◆ STADT · OKZITANIEN
Albi ist aus einem einzigen Material gebaut: rosa Backstein, gebrannt aus dem Lehm des Tarn, der die Stadt bei jedem Sonnenuntergang glühen lässt. Über den roten Dächern türmt sich die Cathédrale Sainte-Cécile auf – die größte Backsteinkirche der Welt, eher Festung als Kirche, von außen schroff, im Inneren ein Rausch aus Fresken und Steinmetzkunst. Direkt daneben thront der Bischofspalast Palais de la Berbie über dem Fluss und beherbergt heute das Musée Toulouse-Lautrec, das die weltweit größte Sammlung des in Albi geborenen Malers bewahrt. Wer vom Pont Vieux aus auf die Stadt blickt, versteht, warum die ganze bischöfliche Altstadt zum UNESCO-Welterbe zählt – ein in Backstein gegossenes Stück Mittelalter am grünen Tarn.
Albis Schicksal entschied sich im 13. Jahrhundert. Nach den Albigenserkreuzzügen, jenem blutigen Feldzug gegen die katharische Ketzerei, der seinen Namen von eben dieser Stadt trägt, errichtete die siegreiche Kirche hier ein Zeichen ihrer Macht. Die ab 1282 erbaute Cathédrale Sainte-Cécile ist deshalb keine zierliche gotische Kathedrale, sondern eine Wehrburg Gottes: ein einziger, fensterloser Block aus rosa Backstein, dessen Mauern fast ohne Strebepfeiler in die Höhe wachsen und dessen Glockenturm sich wie ein Bergfried erhebt. Wer durch das filigrane spätgotische Vorportal eintritt, erlebt den Kontrast seines Lebens: Im Inneren überzieht ein gewaltiges Jüngstes Gericht die Westwand, und Gewölbe wie Wände sind über und über mit Renaissancemalereien aus Bologna bemalt – die größte Fläche italienischer Malerei dieser Art in Frankreich.
Gleich nebenan, mit den Füßen im Tarn, steht der Palais de la Berbie, der frühere Bischofssitz und eine der ältesten und am besten erhaltenen Burgen Frankreichs. Seine wuchtigen Mauern beherbergen heute das Musée Toulouse-Lautrec mit der weltweit umfassendsten Sammlung des Künstlers: Henri de Toulouse-Lautrec, Chronist des Pariser Nachtlebens und des Moulin Rouge, wurde 1864 in Albi geboren, und seine Familie schenkte der Stadt Hunderte Gemälde, Plakate und Zeichnungen. Von den terrassierten Gärten des Palasts fällt der Blick weit über den Fluss und auf die alte Brücke.
Der Pont Vieux, über den seit dem 11. Jahrhundert der Verkehr rollt, war Albis Lebensader und der Grund seines Wohlstands. Im Spätmittelalter machte der Handel mit Pastel, dem blauen Färberwaid, die Stadt reich – jenem Farbstoff, der dem Languedoc den Beinamen „pays de cocagne“, Schlaraffenland, eintrug. Aus diesem Reichtum wuchsen die Stadtpaläste der Altstadt. Heute zählt die gesamte Cité épiscopale, das Ensemble aus Kathedrale, Bischofspalast und Backsteingassen, zum UNESCO-Welterbe. travelperfect empfiehlt, Albi an einem Tag zu Fuß zu erkunden und den späten Nachmittag für den Pont Vieux aufzusparen – wenn die untergehende Sonne den Backstein in tiefes Rosa taucht.
01 · Auf einen Blick
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02 · Was tun
Cité épiscopale
Vom wuchtigen Block der Cathédrale Sainte-Cécile mit ihrem Jüngsten Gericht und den italienischen Gewölbefresken führt der Weg in den Palais de la Berbie zum Musée Toulouse-Lautrec und hinaus auf dessen terrassierte Gärten. Die ganze bischöfliche Altstadt aus rosa Backstein – Kathedrale, Bischofsburg und die engen Gassen ringsum – steht als Ensemble auf der UNESCO-Welterbeliste.
Toulouse-Lautrec
Henri de Toulouse-Lautrec wurde 1864 in Albi geboren, und seine Heimatstadt bewahrt im Palais de la Berbie die weltweit größte Sammlung seines Werks – von den berühmten Moulin-Rouge-Plakaten bis zu intimen Porträts. Ein Rundgang verbindet das Museum mit den Stationen seiner Familie und endet idealerweise bei einem Glas Gaillac-Wein in einem Café der Altstadt.
Fluss & Färberviertel
Der Pont Vieux aus dem 11. Jahrhundert ist eine der ältesten noch genutzten Brücken Frankreichs und bietet den klassischen Blick auf die Kathedrale. Eine Fahrt mit den traditionellen Flachbooten, den gabarres, zeigt Albi vom Wasser, während das mittelalterliche Künstler- und Färberviertel Castelviel an den Reichtum erinnert, den der blaue Pastel-Farbstoff einst in die Stadt brachte.
03 · Wann
Albi liegt im Südwesten Frankreichs an der Schwelle zum mediterranen Klima: warme, trockene Sommer, milde Übergangszeiten und kurze, eher milde Winter. Der rosa Backstein leuchtet am schönsten im warmen, tiefen Licht von Frühling und Herbst – das sind auch die angenehmsten Jahreszeiten, um die Altstadt zu erkunden, ohne die Hitze des Hochsommers.
04 · Häufige Fragen
Für die UNESCO-Altstadt mit der Cathédrale Sainte-Cécile, dem Musée Toulouse-Lautrec im Palais de la Berbie und einem Bummel durch die Backsteingassen reicht ein voller Tag. Wer das Museum in Ruhe genießen, eine Bootsfahrt auf dem Tarn machen oder einen Abstecher in die nahen Gaillac-Weinberge unternehmen möchte, plant zwei Tage ein.
Am einfachsten von Toulouse aus: Regionalzüge fahren mehrmals täglich vom Bahnhof Toulouse-Matabiau zum Bahnhof Albi-Ville und brauchen rund eine Stunde. Mit dem Auto sind es etwa 75 Kilometer. Der nächste Flughafen ist Toulouse-Blagnac (TLS), von dem aus man per Bahn oder Mietwagen weiterreist – einen eigenen Flughafen hat Albi nicht.
Die Cathédrale Sainte-Cécile, die größte Backsteinkirche der Welt, mit ihrem monumentalen Jüngsten Gericht und den italienischen Gewölbefresken; das Musée Toulouse-Lautrec im Palais de la Berbie mit der weltweit größten Sammlung des Malers; sowie der Pont Vieux aus dem 11. Jahrhundert mit dem klassischen Blick auf die Stadt. Wer Zeit hat, schlendert durch das alte Färberviertel Castelviel.
Seit 2010 zählt die Cité épiscopale, die bischöfliche Stadt von Albi, zum UNESCO-Welterbe. Ausgezeichnet wurde das außergewöhnlich gut erhaltene Ensemble aus der gewaltigen Backsteinkathedrale, dem Bischofspalast Palais de la Berbie und den mittelalterlichen Backsteingassen ringsum – ein einzigartiges Zeugnis einer mittelalterlichen Stadt aus einem einzigen Material.
Sehr gut sogar. Mit der Bahn ist Albi in etwa einer Stunde von Toulouse aus erreichbar, und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen kompakt in der Altstadt beieinander. Wer das Musée Toulouse-Lautrec und die Kathedrale in Ruhe erleben oder noch eine Bootsfahrt einplanen möchte, sollte allerdings über eine Übernachtung nachdenken – am Abend leert sich die Altstadt und der Backstein glüht im Sonnenuntergang.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Albi und im Tarn.
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