La Rochelle empfängt ihre Gäste so, wie sie seit Jahrhunderten ankommende Schiffe empfangen hat: über das offene Wasser, zwischen zwei mittelalterlichen Wehrtürmen hindurch, die wie steinerne Wächter den Eingang zum Vieux-Port markieren. Der Tour Saint-Nicolas und der Tour de la Chaîne flankieren die Hafeneinfahrt, zwischen ihnen wurde einst eine schwere Kette gespannt, um die Stadt vor Angreifern zu schützen. Der dritte, der Tour de la Lanterne, diente als Leuchtturm und Gefängnis zugleich. Hinter dem Hafen beginnt eine Altstadt, die für das atlantische Klima gebaut wurde: Über kilometerlange Arkadengassen kann man trockenen Fußes durch die Stadt gehen, vorbei an Fachwerkhäusern und hellen Steinfassaden, an denen das vom Wasser reflektierte Licht entlangzieht. Die Rue du Palais und die Rue des Merciers gehören zu den schönsten Straßenzügen, das prächtige Rathaus aus der Renaissance erinnert an die Zeit, als La Rochelle eine reiche, eigenständige Handelsstadt und Hochburg der Hugenotten war. La Rochelle lebt mit dem Meer. An den Quais riecht es nach Austern und Seetang, in den Fischrestaurants kommen Moules-frites, Fisch und die berühmten Austern aus der nahen Bucht von Marennes-Oléron auf den Tisch. Das große Aquarium der Stadt zählt zu den bedeutendsten Europas, der moderne Yachthafen Les Minimes ist einer der größten an der Atlantikküste. Vor der Stadt liegen die flachen, sonnenverwöhnten Inseln: die Île de Ré, über eine elegante Brücke erreichbar, mit ihren Salzgärten, Weißdörfern und Radwegen, und weiter südlich die Île d'Oléron. La Rochelle ist Frankreich, das dem Meer zugewandt ist – nüchtern und zugleich von süßlicher Leichtigkeit, ideal für Reisende, die Atlantik, Geschichte und gutes Essen verbinden möchten.




