Biarritz ist der Ort, an dem der Atlantik gegen die Eleganz prallt. Was als baskisches Walfängerdorf begann, machte Kaiserin Eugénie ab 1854 zum mondänsten Seebad Europas – ihre Sommerresidenz am Strand ist heute das Hôtel du Palais, das wie ein rosa Schloss über der Grande Plage thront. Adelshäuser, Belle-Époque-Villen und ein Casino zeugen bis heute von dieser glanzvollen Vergangenheit. Doch Biarritz ist längst zweigesichtig. Tagsüber gehört die Stadt den Surfern. Seit den 1950er-Jahren paddeln sie an der Côte des Basques in die Brandung – hier nahm das europäische Wellenreiten seinen Anfang, und noch immer reisen Surfer aus aller Welt für die langen, sauberen Wellen an. Boardshops, Surfschulen und entspannte Strandbars prägen das Lebensgefühl ebenso wie der alte Glamour. Das Herz der Stadt liegt am Wasser. Über einen schmalen Steg, den Gustave Eiffel mitgestaltete, erreicht man den Rocher de la Vierge, einen Felsen mit Marienstatue, den die Gischt umtost und von dem aus sich die ganze Bucht überblicken lässt. Der alte Hafen, der Port des Pêcheurs, drängt sich mit bunten Fischerhäuschen in eine Felsbucht; in den Buvettes serviert man fangfrischen Fisch. Und dann ist da die baskische Seele. In den Pintxos-Bars der Altstadt reicht man kleine Häppchen auf Brot, dazu Txakoli, den prickelnden Weißwein der Region. Der Markt, die Halles, quillt über mit Schafskäse aus den Pyrenäen, Piment d'Espelette und baskischem Kuchen, dem Gâteau basque. Biarritz verbindet Salzwasser und Glamour, Surfbrett und Seidenkleid zu etwas Unverwechselbarem – ein Seebad, das sich nie ganz entscheiden musste.




