Albi ist aus einem einzigen Material gebaut: rosa Backstein, gebrannt aus dem Lehm des Tarn. Bei jedem Sonnenuntergang lässt dieser warme Ton die ganze Stadt glühen, von den Dächern bis zu den Türmen. Am Ufer des grünen Tarn gelegen, wirkt Albi wie ein in Ziegel gegossenes Stück Mittelalter – kompakt, geschlossen und von seltener Einheitlichkeit. Über den roten Dächern türmt sich die Cathédrale Sainte-Cécile auf, die größte Backsteinkirche der Welt. Von außen wirkt sie eher wie eine Festung als wie ein Gotteshaus: schroffe Mauern, ein wuchtiger Turm, kaum Fenster. Im Inneren aber erwartet die Besucher ein überwältigender Kontrast – Gewölbe und Wände sind über und über mit Fresken bedeckt, dazu ein gewaltiges Jüngstes Gericht und kunstvolle Steinmetzarbeiten am Lettner. Direkt daneben thront der Palais de la Berbie, der ehemalige Bischofspalast, hoch über dem Fluss. Heute beherbergt er das Musée Toulouse-Lautrec, das die weltweit größte Sammlung des in Albi geborenen Malers Henri de Toulouse-Lautrec bewahrt – von den berühmten Plakaten des Pariser Nachtlebens bis zu Gemälden und Zeichnungen. Die terrassierten Gärten des Palasts fallen zum Tarn hin ab und bieten einen der schönsten Ausblicke der Stadt. Wer vom Pont Vieux, der alten Brücke aus dem 11. Jahrhundert, auf Albi blickt, versteht, warum die gesamte bischöfliche Altstadt zum UNESCO-Welterbe zählt. Durch die engen Gassen mit ihren Fachwerk- und Backsteinhäusern zu schlendern, über die Märkte zu bummeln und am Flussufer zu verweilen, gehört zu den ruhigen Freuden dieser Stadt im Südwesten Frankreichs.



