◆ STADT · NEUAQUITANIEN
Bordeaux ist die Stadt, die der Wein gebaut hat – und sie trägt es mit Haltung. Über zwei Jahrhunderte ließ der Handel an der Garonne eine Front aus hellem Kalkstein entstehen, die heute als größtes zusammenhängendes Welterbe-Ensemble Frankreichs unter dem Schutz der UNESCO steht. Wer über die Place de la Bourse blickt, deren klassizistische Fassade sich im Miroir d'eau spiegelt, versteht den Beinamen „kleines Paris des Südwestens“. Doch Bordeaux ist längst keine erstarrte Steinstadt mehr: Sandgestrahlte Fassaden, eine elegante Straßenbahn, das Weinmuseum Cité du Vin und die jungen Bistros von Saint-Pierre haben aus der einst behäbigen Bürgerstadt eine der lebendigsten Adressen Frankreichs gemacht. Und ringsum beginnt das berühmteste Weinland der Welt.
Bordeaux verdankt seinen Reichtum dem Fluss und dem Wein. Schon die Römer pflanzten an der Garonne Reben, doch ihr eigentliches Vermögen machte die Stadt im 18. Jahrhundert: Über den Hafen liefen Wein, Zucker und – in einem dunklen Kapitel – die Geschäfte des transatlantischen Dreieckshandels. Mit dem Geld der Reeder und Weinhändler entstand das Bordeaux, das wir heute bewundern. Der Intendant Tourny ließ Plätze anlegen, Fassaden aus dem hellen Kalkstein der Region aufziehen und die Place Royale – heute Place de la Bourse – zur Schauseite der Stadt machen. Über 350 dieser Bürgerhäuser stehen unter Denkmalschutz; gemeinsam bilden sie das größte städtische Welterbe-Ensemble Frankreichs.
Doch lange galt Bordeaux als die „schöne Schlafende“. Erst um die Jahrtausendwende erwachte sie: Bürgermeister Alain Juppé ließ die rußschwarzen Fassaden sandstrahlen, bis der Stein wieder honigfarben leuchtete, verbannte die Autos vom Garonne-Ufer und ließ eine der elegantesten Straßenbahnen Europas durch die Altstadt gleiten. Wo einst Kais und Lagerhäuser verfielen, spannt sich heute am Wasser der Miroir d'eau, ein hauchdünner Wasserfilm, der zweimal pro Minute die Place de la Bourse spiegelt und im Sommer Kinder wie Touristen anlockt. Die alten Docks von Bacalan beherbergen nun die Cité du Vin.
Wer Bordeaux verstehen will, denkt es vom Glas her. In den Bistros von Saint-Pierre wird der Wein nicht zelebriert, sondern getrunken – zu Entrecôte à la bordelaise, zu Austern aus dem Bassin d'Arcachon, zu cannelés, den kleinen karamellisierten Küchlein, die hier erfunden wurden. Vor den Toren der Stadt beginnt das Weinland: das Médoc mit seinen Châteaux, die Kalksteinhügel von Saint-Émilion, die süßen Lagen des Sauternes. travelperfect empfiehlt, Bordeaux nicht abzuhaken, sondern als Basislager zu nehmen – einen Tag der Stadt, einen dem Wein, einen der Atlantikküste.
01 · Auf einen Blick
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· Bordeaux Sehenswürdigkeiten
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· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Altstadt zu Fuß · an einem Tag
Die klassische Runde durch die Steinstadt verbindet die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an einem Tag und ganz zu Fuß: vom Spiegelbild der Place de la Bourse im Miroir d'eau über die eleganten Allées de Tourny zum Grand Théâtre, weiter durch die Altstadtgassen von Saint-Pierre zur mittelalterlichen Grosse Cloche und zur Kathedrale Saint-André mit der freistehenden Tour Pey-Berland. Wer hinaufsteigt, hat das gesamte Dächermeer aus Kalkstein zu Füßen.
Wein verstehen
Bordeaux ist die Welthauptstadt des Weins – und man muss kein Kenner sein, um das zu erleben. Die Cité du Vin am Bassin à Flot erzählt die Kulturgeschichte des Rebsafts und schenkt zum Abschluss ein Glas mit Panoramablick aus. Von hier sind es nur Minuten ins Médoc mit Châteaux wie Margaux oder Mouton, eine knappe Stunde nach Saint-Émilion mit seinen Kalksteinkellern.
Markt & Tafel
Die Küche Bordeaux' ist deftig und atlantisch zugleich. Auf dem Marché des Capucins, dem „Bauch von Bordeaux“, schlürft man am Samstagvormittag Austern aus Arcachon mit einem Glas Weißwein. Abends gehört der Tisch der Entrecôte à la bordelaise, den canelés und einem Glas Médoc. In den Bistros von Saint-Pierre und Saint-Michel sitzt man eng und gut.
Geheimtipp · Fluss & Düne
Bordeaux liegt nur eine knappe Bahnstunde von der Küste. Eine Flussfahrt auf der Garonne zeigt die Hafenfront und die geschwungene Pont Jacques Chaban-Delmas von der Wasserseite. Wer weiterfährt, erreicht das Bassin d'Arcachon mit seinen Austernparks und die Dune du Pilat – mit über 100 Metern die höchste Wanderdüne Europas, von deren Kamm der Blick über Atlantik und Pinienwald reicht.
03 · Wann
Bordeaux liegt nah genug am Atlantik, um vom ozeanischen Klima zu profitieren: Die Sommer sind warm, aber selten so glühend wie im Mittelmeer-Süden, die Winter mild und feucht. Die schönste Zeit für eine Reise sind Frühling und Frühherbst – im Mai blüht die Stadt, und im September/Oktober fällt der Besuch mit der Weinlese (den vendanges) in den umliegenden Lagen zusammen, wenn das Umland am lebendigsten ist.
04 · Häufige Fragen
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind die Place de la Bourse mit dem Miroir d'eau, die helle Welterbe-Hafenfront, das Weinmuseum Cité du Vin, das Grand Théâtre im Goldenen Dreieck, die Kathedrale Saint-André mit der Tour Pey-Berland und die mittelalterliche Grosse Cloche. Wer mehr Zeit hat, nimmt den Marché des Capucins, die Pont de Pierre und einen Abstecher ins Weinland dazu.
Das UNESCO-Welterbe-Zentrum lässt sich gut zu Fuß ablaufen: von der Place de la Bourse über die Gassen von Saint-Pierre und die verspielte Porte Cailhau zur Grosse Cloche und zur Kathedrale Saint-André. Die meisten Highlights liegen so dicht beieinander, dass du die Altstadt-Sehenswürdigkeiten an einem Tag zu Fuß verbinden kannst.
Abseits der Postkartenmotive lohnen die Quais von La Bastide am rechten Ufer für den schönsten Panoramablick auf die Steinfront im Abendlicht, die Bassins des Lumières im alten U-Boot-Bunker und der Sonntagsmarkt am Quai des Chartrons mit Austern und einem Glas Weißwein. Auch das authentische, multikulturelle Viertel Saint-Michel mit dem Marché des Capucins ist ein Tipp für alle, die das echte Bordeaux suchen.
Für die Stadt selbst reichen zwei volle Tage, um Welterbe-Front, Saint-Pierre, die Cité du Vin und einen Markt in Ruhe zu erleben. Wer das Weinland mitnehmen möchte – einen Tag Saint-Émilion, einen Tag Médoc – oder einen Abstecher zur Dune du Pilat plant, sollte vier bis fünf Tage einplanen. Bordeaux eignet sich hervorragend als Basislager.
Bordeaux ist insgesamt etwas günstiger als Paris, aber kein Schnäppchen-Ziel. Viele der schönsten Sehenswürdigkeiten – Place de la Bourse, Miroir d'eau, die Altstadtgassen, Pont de Pierre und der Jardin Public – sind kostenlos. Eintritt kosten vor allem Cité du Vin und Bassins des Lumières. Beim Essen reicht die Spanne vom günstigen Markttisch im Marché des Capucins bis zur Sterneküche; im Viertel Saint-Michel isst man am preiswertesten.
Sehr. Saint-Émilion mit seiner Felsenkirche und den Kalksteinkellern ist per Regionalzug oder geführter Tour gut erreichbar, das Médoc mit seinen großen Châteaux am besten per organisierter Halbtages- oder Tagestour, da der öffentliche Verkehr dort dünn ist. Viele Châteaux verlangen eine Voranmeldung – eine geführte Weintour ab Bordeaux nimmt einem die Planung ab.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Bordeaux und im Weinland.
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