Die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Korsika
Korsika verteilt seine Höhepunkte über die ganze Insel – die Kunst besteht darin, nicht alles an einem Urlaub abhaken zu wollen.
Bonifacio im äußersten Süden ist der Ort, an dem die meisten hängenbleiben: Die mittelalterliche Haute-Ville sitzt auf einem schmalen Kalkgrat, unter dem das Meer die weiße Klippe seit Jahrtausenden untergräbt, sodass einzelne Häuser buchstäblich über dem Abgrund stehen. Steig die 187 in den Fels gehauenen Stufen des Escalier du Roi d'Aragon hinunter, aber unterschätze den Rückweg bei Hitze nicht. Den besten Blick auf die berühmte Kulisse hast du ohnehin vom Wasser: Ausflugsboote fahren vom Hafen unter die Klippen, in die Meeresgrotten und hinaus zum Grain de Sable, jenem abgebrochenen Felsturm, der einsam vor der Steilküste steht.
Weiter nördlich, zwischen Porto und Piana, leuchten die Calanche de Piana – bizarre Felsnadeln und -bögen aus rotem Porphyr, die bei tiefstehender Sonne glühen, als seien sie von innen beleuchtet. Sie gehören zusammen mit dem Golf von Porto und der Réserve naturelle de Scandola zum UNESCO-Welterbe. Scandola selbst, eine unbewohnte Halbinsel aus rötlichem Vulkangestein mit Fischadlern und glasklaren Buchten, erreichst du nur per Boot – Touren starten in Porto, Calvi oder Ajaccio. Fahr die schmale D81 durch die Calanche früh am Morgen oder gegen Abend, tagsüber stauen sich die Mietwagen an den engsten Stellen.
Im Landesinneren lohnt Corte den Umweg: Die Bergstadt mit ihrer auf einem Felszahn thronenden Zitadelle war unter Pasquale Paoli im 18. Jahrhundert die Hauptstadt der kurzlebigen unabhängigen Republik Korsika und ist bis heute das intellektuelle Herz der Insel – hier steht die einzige Universität. Von Corte aus öffnen sich die Gorges de la Restonica und das Tavignano-Tal, wo Wanderwege zu Gletscherseen wie dem Lac de Melo führen. Wer nur Küste sieht, verpasst genau die Landschaft, die Korsika von jeder anderen Mittelmeerinsel unterscheidet.
Rechne die Wege großzügig: Korsika hat keine durchgehenden Autobahnen, und die kurvigen D-Straßen über die Pässe sind spektakulär, aber langsam. Für 60 Kilometer über Land brauchst du hier schnell zwei Stunden, mit Wohnmobil oder Bus noch mehr. Plane deshalb pro Tag nur ein größeres Ziel und quartiere dich lieber in zwei oder drei Regionen nacheinander ein, statt jeden Morgen quer über die Insel zu fahren – der Süden um Porto-Vecchio, der Nordwesten um Calvi und der Norden um Bastia sind je eine eigene Basis wert.




























