
◆ STADT · BRETAGNE
Carnac.wo Tausende von Steinen aus der Jungsteinzeit in schnurgeraden Reihen dem Meer entgegenziehen
Carnac ist der Ort, an dem die Bretagne ihre älteste Geschichte ins Freie legt. Über drei Kilometer ziehen sich Tausende von Menhiren in schnurgeraden Reihen durch die Heide – das größte Megalithfeld der Welt, errichtet lange vor Stonehenge und den Pyramiden. Wer im Morgenlicht durch die Alignements von Ménec, Kermario und Kerlescan geht, läuft durch ein offenes Geheimnis: Warum die Steinzeitmenschen vor rund 6.000 Jahren diese gewaltige Choreografie aus Granit aufrichteten, weiß bis heute niemand. Doch Carnac ist zweigeteilt. Hinter dem alten Granitkern mit der weiß getünchten Kirche Saint-Cornély liegt Carnac-Plage, ein lichtes Seebad aus der Belle Époque mit fünf feinsandigen Stränden, Pinien und Austernbänken am Rand des Golfs von Morbihan. Steinzeit am Morgen, Atlantik am Nachmittag – Carnac verdichtet auf wenigen Kilometern eine Zeitspanne, die anderswo ganze Museen füllt.

Ein Feld aus Stein das älter ist als jede Pyramide und bis heute sein Rätsel bewahrt
Niemand weiß mit Sicherheit, warum. Zwischen etwa 5000 und 3000 vor Christus richteten die Menschen der Jungsteinzeit hier über 3.000 Menhire auf – aufrecht stehende Granitblöcke, manche kniehoch, andere mannshoch, in präzisen, parallel verlaufenden Reihen. Die drei großen Ensembles Ménec, Kermario und Kerlescan ziehen sich über mehr als drei Kilometer durch die Landschaft und bilden das dichteste und umfangreichste Megalithfeld der Erde. Astronomisches Observatorium, Prozessionsstraße, Grenzmarkierung, Ahnenkult – jede Theorie hat ihre Verfechter, keine ihren Beweis. Genau das macht den Gang durch die Steinreihen so eigentümlich: Man wandert durch eine Botschaft, deren Sprache verloren ist.
Verstreut über die Umgebung liegen weitere Zeugnisse dieser Epoche: Der Tumulus Saint-Michel, ein künstlich aufgeschütteter Grabhügel, auf dessen Kuppe heute eine kleine Kapelle steht, war eines der größten Bauwerke seiner Zeit in Europa. Dolmen wie der Tumulus de Kercado bergen begehbare Grabkammern. Wer das alles einordnen will, beginnt im Musée de Préhistoire im Ortskern, dessen Sammlung zu den wichtigsten der europäischen Megalithforschung zählt. Zum Schutz der Steine ist der freie Zugang zu den Hauptfeldern in der Hauptsaison reglementiert – in den Sommermonaten kommt man nur mit geführten Rundgängen zwischen die Reihen, im Winter steht das Gelände offen.
Und dann ist da das andere Carnac, das mit dem Salz in der Luft. Im 19. Jahrhundert entdeckte das Bürgertum die geschützte Bucht für sich; aus den Dünen wuchs Carnac-Plage, ein Seebad mit Villen, Pinienalleen und fünf Stränden, die so flach abfallen, dass das Wasser hier ungewöhnlich früh badewarm wird. Vom alten Ortskern Carnac-Bourg sind es kaum zwei Kilometer ans Meer. travelperfect rät, den Tag früh mit den Menhiren zu beginnen, wenn das Licht flach über die Heide fällt und die Reisebusse noch unterwegs sind – und den Nachmittag den Austernbänken und dem Atlantik zu überlassen.
01 · Auf einen Blick
Gut zu wissen.
Karte
Auf der Karte
- Aktivitäten
- Sehenswürdigkeiten
- Hotels
- Restaurants
- Geführter Rundgang durch die SteinreihenAktivität
- Bootsfahrt im Golf von MorbihanAktivität
- Les Alignements de CarnacSehenswürdigkeit
- Tumulus Saint-MichelSehenswürdigkeit
- Musée de Préhistoire de CarnacSehenswürdigkeit
- Église Saint-CornélySehenswürdigkeit
- Grande Plage de CarnacSehenswürdigkeit
- Hôtel-Restaurant & Spa Le TumulusHotels
- Best Western Plus Hôtel CeltiqueHotels
- Hôtel-Restaurant Les RochersHotels
- Hôtel Le DianaHotels
- Côté CuisineRestaurants
- Auberge Le RâtelierRestaurants
- Restaurant La CalypsoRestaurants
- Le CairnRestaurants
· Ortsteile
Wo Steine, wo Strand.


Carnac-Plage

La Côte & Le Pô

Les Alignements
· Sehenswürdigkeiten in Carnac
Das musst du gesehen haben.
chisloup (CC BY 3.0) · WikimediaGrande Plage de Carnac
Strand · Eintritt frei
Carnacs Hauptstrand: rund zwei Kilometer feiner, nach Süden ausgerichteter Sand, flach abfallend und früh badewarm.
Les Alignements de Carnac
Denkmal
Rund 3.000 Menhire in den Steinreihen von Ménec, Kermario und Kerlescan – seit 2025 UNESCO-Welterbe.
This illustration was made by Peter Potrowl.
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More free pictures in my website. Donations are accepted here and here. (CC BY-SA 4.0) · WikimediaMusée de Préhistoire de Carnac
Museum · Ticket nötig
Das weltweit erste Museum zu den Megalithen – eine der bedeutendsten Vorgeschichts-Sammlungen Europas im Ortskern.
Mj.galais (CC BY-SA 4.0) · WikimediaTumulus Saint-Michel
Denkmal · Eintritt frei
Jungsteinzeitlicher Grabhügel mit Kapelle auf der Kuppe – der größte Grabtumulus Kontinentaleuropas mit Rundblick über die Bucht.
PIERRE ANDRE LECLERCQ (CC BY-SA 4.0) · WikimediaÉglise Saint-Cornély
Sakralbau · Eintritt frei
Kirche aus dem 17./18. Jahrhundert im Ortskern, dem Schutzpatron der Hörnertiere geweiht – mit einzigartigem Granitbaldachin.
· Hotels
Wo übernachten.
Best Western Plus Hôtel Celtique
4-Sterne-Hotel
Komfortables Spa-Hotel mit beheiztem Innenpool an der Avenue de Kermario, nur rund 50 m vom Strand entfernt.
Hôtel Le Diana
4-Sterne-Hotel
Elegantes Vier-Sterne-Strandhotel am Boulevard de la Plage, direkt an der Grande Plage, mit Nuxe-Spa.
Hôtel-Restaurant & Spa Le Tumulus
3-Sterne-Hotel
Familiengeführtes Charmehotel mit Spa und Pool am Fuß des Tumulus Saint-Michel, mit Blick über die Baie de Quiberon.
Hôtel-Restaurant Les Rochers
2-Sterne-Hotel
Familiengeführtes Hotel mit Brasserie am Boulevard de la Base Nautique, direkt gegenüber dem Segelclub am Meer.
· Restaurants
Wo essen.
Auberge Le Râtelier
Französisch · €€€
Traditionsreiche Auberge in einem bretonischen Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert, mit Kamin und Hummer-Spezialitäten.
Côté Cuisine
Französisch · €€€€
Mit einem Michelin-Stern ausgezeichnetes Restaurant im Hôtel Lann Roz, kreativ und regional verwurzelt.
Le Cairn
Bistro · €€€
Bistronomisches Restaurant an der Avenue de Kermario, mit marktfrischer, vom Meer inspirierter Küche.
Restaurant La Calypso
Fisch & Meeresfrüchte · €€€
Fisch- und Meeresfrüchte-Restaurant an der Rue du Pô, das frische Schalentiere über dem Holzfeuer grillt.
· Aktivitäten
Was erleben.
Bootsfahrt im Golf von Morbihan
Bootstour · Leicht
Bootsausflug ab La Trinité-sur-Mer in den inselreichen Golf von Morbihan, eine der schönsten Buchten Frankreichs.
Geführter Rundgang durch die Steinreihen
Stadtführung · ca. 1 Std. · Leicht
Geführter Rundgang zwischen die Menhire von Ménec und Kermario – der einzige Weg, in der Hauptsaison ins Welterbe-Feld zu kommen.
· Entdecken & Buchen
Was es zu buchen gibt.
02 · Was tun
Carnac nach Themen entdecken vier Wege zwischen Jungsteinzeit und Atlantik
Die Steinreihen
Menhire besichtigen im größten Megalithfeld der Welt
Von Ménec über Kermario bis Kerlescan ziehen sich die Alignements über mehr als drei Kilometer. Wer früh kommt, erwischt das flache Morgenlicht, das die über 3.000 Menhire lange Schatten werfen lässt. Welche Bedeutung die Reihen hatten – Observatorium, Prozessionsweg, Ahnenkult – ist bis heute ungeklärt; genau das macht den Gang dazwischen so eigentümlich. Zur Besichtigung ist die Maison des Mégalithes mit Aussichtsterrasse die Anlaufstelle; in der Hauptsaison führt der Weg zwischen die Reihen nur mit geführtem Rundgang. Der Tumulus de Kercado und der Dolmen ergänzen das Bild der jungsteinzeitlichen Landschaft.
Strände & Seebad
Carnac-Plage und der flache Atlantik
Fünf Sandstrände säumen Carnac-Plage, allen voran die weite Grande Plage. Weil sie so flach ablaufen, ist das Wasser hier früher warm als anderswo an der bretonischen Küste – ideal für Familien. Zwischen Pinien und Belle-Époque-Villen führt die Promenade am Wasser entlang, und vom Pointe-Bereich öffnet sich der Blick auf die Inseln des Ponant: Belle-Île, Houat und Hoëdic liegen wie Scherenschnitte am Horizont.
Auster & Buchweizen
Carnac auf der bretonischen Tafel
Die geschützten Buchten rund um den Golf von Morbihan liefern Austern, die zu den feinsten der Bretagne zählen – frisch aus dem Wasser, mit einem Spritzer Zitrone. Dazu gehört die ganze Welt der Galettes aus Buchweizenmehl, der süßen Crêpes und des herben Cidre aus Steingutbechern. Carnac trägt dabei eine Sterneküche ebenso wie einfache Hafencrêperien – vom Menü mit Hummer bis zur Galette complète am Marktplatz.
Rad & Küste
Mit dem Rad durch Heide und Salzwiesen
Carnac ist flach und mit ausgeschilderten Radwegen durchzogen – die ideale Art, Steinfelder, Strände und das stille Hinterland zu verbinden. Ein Weg führt zur Halbinsel Quiberon mit ihrer wilden Côte Sauvage, ein anderer entlang der Salzwiesen Richtung La Trinité-sur-Mer und zum Golf von Morbihan. Wer mag, setzt mit dem Boot über zu den vorgelagerten Inseln oder erkundet die Bucht vom Wasser aus.
03 · Wann
Wann nach Carnac reisen zwischen mildem Atlantikfrühling und vollem Hochsommer
Carnac liegt im Süden der Bretagne und gehört zu den mildesten und sonnigsten Ecken der Region – die Halbinsel Quiberon schirmt die Bucht ab, das Klima ist ausgeglichen ozeanisch mit milden Wintern und selten heißen Sommern. Frühling und Frühherbst sind ideal: angenehm warm, lange hell und ohne das Gedränge der Schulferien. Wer zwischen die Steinreihen will, sollte wissen, dass der freie Zugang in der Hochsaison reglementiert ist und nur geführte Rundgänge ins Hauptfeld führen.
04 · Häufige Fragen
Was Reisende am häufigsten fragen.
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Carnac?
Allen voran die Alignements – über 3.000 Menhire in den Steinreihen von Ménec, Kermario und Kerlescan, das größte Megalithfeld der Welt. Dazu kommen der begehbare Tumulus Saint-Michel mit Rundblick, das Musée de Préhistoire im Ortskern, die Kirche Saint-Cornély und die fünf flachen Sandstrände von Carnac-Plage. Steinzeit am Morgen, Atlantik am Nachmittag – das ist das Programm.
Lohnt sich ein Besuch in Carnac?
Ja. Kaum ein Ort verbindet so dicht prähistorische Wucht und entspanntes Seebad: Du läufst morgens durch das weltgrößte Menhirfeld und liegst nachmittags an einem flach abfallenden Atlantikstrand. Wer sich für Archäologie, Bretagne und Meer interessiert, findet hier ein Ziel, das man so kein zweites Mal sieht.
Was kostet der Eintritt zu den Menhiren von Carnac?
Der Blick von der Aussichtsterrasse der Maison des Mégalithes und der frei zugängliche Außenbereich kosten nichts. In der Hochsaison kommst du nur mit kostenpflichtigen geführten Rundgängen zwischen die Hauptreihen; in der Nebensaison und im Winter ist das Gelände frei begehbar. Das Musée de Préhistoire kostet separat Eintritt – konkrete Preise prüfst du am besten tagesaktuell vor Ort.
Kann man frei zwischen den Menhiren spazieren?
Das hängt von der Jahreszeit ab. Zum Schutz der Steine und der Heide ist der Zugang zu den Hauptfeldern Ménec, Kermario und Kerlescan in der Hochsaison (etwa Anfang Juli bis Ende August) reglementiert – dann kommt man nur mit geführten Rundgängen zwischen die Reihen. In der Nebensaison und im Winter ist das Gelände frei zugänglich. Anlaufstelle und Aussichtspunkt ist die Maison des Mégalithes.
Wann findet der Wochenmarkt in Carnac statt?
Der Markt belebt traditionell den Platz um die Kirche Saint-Cornély im Ortskern von Carnac-Bourg, in der Hauptsaison ergänzt durch einen Markt in Carnac-Plage. Die genauen Markttage variieren je nach Saison – am besten prüfst du sie vor Ort beim Office de Tourisme, da gerade im Sommer zusätzliche Termine dazukommen.
Wie viele Tage sollte man für Carnac einplanen?
Für die Steinreihen, das Museum und einen Strandtag reichen zwei Tage. Wer auch die Halbinsel Quiberon mit ihrer Côte Sauvage, La Trinité-sur-Mer und eine Bootsfahrt im Golf von Morbihan dazunimmt, plant besser drei bis vier Tage ein – Carnac ist ein guter Standort, um die ganze Süd-Bretagne zu erkunden.
05 · In der Nähe
Weiter erkunden.
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