◆ STADT · OKZITANIEN
Montpellier ist eine Stadt, die nie alt geworden ist. Anders als die meisten französischen Metropolen wuchs sie nicht um eine Römerstraße, sondern um eine mittelalterliche Universität – ihre Medizinische Fakultät zählt zu den ältesten der Welt, und bis heute studiert fast jeder dritte Einwohner hier. Das spürt man im Écusson, dem schildförmigen Altstadtkern, wo sich enge Gassen zwischen Renaissance-Adelspalästen verlieren und plötzlich auf die weite Place de la Comédie münden, das ovale Herz der Stadt. Hinauf zur Promenade du Peyrou führt der Weg zu Triumphbogen und Aquädukt, von wo der Blick an klaren Tagen über die Weinberge bis zu Pyrenäen und Mittelmeer reicht. Und das Meer ist nah: Keine halbe Stunde, und man steht im Sand von Palavas. travelperfect zeigt dir eine Stadt, die südländische Leichtigkeit mit jugendlichem Tempo verbindet – ohne den Trubel von Nizza oder Marseille.
Montpellier hat keine antiken Wurzeln – und genau das macht sie besonders. Die Stadt entstand erst im 10. Jahrhundert als Handelsplatz zwischen den Pilgerwegen und dem Mittelmeer und stieg rasch zu einem Zentrum des Wissens auf. 1220 wurde die Medizinische Fakultät gegründet, eine der ältesten durchgehend lehrenden Hochschulen der Welt; François Rabelais studierte hier, und der botanische Garten von 1593 ist der älteste Frankreichs. Aus dieser gelehrten Tradition zog die Stadt eine Offenheit, die bis heute nachwirkt: jung, mediterran, weltzugewandt.
Den Reichtum sieht man im Écusson. Im 17. und 18. Jahrhundert ließen sich Steuerpächter und Adelige hier prächtige Hôtels particuliers bauen – Stadtpaläste mit klassizistischen Treppenhäusern und schattigen Innenhöfen, die sich hinter schlichten Fassaden verbergen. Wer durch die Rue du Cannau oder die Gassen um Saint-Roch streift, entdeckt sie nur, wenn ein Tor offen steht. Über allem thront die Promenade du Peyrou mit ihrem Arc de Triomphe zu Ehren Ludwigs XIV. und dem Château d'Eau, einem antik anmutenden Wasserschloss, das vom 800 Meter langen Aquädukt Saint-Clément gespeist wird.
Doch Montpellier blickt auch nach vorn. Seit den 1980er-Jahren wächst die Stadt Richtung Lez und Meer: erst das monumentale, postmoderne Antigone-Viertel des katalanischen Architekten Ricardo Bofill, dann die Avantgarde-Bauten von Port Marianne mit dem segelförmigen Rathaus von Jean Nouvel. So spannt sich Montpellier zwischen mittelalterlicher Gelehrsamkeit und kühner Gegenwart – und mittendrin füllen sich abends die Terrassen der Place de la Comédie, während Studenten, Familien und Reisende denselben warmen Stein unter den Füßen teilen.
01 · Auf einen Blick
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· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Altstadt & Adelspaläste
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt lassen sich gut an einem Tag verbinden: Von der Place de la Comédie führen die Gassen ins schildförmige Écusson – vorbei an der Markthalle Les Halles Castellane, dem Renaissance-Innenhof des Hôtel des Trésoriers und hinauf zur Cathédrale Saint-Pierre mit ihren wuchtigen Portalkegeln. Der Geheimtipp: Wer die Augen offen hält, entdeckt hinter schmucklosen Toren prächtige Treppenhäuser der Hôtels particuliers.
Königliches Panorama
Durch den Arc de Triomphe von 1693 steigt man auf die Promenade du Peyrou, eine barocke Terrasse über der Stadt. Am Ende thront das Château d'Eau, ein antik anmutendes Wasserschloss, gespeist vom kilometerlangen Aquädukt Saint-Clément. Bei klarer Sicht reicht der Blick über die Garrigue bis zum Mont Ventoux, zu den Pyrenäen und zum Meer.
Moderne & Architektur
Vom Polygone-Einkaufszentrum öffnet sich die monumentale Achse von Antigone, dem postmodernen Viertel Ricardo Bofills mit seinen klassizistischen Fassaden im XXL-Format. Sie führt bis ans Ufer des Lez, wo die Avantgarde von Port Marianne beginnt – mit Jean Nouvels segelförmigem Rathaus und dem Arbre Blanc, einem Wohnturm wie ein aufgefächerter Baum.
Markt, Wein & Meer
Der Süden schmeckt man am besten auf dem Markt: Austern aus der Lagune von Thau, Languedoc-Wein, Picpoul und Oliven in der Markthalle Les Arceaux unter dem Aquädukt. Wer Salz auf der Haut will, nimmt das Rad oder die Tram Richtung Lagune und ist in einer halben Stunde an den langen Stränden von Palavas-les-Flots und Carnon.
03 · Wann
Montpellier genießt ein mediterranes Klima mit rund 300 Sonnentagen im Jahr und sehr milden Wintern. Frühling und Herbst sind ideal: warm genug für Terrassenabende, ohne die Hitze des Hochsommers. Im Juli und August kann es heiß werden, doch das Meer ist nur zehn Kilometer entfernt – wer kann, kombiniert Stadt und Strand. Gelegentlich fegt im Spätherbst die Tramontane oder ein heftiger Mittelmeer-Regen durch, meist aber kehrt rasch der Sonnenschein zurück.
04 · Häufige Fragen
Auf keinen Fall verpassen solltest du die Place de la Comédie mit dem Opernhaus, das mittelalterliche Écusson mit seinen Gassen und verborgenen Adelspalästen, die Promenade du Peyrou mit Triumphbogen und Aquädukt sowie das Musée Fabre mit seiner herausragenden Gemäldesammlung. Wer Zeit hat, ergänzt das postmoderne Antigone-Viertel von Ricardo Bofill und einen Abstecher ans nahe Mittelmeer.
Montpellier ist die jüngste Großstadt Frankreichs: Sie wuchs nicht um eine Römerstraße, sondern um eine mittelalterliche Universität, deren Medizinische Fakultät zu den ältesten der Welt zählt – fast jeder dritte Einwohner studiert hier. Diese jugendliche, mediterrane Atmosphäre verbindet sich mit einer kompakten Altstadt und der Nähe zum Meer, nur zehn Kilometer entfernt, ohne den Trubel von Nizza oder Marseille.
Streif früh morgens durch das Écusson und halte nach offenen Toren der Hôtels particuliers Ausschau – dahinter verbergen sich prächtige Renaissance-Treppenhäuser und Innenhöfe, die kaum jemand kennt. Ein zweiter Geheimtipp ist der Markt Les Arceaux unter den Bögen des Aquädukts: hier kaufen die Einheimischen Austern aus Thau und Languedoc-Wein, abseits der Touristenpfade.
Die Küche ist mediterran geprägt: Austern und Muscheln aus der nahen Lagune von Thau, dazu ein kühler Picpoul de Pinet, der Weißwein der Region. Auf den Märkten locken Oliven, Tapenade und Käse aus den Cevennen; die Brasserie-Klassiker reichen von Stierfleisch der Camargue bis zur Tielle, einem Tintenfisch-Pastetchen aus dem nahen Sète.
Mai und Juni sowie September und Oktober sind ideal: mediterran mild mit 20 bis 27 °C, lange Abende und überschaubarer Andrang. Im Hochsommer (Juli/August) wird es heiß und touristisch voller – dafür ist das Meer nur zehn Kilometer entfernt. Die Winter sind mild und sonnig und eignen sich gut für ruhige Städtetage.
Sehr. Die langen Sandstrände von Palavas-les-Flots und Carnon sind per Bus oder über einen schönen Radweg in 20 bis 30 Minuten erreichbar. Westlich liegt die Lagune von Thau bei Sète mit ihren Austernbänken – ein lohnender Tagesausflug für Genießer. Auch Nîmes und Carcassonne sind als Tagesausflüge gut mit dem Zug erreichbar. Montpellier verbindet Stadtkultur und Strand so unkompliziert wie kaum eine andere Großstadt.
05 · In der Nähe
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