Quimper gilt als die bretonischste aller bretonischen Städte – als heimliche Hauptstadt der Cornouaille, des einstigen Königreichs an der südwestlichen Spitze der Bretagne. Der Fluss Odet zieht sich so schmal durch die Altstadt, dass schwarz-weiß gefasste Brücken mit Blumenkästen ihn alle paar Meter überspannen. Über den schiefen Fachwerkgassen ragen die beiden filigranen Spitztürme der Kathedrale Saint-Corentin auf, einem der bedeutendsten gotischen Bauwerke der Bretagne, deren Chor leicht aus der Achse versetzt ist. Der Name Quimper leitet sich vom bretonischen kemper ab, dem Zusammenfluss – hier vereinen sich der Steir und der Jet mit dem Odet. Rund um die Kathedrale verläuft das mittelalterliche Stadtbild mit Kopfsteinpflaster, überhängenden Fachwerkhäusern und kleinen Plätzen. Im Stadtteil Locmaria am Flussufer wird seit 1690 die berühmte Quimper-Fayence von Hand bemalt: das charakteristische blau-gelbe Steingut mit bretonischen Figuren, das die Stadt weltweit bekannt gemacht hat. Quimper lebt seine keltische Identität intensiv. Jedes Jahr im Sommer verwandelt das Festival de Cornouaille die Stadt in eine Bühne für bretonische Musik, Tanz und Trachten – eines der größten keltischen Feste Europas. In den Crêperien der Altstadt klappern die Teller mit dünnen Galettes aus Buchweizen und süßen Crêpes, dazu gehört ein Krug Cidre aus den umliegenden Obstgärten. Wer Quimper besucht, taucht in eine Bretagne ein, die ihre Sprache, ihre Handwerkstraditionen und ihre Feste noch lebt. Die Stadt ist kompakt genug, um sie zu Fuß zu erkunden, und liegt nah genug an der Atlantikküste, um Strände und die wilden Landschaften des Finistère in Tagesausflügen zu verbinden.



