📍 47.03°N · 4.84°E
Zoom 4 / 5Stadt · im Burgund

◆ STADT · BURGUND

Beaune.
wo das bunte Dach des Hôtel-Dieu über einer Stadt aus Wein schwebt

Beaune ist kein Ort, den man durcheilt – es ist einer, in dessen Keller man hinabsteigt. Hinter den fast vollständig erhaltenen Stadtmauern verdichtet sich auf engstem Raum alles, was das Burgund ausmacht: das polychrome Glasurziegeldach des Hôtel-Dieu, das in Gelb, Rot und Grün über den Dächern leuchtet, die kilometerlangen Gewölbekeller der großen Handelshäuser unter dem Pflaster, und die Côte de Beaune, die mit Pommard und Volnay buchstäblich am Stadtrand beginnt. Während Dijon die historische Herzogsstadt ist, ist Beaune die heimliche Hauptstadt des Weins – jeden November richtet das Hôtel-Dieu hier die berühmteste Wohltätigkeitsauktion der Weinwelt aus. Wer Beaune verstehen will, lässt sich Zeit: ein Glas Meursault auf der Place Carnot, eine Verkostung in einem jahrhundertealten Keller, ein Spaziergang auf dem grünen Wallweg um die alten Bastionen.

Eine Stadt, gebaut auf Wein und Wohltätigkeit wo Kaufmannskeller und ein mittelalterliches Hospiz dieselbe Geschichte erzählen

Beaune verdankt seinen Reichtum dem Wein und seine Berühmtheit der Barmherzigkeit. 1443 stiftete Nicolas Rolin, Kanzler des Herzogs von Burgund, mitten in der Not nach dem Hundertjährigen Krieg ein Hospiz für die Armen: das Hôtel-Dieu. Über fünf Jahrhunderte pflegten Schwestern hier Kranke unter einem Dach aus glasierten Ziegeln, deren geometrische Muster zum Wahrzeichen des ganzen Burgunds wurden. Im großen Krankensaal, dem Salle des Pôvres, stehen die roten Himmelbetten noch heute in zwei Reihen, und am Ende des Saals hängt das, weswegen viele überhaupt kommen: das gewaltige Weltgerichts-Polyptychon, das Rogier van der Weyden um 1445 in altniederländischer Feinmalerei schuf.

Finanziert wurde all das über Jahrhunderte vom Wein. Die Hospices besitzen bis heute Spitzenlagen entlang der Côte, und der Erlös ihrer Trauben fließt in die Krankenpflege – seit 1859 versteigert in der weltberühmten Auktion am dritten Sonntagswochenende im November, dem Höhepunkt der „Trois Glorieuses“. Rund um diese Tradition wuchs eine ganze Stadt der Négociants: Häuser wie Bouchard Père & Fils oder Patriarche legten unter Beaune ein Labyrinth aus Gewölbekellern an, in denen heute Hunderttausende Flaschen in der kühlen Dunkelheit reifen.

Doch Beaune ist mehr als sein Wein-Establishment. Hinter den Bastionen der alten Stadtmauer – einem grünen Ring, den man heute zu Fuß umrunden kann – liegt eine lebendige Kleinstadt mit Markthallen, einer romanischen Collégiale und einem Marktplatz, auf dem samstags Käse, Schinken und Senf aus der eigenen Manufaktur verkauft werden. travelperfect rät, Beaune nicht als Tagesausflug von Dijon abzuhaken, sondern eine Nacht zu bleiben: Wenn die Busse abgefahren sind und das Licht über das Buntdach kippt, gehört die Stadt wieder denen, die hier vom Wein leben.

Beaune

01 · Auf einen Blick

Gut zu wissen.

Lage
Côte-d'Or, Burgund (Bourgogne-Franche-Comté), am Fuß der Weinberge der Côte de Beaune, rund 40 km südlich von Dijon
Anreise
Bahnhof Beaune mit TER-Verbindungen ab Dijon in ca. 25 Min.; per TGV bis Dijon oder Le Creusot TGV, dann weiter; nächster Flughafen Lyon-Saint-Exupéry (LYS) ca. 150 km
Mit dem Auto
Direkt an der Autobahn A6 (Paris–Lyon) und A31; Tagesparkplätze an der Stadtmauer, intra-muros wenig Parkraum
Beste Reisezeit
Mai–Juni und September–Oktober; im November die Weinauktion der Hospices, im Winter ruhig und kühl
Zeitzone
Europe/Paris (MEZ/MESZ)
Vor Ort unterwegs
Die Altstadt erkundet man zu Fuß; für die Weindörfer der Côte empfiehlt sich Fahrrad, E-Bike oder ein gebuchter Weintour-Transfer
Sprache & Zahlung
Französisch; Euro, Kartenzahlung weit verbreitet
Highlights vorbuchen
Verkostungen in den großen Kellern und Sternerestaurants früh reservieren, besonders zur Auktionswoche im November

· Sehenswürdigkeiten in der Altstadt

Das musst du gesehen haben.

Marché aux Vins
Caves Patriarche Père et Fils
Collégiale Notre-Dame de Beaune
Hospices de Beaune (Hôtel-Dieu)
Remparts de Beaune
Moutarderie Fallot

· Hotels

Wo übernachten.

Les Remparts

Hôtel des Remparts

ab 110 €/Nacht
Centre Historique

Hôtel de la Poste Beaune

ab 150 €/Nacht
Côte de Beaune

Hostellerie de Levernois

ab 280 €/Nacht
Centre Historique

Hôtel Le Cep

ab 250 €/Nacht
Centre Historique

Hôtel Le Belena

ab 140 €/Nacht
Faubourg Saint-Nicolas

Le Relais de Saulx

ab 100 €/Nacht

· Restaurants

Wo essen.

Faubourg Saint-Nicolas

La Ciboulette

Centre Historique

Le Bistro Bourguignon

Les Remparts

Le Jardin des Remparts

Centre Historique

Loiseau des Vins

Centre Historique

Ma Cuisine

Faubourg Saint-Nicolas

Le Bénaton

· Aktivitäten

Was erleben.

Côte de Beaune

Weintour Côte de Beaune ab Beaune

Côte de Beaune

Radtour über die Côte de Beaune

Les Remparts

Weinverkostung in den Kellern von Beaune

Centre Historique

Geführter Altstadtrundgang Beaune

· Entdecken & Buchen

Was es zu buchen gibt.

7
Sehenswürdigkeiten
Hospices & Weinkeller →
🛏
7
Hotels
Stadthotel bis Relais & Châteaux →
🍽
6
Restaurants
Bistro bis Sterneküche →
4
Aktivitäten
Verkostungen & Weintouren →

02 · Rundgänge & Geheimtipps

Beaune an einem Tag und darüber hinaus vier Rundgänge durch eine Stadt, die aus Wein und Geschichte gebaut ist – vom Pflichtprogramm bis zu den Geheimtipps

Hospices & Altstadt

Das Erbe der Barmherzigkeit

Vom Buntdach-Innenhof des Hôtel-Dieu über den Salle des Pôvres mit seinen roten Himmelbetten bis zum Weltgerichtsaltar von Rogier van der Weyden – ein Rundgang durch das berühmteste Gebäude des Burgunds. Danach führt der Weg über die Place de la Halle zur romanischen Collégiale Notre-Dame mit ihren flämischen Wandteppichen.

Hôtel-Dieu / HospicesCollégiale Notre-Damehalber Tag

Unter der Stadt

Hinab in die Gewölbekeller

Unter Beaune zieht sich ein Labyrinth aus jahrhundertealten Caves. Bei Patriarche wandert man durch fünf Kilometer Gänge mit zehntausenden Flaschen, im Marché aux Vins verkostet man in einer entweihten Kirche, und die École des Vins de Bourgogne erklärt, warum hier jede Parzelle einen eigenen Namen trägt. Ein Crashkurs in Terroir – Schluck für Schluck.

Caves PatriarcheMarché aux VinsVerkostung inklusive

Die Côte de Beaune

Hinaus zu den Grands Crus

Beaune ist das Tor zu den legendärsten Weinlagen der Welt. Per Rad oder Wagen geht es nach Pommard und Volnay für kräftige Rotweine, weiter nach Meursault und Puligny-Montrachet, deren weiße Chardonnays Maßstäbe setzen. Die Route des Grands Crus reiht Domaine an Domaine – am schönsten zur Lese im September oder Oktober.

Pommard & VolnayMeursault & MontrachetRad oder Weintour

Rundgang, Markt & Senf

Beaune zu Fuß und am Teller

Ein Rundgang auf dem grünen Wallweg um die alten Bastionen zeigt Beaune von außen – ein ruhiger Geheimtipp abseits der Busgruppen –, ehe es auf die Place Carnot und in die Markthallen geht. In der Moutarderie Fallot wird Senf noch traditionell gemahlen, samstags füllt der Markt von Beaune die Gassen mit Käse, Schinken und Brot – die Grundlage für ein burgundisches Bœuf bourguignon am Abend.

Stadtmauer-RundwegMarkt am SamstagMoutarderie Fallot

03 · Wetter & beste Reisezeit

Wann nach Beaune reisen zwischen Rebenblüte, goldenem Herbstlaub und der Auktion im November

Das Wetter in Beaune ist kontinental geprägtes Binnenlandklima – warme, oft trockene Sommer, klare Übergangsjahreszeiten und kühle, gelegentlich neblige Winter. Der Weinkalender bestimmt den Rhythmus: Frühling und Frühsommer sind mild und grün, der Herbst färbt die Côte goldrot und bringt mit Lese und Auktion die intensivste Zeit. Wer Ruhe sucht, kommt im Winter, wenn die Keller leerer und die Preise niedriger sind.

FrühlingMärz – MaiMild und frisch, oft 12–20 °C, austreibende Reben und blühende Gärten am Wallweg. Wenig Andrang, ideal für Altstadt und erste Kellerbesuche; abends noch kühl.Stadtbummel, Hospices, ruhige Verkostungen
SommerJuni – AugustWarm und meist sonnig, häufig 24–30 °C, vereinzelt heiße Tage. Lange Abende auf den Terrassen, voller Reisekalender; im Juli das Festival International d'Opéra Baroque im Hof des Hôtel-Dieu.Terrassen, Radtouren über die Côte, Festival
HerbstSeptember – NovemberDie schönste Zeit: angenehme 15–24 °C im September, goldenes Rebenlaub, Lese und Most in der Luft. Im November die Vente des Hospices und die Trois Glorieuses – früh buchen, die Stadt ist dann voll.Weinlese, goldene Côte, Hospices-Auktion
WinterDezember – FebruarKühl und ruhig, tagsüber oft 3–8 °C, Nebel über den Reben, gelegentlich Frost. Die Keller sind kühl und leer, perfekt für tiefe Verkostungen und deftige Bistroküche bei niedrigeren Preisen.Ruhige Genussreisen, Keller, Bistroküche

04 · Häufige Fragen

Was Reisende am häufigsten fragen.

Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Beaune?

Das wichtigste Ziel ist das Hôtel-Dieu (Hospices de Beaune) mit seinem polychromen Glasurziegeldach und dem Weltgerichtsaltar von Rogier van der Weyden. Dazu kommen die romanische Collégiale Notre-Dame mit ihren flämischen Wandteppichen, die fast vollständig erhaltene Stadtmauer mit ihren Bastionen, die kilometerlangen Gewölbekeller der großen Weinhandelshäuser sowie die Senfmanufaktur Fallot. Fast alle Sehenswürdigkeiten liegen in der ummauerten Altstadt und sind bequem zu Fuß erreichbar.

Welche Stadt ist schöner, Dijon oder Beaune?

Das sind zwei unterschiedliche Erlebnisse: Dijon ist die größere, ehemalige Herzogsstadt mit Palast, Museen und lebendigem Stadtleben, Beaune die kleinere, ganz auf den Wein konzentrierte Altstadt mit dem berühmten Hôtel-Dieu. Wer Stadtflair, Architektur und Shopping sucht, ist in Dijon richtig; wer Weinkeller, Hospices und die Côte de Beaune vor der Tür will, in Beaune. Da beide nur rund 25 Bahnminuten auseinanderliegen, lassen sie sich gut kombinieren.

Wie viele Tage sollte man für Beaune einplanen?

Für die Altstadt mit Hôtel-Dieu, Collégiale und ein bis zwei Kellerbesuchen reicht ein voller Tag – Beaune lässt sich gut an einem Tag erkunden. Wer aber die Côte de Beaune mit Pommard, Volnay und Meursault per Rad oder Weintour erleben möchte, sollte zwei bis drei Tage bleiben. Eine Übernachtung lohnt sich besonders, weil Beaune am Abend, wenn die Tagesgäste weg sind, seinen ruhigen, genussorientierten Charakter zeigt.

Lohnt sich der Besuch des Hôtel-Dieu / der Hospices de Beaune?

Unbedingt – es ist das ikonische Bauwerk des Burgunds. Hinter der schlichten Fassade öffnet sich der Innenhof mit dem polychromen Glasurziegeldach, dazu der historische Krankensaal mit roten Himmelbetten und das berühmte Weltgerichts-Polyptychon von Rogier van der Weyden. Ein Audioguide ist im Eintritt meist enthalten; in der Hochsaison spart ein Online-Ticket Wartezeit.

Wie kommt man von Dijon nach Beaune?

Am einfachsten mit dem Regionalzug (TER): Die Fahrt ab Dijon dauert rund 25 Minuten, Züge verkehren mehrmals stündlich. Mit dem Auto sind es über die A31/A6 etwa 40 Minuten. Wer von Paris kommt, nimmt den TGV bis Dijon oder Le Creusot TGV und steigt dort auf die Regionalverbindung um.

Was sollte man in Beaune unbedingt essen und trinken?

Burgundische Klassiker wie Bœuf bourguignon, Œufs en meurette (pochierte Eier in Rotweinsauce), Coq au vin und Jambon persillé, dazu Époisses-Käse und Senf aus der Moutarderie Fallot. Im Glas natürlich die Weine der Côte de Beaune – kräftige Pinots aus Pommard und Volnay, große weiße Chardonnays aus Meursault und Puligny-Montrachet. Crème de cassis und der Aperitif Kir runden das Bild ab.

Wann findet die Weinauktion der Hospices statt und kann man hin?

Die Vente des Vins des Hospices de Beaune findet traditionell am dritten Wochenende im November statt und ist der Höhepunkt der „Trois Glorieuses“. Die eigentliche Auktion ist ein Profi-Event, doch die ganze Stadt feiert mit Verkostungen, Märkten und Veranstaltungen. Wer in dieser Woche kommt, sollte Unterkunft und Restaurants Monate im Voraus buchen – Beaune ist dann ausgebucht.

05 · In der Nähe

Weiter erkunden.

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    travelperfect · Aktualisiert 18. Juni 2026