◆ STADT · CHAMPAGNE
Troyes ist die südliche Hauptstadt der Champagne und zugleich eine der vollständigsten Fachwerkstädte Frankreichs. Die historische Altstadt hat seit jeher die Form eines Sektkorkens – die Einheimischen nennen sie „le bouchon de champagne“ –, und in ihrem Inneren drängen sich Hunderte farbiger Fachwerkhäuser aus dem 16. Jahrhundert über enge Gassen wie die Ruelle des Chats, deren Dächer sich fast berühren. Zwischen den schiefen Giebeln ragt eine außergewöhnliche Dichte an gotischen Kirchen auf, allen voran die Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul, die zusammen mit den anderen Gotteshäusern einen der reichsten Bestände an mittelalterlichem Buntglas in Europa bewahrt. Dazu kommen handfeste Freuden: die würzige Andouillette de Troyes, der Champagner der nahen Côte des Bar und die großen Fabrikverkäufe am Stadtrand, die Frankreichs Outlet-Tradition begründeten.
Troyes war im Mittelalter eine der bedeutendsten Handelsstädte Europas. Hier residierten die Grafen der Champagne, und zweimal im Jahr verwandelten die berühmten Champagne-Messen die Stadt in einen internationalen Marktplatz, auf dem Tuche aus Flandern, Gewürze aus dem Orient und das Geld halb Europas zusammenkamen. An diese Zeit erinnert bis heute die „Troy-Unze“, das alte Edelmetallgewicht der Goldschmiede, das von den Messen der Stadt seinen Namen trägt. Der Reichtum finanzierte den Bau jener prächtigen Kirchen, deren Glasmaler eine eigene „École troyenne“ begründeten.
1524 vernichtete ein verheerender Brand große Teile der Stadt. Der anschließende Wiederaufbau im 16. Jahrhundert schuf das Troyes, das wir heute bewundern: ein dicht gefügtes Ensemble aus Fachwerkhäusern mit auskragenden Obergeschossen, farbig gefassten Balken und schmalen Gassen, in denen sich die Giebel über die Köpfe der Passanten neigen. Weil die spätere Industrialisierung sich auf die Vororte verlagerte – Troyes wurde zur Welthauptstadt der Wirkwaren und Strickwaren –, blieb das alte Zentrum weitgehend verschont und überdauerte als seltenes Gesamtkunstwerk der Renaissance.
Aus dieser Strickwaren-Tradition wuchs eine zweite Berühmtheit: Die großen Textilfabriken am Stadtrand begannen, ihre Restposten direkt ab Werk zu verkaufen – die Geburtsstunde der „magasins d'usine“, der französischen Fabrikverkäufe, die heute ganze Outlet-Zentren wie Marques Avenue und McArthurGlen füllen. So trägt Troyes zwei Gesichter, die sich gut vertragen: das stille, gotische der Altstadt und das geschäftige der Schnäppchenjäger ringsum. travelperfect rät, die Stadt zu Fuß zu erkunden, die zehn Kirchen wie Perlen aufzureihen und den Tag bei einer Andouillette und einem Glas Champagner der Côte des Bar ausklingen zu lassen.
01 · Auf einen Blick
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· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Fachwerk & Gassen
Der schönste Rundgang verlangt nach langsamen Schritten: vorbei an der farbig gefassten Maison du Boulanger und dem schmalen Tourelle de l'Orfèvre, hinein in die berühmte Ruelle des Chats, deren Dächer sich über der Gasse fast schließen. Ein Geheimtipp ist die angrenzende Cour du Mortier d'Or. Wer den Blick hebt, entdeckt überall geschnitzte Balken, auskragende Obergeschosse und das typische Troyer Fachwerk des 16. Jahrhunderts.
Gotik & Buntglas
Troyes bewahrt einen der reichsten Bestände an mittelalterlichem Buntglas Europas. Von der gewaltigen Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul über die filigrane Basilika Saint-Urbain bis zum berühmten Lettner der Kirche Sainte-Madeleine reiht sich Meisterwerk an Meisterwerk. Die Cité du Vitrail erklärt die „École troyenne“ der Glasmalerei – ein Muss für Liebhaber der Gotik.
Spezialitäten & Champagner
Die Troyer Tafel ist herzhaft: die würzige Andouillette de Troyes aus Kutteln, der cremige Chaource-Käse und dazu der Champagner der nahen Côte des Bar, der südlichsten Champagner-Zone. Regionale Spezialitäten bekommt man auch frisch in der überdachten Markthalle; in den alten Weinbistros der Altstadt lässt sich beides verbinden – ein Teller Spezialitäten und ein Glas Blanc de Noirs aus Pinot Noir.
Outlet & Schnäppchen
Troyes ist die Wiege der französischen Fabrikverkäufe. Aus der Strickwaren-Industrie der Stadt wuchsen die ersten „magasins d'usine“, heute gebündelt in den großen Outlet-Zentren Marques Avenue und McArthurGlen am Stadtrand. Wer Mode und Marken zu reduzierten Preisen sucht, plant einen halben Tag in den Verkaufsmeilen rund um Saint-Julien-les-Villas und Pont-Sainte-Marie ein.
03 · Wann
Troyes liegt in der südlichen Champagne, im gemäßigt-kontinentalen Klima des Pariser Beckens: warme, manchmal schwüle Sommer und frische, gelegentlich neblige Winter. Die schönste Zeit für die Fachwerkgassen und Kirchen sind Frühling und Frühherbst, wenn das Licht weich über die Giebel fällt. Im Herbst kommt die Champagner-Lese der nahen Côte des Bar dazu, im Dezember ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt in der historischen Kulisse.
04 · Häufige Fragen
Troyes ist vor allem für seine außergewöhnlich gut erhaltene Fachwerk-Altstadt bekannt, die wegen ihres Grundrisses „Bouchon de Champagne“ heißt. Dazu kommen die „Stadt der zehn Kirchen“ mit einem der reichsten Buntglas-Bestände Europas, die Cité du Vitrail, die würzige Andouillette de Troyes – und die Outlet-Zentren am Stadtrand, in denen die französischen Fabrikverkäufe ihren Ursprung haben.
Ganz oben stehen die gotische Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul mit ihren Buntglasfenstern, die filigrane Basilika Saint-Urbain und die Kirche Sainte-Madeleine mit ihrem steinernen Lettner. Dazu die malerische Ruelle des Chats, die Cité du Vitrail zur Glasmalerei und das Hôtel de Vauluisant. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen dicht beieinander im Sektkorken und lassen sich zu Fuß bei einem Rundgang verbinden.
An einem Tag schafft man die Fachwerk-Altstadt, die Kathedrale und ein, zwei weitere Kirchen sowie ein Mittagessen mit Andouillette in einem alten Weinbistro. Ein geführter Rundgang durch den Bouchon de Champagne ist ein guter Auftakt. Für die Cité du Vitrail, weitere Kirchen oder die Outlet-Zentren am Rand lohnt sich aber eine Übernachtung – Troyes ist ein dankbares Ziel für ein ganzes Wochenende ab Paris.
Ja – Troyes gilt als eine der schönsten Fachwerkstädte Frankreichs. Hunderte farbige Fachwerkhäuser aus dem 16. Jahrhundert säumen enge Gassen wie die Ruelle des Chats, deren Dächer sich oben fast berühren. Dass die Industrie sich früh in die Vororte verlagerte, hat den historischen Kern als seltenes Renaissance-Ensemble bewahrt.
Die Andouillette de Troyes – eine würzige Wurst aus Kutteln, oft mit Senfsauce serviert. Dazu gehören der cremige Chaource-Käse aus der Umgebung und ein Glas Champagner aus der nahen Côte des Bar. Am besten erlebt man diese Spezialitäten in einem der alten Weinbistros der Altstadt, viele davon rund um die Place du Marché.
Für Schnäppchenjäger ja: Troyes gilt als Wiege der französischen Fabrikverkäufe. In den großen Outlet-Zentren Marques Avenue und McArthurGlen am Stadtrand findet man Mode und Marken zu reduzierten Preisen. Wer dafür kommt, sollte einen halben Tag und ein Auto oder den Bus einplanen, da die Zentren außerhalb der Altstadt liegen.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Troyes und der Champagne.
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