Menton ist die letzte französische Stadt vor der italienischen Grenze – und in vielem schon mehr italienisch als französisch. Pastellfarbene Häuser stapeln sich über der Altstadt den Hang hinauf zur barocken Basilika Saint-Michel-Archange, vor deren Treppe im Sommer Kammermusik gespielt wird. Die enge Rue Longue, einst die römische Via Julia Augusta, durchzieht das alte Zentrum, und von der Cimetière du Vieux-Château oben am Berg fällt der Blick weit über die Dächer aufs Mittelmeer. Was Menton von der übrigen Riviera unterscheidet, ist sein Klima. Geschützt von den nahen Seealpen, gilt es als das mildeste der ganzen Côte d'Azur – und so reifen in den Gärten von Garavan Zitronen, Mimosen, Palmen und exotische Pflanzen, die anderswo nicht gedeihen. Der Jardin botanique du Val Rahmeh und der Garten der Villa Maria Serena führen diese gärtnerische Tradition vor Augen. Jedes Jahr im Februar feiert die Stadt sie auf ihre eigene, überschwängliche Weise: Bei der Fête du Citron werden Tonnen von Zitronen und Orangen zu riesigen Skulpturen aufgetürmt. Menton ist auch die Stadt von Jean Cocteau, der ihr ein Museum am Hafen und den verzauberten „Salle des Mariages“ im Rathaus hinterließ, dessen Wände er selbst bemalte. Kulinarisch hat der Ort längst Weltrang: Mauro Colagrecos Restaurant Mirazur, hoch über der Küste an der Grenze gelegen, zählt zu den bekanntesten Adressen der Gegend. Wer den Trubel von Cannes und Nizza hinter sich lassen will, findet in Menton die leisere, gärtnerische Riviera – eine Stadt der Farben, Düfte und langen, milden Tage.




