Deauville ist die eleganteste Adresse der normannischen Küste – ein Seebad, das sich seit den 1860er-Jahren als Sommerresidenz von Paris versteht. Schon der Herzog von Morny ließ den mondänen Badeort am Reißbrett anlegen, und bis heute trägt Deauville diesen Anspruch der Inszenierung in jedem Detail. Das Wahrzeichen sind die Planches, der hölzerne Strandsteg aus den 1920er-Jahren, der sich entlang des breiten Sandstrandes zieht. Die weißen Badekabinen daran tragen die Namen der Hollywood-Stars, die zum Festival du Cinéma Américain anreisen, das die Stadt jeden Spätsommer feiert. Dahinter reihen sich Anglo-Norman-Villen mit Fachwerk, Erkern und Spitzgiebeln, dazwischen das prachtvolle Casino Barrière und die großen Palasthotels Le Normandy und Le Royal. Deauville lebt vom Pferd. Auf der Rennbahn von La Touques und beim Polo geht es um Tradition und Prestige, im August versteigert man hier edle Vollblüter. Wer früh aufsteht, sieht die Pferde im Morgennebel am Strand traben – ein Bild, das den besonderen Reiz dieses Ortes ausmacht. Getrennt durch das Flüsschen Touques liegt das benachbarte Trouville, das ältere, etwas bodenständigere Schwester-Seebad mit lebhaftem Fischmarkt. Zusammen bilden sie ein Doppelgestirn an der Côte Fleurie. Zu Deauville gehören Austern und Calvados, Parasols und Boutiquen, lange Strandspaziergänge und die Atmosphäre einer Belle Époque, die hier nie ganz zu Ende ging. Von Paris ist der Ort in rund zwei Stunden mit dem Zug erreichbar – nah genug für ein elegantes Wochenende am Meer.




