Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Nizza
Zwischen Promenade, Altstadt und Schlossberg liegen keine zwei Kilometer – die Pflichtliste von Nizza läufst du an einem einzigen Tag ab, wenn du früh anfängst.
Die Promenade des Anglais zieht sich über rund sieben Kilometer an der Baie des Anges entlang, vom Jardin Albert 1er im Osten bis fast an den Flughafen. Ihren Namen verdankt sie den englischen Wintergästen, die im 19. Jahrhundert den Bau eines befestigten Uferwegs finanzierten – aus diesem Kurbetrieb ist die Stadt hervorgegangen, die 2021 als Winterkurort der Riviera in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde. Die blauen Stühle stehen bis heute in Reihen zum Wasser hin – feste Sessel mit Eisengestell und Holzlatten, das meistfotografierte Möbelstück der Stadt –, dahinter reiht sich die Belle Époque auf: das Negresco mit der rosa Kuppel, einige Hundert Meter weiter östlich die Art-déco-Front des ehemaligen Palais de la Méditerranée. Geh die Strecke einmal früh am Morgen, wenn Läufer und Rollschuhfahrer unterwegs sind und die Sonne von Osten flach über das Wasser fällt.
Hinter dem Jardin Albert 1er beginnt Vieux Nice, und der Wechsel ist abrupt: aus breiten Boulevards werden Gassen, in die sich mittags ein einzelner Streifen Sonne bis aufs Pflaster verirrt. Nizza gehörte bis 1860 zum Königreich Sardinien, und das sieht man den ockerroten und ochsenblutfarbenen Fassaden, den grünen Fensterläden und den Barockkirchen bis heute an. Auf der Place Rossetti steht die Cathédrale Sainte-Réparate mit ihrer Kuppel aus farbig glasierten Ziegeln, in der Rue Droite öffnet sich hinter einer schmalen Front der Treppenaufgang des Palais Lascaris, eines Adelspalasts aus dem 17. Jahrhundert mit einer Sammlung historischer Musikinstrumente. Viele Straßenschilder tragen zwei Zeilen: Französisch oben, Nissart darunter.
Die Colline du Château erhebt sich rund neunzig Meter über dem Ostende der Altstadt, und der Name führt in die Irre – die Burg, die dort oben stand, ließ Ludwig XIV. 1706 schleifen, geblieben sind Grundmauern, ein Park mit Pinien und ein künstlicher Wasserfall. Der Blick von der Aussichtsterrasse ist der, den du von jeder Postkarte kennst: links die Bucht mit der Promenade bis zum Flughafen, rechts der Hafen, darunter die Dächer der Altstadt. Hinauf kommst du über Treppen von der Altstadt oder vom Hafen aus – oder bequem mit dem Aufzug am Quai Rauba Capeù, der neben der Tour Bellanda in den Hang gebaut ist. Am besten am späten Nachmittag, wenn das Licht die Ziegel warm färbt.
Die Place Masséna ist Dreh- und Angelpunkt zwischen Altstadt und Neustadt: Haltestelle der Tramlinie 1, im Februar Bühne der Karnevalsumzüge und Übergang in den Grünzug der Promenade du Paillon. Der 2013 eröffnete Park liegt über dem überbauten Flussbett des Paillon und ist der angenehmste Weg quer durch die Innenstadt – oben, beim Théâtre National und dem MAMAC, beginnt der Streifen, nach Süden führt er zwischen Rasenflächen, Olivenbäumen und Spielgeräten am Wasserspiegel vorbei, in dem im Sommer Kinder zwischen den Fontänen stehen, und endet im Jardin Albert 1er direkt an der Promenade. Der Fluss war jahrhundertelang die Grenze der Stadt: östlich davon liegt Vieux Nice, westlich die Neustadt des 19. Jahrhunderts. Ein paar Gehminuten hinter dem Bahnhof Nice-Ville stehen außerdem die sechs Zwiebeltürme der Cathédrale Saint-Nicolas, 1912 geweiht und von Zar Nikolaus II. finanziert – das sichtbarste Erbe der russischen Wintergäste.















