Stadt · Frankreich

Nizza

An der Baie des Anges stehen die blauen Stühle in Reihen über dem Kiesstrand, der sich sieben Kilometer weit zieht, und zweihundert Meter dahinter beginnt eine ockerfarbene Altstadt, die bis 1860 zum Königreich Sardinien gehörte.

6 Stadtviertel8 Sehenswürdigkeiten5 Hotels
Überblick

Deine Nizza-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai, Juni und September sind ideal: warmes Meer, mildes Klima und weniger Andrang als im Hochsommer. Juli und August sind heiß, voll und teuer, dafür herrscht volles Strandleben. Frühling und Herbst eignen sich gut für Stadt und Ausflüge ins Hinterland, der Winter ist mild und ruhig – Nizza war schon im 19. Jahrhundert ein beliebter Winterkurort.
Über Nizza

Reisen nach Nizza

Nizza ist die größte Stadt der Côte d'Azur und seit 2021 als Winterkurort der Riviera UNESCO-Welterbe – ein Titel, der die Stadt genau beschreibt. Die Promenade des Anglais entstand, weil englische Wintergäste im 19. Jahrhundert einen befestigten Uferweg finanzierten, und die Belle-Époque-Fassaden dahinter stammen aus derselben Zeit. Direkt daneben liegt mit Vieux Nice ein Altstadtkern, der bis 1860 zum Königreich Sardinien gehörte und bis heute italienisch klingt: ockerrote Häuser mit grünen Läden, Barockkirchen, Straßenschilder auf Französisch und Nissart, morgens der Blumen- und Gemüsemarkt am Cours Saleya und aus dem Holzofen der Geruch von Socca. Über beidem erhebt sich die Colline du Château mit dem weitesten Blick auf die Bucht, östlich davon liegt der Port Lympia mit seinen ockerfarbenen Häuserreihen, und auf dem Hügel Cimiez stehen zwischen römischen Ausgrabungen und Olivenbäumen das Musée Matisse und, weiter unten am Hang, das Musée National Marc Chagall. Dazu ein Flughafen mit Tram ins Zentrum und eine Küstenbahn, die Villefranche, Monaco und Menton zu Halbtagesausflügen macht.

Nizza – Karte
Reiseführer

Nizza von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um halb acht liegt der Cours Saleya noch im Schatten des Schlossbergs, ein Lieferwagen entlädt Anemonen in Eimern, und zwei Straßen weiter schiebt jemand die erste Socca-Platte aus dem Holzofen. Zwei Stunden später sitzen auf den blauen Stühlen der Promenade des Anglais die ersten Gäste mit dem Rücken zur Stadt und dem Blick aufs Wasser. Nizza ist an einem einzigen Vormittag beides – eine laute, italienisch geprägte Marktstadt und ein mondäner Winterkurort des 19. Jahrhunderts, der sich sieben Kilometer am Kiesstrand entlangzieht.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Nizza

Zwischen Promenade, Altstadt und Schlossberg liegen keine zwei Kilometer – die Pflichtliste von Nizza läufst du an einem einzigen Tag ab, wenn du früh anfängst.

Die Promenade des Anglais zieht sich über rund sieben Kilometer an der Baie des Anges entlang, vom Jardin Albert 1er im Osten bis fast an den Flughafen. Ihren Namen verdankt sie den englischen Wintergästen, die im 19. Jahrhundert den Bau eines befestigten Uferwegs finanzierten – aus diesem Kurbetrieb ist die Stadt hervorgegangen, die 2021 als Winterkurort der Riviera in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde. Die blauen Stühle stehen bis heute in Reihen zum Wasser hin – feste Sessel mit Eisengestell und Holzlatten, das meistfotografierte Möbelstück der Stadt –, dahinter reiht sich die Belle Époque auf: das Negresco mit der rosa Kuppel, einige Hundert Meter weiter östlich die Art-déco-Front des ehemaligen Palais de la Méditerranée. Geh die Strecke einmal früh am Morgen, wenn Läufer und Rollschuhfahrer unterwegs sind und die Sonne von Osten flach über das Wasser fällt.

Hinter dem Jardin Albert 1er beginnt Vieux Nice, und der Wechsel ist abrupt: aus breiten Boulevards werden Gassen, in die sich mittags ein einzelner Streifen Sonne bis aufs Pflaster verirrt. Nizza gehörte bis 1860 zum Königreich Sardinien, und das sieht man den ockerroten und ochsenblutfarbenen Fassaden, den grünen Fensterläden und den Barockkirchen bis heute an. Auf der Place Rossetti steht die Cathédrale Sainte-Réparate mit ihrer Kuppel aus farbig glasierten Ziegeln, in der Rue Droite öffnet sich hinter einer schmalen Front der Treppenaufgang des Palais Lascaris, eines Adelspalasts aus dem 17. Jahrhundert mit einer Sammlung historischer Musikinstrumente. Viele Straßenschilder tragen zwei Zeilen: Französisch oben, Nissart darunter.

Die Colline du Château erhebt sich rund neunzig Meter über dem Ostende der Altstadt, und der Name führt in die Irre – die Burg, die dort oben stand, ließ Ludwig XIV. 1706 schleifen, geblieben sind Grundmauern, ein Park mit Pinien und ein künstlicher Wasserfall. Der Blick von der Aussichtsterrasse ist der, den du von jeder Postkarte kennst: links die Bucht mit der Promenade bis zum Flughafen, rechts der Hafen, darunter die Dächer der Altstadt. Hinauf kommst du über Treppen von der Altstadt oder vom Hafen aus – oder bequem mit dem Aufzug am Quai Rauba Capeù, der neben der Tour Bellanda in den Hang gebaut ist. Am besten am späten Nachmittag, wenn das Licht die Ziegel warm färbt.

Die Place Masséna ist Dreh- und Angelpunkt zwischen Altstadt und Neustadt: Haltestelle der Tramlinie 1, im Februar Bühne der Karnevalsumzüge und Übergang in den Grünzug der Promenade du Paillon. Der 2013 eröffnete Park liegt über dem überbauten Flussbett des Paillon und ist der angenehmste Weg quer durch die Innenstadt – oben, beim Théâtre National und dem MAMAC, beginnt der Streifen, nach Süden führt er zwischen Rasenflächen, Olivenbäumen und Spielgeräten am Wasserspiegel vorbei, in dem im Sommer Kinder zwischen den Fontänen stehen, und endet im Jardin Albert 1er direkt an der Promenade. Der Fluss war jahrhundertelang die Grenze der Stadt: östlich davon liegt Vieux Nice, westlich die Neustadt des 19. Jahrhunderts. Ein paar Gehminuten hinter dem Bahnhof Nice-Ville stehen außerdem die sechs Zwiebeltürme der Cathédrale Saint-Nicolas, 1912 geweiht und von Zar Nikolaus II. finanziert – das sichtbarste Erbe der russischen Wintergäste.

Sehenswürdigkeiten in Nizza

Alle 8 Sehenswürdigkeiten
Altstadt & Markt

Vieux Nice und der Markt am Cours Saleya

Der Cours Saleya ist morgens ein Arbeitsplatz und mittags eine Terrassenmeile – wer beides sehen will, kommt zweimal.

Vieux Nice und der Cours Saleya
Vieux Nice und der Cours Saleya

Vieux Nice passt in ein Dreieck von wenigen Hundert Metern Kantenlänge, begrenzt vom Meer im Süden, dem Grünzug des Paillon im Westen und dem Schlossberg im Osten. Die Hauptachsen sind schnell gelernt: die Rue Droite als alte Nord-Süd-Verbindung, quer dazu die Rue de la Préfecture und parallel zum Wasser der Cours Saleya. Alles dazwischen ist Labyrinth, und genau das ist der Reiz – du verläufst dich zwangsläufig, kommst aber nach spätestens fünf Minuten wieder an einer bekannten Ecke heraus. Die Häuser stehen dicht und hoch, weshalb es hier auch im Hochsommer mittags erträglich bleibt, während auf der Promenade der Kies flimmert.

Der Cours Saleya war ursprünglich die Prachtstraße am Wasser, heute füllen ihn vormittags die Marktstände. Der Blumenmarkt ist der bekanntere Teil – Anemonen, Mimosen, Nelken, im Frühjahr eimerweise –, daneben liegen Gemüse, Oliven, Kräuter, Gewürze und eingelegte Zitronen. Montags weicht der Markt traditionell den Ständen der Antiquitäten- und Trödelhändler, was den Platz an diesem Tag komplett verwandelt. Wer die Stände in Ruhe sehen will, kommt früh; gegen Mittag bauen die Händler ab, und die Restaurants schieben ihre Tische in die Mitte. Am westlichen Ende, an der Ecke zur Place Pierre Gautier, steht die barocke Chapelle de la Miséricorde, von außen unauffällig, von innen eine der aufwendigsten Kirchen der Stadt.

Die Barockkirchen der Altstadt lohnen den Umweg, weil sie den savoyardischen Teil der Stadtgeschichte erzählen. Die Cathédrale Sainte-Réparate an der Place Rossetti ist der Stadtheiligen geweiht und trägt eine Kuppel aus farbig glasierten Ziegeln, wie man sie eher in Ligurien oder im Piemont erwartet. Ein paar Schritte weiter liegt die Église du Gesù, und im selben Straßenzug führt das Palais Lascaris in die Wohnwelt einer Adelsfamilie des 17. Jahrhunderts, mit Deckenfresken, flämischen Wandteppichen und historischen Musikinstrumenten. Auf der Place Rossetti selbst bekommst du bei Fenocchio Eis in Sorten, die von Feige über Lavendel bis Olivenöl reichen – seit 1966 eine Institution der Stadt.

Abends kippt die Altstadt. Ab etwa sieben füllen sich die Terrassen, aus offenen Türen läuft Musik, und in den Gassen um die Rue Droite und die Place Rossetti wird es laut. Das ist der Grund, warum man in Vieux Nice hervorragend isst, aber nicht unbedingt schläft – wer hier ein Zimmer bucht, nimmt eines zum Innenhof. Für den Übergang in den Abend eignet sich die Place Garibaldi am nördlichen Rand, ein arkadengesäumter Platz im Turiner Stil, benannt nach Giuseppe Garibaldi, der 1807 in Nizza geboren wurde. Von dort sind es wenige Minuten zum Hafen und zehn zurück in die Gassen.

Strände & Promenade

Nizzas Strände an der Baie des Anges

Nizzas Strand besteht aus handtellergroßen Kieseln, und das ist keine Randnotiz, sondern der wichtigste Praxishinweis für den Tag am Wasser.

Promenade des Anglais
Promenade des Anglais

Die Baie des Anges hat keinen Sand, sondern galets: runde, flache Kiesel, die die Küstenflüsse über Jahrtausende herangeschwemmt haben. Das hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist ein Wasser, das klar bleibt, weil nichts aufgewirbelt wird, und kein Sand in der Tasche. Der Nachteil ist der Weg hinein, der barfuß eine Zumutung bleibt, und ein Ufer, das steiler abfällt als an einem Sandstrand – ein paar Schritte, und du stehst nicht mehr. Nimm Badeschuhe mit, eine dicke Matte oder Luftliege statt eines Handtuchs, und rechne damit, dass kleine Kinder auf diesem Untergrund weniger Freude haben als am Sand von Villefranche oder Antibes.

Entlang der Promenade wechseln sich öffentliche Abschnitte und private Strandbäder ab. Die plages publiques kosten nichts, haben Duschen und in der Saison Rettungsschwimmer und sind an heißen Wochenenden früh belegt. Die privaten Konzessionen vermieten Liegen mit Sonnenschirm, halten Umkleiden bereit, betreiben meist ein Restaurant und legen Stege ins Wasser; bezahlt wird pro Tag oder Halbtag, und in der Hochsaison reservierst du besser vorab. Beide Varianten liegen unmittelbar nebeneinander, du kannst also morgens öffentlich baden und mittags in ein Strandrestaurant wechseln. Beim Schwimmen gilt: auf die Beflaggung achten, denn bei Ostwind läuft eine kurze, unangenehme Welle in die Bucht.

Die Promenade des Anglais ist nicht nur Kulisse, sondern Verkehrsweg. Auf der Seeseite verläuft ein durchgehender Rad- und Rollerweg, auf dem morgens Pendler und abends halb Nizza unterwegs sind, Leihräder stehen an vielen Stationen entlang der Strecke. Wer die ganzen sieben Kilometer abfahren will, plant für hin und zurück eine gute Stunde und endet im Osten am Quai des États-Unis, wo die Promenade in den Uferweg um den Schlossberg übergeht. Die Wassertemperatur zieht spät nach: Im Juni liegt sie meist um 21 Grad, ihren Höchstwert erreicht sie im August, und mit Werten um 23 Grad bleibt der September der angenehmste Bademonat des Jahres.

Wer Sand will, fährt raus. In Villefranche-sur-Mer liegt wenige Bahnminuten entfernt ein flacher Sandstrand in einer geschützten Bucht, in Antibes und Juan-les-Pins reihen sich weitere; nach Westen wird der Untergrund insgesamt feiner. Innerhalb der Stadt lohnt der Abstecher nach Osten um den Schlossberg herum: Unterhalb des Mont Boron liegen kleine Felsbadestellen mit Leitern ins tiefe Wasser, deutlich ruhiger als die Promenade und bei Einheimischen beliebt. Und für den Nachmittag ohne Salzwasser bleibt der schattige Park auf der Colline du Château, in dem es an heißen Tagen spürbar kühler ist als unten am Kies.

Museen & Kunst

Museen in Nizza von Matisse bis Chagall

Nizzas wichtigste Museen liegen nicht im Zentrum, sondern verteilt auf den Hügeln – wer sie zu Fuß verbinden will, unterschätzt die Höhenmeter.

Musée Matisse in Cimiez
Musée Matisse in Cimiez

Das Musée Matisse sitzt in Cimiez in der Villa des Arènes, einem genuesischen Landhaus des 17. Jahrhunderts, dessen rotocker gestrichene Fassade über und über mit gemalten Scheinfenstern, Pilastern und Gesimsen überzogen ist, mitten in einem alten Olivenhain. Henri Matisse kam 1917 nach Nizza, verbrachte die Jahre von 1943 bis 1949 im Bergstädtchen Vence und kehrte danach nach Cimiez zurück, wo er 1954 starb; die Sammlung folgt seinem Weg von frühen Gemälden über Zeichnungen und Skulpturen bis zu den späten Scherenschnitten und den Entwürfen für die Kapelle in Vence. Direkt nebenan liegen die Ausgrabungen von Cemenelum, der römischen Provinzhauptstadt der Alpes Maritimae, die unter Augustus auf diesem Hügel entstand – jahrhundertelang die Rivalin des griechisch gegründeten Nikaia unten am Wasser. Zu sehen sind Arena, Thermen und ein Archäologiemuseum. Ein paar Schritte weiter beginnt der Garten des Monastère de Cimiez, auf dessen Friedhof Matisse und Raoul Dufy begraben liegen.

Das Musée National Marc Chagall liegt weiter unten am Hang desselben Hügels und ist ein Museum, das für eine einzige Werkgruppe gebaut wurde. Chagall schenkte dem französischen Staat seinen Zyklus Message Biblique – siebzehn großformatige Gemälde zu Genesis, Exodus und Hohelied –, und der Bau von André Hermant entstand eigens dafür, mit kahlen Wänden und indirektem Tageslicht. 1973 eröffnete das Haus in Anwesenheit des Künstlers. Dazu kommen Glasfenster, Mosaike und ein Konzertsaal. Als Nationalmuseum hat es ein eigenes Ticket und gehört nicht zum städtischen Museumsverbund – ein Punkt, den viele erst an der Kasse merken.

Im Zentrum steht am Rand der Altstadt das MAMAC, das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, mit Schwerpunkt auf dem Nouveau Réalisme und der École de Nice. Das ist keine geliehene Geschichte: Yves Klein wurde 1928 in Nizza geboren, Arman ebenfalls, und Niki de Saint Phalle hinterließ der Stadt einen großen Werkblock. Vom Dachgarten des Hauses siehst du über die Promenade du Paillon bis zum Schlossberg. Wer klassische Malerei sucht, geht ins Musée des Beaux-Arts Jules Chéret im Westen der Stadt, untergebracht in einer Villa der 1870er Jahre; die Belle Époque selbst erzählt die Villa Masséna direkt an der Promenade, mit Garten und Stadtgeschichte im Erdgeschoss.

Praktisch solltest du zwei Dinge wissen. Erstens gehören die meisten Häuser – Matisse, MAMAC, Beaux-Arts, Villa Masséna, Archäologie – zum städtischen Verbund und teilen sich ein gemeinsames Ticket, dessen Laufzeit ab dem ersten Besuch kurz bemessen ist und keine ganze Reisewoche abdeckt; das Chagall-Museum als Nationalmuseum gehört nicht dazu. Plane die Häuser also besser dicht hintereinander als über die Reise verteilt. Preis und Gültigkeitsdauer werden gelegentlich angepasst, prüfe sie vor dem Kauf. Zweitens liegen Matisse und Chagall zwar auf demselben Hügel, aber nicht nebeneinander: Zwischen beiden liegen etliche Höhenmeter, die an einem heißen Nachmittag zählen. Vom Zentrum fahren Buslinien hinauf nach Cimiez; wer beide Museen an einem Vormittag sehen will, startet oben bei Matisse und läuft anschließend bergab zu Chagall.

Stadtviertel

Nizzas Stadtviertel von Vieux Nice bis Cimiez

Nizza sortiert sich in wenige klar unterscheidbare Viertel, und die Wahl entscheidet sich meist daran, wie laut es nachts sein darf.

Colline du Château
Colline du Château

Vieux Nice ist das dichteste und lauteste Viertel, ein Labyrinth aus Gassen zwischen Meer, Paillon-Grünzug und Schlossberg, mit dem Cours Saleya als Bühne und einer Restaurantdichte, die abends alles andere überstrahlt. Westlich davon, zwischen Place Masséna und Promenade, liegt das Carré d'Or, das goldene Quadrat aus Belle-Époque-Blöcken, in dem sich internationale Luxusmarken, die großen Uferhotels und die eleganten Cafés konzentrieren. Die beiden Viertel sind Nachbarn und trotzdem verschiedene Welten – hier Ockerputz und Wäscheleinen über der Gasse, dort Sandstein, Balustraden und Schaufenster.

Das Quartier des Musiciens schließt nordwestlich an, ein ruhiges Wohnviertel mit Belle-Époque-Häusern, dessen Straßen fast alle nach Komponisten benannt sind – Verdi, Berlioz, Rossini. Zur Promenade sind es ein paar Minuten, zur Einkaufsachse Avenue Jean Médecin ebenfalls, und ein Zimmer kostet hier spürbar weniger als in der Uferlage. Weiter nördlich, jenseits des Bahnhofs, beginnt das Quartier de la Libération mit dem Marché de la Libération, dem großen Alltagsmarkt der Stadt: Hier kauft einheimische Kundschaft Fisch, Gemüse und Käse, während der Cours Saleya die Besucher bedient. Wer wissen will, wie Nizza ohne Publikum funktioniert, geht dorthin.

Östlich der Altstadt, hinter dem Schlossberg, liegt Le Port rund um das Hafenbecken Lympia. Das Viertel hat sich zu einer der besseren Ausgehgegenden entwickelt, ohne den Andrang der Altstadt mitzubringen: Die Küchen an den Kais und rund um die Place Île de Beauté leben eher von Stammgästen als von Laufkundschaft, und wer hier wohnt, hat abends kurze Wege und nachts trotzdem seine Ruhe. Vom Hafen steigt die Straße hinauf auf den Mont Boron, den bewaldeten Hügel im Osten, mit Wanderwegen durch Pinien und Blick über Bucht und Cap Ferrat; auf der Nachbarkuppe steht das Fort du Mont Alban, ein savoyischer Wehrbau aus den Jahren um 1560.

Cimiez ist das Gegenteil von Vieux Nice: eine grüne Hügellage über der Stadt, in der im 19. Jahrhundert die Wintergäste ihre Paläste bauen ließen. Das Excelsior Régina, in dem Königin Victoria mehrfach überwinterte und in dem später Matisse wohnte, steht bis heute, inzwischen als Wohnhaus. Dazwischen liegen Olivenhain, römische Ausgrabungen, Museen und das Kloster mit seinem Garten. Verbunden wird das alles vom Nahverkehr: Die Tramlinie 1 fährt in Nord-Süd-Richtung durch die Stadt und hält an der Place Masséna und am Bahnhof Nice-Ville, die Linie 2 verläuft unter der Innenstadt hindurch vom Flughafen zum Hafen. Nach Cimiez hinauf fahren Busse.

Route & Tagesplan

Nizza in drei Tagen – eine Route ohne Hetze

Drei Tage sind das ehrliche Maß für Nizza – einer für die Stadt am Wasser, einer für die Hügel, einer für die Küste ringsum.

Tag eins gehört dem Kern. Starte früh am Cours Saleya, solange die Marktstände noch aufgebaut sind, iss eine Scheibe Socca im Stehen und arbeite dich dann durch die Gassen von Vieux Nice: Place Rossetti mit der Kathedrale, Rue Droite mit dem Palais Lascaris, ein Blick in die Chapelle de la Miséricorde. Gegen Mittag steigst du auf die Colline du Château, entweder über die Treppen von der Altstadt oder mit dem Aufzug am Quai Rauba Capeù, und nimmst dir oben Zeit für den Rundblick. Nachmittags hinunter zur Promenade des Anglais, ein paar Kilometer an den blauen Stühlen entlang, abends zurück in die Altstadt zum Essen.

Tag zwei führt nach oben und nach Osten. Vormittags mit dem Bus hinauf nach Cimiez zum Musée Matisse, danach durch den Olivenhain zu den römischen Ausgrabungen und in den Klostergarten, von dort zu Fuß bergab zum Musée National Marc Chagall. Zurück im Zentrum ist der Grünzug der Promenade du Paillon der angenehmste Weg nach Süden, vorbei am Wasserspiegel und der Place Masséna. Den Nachmittag verbringst du am Port Lympia mit Hafenrunde, Antiquitätenläden und Kaffee an der Place Île de Beauté, und wer noch Kraft hat, steigt auf den Mont Boron und schaut von oben auf die Stadt zurück, bevor es zum Abendessen in die Hafengegend geht.

Tag drei verlässt die Stadt. Die naheliegendste Variante ist die Küstenbahn nach Osten: Villefranche-sur-Mer mit seiner tiefen Bucht und der von Jean Cocteau ausgemalten Chapelle Saint-Pierre, weiter nach Monaco mit dem Felsen, dem Ozeanografischen Museum und dem Casino-Viertel, zurück am späten Nachmittag. Wer lieber in die Höhe will, nimmt den Bus über die Moyenne Corniche nach Èze und läuft durch das Bergdorf hinauf in den Jardin Exotique, gut vierhundert Meter über dem Wasser. Und wer den Ausflug vom Wasser aus machen will, bucht am Port de Nice eine Küstenrundfahrt entlang des Cap Ferrat.

Wenn du nur einen Tag hast, kürzt du auf Cours Saleya, Vieux Nice, Schlossberg und Promenade und lässt die Hügel weg. Bei vier oder fünf Tagen kommt jeweils ein weiterer Ausflug dazu, ohne dass du das Hotel wechseln musst – Antibes und Cannes im Westen, Menton und die italienische Grenze im Osten, Saint-Paul-de-Vence und Grasse im Hinterland. Für Regentage tauschst du das Außenprogramm gegen Museen, die alle im Zentrum liegen: MAMAC, Beaux-Arts und Villa Masséna. Und leg den Markt nicht auf einen Montag, wenn du Blumen und Gemüse sehen willst – dann stehen am Cours Saleya die Antiquitätenhändler.

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Übernachten

Hotels in Nizza und die passende Lage für deinen Aufenthalt

Zwischen einem Zimmer mit Meerblick und einem drei Straßen landeinwärts liegen in Nizza keine fünf Gehminuten – im Preis dagegen Welten.

Die bekannteste Adresse der Stadt ist das Hôtel Le Negresco, 1913 an der Promenade des Anglais eröffnet und seit den 1970er Jahren als historisches Monument geschützt. Die rosa Kuppel gehört zur Silhouette von Nizza, das Personal am Eingang trägt Kostüme des 18. Jahrhunderts, und im Salon Royal hängt unter einer großen Glaskuppel ein Kronleuchter aus Baccarat-Kristall. Das Haus ist weniger Hotel als Museum mit Zimmern, die Sammlung reicht vom Barock bis in die Gegenwart. Ein Stück weiter östlich steht mit dem Palais de la Méditerranée die andere große Uferadresse, hinter der erhaltenen Art-déco-Fassade des Casinos von 1929, mit Pools zum Meer hin; das Haus wird als Hotel einer internationalen Gruppe geführt und hat den Markennamen schon mehrfach gewechselt – such bei der Buchung nach der Adresse, nicht nach der Kette.

Eine Stufe darunter, aber mit eigenem Charakter: Das Boscolo Nice Hôtel & Spa besetzt am Boulevard Victor Hugo ein Belle-Époque-Gebäude mit Spa und beheiztem Dachpool, ein paar Minuten vom Wasser und mitten im ruhigen Teil der Neustadt. Das Hôtel Aston La Scala liegt direkt an der Promenade du Paillon, mit Blick über den Grünzug zur Altstadt und einer Dachterrasse samt Pool. Und das Hôtel La Pérouse hat die eigenwilligste Lage der Stadt: in den Fels der Colline du Château gebaut, mit Zitronenbäumen im Innenhof, Felsenpool und einem Blick über die Bucht, für den andere Gäste erst hinaufsteigen müssen.

Die Lagefrage lässt sich klar beantworten. Wer zum ersten Mal kommt und alles zu Fuß machen will, wohnt im Carré d'Or oder unmittelbar dahinter – Promenade, Place Masséna und Altstadt liegen dann jeweils unter zehn Minuten entfernt. Wer ruhiger schlafen und weniger zahlen will, geht ins Quartier des Musiciens, wo die Belle-Époque-Blöcke stehen und nachts wenig los ist. Das Hafenviertel ist die Wahl für alle, die abends gut essen wollen und morgens nicht vom Lieferverkehr geweckt werden möchten. Und in Vieux Nice schläfst du mitten im Geschehen, mit allem, was das nachts bedeutet – ein Zimmer zum Innenhof ist dort keine Empfehlung, sondern Bedingung.

Beim Termin entscheidet nicht nur die eigene Reisezeit, sondern der Kalender der ganzen Küste. Im Februar zieht der Karneval Besucher in die Stadt, im Mai liegen das Filmfestival in Cannes und der Große Preis von Monaco so dicht beieinander, dass die Zimmerpreise entlang der gesamten Riviera anziehen, und Juli und August sind ohnehin Hochsaison. Wer flexibel ist, reist im Juni oder in der zweiten Septemberhälfte. Beim Auto gilt: Die wenigsten Hotels im Zentrum haben eigene Stellplätze, du landest in einem bewirtschafteten Parkhaus und zahlst Tagessätze – frag beim Buchen nach einem Kontingent. Vom Flughafen kommst du ohnehin mit der Tram herein und brauchst in der Stadt kein Auto.

Hotels in Nizza

Alle 5 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Nizza und die Küche der cuisine nissarde

Die Küche von Nizza ist keine Variante der provenzalischen, sondern eine eigene Sache mit eigenen Namen – und sie fängt bei einem Fladen aus Kichererbsenmehl an.

Socca ist der Einstieg: ein dünner, großer Fladen aus Kichererbsenmehl, Wasser und Olivenöl, der im Holzofen auf einer riesigen Kupferplatte gebacken wird, außen mit dunklen Blasen, innen weich. Gegessen wird sie heiß, mit reichlich schwarzem Pfeffer, mit den Fingern und im Stehen – kalt taugt sie nichts, weshalb es sie an guten Adressen nur schubweise gibt und man wartet, bis die nächste Platte aus dem Ofen kommt. Chez Thérésa backt seit den 1920er Jahren in der Rue Droite und betreibt zusätzlich einen Stand auf dem Cours Saleya; Chez Pipo im Hafenviertel zwischen Place Garibaldi und Port Lympia gibt es seit 1923 und gilt vielen Einheimischen als die Referenz.

Der Rest der Karte ist genauso eigen. Pissaladière ist ein Teigfladen mit langsam geschmorten Zwiebeln, Sardellen und schwarzen Oliven, benannt nach dem Sardellenpüree pissalat. Petits farcis sind gefüllte Gemüse – Zucchini, Tomaten, Paprika, Zwiebeln –, die kalt genauso gut schmecken wie warm. Der pan-bagnat ist ein rundes Brot, mit Öl getränkt und mit den Zutaten der Salade niçoise gefüllt. Und diese wiederum ist nach niçoiser Lesart ein reiner Rohkostsalat aus Tomaten, Frühlingszwiebeln, Radieschen, kleinen Artischocken, Ei, Sardellen oder Thunfisch, Oliven und Olivenöl. Gekochte Kartoffeln und grüne Bohnen gehören nach dieser Auslegung nicht hinein, auch wenn du sie in vielen Lokalen bekommst.

Bei den Adressen lohnt der Blick auf das Label Cuisine Nissarde, mit dem Lokale ausgezeichnet werden, die die überlieferten Rezepte respektieren – Chez Acchiardo in der Rue Droite trägt es und wird seit 1927 von derselben Familie geführt, mit Hausmannskost, engen Tischen und Stammgästen an der Wand entlang. Die kleinste und bekannteste Adresse ist La Merenda, ein Bistro mit einer Handvoll Plätzen, in dem Dominique Le Stanc kocht, der zuvor die Sterneküche des Negresco geleitet hat; das Haus pflegt eigene Regeln bei Reservierung und Bezahlung, frag am besten tagsüber persönlich nach einem Tisch. Le Safari ist die Brasserie mit der großen Terrasse am Cours Saleya, Chez Davia ein Familienbistro, das seit 1953 niçoise Klassiker serviert.

Drei praktische Hinweise zum Schluss. Erstens zahlen die Terrassen direkt am Cours Saleya und an der Promenade Spitzenmieten, und das schmeckt man in der Mitte des Feldes – die besseren Küchen stehen meist eine Gasse weiter innen oder drüben am Hafen. Zweitens wird in Frankreich zu festen Zeiten gegessen: Wer um drei Uhr nachmittags warm essen will, findet nur noch Brasserien, und abends beginnt der Service selten vor sieben. Drittens hat Nizza einen eigenen Wein. Die Appellation Bellet liegt auf den Hügeln im Westen der Stadt, innerhalb der Stadtgrenzen, umfasst nur eine Handvoll Weingüter und ist außerhalb der Region kaum zu bekommen – in guten Lokalen der Stadt steht sie auf der Karte.

Restaurants in Nizza

Anreise & Nahverkehr

Anreise nach Nizza und unterwegs mit Tram und Küstenbahn

Der Flughafen liegt sieben Kilometer westlich des Zentrums, und seit 2019 fährt eine Tram direkt vom Terminal in die Stadt.

Der Aéroport Nice Côte d'Azur ist nach den Pariser Flughäfen der meistgenutzte Frankreichs und wird aus vielen deutschsprachigen Städten direkt angeflogen. Er liegt am westlichen Ende der Baie des Anges, buchstäblich am Wasser, sieben Kilometer vom Zentrum entfernt – der Anflug über das Meer ist einer der schönsten Europas. Beide Terminals liegen an der Tramlinie 2, die unter der Innenstadt hindurch bis zum Hafen fährt; bis zur unterirdischen Station Jean Médecin brauchst du eine knappe halbe Stunde, von dort sind es fünf Gehminuten zur Place Masséna oder ein Umstieg in die Tramlinie 1, denn die Linie 2 hält nicht am Hauptplatz. Taxis stehen vor beiden Terminals, und weil die Strecke kurz ist und für Flughafenfahrten geregelte Tarife gelten, bleibt auch das mit Gepäck überschaubar.

Mit der Bahn ist Nizza aus Deutschland eine Tagesreise. Üblich ist der Weg über Paris mit dem TGV, der von dort in gut sechs Stunden an die Küste fährt und unterwegs in Marseille, Toulon, Cannes und Antibes hält; alternativ fährst du über Mailand nach Ventimiglia und steigst dort in den französischen Regionalzug entlang der Küste. Zwischen Paris und Nizza verkehrt außerdem ein Nachtzug. In Nizza hält der Fernverkehr am Bahnhof Nice-Ville, zehn Gehminuten oder eine kurze Fahrt mit der Tramlinie 1 von der Place Masséna entfernt. Vom kleineren Bahnhof Nice CP startet die Schmalspurbahn Train des Pignes ins Hinterland nach Digne-les-Bains.

In der Stadt brauchst du kein Auto. Drei Tramlinien und ein dichtes Busnetz laufen unter dem Namen Lignes d'Azur, Tickets gelten netzweit und lassen sich am Automaten oder kontaktlos lösen. Wichtiger ist ohnehin, dass das touristische Nizza fußläufig ist: Von der Place Masséna sind es fünf Minuten in die Altstadt, zehn zum Hafen und zwei zur Promenade. Für die Küste nach Osten und Westen nimmst du die TER-Regionalzüge, die entlang der gesamten Riviera verkehren – Villefranche, Beaulieu, Monaco und Menton liegen an dieser Linie, in der Gegenrichtung Antibes und Cannes.

Wer trotzdem mit dem Auto kommt, sollte zwei Dinge vorbereiten. Erstens gilt in der Métropole Nice Côte d'Azur eine Umweltzone; für die Einfahrt brauchst du eine Crit'Air-Plakette, die du vor der Abreise über die offizielle französische Stelle bestellst – die Zustellung dauert. Zweitens ist Parken im Zentrum durchweg kostenpflichtig und die Suche an der Promenade aussichtslos; steuere direkt ein Parkhaus an oder stell den Wagen an einem Park-and-Ride an der Tramlinie ab. Reizvoll wird das Auto ohnehin erst außerhalb: für die drei Corniches Richtung Monaco, für das Hinterland um Vence und Grasse und für die Bergstraßen in den Mercantour.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ausflüge & Touren

Ausflüge ab Nizza nach Monaco, Èze und Villefranche

Von Nizza aus liegt die halbe Riviera in Bahnreichweite, und die Fahrt entlang der Küste ist selbst schon das Programm.

Die Küstenbahn ist der beste Grund, in Nizza Quartier zu nehmen und von dort auszuschwärmen. Nach Osten hält sie in Villefranche-sur-Mer, Beaulieu-sur-Mer, Èze-sur-Mer, Cap-d'Ail, Monaco und Menton und endet an der italienischen Grenze in Ventimiglia, wo freitags einer der größten Märkte der Region stattfindet. Villefranche ist der lohnendste Kurzstopp: eine tiefe, geschützte Bucht, ockerfarbene Häuser über dem Wasser, die überwölbte Rue Obscure aus dem 13. Jahrhundert und die kleine Chapelle Saint-Pierre am Hafen, die Jean Cocteau 1957 ausgemalt hat. Nach Westen führt dieselbe Linie nach Antibes und Cannes.

Über der Küste laufen drei Straßen parallel: die Basse Corniche direkt am Wasser, die Moyenne Corniche am Hang und die Grande Corniche ganz oben, die einer römischen Trasse folgt. Auf halber Höhe klebt Èze an einem Felskegel, ein mittelalterliches Dorf aus Gassen, Treppen und Handwerksläden, gekrönt vom Jardin Exotique mit Kakteen und einem Blick, der bei klarer Luft weit die Küste hinunterreicht. Vom Bahnhof Èze-sur-Mer führt der Chemin de Nietzsche steil hinauf ins Dorf; rechne mit über einer Stunde Aufstieg und nimm Wasser mit. Oben auf der Grande Corniche steht in La Turbie das Trophée d'Auguste, ein römisches Siegesdenkmal über der ganzen Küste.

Vom Port de Nice legen Ausflugsboote ab, die entlang der Küste nach Osten fahren: um die Landzunge des Cap Ferrat herum, vorbei an Villen, Felsbuchten und Ankerplätzen, hinein in die Bucht von Villefranche und zurück. Für die Perspektive lohnt sich das, denn Stadt, Schlossberg und die Hänge dahinter ergeben vom Wasser aus erst ein Bild. Im Sommer erweitern die Reedereien ihr Programm um längere Fahrten die Küste entlang; prüfe Abfahrtsort und Saisonzeiten vorher, beides ändert sich. Wer lieber selbst paddelt, findet in den Buchten östlich der Stadt Verleiher für Kajaks und Stand-up-Boards.

Ins Hinterland führen die schönsten Halbtage. Saint-Paul-de-Vence ist ein befestigtes Dorf auf einem Bergrücken; oberhalb des Ortes, auf der Colline des Gardettes und gut zehn Gehminuten vom Ortseingang entfernt, zeigt die Fondation Maeght eine der wichtigsten Sammlungen moderner Kunst Frankreichs; im benachbarten Vence hat Matisse die Chapelle du Rosaire vollständig gestaltet, von den Glasfenstern bis zu den Messgewändern. Grasse lebt seit dem 18. Jahrhundert vom Parfüm und lässt sich in Museen und Manufakturen besichtigen. Und wer Berge will, fährt in den Mercantour: Der Nationalpark beginnt keine zwei Autostunden nördlich, mit Bergseen, Wanderwegen und den bronzezeitlichen Felsgravuren im Vallée des Merveilles.

Aktivitäten & Touren in Nizza

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Nizza – und welches zu dir passt

Vieux NiceVieux NiceZwischen Meer, Paillon-Grünzug und Schlossberg windet sich die Altstadt durch ein Labyrinth aus Gassen mit ockerroten Fassaden, Barockkirchen und Wäscheleinen. Morgens gehört sie dem Markt am Cours Saleya und den Socca-Öfen, abends den Terrassen – dicht, laut und der Kern der Stadt.Ideal für: Altstadt & Markt1 TagCarré d'OrCarré d'OrZwischen Place Masséna und Promenade des Anglais steht das goldene Quadrat aus Belle-Époque-Blöcken: Luxusboutiquen in den Querstraßen, die großen Uferhotels vom Negresco bis zum Palais de la Méditerranée und Cafés mit Blick aufs Wasser. Von hier ist alles Wichtige in unter zehn Minuten zu Fuß erreichbar.Ideal für: Erste Orientierung1 TagQuartier des MusiciensQuartier des MusiciensDie Straßen tragen die Namen großer Komponisten – Verdi, Rossini, Berlioz –, die Häuser stammen aus der Belle Époque, und nachts bleibt es ruhig. Zur Promenade und zur Einkaufsachse Avenue Jean Médecin sind es jeweils wenige Minuten, was das Viertel zur vernünftigsten Übernachtungswahl der Stadt macht.Ideal für: Ruhig übernachten½ TagLe PortLe PortÖstlich hinter dem Schlossberg liegt das ab 1749 angelegte Hafenbecken Lympia, umstellt von ockerfarbenen Häuserreihen, Yachten und Fischerbooten. An der Place Île de Beauté reihen sich Terrassen, ringsum sitzen Antiquitätenhändler, und von hier legen die Ausflugsboote entlang der Küste ab.Ideal für: Essen & Boote½ TagCimiezCimiezDer grüne Hügel über der Stadt trägt die Ausgrabungen des römischen Cemenelum, einen alten Olivenhain und die Paläste, in denen die Wintergäste des 19. Jahrhunderts residierten. Hier stehen das Musée Matisse in der Villa des Arènes und das Kloster mit seinem Garten, auf dessen Friedhof Matisse begraben liegt.Ideal für: Museen & Antike½ TagQuartier de la LibérationQuartier de la LibérationRund um den Marché de la Libération liegt der Alltagsmarkt der Stadt mit Fisch, Gemüse, Käse und Oliven, dazu Feinkostläden, Weinkeller und kleine Bistros. Das Viertel nördlich des Bahnhofs zeigt Nizza ohne Publikum und ist mit der Tram in wenigen Minuten vom Zentrum erreichbar.Ideal für: Markt & Alltag½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Nizza mit Wetter und Wassertemperaturen

Nizza hat mehr Sonnenstunden als fast jede andere französische Stadt, aber das Meer braucht bis in den Juni, um mitzuziehen.

Das Klima an der Baie des Anges ist mediterran und durch die Bergketten im Rücken gut geschützt – milde Winter um 13 Grad, ein früher Frühling, heiße Sommer um 28 Grad und ein langer, warmer Herbst. Regen fällt seltener als im Norden Frankreichs, dafür konzentriert: Im Oktober und November können einzelne Tage sehr nass werden. Für den Reisetermin zählen drei Größen – die Lufttemperatur, die deutlich träger nachziehende Wassertemperatur und der Veranstaltungskalender der Küste, der im Februar mit dem Karneval und im Mai mit Cannes und Monaco die Preise bewegt.

Jan13°6°mild, leere Museen
Feb13°6°Karneval, Mimosenblüte
Mär16°8°erste Terrassentage
Apr18°10°grün, Meer noch kalt
Mai21°14°warm, noch ruhig
Jun25°18°Meer wird badefertig
Jul28°20°heiß, Hochsaison
Aug28°21°wärmstes Wasser, voll
Sep25°18°warmes Meer, weniger Andrang
Okt21°14°mild, Regenrisiko
Nov17°10°nass, Museumsmonat
Dez14°7°still, milde Sonne

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Nizza sind Mai, Juni und September. Im Mai stehen tagsüber um 21 Grad an, die Stadt ist noch nicht überlaufen, und Ausflüge ins Hinterland sind angenehm. Im Juni erreicht das Meer die ersten gut 21 Grad, und die Tage sind am längsten. Der September ist der beste Kompromiss überhaupt – das Wasser hält seine Sommerwärme, die Hitze lässt nach, die Hochsaison ist vorbei. Juli und August sind heiß, voll und teuer, aber verlässlich für den Badeurlaub. Der Februar lohnt für den Karneval, November und Januar für Museen ohne Schlange.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Nizza

Wie viele Tage sollte man für Nizza einplanen?
Zwei Tage reichen für die Stadt selbst – Altstadt, Cours Saleya, Schlossberg, Promenade und ein Museum. Drei Tage sind die bessere Wahl, weil dann Cimiez mit Matisse- und Chagall-Museum sowie ein Ausflug an die Küste dazupassen. Wer die Riviera von Menton bis Cannes mitnehmen will, bleibt vier bis fünf Nächte und lässt das Hotel stehen.
In welchem Viertel von Nizza wohnt man am besten?
Für den ersten Besuch im Carré d'Or zwischen Place Masséna und Promenade, weil von dort alles zu Fuß erreichbar ist. Ruhiger und meist günstiger schläfst du im Quartier des Musiciens, entspannter und mit guten Restaurants am Hafen. In Vieux Nice wohnst du mitten im Nachtlärm – dort unbedingt ein Zimmer zum Innenhof nehmen.
Wie kommt man vom Flughafen Nizza ins Zentrum?
Am einfachsten mit der Tramlinie 2, die an beiden Terminals hält und unter der Innenstadt hindurch bis zum Hafen fährt; bis zur Station Jean Médecin dauert es eine knappe halbe Stunde, zur Place Masséna sind es von dort fünf Gehminuten oder ein Umstieg in die Linie 1 – die Linie 2 hält am Hauptplatz nicht. Taxis stehen ebenfalls vor beiden Terminals und fahren die sieben Kilometer zu geregelten Flughafentarifen. Ein Mietwagen lohnt nur, wenn du die Stadt wirklich verlassen willst.
Braucht man in Nizza ein Auto?
In der Stadt nicht. Das touristische Nizza liegt fußläufig beieinander, drei Tramlinien und Busse decken den Rest ab, und für Ausflüge nach Villefranche, Monaco, Antibes oder Cannes fährt die Küstenbahn. Ein Auto lohnt erst für die Corniches, das Hinterland um Vence und Grasse oder die Berge im Mercantour – und dann brauchst du eine Crit'Air-Plakette für die Umweltzone.
Wie kommt man von Nizza nach Monaco?
Am schnellsten mit dem Regionalzug ab Nice-Ville, der in gut zwanzig Minuten an der Küste entlang nach Monaco-Monte-Carlo fährt; vom unterirdischen Bahnhof führen Aufzüge und Treppen direkt in die Stadt. Die Buslinie über die Basse Corniche braucht länger, bietet dafür durchgehend Meerblick. Mit dem Auto ist die Parkplatzsuche in Monaco der Nachteil.
Wie kommt man auf die Colline du Château?
Es gibt drei Wege: Treppen von der Altstadt aus, ein Anstieg vom Hafen her und der Aufzug am Quai Rauba Capeù neben der Tour Bellanda, der dir die Höhenmeter abnimmt. Oben warten ein schattiger Park, ein künstlicher Wasserfall, die Reste der 1706 geschleiften Burg und die Aussichtsterrasse mit dem Blick über Bucht und Altstadtdächer.
Wann ist Markt am Cours Saleya?
Der Blumen- und Gemüsemarkt findet an den meisten Wochentagen vormittags statt und ist am frühen Morgen am schönsten, wenn die Händler noch aufbauen. Montags gehört der Platz traditionell den Antiquitäten- und Trödelhändlern, dann gibt es dort keine Blumen. Gegen Mittag wird abgebaut, und die Restaurants übernehmen die Fläche mit ihren Tischen.
Wo isst man in Nizza Socca?
Bei den beiden Klassikern: Chez Thérésa backt seit den 1920er Jahren in der Rue Droite und betreibt zusätzlich einen Stand auf dem Cours Saleya, Chez Pipo im Hafenviertel gibt es seit 1923. Wichtiger als die Adresse ist der Zeitpunkt – Socca schmeckt nur frisch aus dem Holzofen, heiß, kräftig gepfeffert und mit den Fingern gegessen.
Was gehört in eine echte Salade niçoise?
Nach niçoiser Lesart ausschließlich rohes Gemüse: Tomaten, Frühlingszwiebeln, Radieschen, kleine Artischocken oder Paprika, dazu hartgekochtes Ei, Sardellen oder Thunfisch, schwarze Oliven, Basilikum und Olivenöl. Gekochte Kartoffeln und grüne Bohnen gelten Puristen als Zutaten von außerhalb – auf vielen Karten in der Stadt stehen sie trotzdem.
Was braucht man für einen Strandtag in Nizza?
Badeschuhe und eine dicke Matte oder Luftliege, denn der Strand besteht aus großen Kieseln und ein Handtuch reicht nicht. Dazu Sonnenschutz, weil es an den öffentlichen Abschnitten kaum Schatten gibt. Wer es bequemer will, mietet in einem der privaten Strandbäder Liege und Schirm; Umkleiden, Duschen und meist ein Restaurant gehören dort dazu.
Lohnt sich ein gemeinsames Museumsticket für Nizza?
Wenn du mehr als zwei Häuser sehen willst, ja. Die städtischen Museen – darunter Matisse, MAMAC, Beaux-Arts, Villa Masséna und das Archäologiemuseum in Cimiez – teilen sich ein gemeinsames Ticket, dessen Laufzeit ab dem ersten Besuch aber knapp bemessen ist: Leg die Besuche dicht hintereinander. Das Musée National Marc Chagall gehört als Nationalmuseum nicht dazu. Preis und Gültigkeit ändern sich gelegentlich, prüfe sie vor dem Kauf.
Wann ist Karneval in Nizza?
Der Carnaval de Nice findet traditionell im Februar statt und läuft über rund zwei Wochen, mit Umzügen auf der Place Masséna und den Blumenschlachten auf der Promenade des Anglais. Termine und Motto wechseln jedes Jahr und werden vorab veröffentlicht. Hotels im Zentrum sind in dieser Zeit früh ausgebucht und deutlich teurer als sonst.
Lohnt sich Nizza im Winter?
Ja, und historisch war das sogar der Normalfall – die Stadt wurde als Winterkurort groß und zählt seit 2021 unter genau diesem Titel zum UNESCO-Welterbe. Im Januar und Februar liegen die Höchstwerte meist um 13 Grad, die Museen sind leer, die Promenade gehört den Einheimischen. Baden geht nicht, dafür sind Altstadt, Hügel und Ausflüge entspannt.
Was kann man in Nizza bei Regen machen?
Die Museumsdichte trägt einen ganzen Tag: MAMAC am Rand der Altstadt, das Musée des Beaux-Arts Jules Chéret, die Villa Masséna an der Promenade und oben in Cimiez Matisse samt Archäologiemuseum. Dazu die Barockkirchen von Vieux Nice, das Palais Lascaris mit seiner Instrumentensammlung und das Einkaufszentrum Nice Étoile an der Avenue Jean Médecin.

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NizzaAn der Baie des Anges stehen die blauen Stühle in Reihen über dem Kiesstrand, der sich sieben Kilometer weit zieht, und zweihundert Meter dahinter beginnt eine ockerfarbene Altstadt, die bis 1860 zum Königreich Sardinien gehörte.

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