◆ STADT · BRETAGNE
Vannes ist eine Stadt, die man am besten von oben begreift und von unten erläuft. Von den Jardins des Remparts blickt man über den lückenlos erhaltenen Mauerring auf die alten Waschhäuser, hinter denen sich das Dächermeer der Altstadt staffelt – Schiefer, Granit, überhängendes Fachwerk. Unten, in den Gassen um die Kathedrale Saint-Pierre und die mittelalterliche Markthalle La Cohue, lehnen sich die Häuser so weit über die Pflastersteine, dass die Giebel einander fast berühren. Und vor den Toren der Stadt öffnet sich der Golfe du Morbihan, dieses stille Binnenmeer voller Inseln, in dem die Gezeiten das Tempo vorgeben. Vannes ist klein genug, um in zwei Tagen erlaufen zu sein, und reich genug an Bretagne, um lange im Gedächtnis zu bleiben.
Vannes ist eine der ältesten Städte der Bretagne und war über Jahrhunderte ein politisches Zentrum des Herzogtums. Hier, in der Cohue, dem alten Markt- und Gerichtsgebäude, kam 1532 der Stand zusammen, der die Vereinigung der Bretagne mit Frankreich besiegelte. Schon die Veneter, das keltische Seefahrervolk, das der Stadt und dem Golf seinen Namen gab, betrieben von hier aus Handel über den Atlantik, bevor Caesar ihre Flotte schlug. Diese Schichten – keltisch, römisch, herzoglich, bretonisch – liegen in Vannes dicht beieinander.
Das Herz der Stadt ist die ummauerte Altstadt. Der fast vollständig erhaltene Mauerring mit seinen Türmen und Toren umschließt ein Gewirr aus Gassen, in dem überhängende Fachwerkhäuser, schmale Plätze und die mächtige Kathedrale Saint-Pierre dicht gedrängt stehen. Am Fuß der Mauer, dort, wo der Bach La Marle vorbeifließt, reihen sich die berühmten Lavoirs, die alten Waschhäuser mit ihren weiten Schieferdächern – heute eines der meistfotografierten Motive der Bretagne. Über allem liegen die akkurat geschnittenen Jardins des Remparts, von denen aus sich der schönste Blick auf die Stadt eröffnet.
Doch Vannes ist nicht nur Vergangenheit. Vom Hafenbecken, das wie ein Kanal mitten in die Stadt führt, legen die Boote in den Golfe du Morbihan ab – zu den bewohnten Inseln Île aux Moines und Île d'Arz, zu Austernbänken und einsamen Buchten. Abends füllen sich die Terrassen am Port und die Crêperien der Altstadt, an den Theken werden Austern aus dem Golf und ein Glas Muscadet gereicht. travelperfect empfiehlt, sich zwei volle Tage zu nehmen: einen für die Stadt mit ihren Wällen und Gassen, einen für das Inselmeer vor der Tür.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel
· Sehenswürdigkeiten
· Hotels
· Restaurants
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Stadtrundgang & Touren
Mauern & Gassen
Vom Tor Porte Saint-Vincent führt der Rundgang an den Lavoirs vorbei zu den Jardins des Remparts, von denen der klassische Blick über Mauer und Stadt fällt. Drinnen warten die Kathedrale Saint-Pierre, die Markthalle La Cohue und das überhängende Fachwerkhaus Vannes et sa Femme. Ein Geheimtipp: Wer früh aufbricht, hat die fotogenen Gassen fast für sich allein.
Inselmeer
Vom Port de Vannes legen die Ausflugsboote in das Binnenmeer ab, das zu den schönsten Buchten Europas zählt. Klassiker sind die bewohnten Inseln Île aux Moines und Île d'Arz, beide zu Fuß oder per Leihrad erkundbar. Die Fahrten richten sich nach den Gezeiten – eine Tour zwischen den Austernbänken zeigt die Bretagne von ihrer stillsten Seite.
Bretonisch essen
Vannes ist eine Stadt der ehrlichen bretonischen Küche: galettes aus Buchweizen, gesalzene Butter, Austern aus dem Golf und ein Glas Muscadet oder Cidre. In den Fachwerkhäusern der Altstadt reihen sich die Crêperien, am Hafen die Fischrestaurants, dazwischen behauptet sich eine ambitionierte Spitzenküche. Den Markt der Halle des Lices sollte man nicht auslassen.
Wasser & Natur
Vom Hafenbecken führt eine Promenade hinaus zur Halbinsel Conleau mit ihrem kleinen Strand und dem Blick über das Inselmeer. Wanderwege folgen der Küste durch Pinien und Stechginster, der Marc'h Salou und die Buchten laden zum Verweilen. Ein entspannter Halbtag abseits der Altstadtgassen, gut zu Fuß oder mit dem Rad.
03 · Wann
Vannes liegt an der geschützten Südküste der Bretagne und gilt als einer der mildesten und sonnigsten Winkel der Region – der Golf wirkt wie ein Wärmespeicher. Trotzdem ist das Klima atlantisch: Regen kann zu jeder Jahreszeit fallen, dafür sind die Sommer angenehm statt heiß. Die schönsten Wochen für Stadt und Golf liegen zwischen Mai und September.
04 · Häufige Fragen
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Vannes liegen dicht beieinander in der ummauerten Altstadt: die fast vollständig erhaltene Stadtmauer mit den Jardins des Remparts und den fotogenen Lavoirs (Waschhäusern) am Bach La Marle, die Kathedrale Saint-Pierre, die mittelalterliche Markthalle La Cohue mit dem Kunstmuseum und das geschnitzte Fachwerkhaus Vannes et sa Femme an der Place Valencia. Vor den Toren der Stadt ist der Golfe du Morbihan das große Highlight – eine Bootsfahrt zu den Inseln Île aux Moines und Île d'Arz gehört unbedingt dazu.
Der große Wochenmarkt von Vannes findet traditionell mittwochs und samstags am Vormittag statt – rund um die Place des Lices und in der Markthalle der Altstadt. Samstag ist der lebendigste Markttag. Hier bekommst du bretonische Produkte, Käse, galettes und vor allem frische Austern aus dem Golfe du Morbihan – ideal, um die Tafelkultur der Region direkt zu erleben.
Für die Stadt selbst genügt ein voller Tag: die ummauerte Altstadt, die Lavoirs, die Kathedrale Saint-Pierre und der Hafen lassen sich gut zu Fuß erlaufen. Wer den Golfe du Morbihan mit einer Bootsfahrt zu den Inseln Île aux Moines oder Île d'Arz erleben möchte – und das sollte man –, plant einen zweiten Tag ein. Als Basis für die ganze Südbretagne eignet sich Vannes auch für drei bis vier Tage.
Am bequemsten mit dem TGV: Von Paris Montparnasse erreicht man Vannes in rund 2,5 Stunden, von Rennes in etwa einer Stunde. Der Bahnhof liegt nur rund einen Kilometer nördlich der Altstadt. Wer mit dem Auto kommt, nutzt die kostenfreie Schnellstraße N165 entlang der Südbretagne. Die nächsten Flughäfen sind Nantes und Rennes, jeweils rund 110 bis 120 Kilometer entfernt.
Unbedingt – der Golf ist das eigentliche Highlight der Region. Vom Port de Vannes starten Ausflugsboote zu den bewohnten Inseln Île aux Moines und Île d'Arz sowie Rundfahrten durch das Inselmeer. Die Fahrten richten sich nach den Gezeiten, daher lohnt es sich, die Abfahrtszeiten vorab zu prüfen und in der Hochsaison früh zu buchen. Auf den Inseln selbst erkundet man die Wege am besten zu Fuß oder per Leihrad.
Die bretonischen Klassiker: galettes, herzhafte Buchweizen-Crêpes mit Ei, Käse oder Schinken, dazu ein Cidre brut. Süß folgt die klassische crêpe mit gesalzenem Karamell. Vom Golf kommen exzellente Austern, am Hafen serviert man frischen Fisch und Meeresfrüchte. Begleitet wird das gern von einem trockenen Muscadet. Auf dem Wochenmarkt der Halle des Lices lässt sich das alles auch zum Mitnehmen finden.
Mai bis September. Der Frühsommer ist mild und noch ruhig, der Hochsommer mit angenehmen 20 bis 25 Grad bringt den vollen Boots- und Inselbetrieb, und der September gilt vielen als schönste Zeit: warmes Wasser, goldenes Licht und weniger Trubel. Dank der geschützten Lage am Golf zählt Vannes zu den mildesten Ecken der Bretagne, doch atlantischer Regen ist zu jeder Jahreszeit möglich.
Vannes ist ein idealer Ausgangspunkt für die schönsten Orte des Morbihan. In unter einer Stunde erreichst du die Megalithreihen von Carnac, die Halbinsel von Quiberon, das mittelalterliche Städtchen Auray mit dem Hafen Saint-Goustan und das herzogliche Château de Suscinio auf der Presqu'île de Rhuys. Direkt vor der Tür liegt die Inselwelt des Golfs mit der Île aux Moines und der Île d'Arz. Damit eignet sich die Stadt perfekt als Standort für eine Woche Südbretagne.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Vannes und am Golf von Morbihan.
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