📍 43.84°N · 4.36°E
Zoom 4 / 5Stadt · in Okzitanien

◆ STADT · OKZITANIEN

Nîmes.
wo Rom nie ganz verschwunden ist und der Süden im warmen Stein weiterlebt

Nîmes trägt seine Antike nicht im Museum, sondern auf der Straße. Mitten im Verkehr steht ein fast vollständig erhaltenes Amphitheater, in dem vor zweitausend Jahren Gladiatoren kämpften und heute Rockkonzerte und Stierläufe stattfinden. Wenige Schritte weiter setzt die Maison Carrée ihren makellosen römischen Tempel gegen die gläserne Klarheit des Carré d'Art von Norman Foster – Antike und Gegenwart im selben Blick. Dahinter öffnen sich die Jardins de la Fontaine, einer der ersten öffentlichen Parks Europas, angelegt um eine römische Quelle, und über der Stadt wacht die Tour Magne. Nîmes ist provenzalisch im Licht und languedocien im Temperament – eine Stadt, die ihre Stierkampf-Ferias mit derselben Leidenschaft feiert wie ihre Steine.

Eine Stadt, die Rom nie losließ vom Augustus-Kult über die Tuchweber bis zum Stoff, der die Welt eroberte

Nîmes verdankt seinen Reichtum einem Geschenk: Kaiser Augustus siedelte hier nach 27 v. Chr. Veteranen seiner ägyptischen Feldzüge an und stattete die Colonia Nemausus mit allem aus, was eine römische Vorzeigestadt brauchte – Amphitheater, Tempel, einem fünf Kilometer langen Mauerring und einem Aquädukt, dessen kühnstes Stück der Pont du Gard ist. Das Wappen der Stadt, ein an eine Palme geketteltes Krokodil, erinnert bis heute an die besiegten Ägypter und schmückt als Bronzeplakette das Pflaster der Altstadt. Kaum eine Stadt nördlich des Mittelmeers hat so viel von ihrer antiken Substanz aufrecht bewahrt.

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurde aus der Römerstadt eine Tuchmacherstadt – und ein Hochburg des Protestantismus, was Nîmes immer wieder in die Religionskriege zog. Aus ihren Webstühlen kam ein robuster, indigogefärbter Köper, der als „serge de Nîmes“ exportiert wurde. In Amerika verkürzten Einwanderer den Namen zu einem Wort, das heute jeder kennt: Denim. So trägt der Stoff der Jeans den Namen dieser südfranzösischen Stadt, lange bevor Levi Strauss ihn berühmt machte.

Das moderne Nîmes hat seine Vergangenheit nicht eingefroren, sondern weitergebaut. Norman Fosters Carré d'Art stellte 1993 ein gläsernes Echo der Maison Carrée gegenüber; das Musée de la Romanité von Elizabeth de Portzamparc legte 2018 eine schimmernde Mosaikfassade direkt neben die Arena. Und dreimal im Jahr kippt die ganze Stadt in den Ausnahmezustand: Zur Feria de Pentecôte und zur Feria des Vendanges füllen sich die Bodegas, die Straßen riechen nach gegrilltem Stier und Pastis, und die Arena wird wieder, wozu sie gebaut wurde – zum Herz einer feiernden Stadt. travelperfect empfiehlt, die großen Monumente am Morgen anzugehen und den Nachmittag den schattigen Plätzen und Terrassen zu überlassen.

Nîmes

01 · Auf einen Blick

Gut zu wissen.

Lage
Süd-Frankreich, Département Gard in Okzitanien, am Übergang von Provence und Languedoc, rund 15 km westlich der Rhône
Anreise mit dem Zug
Bahnhof Nîmes-Centre im Zentrum; TGV ab Paris in ca. 3 Std., Montpellier in ca. 30 Min., Avignon in ca. 30 Min.
Anreise mit dem Flugzeug
Flughafen Nîmes-Garons (FNI) für einzelne Linien; größere Auswahl über Montpellier (MPL) oder Marseille (MRS)
Beste Reisezeit
Mai–Juni und September–Oktober; im Hochsommer oft über 35 °C
Zeitzone
Europe/Paris (MEZ/MESZ)
Vor Ort unterwegs
Kompakte Altstadt komplett zu Fuß; städtische Buslinien (Tango), Pont du Gard mit dem Auto oder Saisonbus
Sprache & Zahlung
Französisch; Euro, Kartenzahlung weit verbreitet
Highlights vorbuchen
Kombiticket für Arènes, Maison Carrée und Tour Magne; in der Feria-Zeit Hotels Monate im Voraus

· Sehenswürdigkeiten

Das musst du gesehen haben.

Tour Magne
Temple de Diane
Maison Carrée
Arènes de Nîmes
Jardins de la Fontaine
Musée de la Romanité

· Hotels

Wo übernachten.

Écusson

Novotel Nîmes Atria Centre

ab 100 €/Nacht
Écusson

Hôtel des Tuileries

ab 80 €/Nacht
Gambetta-Richelieu

Jardins Secrets

ab 200 €/Nacht
Fontaine

Maison Albar Hôtel L'Imperator

ab 250 €/Nacht
Fontaine

Hôtel Vatel Nîmes

ab 110 €/Nacht
Fontaine

Hôtel La Maison de Sophie

ab 150 €/Nacht

· Restaurants

Wo essen.

Écusson

Le Cerf à Moustache

Écusson

La Table du 2

Écusson

Skab

Fontaine

Le Jardin d'Adrien

Écusson

Aux Plaisirs des Halles

Gambetta-Richelieu

Restaurant Duende

· Aktivitäten

Was erleben.

Écusson

Stadtführung Römisches Nîmes

Pont du Gard & Umland

Weinprobe Costières de Nîmes

Pont du Gard & Umland

Kanutour auf dem Gardon

· Entdecken & Buchen

Was es zu buchen gibt.

8
Sehenswürdigkeiten
Römerbauten & Museen →
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7
Hotels
Unterkünfte vergleichen →
🍽
7
Restaurants
Bistro bis Sterneküche →
3
Aktivitäten
Touren & Erlebnisse →

02 · Was tun

Nîmes Sehenswürdigkeiten nach Themen entdecken vier Wege durch das französische Rom

Antikes Nîmes

Auf den Spuren der Römer

Vom gewaltigen Amphitheater über die makellose Maison Carrée bis hinauf zur Tour Magne über den Jardins de la Fontaine – ein Spaziergang durch die besterhaltene Römerstadt Frankreichs. Ein Kombiticket verbindet die drei großen Monumente; das Musée de la Romanité gegenüber der Arena ordnet das Gesehene ein. Wer mehr will, fährt zum Pont du Gard, dem Höhepunkt des antiken Aquädukts.

Arènes & Maison CarréeTour MagneMusée de la Romanité

Gärten & Aussicht

Vom Quellbecken auf den Mont Cavalier

Die Jardins de la Fontaine, um 1745 um eine antike Quelle angelegt, gehören zu den ersten öffentlichen Parks Europas. Balustraden, Vasen und stille Wasserbecken führen am Temple de Diane vorbei den bewaldeten Mont Cavalier hinauf, auf dem die Tour Magne thront. Von ihrer Plattform liegt Nîmes mit seinen Ziegeldächern zu Füßen, dahinter die Garrigue und an klaren Tagen die Cevennen.

Jardins de la FontaineTemple de DianePanorama von der Tour Magne

Märkte & Küche

Nîmes auf der Zunge

In den Halles de Nîmes, der überdachten Markthalle im Herzen der Altstadt, beginnt der gastronomische Tag: Brandade de morue – der cremige Stockfisch-Klassiker der Stadt –, Oliven und Tapenade aus dem Gard, Pélardon-Ziegenkäse aus den Cevennen und Croquant Villaret, das harte Mandelgebäck aus einer Manufaktur von 1775. Dazu ein Glas Costières de Nîmes, der lokale Rhône-Wein.

Brandade de morueLes HallesCostières de Nîmes

Ferias & Stierkultur

Wenn die Arena erwacht

Dreimal im Jahr verwandeln die Ferias Nîmes in eine einzige feiernde Stadt: zur Feria de Pentecôte an Pfingsten und zur Feria des Vendanges im September füllen sich die Bodegas, Bands ziehen durch die Gassen, und in der römischen Arena finden Corridas und Course Camarguaise statt. Auch ohne Stierkampf zeigt das Erbe der nahen Camargue – Stiere, weiße Pferde und Gardians – warum dieser Süden so eigen ist.

Feria de PentecôteCourse CamarguaiseCamargue in Reichweite

03 · Wann

Wann nach Nîmes reisen zwischen mediterranem Frühling, Feria-Trubel und glühendem Sommer

Nîmes hat ein ausgeprägtes Mittelmeerklima mit heißen, trockenen Sommern und milden Wintern – und liegt zugleich im Einflussbereich des Mistral, der die Hitze bricht und den Himmel klärt. Frühling und Herbst sind die ideale Reisezeit; der Hochsommer kann mit Werten über 35 °C anstrengend werden. Wer das Spektakel sucht, plant um die großen Ferias herum und bucht dann sehr früh.

FrühlingMärz – MaiMild und blühend, oft 16–24 °C, die Garrigue duftet nach Thymian. Höhepunkt ist die Feria de Pentecôte an Pfingsten, wenn die Stadt tagelang feiert – ideale Sightseeing-Temperaturen vor der Sommerhitze.Beste Reisezeit – Monumente, Gärten, Feria de Pentecôte
SommerJuni – AugustHeiß und trocken, regelmäßig 30–35 °C und mehr. Die Arena wird abends zur Konzertbühne, die schattigen Jardins de la Fontaine und der Pont du Gard mit Bademöglichkeit im Gardon bringen Linderung.Konzerte in der Arena, Baden am Pont du Gard
HerbstSeptember – OktoberZweite Top-Saison: angenehme 20–28 °C, warmes Licht, weniger Andrang. Im September feiert die Feria des Vendanges die Weinlese der Costières de Nîmes, bevor die Region zur Ruhe kommt.Sehr gute Reisezeit – Kultur, Weinlese, Feria des Vendanges
WinterNovember – FebruarMild für mitteleuropäische Verhältnisse, tagsüber oft 10–14 °C, dazu klare Mistral-Tage. Wenig Andrang an den Monumenten und niedrigere Preise – ruhige Zeit für Kulturreisende.Ruhig und günstig – Römerbauten ohne Warteschlangen

04 · Häufige Fragen

Was Reisende am häufigsten fragen.

Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Nîmes?

Die großen Sehenswürdigkeiten von Nîmes sind die römische Arena (Arènes de Nîmes), die Maison Carrée mit dem gläsernen Carré d'Art gegenüber, die Jardins de la Fontaine mit dem Temple de Diane und die Tour Magne auf dem Mont Cavalier. Dazu kommen das Musée de la Romanité gegenüber der Arena und – etwas außerhalb – der Pont du Gard. Die drei großen Römerbauten lassen sich mit einem Kombiticket zu Fuß verbinden.

Wann ist die beste Reisezeit für Nîmes?

Ideal sind Frühling (Mai–Juni) und Herbst (September–Oktober) mit angenehmen Temperaturen um 20 bis 28 °C und trockenem, sonnigem Wetter. Der Hochsommer kann mit oft über 35 °C anstrengend sein. Wer die berühmten Ferias erleben möchte, reist zur Feria de Pentecôte an Pfingsten oder zur Feria des Vendanges im September – muss dann aber Hotels sehr früh buchen.

Wie viele Tage sollte man für Nîmes einplanen?

Für die großen Monumente – Arena, Maison Carrée, Tour Magne und Jardins de la Fontaine – sowie die Altstadt reichen ein bis zwei Tage. Mit einem Ausflug zum Pont du Gard und in die Camargue oder ins nahe Uzès lassen sich daraus gut drei Tage machen. Nîmes verbindet sich zudem ideal mit Avignon und Arles zu einer Römer-Rundreise durch die Provence.

Lohnt sich ein Kombiticket für die Monumente?

Ja. Die drei großen römischen Bauten – Arènes, Maison Carrée und Tour Magne – werden gemeinsam verwaltet, und ein Kombiticket ist günstiger als Einzeltickets. Es gilt mehrere Tage, sodass man die Besuche entspannt verteilen kann. In der Hauptsaison spart die vorherige Online-Buchung zudem Wartezeit an der Arena.

Wie kommt man von Nîmes zum Pont du Gard?

Der Pont du Gard liegt rund 25 km nordöstlich von Nîmes. Am bequemsten ist die Fahrt mit dem Auto in etwa 30 Minuten; in der Saison verkehren auch Busse vom Busbahnhof. Vor Ort gibt es ein Besucherzentrum, Wanderwege und im Sommer die Möglichkeit, im Gardon unterhalb der Aquäduktbrücke zu baden.

Was muss man in Nîmes unbedingt essen?

Die kulinarische Spezialität ist die Brandade de Nîmes, ein cremiges Püree aus Stockfisch, Olivenöl und Milch, oft gratiniert. Dazu gehören Tapenade und Oliven aus dem Gard, der Ziegenkäse Pélardon aus den Cevennen und das knusprige Mandelgebäck Croquant Villaret. Begleitet wird das alles am besten von einem Glas Costières de Nîmes, dem lokalen Rhône-Wein.

Was hat Nîmes mit Jeans zu tun?

Sehr viel: In Nîmes wurde ein robuster Köperstoff gewebt, der als „serge de Nîmes“ exportiert wurde. Aus diesem Begriff entstand in den USA das Wort „Denim“ – der Stoff, aus dem Jeans gemacht werden. Die Stadt verweist gern auf dieses textile Erbe, das ihren Namen weltweit bekannt machte.

05 · In der Nähe

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    travelperfect · Aktualisiert 18. Juni 2026