Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Montpellier
Das historische Zentrum passt in einen Kreis von knapp einem Kilometer Durchmesser – von der Comédie erreichst du fast alles zu Fuß in unter einer Viertelstunde.
Alles beginnt auf der Place de la Comédie, wegen ihrer Form von allen nur l'Œuf genannt, das Ei. Der Platz gehört zu den größten Fußgängerflächen Europas und ist zugleich Verkehrsknoten, Treffpunkt und Freilichtbühne: Straßenmusiker, Trambahnen an den Rändern, Kinder auf dem Kopfsteinpflaster. An der Südseite steht das Opernhaus von 1888, davor sprudelt der Drei-Grazien-Brunnen von Étienne d'Antoine aus dem 18. Jahrhundert, dessen Original inzwischen im Innern der Oper geschützt ist. Nach Nordosten geht der Platz nahtlos in die Esplanade Charles-de-Gaulle über, eine schattige Platanenallee, die bis zum Kongresszentrum Corum führt – der angenehmste Weg durch das Zentrum, wenn im Sommer der Asphalt flimmert.
Vom Westrand des Platzes zieht dich das Écusson in sich hinein, der schildförmige Altstadtkern, in dem kaum ein Auto fährt. Nach zehn Minuten stehst du vor der Cathédrale Saint-Pierre, und ihr Portal ist das Merkwürdigste, was Montpellier zu bieten hat: Zwei wuchtige runde Pfeiler tragen einen kegelförmigen Baldachin, der eher nach Wehrbau aussieht als nach Kirche. Der Bau begann im 14. Jahrhundert als Klosterkapelle der Benediktiner, erst 1536 wurde er Kathedrale. Gleich nebenan liegt die Faculté de Médecine in den Gebäuden desselben Klosters – die Fakultät, deren Statuten auf 1220 zurückgehen und an der im 16. Jahrhundert François Rabelais Medizin studierte.
Ein paar Minuten weiter westlich öffnet sich der Blick. Die Promenade du Peyrou wurde ab dem späten 17. Jahrhundert als barocke Terrasse über der Stadt angelegt, mit dem Reiterstandbild Ludwigs XIV. in der Mitte und dem klassizistischen Château d'eau von 1768 am westlichen Ende. Dahinter setzt die Doppelarkade des Aqueduc Saint-Clément an, die Mitte des 18. Jahrhunderts nach Plänen des Ingenieurs Henri Pitot entstand und Quellwasser über rund vierzehn Kilometer bis auf den Peyrou brachte. Betreten wird der Platz durch den Arc de Triomphe von 1691, entworfen von François d'Orbay. Bei klarer Luft siehst du von der Balustrade in die eine Richtung die Cevennen, in die andere den Dunststreifen über dem Meer.
Für die Innenräume bleibt das Musée Fabre, das auf die Schenkung der Sammlung des Malers François-Xavier Fabre von 1825 zurückgeht und 1828 eröffnet wurde. Der Rundgang führt von altniederländischer und italienischer Malerei über die französische Klassik bis zu Courbets Bonjour Monsieur Courbet und den Werken des in Montpellier geborenen Frédéric Bazille; ein eigener Bereich ist Pierre Soulages und seinem Schwarz gewidmet. Wer danach noch Bilder verträgt, hat es nicht weit: Der Pavillon Populaire auf der Esplanade zeigt Fotografie ohne Eintritt, und die Häuser von MO.CO. bespielen die zeitgenössische Kunst an mehreren Adressen im Zentrum. Öffnungstage wechseln – prüfe sie vor dem Besuch, montags ist in Montpellier vieles zu.







































