Highlight
Place du Nombre d'Or
Der symmetrische Eingangsplatz des Viertels, dessen Proportionen Bofill nach dem Goldenen Schnitt komponierte.
◆ STADTVIERTEL · MONTPELLIER
Antigone ist Montpelliers kühnster städtebaulicher Wurf. In den 1980er-Jahren entwarf der katalanische Architekt Ricardo Bofill hier ein ganzes Viertel aus klassizistischen Fassaden im XXL-Format – Säulen, Giebel und Gesimse, die der Antike huldigen und doch unverkennbar zeitgenössisch sind. Eine kilometerlange Achse aus weiten Plätzen führt vom Polygone am Rand des Écusson bis hinunter zur Esplanade de l'Europe am Ufer des Lez. Wer monumentale, fast theatralische Architektur liebt, findet hier ein begehbares Manifest.
Als Montpellier in den 1970er-Jahren rasant wuchs, beauftragte die Stadt den katalanischen Architekten Ricardo Bofill mit einem ganzen neuen Quartier östlich der Altstadt. Was zwischen 1979 und den späten 1980er-Jahren entstand, ist einzigartig: Antigone, ein Viertel, das die klassische Antike zitiert – Säulen, Pilaster, Giebel und Rundbögen – und sie zugleich ins Monumentale, fast Überzeichnete steigert. Bofill nutzte vorgefertigten Beton, der wie heller Stein wirkt, und schuf so eine sozialdemokratische Utopie in den Formen eines griechischen Tempels.
Das Herzstück ist eine durchgehende Achse, die sich über mehr als einen Kilometer erstreckt. Vom gläsernen Polygone-Einkaufszentrum führt sie über die symmetrische Place du Nombre d'Or, die Place du Millénaire und weitere Plätze, gesäumt von Wohnbauten mit monumentalen Fassaden, immer weiter nach Osten. Die Sichtachse ist sorgfältig komponiert: Am einen Ende blickt man auf die alte Stadt, am anderen öffnet sich der Raum zum Fluss.
Den krönenden Abschluss bildet die Esplanade de l'Europe, ein halbrunder Platz direkt am Lez, gegenüber der gläsernen Regionalverwaltung – Bofills bewusst gesetzter Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft. Antigone ist heute ein ganz normales Wohnviertel mit Cafés, dem olympischen Schwimmbad und einer großen Mediathek, doch für Architekturreisende bleibt es eines der eindrucksvollsten Ensembles der europäischen Postmoderne.
01 · Highlights
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Der symmetrische Eingangsplatz des Viertels, dessen Proportionen Bofill nach dem Goldenen Schnitt komponierte.
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Die über einen Kilometer lange Sichtachse aus klassizistischen Fassaden und weiten Plätzen bis ans Ufer des Lez.
Highlight
Der halbrunde Abschlussplatz am Fluss, gegenüber der gläsernen Regionalverwaltung – Bofills Dialog von Antike und Moderne.
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Das olympische Schwimmbad im Viertel, beliebt bei Einheimischen für eine Abkühlung im Sommer.
02 · Sehenswürdigkeiten
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03 · Hotels
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04 · Essen & Trinken
05 · Praktisch
06 · Häufige Fragen
Das Viertel wurde ab 1979 vom katalanischen Architekten Ricardo Bofill gestaltet. Es zählt zu den bekanntesten Beispielen postmoderner Stadtplanung in Europa und zitiert die klassische Antike in monumentalem Maßstab.
Ja, das gesamte Viertel ist öffentlich zugänglich und am besten zu Fuß entlang der durchgehenden Achse vom Polygone bis zur Esplanade de l'Europe am Fluss zu erleben. Ein Spaziergang dauert je nach Tempo 30 bis 45 Minuten.
Durchaus – die schiere Monumentalität der Plätze beeindruckt auch ohne Fachwissen, und am Lez laden Cafés und das Flussufer zum Verweilen ein. Das olympische Schwimmbad bietet im Sommer eine willkommene Abkühlung.
Sehr nah: Das Polygone-Einkaufszentrum, das Antigone mit der Altstadt verbindet, liegt nur wenige Schritte östlich der Place de la Comédie. Zu Fuß ist man in rund zehn Minuten mitten im Viertel.
07 · In der Nähe
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