenschwingungen nicht zutraute. Der Aufstieg über die enge Wendeltreppe endet auf einer Galerie mit dem besten Rundblick über die Dächer. Dasselbe Prinzip wiederholt sich bei der Basilique Saint-Michel im Süden, deren freistehende Flèche zu den höchsten Kirchtürmen Frankreichs zählt. Dazwischen liegen die Grosse Cloche, der Glockenturm des mittelalterlichen Rathauses und eines der ältesten Wahrzeichen der Stadt, und die Porte Cailhau von 1495, halb Wehrturm, halb Triumphbogen, errichtet zu Ehren eines Sieges Karls VIII. in Italien.
Nach Norden dreht sich das Bild ins 21. Jahrhundert. An den alten Hafenbecken steht seit 2016 die Cité du Vin, deren geschwungene Hülle aus Glas und goldfarbenem Aluminium den Wein im Glas zitieren soll; das Ticket schließt eine Verkostung im Belvédère ganz oben ein, und der Blick von dort über Fluss und Stadt ist die halbe Miete. Gleich nebenan liegen die Bassins des Lumières im ehemaligen deutschen U-Boot-Bunker, wo Projektionen über Wasserbecken und meterdicken Beton laufen. Zurück am Fluss verbindet der Pont de Pierre mit seinen 17 Bögen beide Ufer – der Legende nach steht die Zahl für die Buchstaben in Napoléon Bonaparte, auf dessen Anordnung die Brücke ab 1810 gebaut wurde. Für Autos ist sie seit einigen Jahren gesperrt, was sie zum besten Aussichtspunkt auf Höhe der Altstadt macht.









































