Tours liegt zwischen Loire und Cher und gilt als das natürliche Tor zum Tal der Loire – jener Landschaft aus Königsschlössern, Weinhängen und stillen Flussarmen, die zum UNESCO-Welterbe zählt. Die Stadt aus hellem Tuffstein trägt ihre Geschichte sichtbar: Hier wirkte der heilige Martin, Schutzpatron Galliens, dessen einstige Basilika heute nur noch in zwei Türmen – dem Tour Charlemagne und dem Tour de l'Horloge – fortlebt, während die moderne Basilique Saint-Martin sein Grab birgt. Das Vieux Tours rund um die Place Plumereau ist das schlagende Herz der Altstadt: schmale Gassen, schief gewachsene Fachwerkhäuser und Plätze, an denen sich abends Studenten und Reisende mischen. Tours ist Universitätsstadt, und das merkt man an der Lebendigkeit der Cafés und Bistros. Über den Dächern erhebt sich die Kathedrale Saint-Gatien, deren Bau sich über drei Jahrhunderte zog und deren Glasfenster zu den schönsten der französischen Gotik gehören. Wer den Genuss sucht, ist hier richtig. In den Markthallen, den Halles de Tours, türmen sich Rillettes de Tours, der aschegereifte Ziegenkäse Sainte-Maure de Touraine und regionales Gemüse. Vor den Toren der Stadt reifen die Weine von Vouvray und Montlouis, perlend und mineralisch, sowie die roten Tropfen aus Chinon und Bourgueil. Von Tours aus erreicht man bequem die berühmten Schlösser – Amboise, Chenonceau, Villandry, Azay-le-Rideau, Chambord. Mit dem Mietrad, dem Regionalzug oder dem Auto wird die Stadt zum Basislager für Tagesausflüge, in das man am Abend gern zurückkehrt, um an der Loire zu sitzen und ein Glas Touraine zu trinken.




