◆ STADT · BRETAGNE
Quimper trägt seinen Namen vom bretonischen „Kemper“ – dem Zusammenfluss, an dem Odet und Steir ineinanderfinden. Genau das macht den Reiz der Stadt aus: Der Odet ist hier so schmal, dass die Altstadt über ein Dutzend schwarz-weiß lackierter Brücken und Stege zusammengenäht ist, gesäumt von blumenüberhängten Geländern. Über den schiefen Fachwerkhäusern der Rue Kéréon ragen die beiden filigranen Spitztürme der Kathedrale Saint-Corentin auf, und im Quartier Locmaria bemalt man seit 1690 die berühmte Fayence von Hand. Quimper ist die historische Hauptstadt der Cornouaille, des „Kleinen Kornwall“, und der bretonischste aller bretonischen Orte – nirgends ist das keltische Erbe sichtbarer als hier, wo im Juli das Festival de Cornouaille Trachten, Bagadoù und Bombarden auf die Straße bringt.
Quimper verdankt seine Bedeutung dem heiligen Corentin, dem ersten Bischof, und dem mythischen König Gradlon, der nach der Sage seine Hauptstadt von der im Meer versunkenen Stadt Ys hierher verlegte. Über Jahrhunderte war Quimper das geistliche und herrschaftliche Zentrum der Cornouaille – ein eigenes bretonisches Fürstentum. Die Kathedrale Saint-Corentin, im 13. Jahrhundert begonnen und erst im 19. mit ihren beiden Spitztürmen vollendet, ist ihr sichtbarstes Erbe: ein gotischer Bau, dessen Chor leicht aus der Achse knickt – sei es aus topografischen Gründen oder, wie die Legende will, um den geneigten Kopf des gekreuzigten Christus nachzuzeichnen.
Doch Quimper ist nicht nur Stein. Im Süden, im Quartier Locmaria am Ufer des Odet, schlägt das handwerkliche Herz der Stadt: Seit 1690 wird hier Fayence gebrannt und bemalt – jene cremefarbene, mit Hahn, blauen Blüten und bretonischen Figuren verzierte Keramik, die in aller Welt schlicht „Quimper“ heißt. Die Faïencerie Henriot-Quimper produziert noch immer, das benachbarte Musée de la Faïence erzählt die Geschichte. Wer durch die Werkstätten geht, versteht, warum dieses kleine Wort zum Markennamen wurde.
Am lebendigsten aber ist Quimper, wenn es ganz bei sich ist. In den engen Gassen rund um die Place au Beurre reiht sich Crêperie an Crêperie, in denen Galettes aus Buchweizenmehl mit einem Bolée Cidre serviert werden. Und in der dritten Juliwoche kippt die ganze Stadt ins Keltische: Das Festival de Cornouaille, das größte seiner Art in Frankreich, füllt die Straßen mit Trachtengruppen, Dudelsack-Bagadoù und Fest-noz-Tänzen bis tief in die Nacht. travelperfect rät, mindestens zwei Nächte zu bleiben – einen Tag für Kathedrale, Museen und Altstadt, einen für Locmaria, den Mont Frugy und eine Bootsfahrt den Odet hinab Richtung Bénodet.
01 · Auf einen Blick
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· Entdecken & Buchen
02 · Stadtrundgang & Themen
Altstadt & Kathedrale
Vom Place Saint-Corentin mit den beiden Spitztürmen der Kathedrale führt der Weg durch die Rue Kéréon, Quimpers schönste Gasse, deren schiefe Fachwerkhäuser den Blick wie eine Kulisse auf die Türme lenken. Über die Place au Beurre und die Place Terre au Duc geht es vorbei an Crêperien und kleinen Läden – ein Spaziergang durch das mittelalterliche Herz der Cornouaille.
Fayence & Handwerk
Am südlichen Odet-Ufer liegt Locmaria, das Ursprungsviertel der berühmten Fayence. Hier produziert die Faïencerie Henriot-Quimper seit über drei Jahrhunderten, das benachbarte Musée de la Faïence erzählt die Geschichte der handbemalten Keramik mit Hahn und blauen Blüten. Die romanische Kirche Notre-Dame de Locmaria und ihr Klostergarten runden den Besuch ab.
Kunst, Aussicht & Geheimtipps
Das Musée des Beaux-Arts am Place Saint-Corentin zeigt eine der wichtigsten Sammlungen der Bretagne, von der Schule von Pont-Aven bis zu Max Jacob, der aus Quimper stammte. Gleich gegenüber erhebt sich der bewaldete Mont Frugy: Ein kurzer Aufstieg belohnt mit dem klassischen Blick über die Dächer der Altstadt und die Türme der Kathedrale – einer der schönsten Geheimtipps der Stadt für den Sonnenuntergang.
Genuss, Fluss & Umgebung
Quimper ist Crêperie-Hauptstadt: In den Gassen um die Place au Beurre serviert man Galettes aus Buchweizenmehl mit Bolée Cidre. Wer die Sehenswürdigkeiten der Umgebung erkunden will, folgt dem schmalen Odet flussabwärts und fährt im Sommer mit dem Ausflugsboot bis Bénodet an die Atlantikmündung – eine der schönsten Flussfahrten der Bretagne durch ein bewaldetes Tal.
03 · Wann
Quimper liegt nah am Atlantik im Finistère und hat ein ozeanisches Klima: milde Winter, kühle Sommer und über das Jahr verteilt regelmäßig Regen, der die Bretagne so grün hält. Extreme Hitze ist selten, doch das Wetter wechselt rasch. Für Stadt, Museen und die Crêperien ist fast jede Jahreszeit reizvoll – wer das keltische Quimper in voller Lautstärke erleben will, kommt zum Festival de Cornouaille Mitte Juli.
04 · Häufige Fragen
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Quimpers liegen dicht beieinander in der Altstadt: die gotische Kathedrale Saint-Corentin mit ihren beiden Spitztürmen, die Fachwerkgasse Rue Kéréon, die Place au Beurre mit ihren Crêperien und das Musée des Beaux-Arts gleich gegenüber. Dazu kommt das Fayence-Viertel Locmaria mit dem Musée de la Faïence und der Faïencerie Henriot-Quimper sowie der Mont Frugy, der bewaldete Stadtberg mit dem schönsten Blick auf die Türme. Ein Stadtrundgang verbindet alles bequem zu Fuß.
Quimper ist bekannt als historische Hauptstadt der Cornouaille und der bretonischste aller bretonischen Orte. Berühmt machen die Stadt vor allem drei Dinge: die handbemalte Quimper-Fayence, die seit 1690 in Locmaria gebrannt wird, die gotische Kathedrale Saint-Corentin über der Fachwerkaltstadt und das Festival de Cornouaille im Juli, das größte keltisch-bretonische Kulturfest Frankreichs.
Für die Stadt selbst reichen ein bis zwei Tage: einer für die Altstadt mit Kathedrale Saint-Corentin, Rue Kéréon, dem Musée des Beaux-Arts und dem Mont Frugy, ein zweiter für das Faïence-Viertel Locmaria und eine Bootsfahrt auf dem Odet. Wer Quimper als Basis für die Cornouaille nutzt – Pont-Aven, Concarneau, die Pointe du Raz oder die Halbinsel Crozon –, sollte drei bis vier Nächte einplanen.
Am bequemsten mit dem TGV: Von Paris-Montparnasse erreicht man Quimper in rund 3,5 bis 4 Stunden. Es gibt zudem den kleinen Flughafen Quimper-Cornouaille mit Verbindung nach Paris; größere Airports sind Brest und Nantes. Mit dem Auto liegt Quimper an der vierspurigen N165 entlang der bretonischen Südküste.
Die kulinarische Spezialität schlechthin sind Crêpes und Galettes: süße Crêpes aus Weizenmehl und herzhafte Galettes aus Buchweizen (blé noir), das bretonische Nationalgericht, klassisch begleitet von einem Bolée Cidre – dem traditionellen Apfelschaumwein der Bretagne. Dazu kommen Meeresfrüchte und Fisch von der nahen Küste, das Buttergebäck Kouign-amann und natürlich die handbemalte Quimper-Fayence als Mitbringsel. In den Gassen um die Place au Beurre reiht sich eine traditionsreiche Crêperie an die nächste.
Das Herz des Quimperer Markttreibens ist die überdachte Markthalle Les Halles Saint-François mitten in der Altstadt, in der täglich frische Produkte, Fisch, Käse und bretonische Spezialitäten verkauft werden. Größere Wochenmärkte breiten sich an mehreren Tagen über die umliegenden Plätze und Gassen aus – am lebhaftesten ist es samstagvormittags, ein guter Auftakt für einen Stadtrundgang.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Quimper und der Cornouaille.
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