Stadt · Frankreich

Biarritz

Am Rocher de la Vierge zerplatzt die Atlantikdünung an nacktem Fels, und einen halben Kilometer weiter südlich schieben Longboards über die letzte Welle an der Côte des Basques.

4 Stadtviertel6 Sehenswürdigkeiten7 Hotels
Überblick

Deine Biarritz-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Von Juni bis September ist Biarritz am lebendigsten: warmes Wetter, Badebetrieb und ideale Bedingungen für Strandtage. Surfer schätzen Herbst und Frühling für die kräftigeren Wellen bei geringerem Andrang. Der Winter ist mild, aber regnerischer; viele Strandbars schließen dann. Für die Kombination aus angenehmem Klima und Ruhe eignen sich Juni und September am besten.
Über Biarritz

Reisen nach Biarritz

Biarritz war ein baskisches Fischer- und Walfängerdorf, bis sich Kaiserin Eugénie Mitte der 1850er-Jahre über der Grande Plage eine Sommerresidenz bauen ließ und der halbe europäische Adel nachreiste – aus der Villa Eugénie wurde das Hôtel du Palais, aus dem Dorf ein Seebad mit Casino, Meerwasserbädern und einer russisch-orthodoxen Kirche mit blauer Kuppel. Gut hundert Jahre später brachte ein amerikanischer Drehbuchautor 1957 ein Surfbrett an die Côte des Basques, und die Stadt wurde ein zweites Mal berühmt, diesmal als Startpunkt des europäischen Wellenreitens. Beides steht bis heute nebeneinander: Belle-Époque-Fassaden über dem Sand, Neoprenanzüge auf der Klippentreppe. Dazwischen liegen der Rocher de la Vierge, den eine schmale Eisenbrücke mit dem Plateau de l'Atalaye verbindet, das Art-déco-Aquarium Musée de la Mer von 1933, der winzige Fischerhafen Port des Pêcheurs und der Leuchtturm von 1834 auf der Pointe Saint-Martin. Gegessen wird baskisch – Pintxos an der Theke der Markthalle Les Halles, Piment d'Espelette in fast allem, Gâteau basque zum Kaffee –, und die spanische Grenze liegt keine halbe Autostunde entfernt.

Biarritz – Karte
Reiseführer

Biarritz von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Kurz vor Sonnenuntergang füllt sich die Klippentreppe zur Côte des Basques mit Leuten, die Bretter unter dem Arm tragen, während oben auf der Promenade jemand im Bademantel Richtung Thalasso läuft. Biarritz hält zwei Milieus aus, die anderswo nichts miteinander zu tun hätten – den Seebad-Glamour der Kaiserin Eugénie und eine Surfkultur, die hier 1957 anfing – und stellt beide auf denselben Kilometer Küste. Dazwischen liegen ein Fischerhafen von der Größe eines Hinterhofs, eine Markthalle voller Piment d'Espelette und ein Atlantik, der zweimal am Tag die Hälfte der Strände einkassiert.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Biarritz

Das Sehenswerte von Biarritz liegt auf gut zwei Kilometern Küstenlinie – vom Leuchtturm im Norden bis zur Côte des Basques läufst du alles zu Fuß ab.

Der Rocher de la Vierge ist das Bild, das jeder aus Biarritz mitbringt: ein vorgelagerter Felsen mit weißer Marienstatue, erreichbar über eine schmale eiserne Fußgängerbrücke, die vom Plateau de l'Atalaye hinausführt. Napoleon III. ließ den Felsen im 19. Jahrhundert erschließen, unter dem Plateau wurde dafür ein Tunnel durch den Stein getrieben, der bis heute die kürzeste Verbindung zum Fischerhafen ist. Bei auflandigem Wind schlägt die Gischt über das Geländer – dann wird die Brücke gesperrt, und zwar ohne Vorwarnung. Geh früh am Morgen hinaus, wenn die Reisegruppen noch nicht da sind, und schau von dort zurück auf die Stadt: Von keinem anderen Punkt siehst du Klippen, Strände und Villen so vollständig auf einmal.

Auf dem Plateau darüber steht das Musée de la Mer, das Aquarium von Biarritz, in einem Art-déco-Bau von 1933, dessen Fassade allein schon den Weg lohnt. Drinnen geht es um den Golf von Biskaya, um Haie, Rochen und die Fischerei der baskischen Küste; auf der Dachterrasse leben Seehunde, deren Fütterung zu festen Zeiten stattfindet – die aktuellen Uhrzeiten hängen am Eingang. Ein Stück tiefer, im Windschatten des Felsens, drängt sich der Port des Pêcheurs zusammen, ein Hafenbecken kaum größer als ein Hinterhof, gesäumt von den niedrigen Fischerhütten, den crampottes, in denen heute Restaurants wie Chez Albert sitzen. Es ist der Ort, an dem Biarritz noch am ehesten nach Dorf aussieht.

Nördlich davon öffnet sich die Grande Plage, der Stadtstrand, gerahmt vom Casino in seinem Art-déco-Bau von 1929 und am Nordende vom Hôtel du Palais. Das rosafarbene Gebäude war ursprünglich die Sommerresidenz der Kaiserin Eugénie und bestimmt bis heute die Silhouette der Uferpromenade, auch für alle, die dort nie übernachten werden. Von der Grande Plage führt die Avenue de l'Impératrice landeinwärts an Villen vorbei zur Église Orthodoxe Russe von 1892, deren blaue Kuppel an die russische Sommerkolonie erinnert. Wenige Minuten entfernt steht die Chapelle Impériale aus den 1860er-Jahren mit hispano-maurisch ausgemaltem Innenraum; sie öffnet nur an wenigen Tagen und Stunden, prüfe die Zeiten vorher, sonst stehst du vor verschlossener Tür.

Am nördlichen Stadtrand markiert der Phare de Biarritz von 1834 auf der Pointe Saint-Martin das Ende der Felsküste. Oben angekommen – über 248 Stufen – siehst du in die eine Richtung die Klippen des Baskenlands und in die andere den fast schnurgeraden Sandstrand, der über Anglet Richtung Landes zieht. Im Süden endet die Stadt an der Côte des Basques, über der die neugotisch anmutende Villa Belza aus dem späten 19. Jahrhundert auf ihrem Felsen sitzt. Wer Museen mag, findet abseits der Küste zwei ungewöhnliche: Asiatica mit asiatischer Kunst und ein Museum zur Geschichte der Schokolade, die über das nahe Bayonne nach Frankreich kam. Weiter südlich erklärt die Cité de l'Océan Wellen, Strömungen und Meeresforschung.

Sehenswürdigkeiten in Biarritz

Surfen & Wellen

Surfen in Biarritz und die Wellen der Côte des Basques

Der Atlantik liefert hier fast das ganze Jahr Wellen – nur nicht immer die, für die du gekommen bist.

Die europäische Surfgeschichte beginnt 1957 an der Côte des Basques. Der amerikanische Drehbuchautor Peter Viertel war für die Dreharbeiten zu einer Hemingway-Verfilmung an der baskischen Küste, ließ sich ein Brett aus Kalifornien schicken und paddelte damit hinaus; ein paar junge Biarrots sahen ihm zu, bauten nach und wurden zur ersten Surfszene des Kontinents. Aus dieser Handvoll Leute ist eine Industrie geworden, die dem Ort bis heute anhängt: Shaper, Surfmarken mit europäischen Zentralen in der Region, Wettbewerbe im Sommer und eine Longboard-Tradition, die du an der Côte des Basques an jedem ruhigen Abend im Wasser siehst.

Für den ersten Kurs ist die Côte des Basques die richtige Adresse, und das hat einen physikalischen Grund: Der Strand fällt flach ab, die Wellen laufen lang und weich aus, und bei kleinem Sommerswell rollen sie in Kniehöhe fast bis an den Klippenfuß. Genau deshalb stehen dort im Sommer die Schulen dicht an dicht. Die Grande Plage im Zentrum funktioniert ebenfalls für Anfänger, ist aber schmaler und in der Hochsaison streng in Bade- und Surfzonen aufgeteilt. Wer schon steht und mehr Kraft in der Welle sucht, fährt in die Nachbarstadt Anglet, wo sich Beachbreak an Beachbreak reiht, oder weiter nördlich nach Hossegor in die Landes.

Die Saisonlogik ist bei Wellen umgekehrt zur Badesaison. Im Juli und August ist der Ozean am wärmsten und am schwächsten – gut für den ersten Kurs, unterfordernd für Fortgeschrittene. Ab September zieht die Dünung an, und zwischen September und November bekommt die Küste ihre verlässlichsten Bedingungen bei noch erträglichen Wassertemperaturen und deutlich weniger Leuten im Line-up. Der Winter liefert die größten Wellen, dann arbeiten die Riffe der Umgebung wie Parlementia vor Guéthary, und für Ungeübte wird der Atlantik hier schlicht zu viel. Neopren brauchst du an dieser Küste praktisch immer: im Hochsommer einen dünnen Shorty, im Winter den Vollanzug samt Haube.

Zwei Dinge entscheiden über den Tag, und beide stehen nicht im Kursprospekt. Erstens die Gezeiten: Bei Hochwasser ist die Côte des Basques kaum vorhanden, der Sand verschwindet bis unter die Klippe, und Kurse werden entsprechend um den Tidenkalender herum gelegt – schau vor der Buchung selbst in die Gezeitentabelle. Zweitens die baïnes, jene Rinnen zwischen den Sandbänken, die an der ganzen aquitanischen Küste starke seewärts gerichtete Strömungen erzeugen und regelmäßig Rettungseinsätze auslösen. Bade und surfe deshalb nur in der bewachten Zone zwischen den rot-gelben Flaggen; die grüne, gelbe oder rote Flagge am Posten der Rettungsschwimmer zeigt zusätzlich an, wie gefährlich das Wasser gerade ist. Wenn dich eine Strömung fasst, paddle parallel zum Strand statt dagegen. Bretter und Anzüge leihst du direkt an den Strandzugängen.

Aktivitäten & Touren in Biarritz

Strände & Baden

Die Strände von Biarritz von der Grande Plage bis Milady

Sechs Strände auf wenigen Kilometern, und der Gezeitenhub entscheidet jeden Tag neu, welcher davon gerade der beste ist.

Grande Plage
Grande Plage

Die Grande Plage ist der Strand, an dem sich die Stadt selbst anschaut. Sie liegt direkt vor dem Zentrum, wird in der Saison bewacht, hat Duschen und Strandkabinen und ist im Juli und August entsprechend gut belegt. Der Haken ist derselbe wie bei allen Stadtstränden mit Tidenhub: Bei Hochwasser schrumpft der Sandstreifen auf einen Bruchteil, und was um zehn Uhr wie ein weites Feld aussah, ist am Nachmittag eine Handtuchreihe an der Mauer. Wer es ruhiger mag, kommt früh oder erst gegen Abend, wenn die Sonne flach über den Klippen steht und die Promenade zur Flaniermeile wird.

Die Plage du Port-Vieux ist der Gegenentwurf: eine winzige Bucht, links und rechts von Felsen eingefasst, mit deutlich ruhigerem Wasser als überall sonst in der Stadt. Für Familien mit kleinen Kindern und für alle, die schwimmen und nicht in der Brandung geworfen werden wollen, ist das die richtige Adresse – und weil es dort eine ganzjährig aktive Gruppe von Stammschwimmern gibt, wird auch im Februar gebadet. Der Strand ist klein und entsprechend schnell voll; an heißen Augusttagen bekommst du dort nach elf Uhr kaum noch einen Platz auf dem Sand.

Die Plage de la Côte des Basques südlich des Zentrums ist der weiteste Strand der Stadt – allerdings nur bei ablaufendem und niedrigem Wasser. Bei Hochwasser steht der Atlantik an der Klippe, und der Zugang über die Rampe endet buchstäblich im Nichts. Genau in diesem Rhythmus lebt der Strand: Sobald das Wasser fällt, öffnet sich ein weites, festes Sandfeld, auf dem Surfschulen, Yogagruppen und Spaziergänger gleichzeitig Platz haben. Halte Abstand zum Fuß der Klippen, das Gelände ist rutschgefährdet und stellenweise abgesperrt. Der Blick auf die Villa Belza im Gegenlicht ist das Abendmotiv der Côte des Basques.

Nach Norden schließt an die Grande Plage die Plage Miramar an, die unterhalb des Leuchtturms ausläuft und weniger Betrieb hat als der Stadtstrand. Nach Süden folgen hinter der Côte des Basques die Strände Marbella und Milady; letzterer ist die familienfreundlichste Adresse von Biarritz, mit breitem Sand, Parkmöglichkeiten in der Nähe und der Cité de l'Océan gleich dahinter. Wer richtig viel Platz braucht, fährt nach Anglet, wo sich die Strände kilometerweit Richtung Adourmündung ziehen. Überall gilt dasselbe: Bade nur dort, wo die rot-gelben Flaggen die überwachte Zone markieren und Rettungsschwimmer im Dienst sind – und eine rote Flagge ist an dieser Küste keine Formsache.

Belle Époque & Geschichte

Belle Époque in Biarritz und das Erbe der Kaiserin Eugénie

Ein einziger kaiserlicher Sommer in den 1850er-Jahren hat aus einem Walfängerdorf das mondänste Seebad des Atlantiks gemacht.

Rocher de la Vierge
Rocher de la Vierge

Vor der Mitte des 19. Jahrhunderts lebte Biarritz vom Meer, und zwar hart: Walfang, Fischerei, ein Hafenbecken für Ruderboote. Dass daraus ein Seebad wurde, geht auf Eugénie de Montijo zurück, die aus Spanien stammende Frau Napoleons III., die diese Küste aus ihrer Jugend kannte und den Kaiser überzeugte, hier eine Sommerresidenz zu bauen. Die Villa Eugénie entstand Mitte der 1850er-Jahre über der Grande Plage, und was folgte, ist das übliche Muster der Belle Époque: Der Hof zog mit, der europäische Adel kam hinterher, und innerhalb weniger Jahrzehnte standen zwischen Klippen und Kiefern Villen, Hotels, Bäder und ein Bahnanschluss.

Die Villa selbst wurde nach dem Ende des Kaiserreichs verkauft und in ein Hotel verwandelt; nach einem Brand zu Beginn des 20. Jahrhunderts baute man sie in größerem Maßstab wieder auf. Als Hôtel du Palais bestimmt sie bis heute das Nordende der Grande Plage, und die Stadt Biarritz ist an dem Haus seit Langem selbst beteiligt – ein Hotel als kommunale Angelegenheit, was einiges über seinen Stellenwert sagt. Wer nicht dort wohnt, kann trotzdem hineinschauen: Lobby und Bar stehen Gästen offen, und der Weg über die Uferpromenade führt ohnehin direkt an der Fassade vorbei.

Das übrige Erbe verteilt sich über die Stadt. Die Chapelle Impériale ließ Eugénie in den 1860er-Jahren errichten, ein kleiner Bau, der romanische, byzantinische und hispano-maurische Elemente mischt und innen fast vollständig ausgemalt ist. Die Église Orthodoxe Russe von 1892 mit ihrer blauen Kuppel entstand für die russischen Sommergäste, die bis zum Ersten Weltkrieg zur Stammkundschaft gehörten. Dazu das Casino von 1929, ein klarer Art-déco-Riegel direkt am Sand, und die Meerwasserkuren, die in Biarritz auf das 19. Jahrhundert zurückgehen und der Stadt bis heute mehrere Thalasso-Häuser erhalten haben.

Und dann ist da der Sport, den die Sommerfrischler mitbrachten. Der Golfplatz Le Phare unterhalb des Leuchtturms geht auf britische Gäste zurück und wurde 1888 angelegt, was ihn zu einer der ältesten Anlagen des europäischen Festlands macht. Rugby wiederum ist im französischen Baskenland kein Nischensport, sondern Alltag; Biarritz Olympique spielt im Parc des Sports Aguiléra, und an einem Spieltag merkst du das an den Bars lange vor dem Anpfiff. Zusammen mit dem Wellenreiten ergibt das eine ungewöhnliche sportliche Schichtung auf engstem Raum: viktorianischer Golf, baskisches Rugby und kalifornisches Surfen.

Rundgang & Tagesplan

Biarritz an einem Tag – ein Rundgang vom Port-Vieux zum Leuchtturm

Vom Port-Vieux bis zur Pointe Saint-Martin sind es keine drei Kilometer, mit Treppen, Aussichten und einer Mittagspause wird trotzdem ein voller Tag daraus.

Fang in der Markthalle Les Halles an, und zwar vormittags, weil danach die Stände abbauen. Zwischen Fischtheken, Schafskäse und Espelette-Paprika bekommst du an den Bars ringsum den ersten Kaffee und, wenn du magst, gleich ein erstes Pintxo. Von dort sind es zehn Gehminuten hinunter zum Port-Vieux, der kleinen Bucht, in der die Stadt seit jeher badet. Über die Treppen hinauf aufs Plateau de l'Atalaye, dann über die eiserne Brücke auf den Rocher de la Vierge – am Vormittag ist das Licht auf der Klippenseite am besten und die Brücke am leersten.

Zurück auf dem Plateau bietet sich das Musée de la Mer an, weniger wegen der Größe als wegen des Art-déco-Baus von 1933 und der Seehunde auf der Dachterrasse; mit Kindern ist das ohnehin gesetzt. Danach führt der Tunnel unter dem Plateau hinunter zum Port des Pêcheurs, dem alten Fischerhafen mit seinen niedrigen Hütten. Hier isst du mittags, entweder im traditionsreichen Chez Albert direkt am Becken oder an einer der Terrassen daneben – Fisch, Tintenfisch, Meeresfrüchte, ohne Umschweife serviert. Reservieren lohnt sich in der Hochsaison, die Tische am Wasser sind gezählt.

Nachmittags läufst du die Promenade nach Norden, an der Grande Plage und am Casino vorbei bis zum Hôtel du Palais. Wer einen Umweg mag, biegt in die Avenue de l'Impératrice ein und schaut sich die Villen und die blaue Kuppel der russisch-orthodoxen Kirche an, bevor er wieder ans Wasser stößt. Ab der Plage Miramar wird es ruhiger, der Weg steigt an, und oben auf der Pointe Saint-Martin steht der Leuchtturm von 1834. Die 248 Stufen hinauf führen zum besten Aussichtspunkt der Stadt: nach Süden die Klippen und bei klarer Sicht die Ausläufer der Pyrenäen, nach Norden der gerade Sandstrand Richtung Landes.

Für den Abend wechselst du die Seite. Die Côte des Basques liegt nach Westen, und die letzte Stunde vor Sonnenuntergang gehört dort den Surfern und allen, die von der Klippenpromenade aus zuschauen; Le Surfing direkt am Strand ist die naheliegende Adresse für ein Getränk. Gegessen wird danach im Zentrum, etwa im kleinen Le Clos Basque oder an einer der Pintxos-Theken rund um Les Halles. Wer zwei Tage hat, hängt einen Strandtag oder einen Surfkurs an; bei drei Tagen kommt ein Ausflug nach Bayonne, nach Saint-Jean-de-Luz oder gleich über die Grenze nach San Sebastián dazu.

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Stadtviertel

Die Stadtviertel von Biarritz zwischen Klippen und Leuchtturm

Biarritz ist klein genug, dass seine Viertel eher Stimmungen sind als Grenzen – die Unterschiede zwischen ihnen sind trotzdem groß.

Phare de Biarritz
Phare de Biarritz

Um die Grande Plage liegt das Zentrum, und dort spielt sich der größte Teil des Stadtlebens ab. Zwischen Casino, Uferpromenade, den Einkaufsstraßen und der Markthalle Les Halles findest du die meisten Hotels, die meisten Restaurants und den einzigen Abschnitt von Biarritz, der weitgehend eben ist. Am Nordende schließt das Hôtel du Palais den Bogen ab, dahinter beginnt die Avenue de l'Impératrice mit ihren Villen. Wenn du zum ersten Mal hier bist und wenig Zeit hast, ist das die logische Basis – alles Weitere erreichst du von hier in zehn bis zwanzig Gehminuten.

Südwestlich davon schiebt sich der Felssporn ins Meer, auf dem das Plateau de l'Atalaye und darunter der Port-Vieux liegen. Das ist der dichteste und älteste Teil der Stadt: die eiserne Brücke zum Rocher de la Vierge, das Art-déco-Aquarium, der winzige Port des Pêcheurs mit seinen Hütten und die geschützte Badebucht. Hier führen mehr Treppen als Straßen, Autos sind eher Störfaktor als Fortbewegungsmittel, und abends sitzt man an den Hafenterrassen, während unten das Wasser gegen die Felsen läuft.

Weiter südlich beginnt die Côte des Basques, das entspannteste Viertel von Biarritz. Über dem langen Strand zieht sich eine Klippenpromenade entlang, an der Surfschulen, Verleihstationen und Strandbars sitzen; das Publikum trägt Neopren statt Leinen und bleibt bis nach Sonnenuntergang. Wohnen kannst du hier ruhiger und oft günstiger als im Zentrum, musst dafür aber jeden Weg zum Strand und zurück über Rampen und Treppen zurücklegen. Wer wegen der Wellen kommt, nimmt genau das gern in Kauf.

Am nördlichen Ende der Stadt, rund um den Phare de Biarritz und die Pointe Saint-Martin, wird es wohnlich. Zwischen Leuchtturm, Golfplatz und den langen Sandstränden Richtung Anglet liegen ruhige Straßen mit Villen und Gärten, dazu die Plage Miramar mit ihren Thalasso-Häusern. Vom Trubel des Zentrums ist hier wenig zu spüren, obwohl es zu Fuß auf der Promenade nur eine Viertelstunde sind. Für längere Aufenthalte, für Kuraufenthalte und für alle, die abends Ruhe wollen, ist das der angenehmste Teil von Biarritz.

Übernachten

Hotels in Biarritz und die passende Lage für deinen Aufenthalt

Die Lagefrage entscheidet sich in Biarritz nicht über Entfernungen, sondern über Höhenmeter und Treppen.

Ganz oben steht das Hôtel du Palais Biarritz am Nordende der Grande Plage, die ehemalige kaiserliche Sommerresidenz und bis heute das bekannteste Haus der Stadt – Palace-Kategorie, Meerblick, Preise entsprechend. Die zweite große Adresse liegt weiter nördlich an der Plage Miramar: das Sofitel Biarritz Le Miramar Thalassa Sea & Spa, ein Fünf-Sterne-Haus mit angeschlossenem Meerwasser-Spa, das damit genau die Tradition bedient, für die Biarritz seit dem 19. Jahrhundert steht. Beide Häuser sind weniger Städtereisequartier als eigenständiges Reiseziel; wer wegen der Kur oder der Aussicht kommt, ist dort richtig.

Eine Stufe darunter wird die Auswahl interessanter. Das Hôtel Le Café de Paris Biarritz an der Place Bellevue hat Zimmer mit Blick auf den Atlantik und liegt trotzdem mitten im Zentrum, das Hôtel Mercure Biarritz Centre Plaza sitzt in einem Art-déco-Bau von 1928 rund hundert Meter von der Grande Plage entfernt. Wer es kleiner mag, findet im Hôtel de Silhouette ein Boutique-Hotel in einem Stadthaus aus dem 17. Jahrhundert gegenüber der Markthalle – die beste Lage der Stadt, wenn dein Tag mit Markt und Pintxos beginnen soll. Das Beaumanoir Boutique Hôtel Biarritz ist die stillere Variante in einem Herrenhaus des 19. Jahrhunderts mit Parkgarten und Pool.

Bei der Lage lohnt es sich, die Topografie ernst zu nehmen. Biarritz ist auf Klippen gebaut, und zwischen Promenade, Strandzugängen und Zentrum liegen überall Treppen und Anstiege. Wer schlecht zu Fuß ist oder mit Kinderwagen reist, bucht deshalb besser im Zentrum rund um Les Halles und die Grande Plage, wo die Wege flach bleiben. Ein Haus an der Côte des Basques oder oben beim Leuchtturm ist ruhiger und oft günstiger, kostet dich dafür jeden Abend einen Aufstieg. Das Hôtel Édouard VII Biarritz in einer Stadtvilla des 19. Jahrhunderts mit Garten ist ein brauchbarer Kompromiss aus Preis und Zentrumsnähe.

Preislich ist Biarritz ein klassisches Sommerziel mit steilem Gefälle. Juli und August sind Hochsaison, dazu kommen einzelne Wochenenden mit Surfwettbewerben oder Rugbyspielen, an denen die Häuser im Zentrum früh ausgebucht sind. Im Mai, Juni, September und Oktober bekommst du dieselben Zimmer deutlich günstiger, bei oft ähnlichem Wetter. Plane außerdem das Auto mit ein: Eigene Stellplätze haben die wenigsten Hotels im Zentrum, geparkt wird in Parkhäusern oder bewirtschafteten Zonen, im Sommer mit spürbarem Suchaufwand. Frag beim Buchen nach, ob das Haus einen Stellplatz oder ein Kontingent im Parkhaus anbietet.

Hotels in Biarritz

Alle 7 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Biarritz und was das Baskenland auf den Teller bringt

Zwischen Sternemenü und Pintxo an der Theke liegen in Biarritz oft nur zweihundert Meter.

Die Spitze markiert L'Impertinent im Zentrum, ausgezeichnet mit einem Michelin-Stern, mit einer Küche zwischen französischer Technik und baskischen Produkten und so wenigen Plätzen, dass spontan selten etwas geht. Auf einer ähnlichen Linie, aber lockerer im Ton, liegt Sillon von Mathieu Rostaing-Tayard, das eine Tapas-Theke und einen Menüsaal kombiniert – du kannst dort also klein anfangen und groß enden. Für beide Häuser gilt: Reserviere möglichst vor der Anreise, gerade im Juli und August, und rechne mit festen Servicezeiten statt durchgehender Küche.

Für den normalen Abend gibt es drei verlässliche Ebenen. Am Fischerhafen serviert Chez Albert seit Jahrzehnten Fisch und Meeresfrüchte in einer der alten Hafenhütten, mit Blick aufs Becken und entsprechend begehrten Terrassentischen. Le Clos Basque in der Rue Louis Barthou ist das kleine Bistro mit baskischer Marktküche und gekacheltem Innenhof, das genug Stammgäste hat, um früh voll zu sein. Und Le Surfing an der Côte des Basques ist die Strandbrasserie, in der man nach dem Wasser sitzen bleibt, während draußen die letzten Sets hereinlaufen und die Villa Belza in den Gegenlichtschatten kippt.

Die baskische Alltagsform des Essens ist die Theke. Rund um Les Halles reihen sich Bars, in denen die Pintxos in Reihen ausliegen – kleine Happen auf Brot, mit Anchovis, Piquillo-Paprika, Schinken, Tortilla oder Kabeljau –, dazu ein Glas Wein oder Cidre. Bar Jean an der Markthalle ist die bekannteste Adresse dafür: laut, gefliest, andalusisch eingefärbt und abends dicht besetzt. Die Regel an der Theke ist simpel – bestellen, im Stehen essen, weiterziehen, und wer sitzt, zahlt anderswo mehr. Wer sich das führen lassen will, findet in der Stadt geführte Pintxos-Touren, die Markthalle und mehrere Bars verbinden.

Was auf den Teller kommt, ist regional erstaunlich klar umrissen. Piment d'Espelette, die milde rote Paprika aus dem Dorf im Hinterland, würzt fast alles; dazu Jambon de Bayonne, luftgetrockneter Schinken aus dem Adourtal, Schafskäse aus den Pyrenäen mit Kirschkonfitüre, Axoa, ein Ragout aus fein geschnittenem Kalbfleisch mit Paprika, und Ttoro, der baskische Fischeintopf. Getrunken wird Irouléguy, der Wein aus dem einzigen Anbaugebiet des französischen Baskenlands, oder baskischer Cidre aus dem Krug. Zum Kaffee gehört Gâteau basque, ein Mürbeteigkuchen mit Kirsch- oder Vanillefüllung; Schokolade wiederum ist eine Spezialität des nahen Bayonne, wo sie im 17. Jahrhundert nach Frankreich kam.

Restaurants in Biarritz

Anreise & vor Ort

Anreise nach Biarritz und unterwegs an der baskischen Küste

Biarritz liegt am äußersten Südwestzipfel Frankreichs – die Anreise ist der aufwendigste Teil der Reise, alles danach geht zu Fuß.

Der Flughafen Biarritz Pays Basque liegt nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt, praktisch am Stadtrand – näher kommt man in Frankreich selten an ein Reiseziel heran. Direktverbindungen aus dem deutschsprachigen Raum gibt es allerdings nur vereinzelt und häufig saisonal, prüfe das also früh und plane sonst einen Umstieg über Paris ein. Alternativen sind die größeren Flughäfen der Region: Bordeaux rund 200 Kilometer nördlich und Bilbao auf der spanischen Seite rund 150 Kilometer südlich, beide mit Mietwagen oder Fernbus weiterzureisen.

Mit der Bahn ist Biarritz gut erschlossen. Der Bahnhof Biarritz-La Négresse liegt einige Kilometer südlich des Zentrums an der Strecke Paris–Hendaye, TGV-Züge ab Paris Montparnasse brauchen gut vier Stunden. Aus Deutschland fährst du in der Regel bis Paris und wechselst dort den Bahnhof, was einen langen, aber machbaren Reisetag ergibt. Vom Bahnhof ins Zentrum nimmst du den Stadtbus oder ein Taxi; zu Fuß dauert es mit Gepäck gut vierzig Minuten – bergab hin, bergauf zurück, und das macht niemand zweimal.

Mit dem Auto führt der Weg über die A63, die von Bordeaux Richtung spanische Grenze läuft; aus dem deutschsprachigen Raum ist das eine lange Strecke, die die meisten auf zwei Etappen verteilen. In Frankreich sind die Autobahnen mautpflichtig, gezahlt wird an den Schranken mit Karte oder Badge. In Biarritz selbst wird das Auto dann vom Vorteil zum Problem: Die Straßen im Zentrum sind eng, ein Großteil der Stellplätze ist bewirtschaftet, und im Juli und August ist die Parkplatzsuche in Strandnähe eine Disziplin für sich. Wer länger bleibt, stellt den Wagen ab und bewegt sich zu Fuß und mit dem Bus.

Vor Ort brauchst du kaum mehr als Schuhe. Zentrum, Grande Plage, Port-Vieux und Côte des Basques liegen alle im Umkreis von gut einem Kilometer, allerdings mit Höhenunterschieden – die Stadt ist auf Klippen gebaut, und fast jeder Weg zum Wasser führt über Treppen oder Rampen. Für längere Strecken gibt es die Buslinien des Verbundnetzes Txik Txak (früher Chronoplus), das Biarritz mit Anglet und Bayonne verbindet; beide Nachbarstädte erreichst du damit ohne Auto. Fahrräder und E-Bikes werden in der Stadt verliehen, und für die lange Strandstrecke nach Anglet ist das die schnellste Variante.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ausflüge im Baskenland

Ausflüge ab Biarritz ins französische und spanische Baskenland

Von Biarritz aus erreichst du in einer Stunde drei sehr verschiedene Baskenländer – das städtische, das bäuerliche und das spanische.

Der nächstgelegene Ausflug ist auch einer der besten: Bayonne liegt keine zehn Kilometer entfernt und ist die eigentliche Stadt des französischen Baskenlands – enge Gassen mit rot und grün gestrichenen Fachwerkfassaden, die gotische Kathedrale Sainte-Marie mit ihrem Kreuzgang, die Kais entlang der Nive und ein Markt, der zu den besten der Region gehört. Bayonne gilt außerdem als Wiege der französischen Schokolade, die im 17. Jahrhundert mit sephardischen Einwanderern hierherkam; in der Rue Port-Neuf sitzen die Chocolatiers bis heute. Im Hochsommer verwandeln die Fêtes de Bayonne die Stadt für mehrere Tage in ein weiß-rotes Volksfest – wer das nicht sucht, prüft vorher die Termine.

Nach Süden zieht sich die Corniche Basque. Zuerst Bidart und Guéthary, zwei kleine Orte mit Kirchen über der Brandung und Surfspots darunter, dann Saint-Jean-de-Luz, das in einer geschützten Bucht liegt und deshalb den ruhigsten Badestrand der Gegend hat; in der dortigen Kirche Saint-Jean-Baptiste heiratete 1660 Ludwig XIV. die spanische Infantin Maria Teresa. Ganz im Süden endet Frankreich in Hendaye, gegenüber beginnt Spanien. Der Küstenwanderweg zwischen Biarritz und Hendaye lässt sich in Etappen laufen, mit Zug oder Bus zurück – landschaftlich ist der Abschnitt zwischen Bidart und Saint-Jean-de-Luz der lohnendste.

Landeinwärts wird es innerhalb einer halben Stunde grün und hügelig. Espelette ist das Dorf, an dessen Hausfassaden im Spätsommer die roten Paprikaschoten zum Trocknen hängen und das dem Gewürz des Baskenlands seinen Namen gab. Ainhoa und Sare gehören zu den bekanntesten Dörfern der Gegend, mit weiß gekalkten Häusern und Fensterläden in Ochsenblutrot, bei Sare außerdem ein begehbares Höhlensystem. Und über allem steht La Rhune, der Grenzberg von rund 900 Metern, auf den seit den 1920er-Jahren eine Zahnradbahn hinauffährt; oben grasen Pottok-Ponys, und der Blick reicht bei klarem Wetter von den Pyrenäen bis zum Atlantik.

Und dann ist da Spanien, rund fünfzig Straßenkilometer entfernt. San Sebastián erreichst du mit dem Auto in etwa einer Dreiviertelstunde, auch per Zug oder Bus, und die Stadt lohnt jeden Umweg: die Muschelbucht La Concha, eine Altstadt mit einer der höchsten Pintxos-Dichten Europas und der Hausberg Monte Igueldo mit seinem historischen Vergnügungspark. Bilbao mit dem Guggenheim-Museum ist ein längerer Tag, funktioniert als Ausflug ab Biarritz aber ebenfalls. Grenzformalitäten gibt es keine; denk aber daran, dass in Spanien deutlich später gegessen wird – vor 21 Uhr füllt sich in San Sebastián kaum ein Restaurant.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Biarritz – und welches zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Biarritz mit Wetter und Wellen im Jahreslauf

Der Atlantik hält die Temperaturen hier ganzjährig in einem engen Fenster – die Frage ist weniger, ob es warm wird, sondern wie oft es regnet.

Biarritz hat ozeanisches Klima mit sehr milden Wintern und Sommern, die selten drückend heiß werden: Der Atlantik dämpft beide Extreme. Dafür fällt an dieser Küste reichlich Niederschlag, deutlich mehr als am Mittelmeer, mit Schwerpunkt im Spätherbst und Winter; typisch sind kräftige Schauer zwischen sonnigen Abschnitten statt tagelangem Landregen. Das Wasser hinkt der Luft hinterher – im Frühsommer ist der Ozean noch frisch, während er im September oft am angenehmsten ist. Genau deshalb ist die beste Reisezeit für Badegäste eine andere als für Surfer.

Jan13°6°mild, nass, leere Promenade
Feb13°6°grau, große Wellen
Mär16°8°wechselhaft, erste Terrassen
Apr17°9°grün, Wasser noch kühl
Mai20°13°lange Abende, ruhig
Jun23°16°warm, vor dem Ansturm
Jul25°18°Hochsaison, kleine Wellen
Aug25°18°wärmstes Wasser, voll
Sep23°15°Swell kommt zurück
Okt20°13°mild, beste Surfmonate
Nov16°9°regenreich, Küste für sich
Dez13°7°mild, stürmische Tage

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Biarritz sind Mai, Juni und September. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 20 und 23 Grad, die Strände sind nicht überlaufen, und die Hotelpreise bleiben deutlich unter dem Niveau der Hochsaison; der September hat zusätzlich noch fast sommerwarmes Meerwasser. Juli und August sind die klassischen Badewochen mit den kleinsten Wellen und dem größten Andrang. Wer wegen des Surfens kommt, plant eher September bis November ein, wenn die Dünung zurückkehrt und im Wasser wieder Platz ist. Der Winter ist mild, aber nass und stürmisch – dafür gehört dir die Küste fast allein.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Biarritz

Wie viele Tage sollte man für Biarritz einplanen?
Zwei bis drei Tage sind die sinnvolle Größe. Ein Tag reicht für den Rundgang vom Port-Vieux über den Rocher de la Vierge und die Grande Plage bis zum Leuchtturm. Am zweiten Tag kommen Strand, Surfkurs oder Thalasso dazu, am dritten ein Ausflug nach Bayonne, Saint-Jean-de-Luz oder über die Grenze nach San Sebastián.
Muss man in Biarritz auf die Gezeiten achten?
Ja, und zwar mehr als an fast jedem anderen französischen Badeort. Der Tidenhub ist hier erheblich: Die Côte des Basques ist bei Hochwasser praktisch verschwunden und bei Niedrigwasser ein weites Sandfeld, und auch die Grande Plage schrumpft deutlich. Ein Blick in den Gezeitenkalender entscheidet, wann sich der Strandtag lohnt.
Welcher Strand in Biarritz passt zu wem?
Die Grande Plage ist der Stadtstrand mit der besten Anbindung, der Port-Vieux die kleine geschützte Bucht für Familien und Schwimmer. Die Côte des Basques gehört den Surfern und ist bei Niedrigwasser am weitesten, Milady im Süden ist der breiteste Familienstrand. Wer viel Platz sucht, fährt in die Nachbarstadt Anglet.
Wann sind die Wellen in Biarritz am besten?
Für Anfänger im Juli und August, wenn die Dünung klein und das Wasser am wärmsten ist. Fortgeschrittene kommen zwischen September und November, dann liefert der Atlantik verlässlich Größe bei noch erträglichen Temperaturen und weniger Betrieb im Wasser. Der Winter bringt die größten Wellen und ist nichts für Ungeübte.
Wie gefährlich ist das Baden im Atlantik bei Biarritz?
Bei Beachtung der Regeln beherrschbar, unterschätzt wird es trotzdem oft. An dieser Küste bilden sich zwischen den Sandbänken sogenannte baïnes mit kräftigen seewärts gerichteten Strömungen. Bade nur im bewachten Bereich zwischen den rot-gelben Flaggen, respektiere die rote Flagge am Rettungsschwimmerposten, und schwimme bei Strömung parallel zum Strand statt dagegen an.
Braucht man in Biarritz ein Auto?
In der Stadt nicht. Zentrum, Strände und Klippenwege liegen alle im Umkreis von gut einem Kilometer, und Bayonne sowie Anglet erreichst du mit den Bussen des Netzes Txik Txak. Ein Auto lohnt sich nur für Ausflüge ins Hinterland nach Espelette oder Sare – im Sommer ist die Parkplatzsuche in Strandnähe dafür der Preis.
Wie kommt man vom Bahnhof Biarritz ins Zentrum?
Der Bahnhof Biarritz-La Négresse liegt einige Kilometer südlich der Innenstadt und ist über Stadtbuslinien und Taxis angebunden. Zu Fuß sind es rund drei Kilometer und mit Gepäck gut vierzig Minuten, überwiegend bergab – der Rückweg zum Bahnhof geht dafür bergauf. Plane den Transfer bei später Ankunft lieber vorher ein.
In welchem Viertel wohnt man in Biarritz am besten?
Rund um die Grande Plage und Les Halles bist du zentral, eben und in Gehweite zu allem – die beste Wahl für einen ersten Besuch. An der Côte des Basques wohnst du ruhiger und surfnah, musst dafür Treppen in Kauf nehmen. Beim Leuchtturm liegt das wohnliche, stille Biarritz mit den Thalasso-Häusern an der Plage Miramar.
Was isst man in Biarritz typischerweise?
Baskisch: Pintxos an der Theke, Ttoro als Fischeintopf, Axoa aus fein geschnittenem Kalbfleisch mit Paprika, dazu Jambon de Bayonne und Schafskäse aus den Pyrenäen mit Kirschkonfitüre. Gewürzt wird mit Piment d'Espelette. Getrunken wird Irouléguy oder baskischer Cidre, zum Kaffee gibt es Gâteau basque mit Kirsch- oder Vanillefüllung.
Lohnt sich Biarritz auch ohne Surfbrett?
Durchaus. Die Stadt lebt genauso von ihrem Belle-Époque-Erbe: Hôtel du Palais, Chapelle Impériale, die russisch-orthodoxe Kirche und das Casino von 1929. Dazu kommen die Klippenpromenade zum Rocher de la Vierge, das Art-déco-Aquarium, die Markthalle und die lange Thalasso-Tradition mit mehreren Meerwasser-Spas.
Was kann man in Biarritz bei Regen machen?
Regen gehört an dieser Küste dazu, und die Stadt ist darauf eingestellt. Das Musée de la Mer füllt zwei Stunden, die Cité de l'Océan im Süden erklärt Wellen und Meeresforschung, dazu gibt es das Kunstmuseum Asiatica und ein Schokoladenmuseum. Der klassische Regentag endet ohnehin in einem der Thalasso-Häuser.
Ist Biarritz mit Kindern eine gute Idee?
Ja, mit einer Einschränkung: Die Brandung an der offenen Küste ist nichts für kleine Kinder. Zum Baden eignen sich die geschützte Bucht des Port-Vieux und der breite Strand Milady im Süden. Dazu kommen das Aquarium mit seinen Seehunden, die Cité de l'Océan und ab etwa acht Jahren der erste Surfkurs an der Côte des Basques.
Ist Biarritz teuer?
Im Juli und August ja, dann liegt die Stadt preislich klar über dem französischen Durchschnitt, vor allem bei Hotels in Strandnähe. Außerhalb der Hochsaison relativiert sich das deutlich, und Essen bleibt bezahlbar, wenn du an den Pintxos-Theken rund um Les Halles isst statt an der Uferpromenade mit Meerblick.

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BiarritzAm Rocher de la Vierge zerplatzt die Atlantikdünung an nacktem Fels, und einen halben Kilometer weiter südlich schieben Longboards über die letzte Welle an der Côte des Basques.

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