◆ STADT · BURGUND
Dijon ist eine Stadt, die man am besten mit dem Blick auf dem Boden erkundet: Ein in die Pflastersteine eingelassener Pfad aus bronzenen Eulen führt durch die Altstadt, vorbei am Palast der Herzöge von Burgund, an Fachwerkhäusern und Höfen mit Renaissance-Treppentürmen bis zur Kirche Notre-Dame, an deren Mauer die kleine steinerne chouette steht, die man der Legende nach mit der linken Hand berührt. Über den Gassen leuchten die bunt glasierten Ziegeldächer, das untrügliche Zeichen Burgunds. Dazu kommt, was Dijon in aller Munde brachte: der scharfe Senf, der eisgekühlte Crème de Cassis und die Côte d'Or, deren legendäre Weinlagen schon vor den südlichen Toren der Stadt beginnen. Wer Burgund verstehen will, fängt hier an.
Im 14. und 15. Jahrhundert war Dijon das Zentrum eines der mächtigsten Höfe Europas. Die Herzöge von Burgund aus dem Hause Valois – Philipp der Kühne, Johann Ohnefurcht, Philipp der Gute und Karl der Kühne – herrschten über ein Reich, das von der Schweiz bis an die Nordsee reichte und Flandern mit seinen reichen Tuchstädten einschloss. Aus diesem Reichtum erwuchs der Palais des Ducs et des États de Bourgogne, dessen ältester Teil, der wuchtige Turm Philippe le Bon, noch heute über die Dächer ragt. In den herzoglichen Küchen mit ihren riesigen Kaminen wurden die Bankette für Hunderte Gäste zubereitet, und die Grablegen der Herzöge, heute im Musée des Beaux-Arts, gehören zu den Meisterwerken der spätgotischen Skulptur.
Doch Dijon ist nicht im Museum stehengeblieben. Rund um den Herzogspalast und die halbrunde Place de la Libération mit ihren Arkaden – von Jules Hardouin-Mansart, dem Architekten von Versailles, entworfen – zieht sich ein bemerkenswert gut erhaltenes Altstadtviertel. Fachwerkhäuser lehnen sich aneinander, hinter unscheinbaren Toren öffnen sich Innenhöfe mit gewundenen Renaissance-Treppentürmen, und in der Rue des Forges reihen sich die Stadtpaläste reicher Bürger. Die Stadt war früh von Bombenschäden verschont geblieben; was man hier sieht, ist echt gewachsen, nicht rekonstruiert.
Und dann ist da der Geschmack. Dijon ist untrennbar mit dem Senf verbunden, der hier seit dem Mittelalter hergestellt wird und seinen Charakter dem Verjus, dem Saft unreifer Trauben, verdankt. Die Crème de Cassis, der schwarze Johannisbeerlikör für den Kir, wurde im 19. Jahrhundert in Dijon erfunden. Und vor den südlichen Stadttoren beginnt die Côte d'Or, der schmale Hangstreifen, auf dem die teuersten Weine der Welt wachsen. travelperfect-Tipp: Plane Dijon als Standquartier – die Stadt zu Fuß, das Umland mit dem Auto oder Rad entlang der Route des Grands Crus.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel
· Dijon Sehenswürdigkeiten
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· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Herzöge & Kunst
Vom Palast der Herzöge und Stände über die spätgotischen Grablegen im Musée des Beaux-Arts bis hinauf auf den Turm Philippe le Bon, von dem aus an klaren Tagen der Blick bis zum Mont Blanc reicht. Ein Spaziergang durch die Rue des Forges und die Rue Verrerie zeigt die Stadtpaläste und Innenhöfe, in denen sich der Reichtum des burgundischen Hofes bis heute ablesen lässt.
Dijon an einem Tag
Der berühmteste Stadtrundgang Dijons folgt 22 in den Boden eingelassenen Bronze-Eulen quer durch die Altstadt und verbindet fast alle wichtigen Sehenswürdigkeiten zu einem Spaziergang von gut einer Stunde – die perfekte Route, wenn du Dijon an einem Tag erleben willst. Er endet an der kleinen steinernen Glücks-Eule an der Außenwand von Notre-Dame, die Generationen von Dijonnais mit der linken Hand berührt haben.
Senf, Cassis & Märkte
Die Stadt schmeckt nach scharfem Senf, schwarzer Johannisbeere und gutem Burgunder. In der Boutique Maille zapft man den Senf noch frisch aus Keramikkrügen, in den Markthallen Les Halles – aus dem Büro Gustave Eiffels – drängt sich am Markttag burgundische Frische, und kein Apéritif ohne einen Kir aus Crème de Cassis und Aligoté. Dazu Spezialitäten wie boeuf bourguignon, œufs en meurette und pain d'épices.
Tor zur Côte d'Or
Wenige Kilometer südlich beginnt die berühmteste Weinstraße der Welt: die Route des Grands Crus durch Gevrey-Chambertin, Vougeot, Vosne-Romanée und Nuits-Saint-Georges bis nach Beaune. Auf nur rund 60 Kilometern reiht sich Lage an legendäre Lage. Von Dijon aus mit Auto, Rad oder geführter Weintour – das ideale Standquartier, um abends in die Stadt zurückzukehren.
03 · Wann
Dijon hat ein gemäßigtes Kontinentalklima mit deutlichen Jahreszeiten: warme, gewittrige Sommer und kühle bis frostige Winter. Für Stadt und Weinberge sind Frühling und Frühherbst am schönsten – mild, mit langen Abenden auf den Terrassen der Altstadt. Wer die Weinlese und die große Gastronomiemesse erleben will, kommt im Herbst; wer Dijons gemütliche Bistro-Seite sucht, auch im Winter.
04 · Häufige Fragen
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Dijons liegen alle in der Altstadt und lassen sich zu Fuß verbinden: der Palais des Ducs et des États de Bourgogne mit dem Aussichtsturm Philippe le Bon und dem Musée des Beaux-Arts, die gotische Kirche Notre-Dame mit der Glücks-Eule, die Kathedrale Saint-Bénigne mit ihrer romanischen Krypta und die Markthallen Les Halles aus Gustave Eiffels Büro. Wer mehr Zeit hat, fügt die Weinberge der Côte d'Or vor den Toren der Stadt hinzu.
Abseits der großen Namen lohnen sich die Innenhöfe der Rue des Forges mit ihren gewundenen Renaissance-Treppentürmen, etwa im Hôtel Chambellan, und ein früher Morgen in der Rue Verrerie, wenn die Antiquitätengassen noch menschenleer sind. Geheimtipp ist auch der Aufstieg auf den Turm Philippe le Bon für den Blick über die glasierten Dächer, der grüne Jardin de l'Arquebuse nahe dem Bahnhof und ein Markttag in Les Halles – am besten samstags, wenn Dijon wirklich isst.
Dijon war im 14. und 15. Jahrhundert die Hauptstadt der mächtigen Herzöge von Burgund – ihr Reichtum prägt bis heute die bemerkenswert gut erhaltene Altstadt mit ihren bunt glasierten Ziegeldächern, dem Herzogspalast und Hunderten Fachwerkhäusern. Dazu kommt der Geschmack: der scharfe Senf, der Dijons Namen in die Welt trug, die hier erfundene Crème de Cassis und die Côte d'Or, deren Grands Crus gleich vor den südlichen Toren beginnen.
Allen voran für den echten Dijon-Senf, der hier seit dem Mittelalter hergestellt wird – idealerweise frisch gezapft in der historischen Boutique Maille. Dazu burgundische Klassiker wie boeuf bourguignon, œufs en meurette (pochierte Eier in Rotweinsoße) und gougères, kleine Käse-Windbeutel. Zum Apéritif gehört ein Kir aus Crème de Cassis und Aligoté-Weißwein, zum Nachtisch der würzige pain d'épices, der Dijoner Lebkuchen.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt – Herzogspalast, Musée des Beaux-Arts, Notre-Dame und der Eulen-Pfad – lassen sich an einem einzigen Tag erlaufen, denn Dijon ist kompakt und komplett zu Fuß erlebbar. Für mehr Muße sind zwei Tage ideal. Wer Dijon als Standquartier nutzt, um die Côte d'Or und Beaune zu erkunden, sollte drei bis vier Tage einplanen.
Mai bis Juni und September bis Oktober sind ideal: mildes Wetter, lange Abende und die Weinberge in vollem Grün oder herbstlichem Gold. Im Herbst kommen die Weinlese und die große Foire Internationale Gastronomique hinzu. Der Winter ist kühl, aber mit Weihnachtsmarkt und gemütlicher Bistro-Küche durchaus reizvoll für Kulturreisende.
05 · In der Nähe
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