Dinan thront als Höhenfeste über dem Fluss Rance und hat sich bewahrt, was viele Städte längst verloren haben: einen fast geschlossenen Ring von rund drei Kilometer Stadtmauer mit begehbarem Wehrgang und mächtigen Türmen. Hinter den Granittoren staffeln sich kopfsteingepflasterte Gassen voller windschiefer Fachwerkhäuser, deren Erdgeschosse auf hölzernen Pfeilern über die Straße kragen und Arkadengänge bilden. Das Herz der Altstadt ist der Place des Merciers mit seinen schief stehenden Fachwerkfassaden. Von hier stürzt sich die berühmte Rue du Jerzual in steilen Serpentinen hinab zum alten Hafen am Wasser, vorbei an Werkstätten von Kunsthandwerkern, Glasbläsern und Holzschnitzern, die hier seit Jahrhunderten arbeiten. Unten am Fluss überspannt ein alter Steinviadukt das Tal, und kleine Boote liegen am Kai der Rance. Über der Stadt erhebt sich das Château de Dinan mit seinem wuchtigen Donjon aus dem 14. Jahrhundert. Mit der Geschichte verbunden ist der bretonische Ritter Bertrand du Guesclin, einer der berühmtesten Heerführer des Hundertjährigen Krieges, dessen Reiterstandbild auf dem nach ihm benannten Platz steht. Die gotische Basilique Saint-Sauveur und die Kirche Saint-Malo ergänzen das mittelalterliche Stadtbild. Dinan liegt nur wenige Kilometer von der Smaragdküste entfernt und lässt sich gut mit Saint-Malo, Dinard und der Rance-Mündung verbinden. Wer durch die Gassen geht, über den Wehrgang spaziert und am alten Hafen einen Kaffee trinkt, erlebt eine Bretagne, die ihr mittelalterliches Erbe nicht musealisiert, sondern bewohnt – mit Handwerk, Märkten und Cafés in jahrhundertealten Mauern.



