◆ STADT · LOIRETAL
Orléans trägt seine Geschichte als Stadt der Jeanne d'Arc mit stiller Selbstverständlichkeit – und überrascht alle, die sie nur als Durchgangsstation zwischen Paris und den Loireschlössern abhaken. Vom mächtigen Doppelturm der Cathédrale Sainte-Croix führen sorgfältig restaurierte Renaissancegassen hinunter zu den weiten Quais der Loire, wo der breiteste Fluss Frankreichs träge nach Westen zieht. Auf der Place du Martroi reitet die Jungfrau von Orléans in Bronze, im Mai feiert die ganze Stadt das Fest ihrer Befreierin. Dazwischen: das junge Tempo einer Universitätsstadt, Bistros in Fachwerkhäusern und ein Lichtblick aus Stein und Wasser, der eine echte Etappe verdient.
Im Winter 1428 begann die englische Belagerung von Orléans, dem letzten großen Bollwerk des französischen Königreichs nördlich der Loire. Als die siebzehnjährige Jeanne d'Arc im Frühjahr 1429 die Stadt entsetzte, wendete sich der Hundertjährige Krieg – und Orléans wurde zum Symbol. Seither trägt die Stadt den Beinamen „Cité de Jeanne d'Arc“, feiert ihre Befreiung jedes Jahr Anfang Mai mit den Fêtes de Jeanne d'Arc, einem der ältesten Stadtfeste Frankreichs, und hält die Erinnerung an jeder Ecke wach: im Reiterstandbild auf der Place du Martroi, im rekonstruierten Fachwerkhaus der Maison de Jeanne d'Arc, in den Glasfenstern der Kathedrale.
Über der Stadt thront die Cathédrale Sainte-Croix, ein Bau von erstaunlicher Geschichte: Während der Religionskriege schwer beschädigt, ließen die Bourbonen-Könige sie über zwei Jahrhunderte im gotischen Stil wiederaufbauen – ein seltenes Beispiel monumentaler Neugotik, gekrönt von zwei filigranen Türmen. Rund um sie hat Orléans seinen historischen Kern aufwendig herausgeputzt: Renaissancehäuser wie das Hôtel Groslot und das Hôtel Cabu, kopfsteingepflasterte Gassen und die lebhafte Rue de Bourgogne, die abends den Studenten und ihren Bistros gehört.
Doch Orléans ist mehr als sein Mittelalter. Unten am Fluss spannt sich der Pont George V seit dem 18. Jahrhundert über die Loire, das letzte wilde Stromtal Europas und UNESCO-Welterbe. Auf den restaurierten Quais flanieren die Orléanais an Sommerabenden, Hausboote dümpeln am Ufer, und im FRAC Centre-Val de Loire ragt mit „Les Turbulences“ ein kühner Glasbau in die Höhe, der die Stadt fest in der Gegenwart verankert. travelperfect empfiehlt, Orléans nicht im Vorbeifahren abzuhaken, sondern eine Nacht zu bleiben – die Stadt zeigt ihr schönstes Gesicht, wenn die Tagesgäste längst weiter sind.
01 · Auf einen Blick
· Sehenswürdigkeiten in Orléans
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· Restaurants
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Auf den Spuren der Jungfrau
Von der Place du Martroi mit dem bronzenen Reiterstandbild über die Maison de Jeanne d'Arc, in der eine Multimedia-Schau ihr Leben erzählt, bis zur Cathédrale Sainte-Croix mit den Glasfenstern, die ihre Geschichte in Bildern nacherzählen. Wer Anfang Mai kommt, erlebt die Fêtes de Jeanne d'Arc mit Umzug, Mittelaltermarkt und einer jungen Orléanerin in der Rolle der Heldin.
Renaissance & Altstadt
Die historische Kernstadt rund um die Kathedrale ist ein Freilichtmuseum der Renaissance: das Hôtel Groslot, das alte Rathaus, das Hôtel Cabu mit seinem archäologischen Museum und die kopfsteingepflasterten Gassen rund um die Rue de Bourgogne. Ein Bummel verbindet Patrizierhöfe, Buchläden und die kleinen Plätze, an denen sich abends die Studenten treffen.
Die Loire & die Quais
Hinunter zu den restaurierten Quais, wo der Pont George V seit dem 18. Jahrhundert die Loire überspannt und Hausboote am Ufer dümpeln. Als Geheimtipp führt ein Spaziergang am Wasser vom Quai du Châtelet bis zur Pointe de Courpain, wo Loire und Loiret zusammenfließen und kaum Tagesgäste hinkommen; im FRAC Centre-Val de Loire setzt der gläserne Bau „Les Turbulences“ den modernen Kontrapunkt zur alten Stadt.
03 · Wann
Orléans liegt im gemäßigten ozeanischen Klima Zentralfrankreichs: Die Sommer sind warm, aber selten drückend, die Winter mild und feucht, der Frühling oft lichtdurchflutet. Die Stadt zeigt sich am schönsten in der wärmeren Jahreshälfte, wenn die Loire-Quais zum Flanieren einladen – mit den Fêtes de Jeanne d'Arc Anfang Mai als kulturellem Höhepunkt.
04 · Häufige Fragen
Ja – Orléans wird als Tor zum Loiretal oft unterschätzt. Die aufwendig restaurierte Renaissance-Altstadt rund um die Cathédrale Sainte-Croix, das lebendige Erbe der Jeanne d'Arc und die weiten Loire-Quais machen die Stadt zu mehr als einer Durchgangsstation. Für die Highlights reicht ein voller Tag; wer eine Nacht bleibt, erlebt die Stadt von ihrer entspanntesten Seite, wenn die Tagesgäste weiter sind.
Am einfachsten mit dem Zug: Intercité-Verbindungen ab Paris-Austerlitz erreichen Orléans in rund einer Stunde. Viele Züge halten auch an der Gare des Aubrais am Stadtrand, von der die Straßenbahn ins Zentrum fährt. Mit dem Auto sind es über die A10 etwa 130 km, rund anderthalb Stunden.
Die Cathédrale Sainte-Croix mit ihren markanten Türmen und den Jeanne-d'Arc-Fenstern, die Place du Martroi mit dem Reiterstandbild, die Maison de Jeanne d'Arc, das Renaissance-Rathaus Hôtel Groslot und das Musée des Beaux-Arts. Unten am Fluss lohnen die Quais mit dem Pont George V und das Architekturzentrum FRAC mit dem gläsernen Bau „Les Turbulences“.
Vor allem für Jeanne d'Arc: 1429 entsetzte die Jungfrau von Orléans die belagerte Stadt und wendete den Hundertjährigen Krieg – seither trägt Orléans den Beinamen „Cité de Jeanne d'Arc“ und feiert ihre Befreiung jedes Jahr Anfang Mai mit den Fêtes de Jeanne d'Arc. Bekannt ist die Stadt außerdem als Tor zum Loiretal, für ihre neugotische Cathédrale Sainte-Croix und als Lage am breitesten Fluss Frankreichs.
Die berühmteste Spezialität ist der Vinaigre d'Orléans, der traditionell in der Stadt hergestellte Weinessig, dazu der scharfe Senf Moutarde d'Orléans. Auf dem Teller dominiert die Loire-Küche: Süßwasserfisch aus dem Fluss, Wild aus der Sologne und Ziegenkäse der Region, begleitet von Loire-Weinen. In den Bistros der Rue de Bourgogne probierst du das am besten.
Sehr gut. Orléans liegt am östlichen Eingang des Loiretals und ist per Zug und Auto bestens angebunden. Chambord ist nur rund 20 Kilometer entfernt, Blois und die großen Renaissanceschlösser sind als Tagesausflüge gut erreichbar. Wer das Schlössertal von Ost nach West erkundet, beginnt hier ideal.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Orléans und an der Loire.
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