◆ STADT · NEUAQUITANIEN
Biarritz ist der Ort, an dem der Atlantik gegen die Eleganz prallt. Was als Walfängerdorf begann, machte Kaiserin Eugénie ab 1854 zum mondänsten Seebad Europas – ihre Sommervilla am Strand ist heute das Hôtel du Palais, das wie ein rosa Schloss über der Grande Plage thront. Doch Biarritz ist längst zweigesichtig: Tagsüber gehört die Stadt den Surfern, die seit den 1950ern an der Côte des Basques in die Brandung paddeln und das europäische Wellenreiten hier erfanden. Zwischen dem Rocher de la Vierge, den die Gischt umtost, den Belle-Époque-Fassaden und den Pintxos-Bars baskischer Prägung lebt eine Stadt, die Glamour und Salzwasser zu etwas Unverwechselbarem verbindet.
Lange bevor Biarritz mondän wurde, war es ein baskisches Fischerdorf, dessen Männer von den Klippen aus nach Walen Ausschau hielten – das Wappen der Stadt zeigt bis heute einen Walfänger im Boot. Die Wende kam 1854, als Napoléon III. für seine Frau, die aus Spanien stammende Kaiserin Eugénie, am Strand eine Sommervilla errichten ließe. Der europäische Hochadel folgte: Königin Victoria kam, Alfons XIII. von Spanien, später der Schah von Persien. Aus der Villa Eugénie wurde das Hôtel du Palais, und Biarritz verwandelte sich in eine Bühne der Belle Époque mit Casino, Thermen und Promenaden.
Das zweite, ganz andere Biarritz wurde 1957 geboren. Der amerikanische Drehbuchautor Peter Viertel, in der Stadt für die Verfilmung von Hemingways „Fiesta“, ließ sich aus Kalifornien ein Surfbrett schicken und ritt die Wellen der Côte des Basques – die erste in Kontinentaleuropa. Was als Kuriosität begann, machte Biarritz zur Wiege des europäischen Surfens; bis heute pilgern Wellenreiter aus aller Welt hierher, und die Surfschulen reihen sich an der Strandpromenade. Glamour und Gegenkultur leben seither Tür an Tür.
Wer Biarritz heute erkundet, bewegt sich zwischen diesen Welten. Am Vormittag gehört die Côte des Basques den Surfern, mittags füllen sich die Pintxos-Bars und Les Halles mit baskischen Spezialitäten – Schinken aus Bayonne, Schafskäse aus den Pyrenäen, der scharfe Piment d'Espelette. Am Nachmittag führt der Klippenpfad vom Port-Vieux über den Rocher de la Vierge bis zum Leuchtturm, und am Abend leuchten die Belle-Époque-Fassaden über der Grande Plage. travelperfect empfiehlt, die Stadt zu Fuß zu nehmen: Zwischen den Stränden liegen selten mehr als zwanzig Gehminuten.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel
· Sehenswürdigkeiten in Biarritz
· Hotels
· Restaurants
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Klippen & Küste
Vom Port-Vieux, der windgeschützten Badebucht der Einheimischen, führt der Küstenweg über den Rocher de la Vierge – einen Felsen mit Marienstatue, den eine eiserne, einst von Gustave Eiffels Werkstatt mitgeprägte Brücke erschließt. Weiter geht es zum Plateau de l'Atalaye und zur Villa Belza, die wie ein Märchenturm über der Brandung steht. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zu den Pyrenäen.
Surfen & Strandkultur
An der Côte des Basques wurde 1957 die erste Welle Kontinentaleuropas geritten. Heute reihen sich hier Surfschulen, und bei Ebbe öffnet sich ein breiter Sandstrand unter den Klippen. Wer lieber zuschaut, nimmt einen Kaffee an der Promenade und beobachtet die Line-ups – am Abend gehört der Strand den Sonnenuntergängen und den Picknickern.
Baskische Küche
Die baskische Esskultur beginnt in Les Halles, der überdachten Markthalle, wo Käse aus den Pyrenäen, Bayonne-Schinken und Fisch aus dem Golf von Biskaya über die Theken gehen. Rundherum reihen sich Bars, in denen man Pintxos – die baskischen Häppchen – im Stehen isst und mit einem Glas Txakoli oder Irouléguy-Wein begleitet. Wer es feiner mag, findet in Biarritz auch Sterneküche.
Belle Époque & Glamour
Das Hôtel du Palais, einst Villa der Kaiserin Eugénie, gibt den Ton vor: ein rosa Schloss direkt an der Grande Plage. Von hier führt der Spaziergang zur Église Orthodoxe Russe mit ihrer blauen Kuppel, einem Erbe der russischen Aristokratie, die hier überwinterte, und zum Phare de Biarritz, dessen 248 Stufen mit einem Rundblick über die ganze Küste belohnen.
03 · Wann
Biarritz hat ein mildes, ozeanisches Klima: Die Winter sind sanft, die Sommer selten drückend, weil der Atlantik die Hitze dämpft. Anders als am Mittelmeer ist der Sommer eher kurz und das Wasser auch im August frisch. Frühling und früher Herbst sind angenehm, können aber wechselhaft sein – wer aufs Surfen aus ist, findet im Herbst und Winter die kräftigsten Wellen.
04 · Häufige Fragen
Allen voran der Rocher de la Vierge, der Felsen mit der Marienstatue, den eine eiserne Brücke erschließt – das Wahrzeichen der Stadt. Dazu die mondäne Grande Plage mit dem Hôtel du Palais, der Surfstrand Côte des Basques, der Phare de Biarritz von 1834 mit Panoramablick, das Musée de la Mer im Art-déco-Bau und die russisch-orthodoxe Kirche mit ihrer blauen Kuppel. Fast alles liegt zu Fuß beieinander und lässt sich entlang des Klippenpfads verbinden.
Biarritz ist zweigesichtig: Es war ab 1854 das mondänste Seebad Europas, dessen Belle-Époque-Erbe rund um das Hôtel du Palais bis heute sichtbar ist – und es ist zugleich die Wiege des europäischen Surfens, wo 1957 an der Côte des Basques die erste Welle Kontinentaleuropas geritten wurde. Diese Mischung aus kaiserlichem Glanz, Atlantik-Brandung und baskischer Esskultur macht die Stadt unverwechselbar.
Biarritz gilt als gehobenes Seebad, vor allem rund um die Grande Plage und das Hôtel du Palais sind Hotels und Restaurants kostspielig. Es geht aber auch günstiger: An der Côte des Basques gibt es einfache Strandbars und Surfschulen, in den Pintxos-Bars und an der Markthalle Les Halles isst man preiswert, und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie der Rocher de la Vierge oder die Strände kosten keinen Eintritt.
Ja, vor allem für die Kombination aus Stränden, Surfkultur, Belle-Époque-Eleganz und baskischer Küche. Schon zwei bis drei Tage reichen für Stadt, Klippenpfad und Strände; das Umland mit Bayonne, Saint-Jean-de-Luz und der spanischen Grenze macht aus Biarritz einen lohnenden Standort für eine ganze Region. Wer Sonne garantiert sucht, sollte aber wissen, dass das Atlantik-Klima wechselhaft sein kann.
Das hängt vom Geschmack ab: San Sebastián auf der spanischen Seite ist größer, hat mit der Bucht La Concha einen der schönsten Stadtstrände Europas und eine weltberühmte Pintxos-Szene. Biarritz ist mondäner und kompakter, geprägt von Belle-Époque-Architektur und Surfkultur. Beide liegen nur rund eine Stunde auseinander – am schönsten ist es, beide zu verbinden.
Ja, Biarritz gilt als ideale Einsteiger-Destination. An der Côte des Basques und der Grande Plage gibt es zahlreiche Surfschulen, die Kurse und Materialverleih anbieten. Die beste Lernzeit ist der Sommer, wenn die Wellen sanfter sind. Wichtig: Strömungen ernst nehmen und an den bewachten Strandabschnitten ins Wasser gehen.
05 · In der Nähe
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