◆ STADT · CÔTE D'AZUR
Saint-Tropez ist das Dorf, das die Welt sich als Inbegriff der Côte d'Azur ausgemalt hat – und das trotzdem nie ganz Dorf zu sein aufgehört hat. Hinter dem Jachthafen, wo die Megajachten Bug an Bug am Quai Jean Jaurès liegen und Sénéquier seine roten Stühle in die Sonne stellt, beginnen die ockerfarbenen Gassen der Altstadt, in denen sich kaum etwas verändert hat, seit Brigitte Bardot 1956 hier „Und immer lockt das Weib“ drehte. Über dem alten Fischerviertel La Ponche wacht die Zitadelle aus dem 17. Jahrhundert, südlich dehnt sich der Pampelonne-Strand mit seinen legendären Strandclubs. Wer früh kommt oder spät bleibt, findet zwischen Glamour und Pétanque immer noch das provenzalische Original.
Lange war Saint-Tropez nur ein verschlafener Fischer- und Korkbrennerort am südlichen Ufer seines Golfs, vom übrigen Frankreich durch die Schienenlosigkeit der Halbinsel abgeschnitten – man kam mit dem Boot oder gar nicht. Diese Abgeschiedenheit machte den Ort um 1890 zur Entdeckung der Maler: Paul Signac ankerte mit seiner Jacht im Hafen, ließ sich nieder und lud Freunde wie Henri-Edmond Cross, Pierre Bonnard und Henri Matisse, der hier 1904 „Luxe, calme et volupté“ malte. Das pointillistische Licht von Saint-Tropez hängt heute im Musée de l'Annonciade, einer ehemaligen Kapelle direkt am Hafen.
Der zweite Ruhm kam mit dem Kino. 1956 drehte Roger Vadim mit der jungen Brigitte Bardot „Und immer lockt das Weib“ an diesen Stränden, und über Nacht wurde aus dem Dorf das Synonym für eine neue, sonnengebräunte Freiheit. In den Sechzigern folgten Jazzclubs, die Gucci-Boutiquen und die ersten Megajachten; das Hotel Byblos öffnete 1967 zur Hochzeit der Jetset-Jahre. Bis heute reihen sich am Quai Jean Jaurès die Schaulustigen und die Schaugestellten, und vor Sénéquiers roten Stühlen geht der Korso aus Yachten und Designertaschen nie ganz zur Ruhe.
Doch wer hinter die Hafenfront tritt, findet das ältere Saint-Tropez noch unversehrt. In den Gassen von La Ponche, dem einstigen Fischerviertel, trocknet Wäsche zwischen pastellfarbenen Fassaden, am Place des Lices klacken unter Platanen die Boulekugeln, und auf dem Markt verkaufen Bauern aus dem Hinterland Tomaten, Tapenade und die zuckrige Tarte Tropézienne. travelperfect rät, die Halbinsel im Mai oder September zu besuchen – dann liegt zwischen den Yachten und den Olivenhainen von Ramatuelle wieder jene Ruhe, die einst die Maler hierherzog.
01 · Auf einen Blick
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· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Hafen & Maler-Erbe
Der Bummel beginnt am Quai Jean Jaurès, wo die roten Stühle von Sénéquier seit 1930 zum Hafenkino gehören und die Megajachten an der Mole liegen. Wenige Schritte weiter zeigt das Musée de l'Annonciade in einer entweihten Kapelle, warum Signac, Bonnard und Matisse dieses Licht liebten. Über den Bailli-de-Suffren-Quai führt der Weg zur Pfarrkirche Notre-Dame de l'Assomption mit ihrem ockergelben Glockenturm.
Altstadt & La Ponche
Hinter dem Hafen beginnt das alte Saint-Tropez: das Fischerviertel La Ponche mit der kleinen Badebucht La Glaye, enge Gassen mit pastellfarbenen Fassaden und Bougainvillea. Hinauf zur Zitadelle aus dem 17. Jahrhundert, in deren Donjon das Seefahrtsmuseum vom maritimen Erbe erzählt und von deren Wall man den ganzen Golf überblickt. Zurück über den Place des Lices, wo unter Platanen Boule gespielt wird.
Pampelonne & Strandclubs
Südlich des Dorfes, schon auf dem Gebiet von Ramatuelle, zieht sich der drei Kilometer lange Pampelonne-Strand. Hier reihen sich die legendären Strandclubs: das Club 55, einst Kantine der Bardot-Filmcrew, das schicke Nikki Beach, La Réserve à la Plage. Wer es ruhiger mag, wählt die öffentlichen Abschnitte. Reservierung an den Clubs im Sommer ist Pflicht, ein Liegenpaar kostet schnell mehr als ein Abendessen.
Markt, Shopping & Provence
Zweimal die Woche – dienstags und samstags – füllt sich der Place des Lices mit dem Wochenmarkt: Oliven, Tapenade, Lavendelseife, provenzalische Stoffe und Käse aus dem Hinterland. Zum Shopping locken die Designerboutiquen in den Gassen hinter dem Hafen, dazu eine Tarte Tropézienne, die zuckrige Sahnebrioche, die hier ihren Ursprung hat. Der Geheimtipp gegen den Trubel: in die Weinberge der Halbinsel oder in die Bergdörfer Ramatuelle und Gassin oberhalb der Küste fahren.
03 · Wann
Saint-Tropez liegt im milden mediterranen Klima der Côte d'Azur: heiße, trockene Sommer, sanfte Winter und über die Hälfte des Jahres Sonne. Die Wahl der Reisezeit entscheidet aber weniger über das Wetter als über den Andrang. Im Juli und August platzt die Halbinsel aus allen Nähten, im Mai, Juni und September dagegen ist das Meer schon oder noch warm und die einzige Zufahrtsstraße frei.
04 · Häufige Fragen
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören der Vieux Port mit dem Café Sénéquier und seinen roten Stühlen, das Fischerviertel La Ponche, die Zitadelle aus dem 17. Jahrhundert mit Seefahrtsmuseum und Panoramablick, das Musée de l'Annonciade mit Werken von Signac und Matisse, der Markt am Place des Lices und der drei Kilometer lange Pampelonne-Strand. Für die Altstadt und den Hafen reichen zwei Tage.
Saint-Tropez ist bekannt als Inbegriff des mondänen Côte-d'Azur-Glamours: für den Jachthafen mit seinen Megajachten, das Café Sénéquier, die Strandclubs von Pampelonne wie Le Club 55 und für Brigitte Bardot, die den Ort 1956 mit „Und immer lockt das Weib“ weltberühmt machte. Dahinter steckt aber immer noch ein provenzalisches Fischerdorf mit ockerfarbenen Gassen, Markt und Pétanque.
Am stimmungsvollsten sind die ockerfarbenen Gassen des Fischerviertels La Ponche mit der kleinen Bucht La Glaye, der Wall der Zitadelle mit dem weitesten Blick über den Golf und der Quai Jean Jaurès zur blauen Stunde. Wer das ruhigere, provenzalische Saint-Tropez sucht, geht zum Place des Lices unter den Platanen – besonders schön an den Markttagen Dienstag und Samstag.
Mai, Juni und September sind ideal: Das Meer ist warm, die Tage sonnig, und es herrscht deutlich weniger Andrang als im Hochsommer. Juli und August sind die glamourösesten, aber auch teuersten und vollsten Monate – mit langen Staus auf der einzigen Zufahrtsstraße. Wer Ruhe und das provenzalische Saint-Tropez sucht, kommt im Frühjahr oder Frühherbst.
Der nächste Flughafen ist Nizza Côte d'Azur, rund 100 km entfernt; von dort fährt man mit Mietwagen oder Transfer in etwa 1,5 Stunden. Eine entspanntere Variante: mit dem TGV bis Saint-Raphaël und von dort im Sommer mit dem Linienboot der Bateaux Verts in etwa einer Stunde direkt in den Hafen – so umgehst du den berüchtigten Verkehr auf der Halbinsel.
Der Ruf täuscht. Die Yachten, Designerläden und Strandclubs prägen das Bild, aber die Altstadtgassen, der Markt am Place des Lices, der Aufstieg zur Zitadelle und ein Bummel durch La Ponche kosten nichts. Wer abseits der Hafenfront isst und außerhalb der Hauptsaison kommt, erlebt ein Saint-Tropez, das sich kaum von anderen provenzalischen Küstenorten unterscheidet.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Saint-Tropez.
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