
◆ STADT · UMBRIEN
Spoleto klebt an einem Hügel über dem grünen Umbrien, und kaum eine Stadt verdichtet so viel Geschichte auf so kleinem Raum. Über den Dächern der Altstadt spannt sich der Ponte delle Torri, ein zehnbögiger Aquäduktturm aus dem 14. Jahrhundert, der die Stadt mit dem heiligen Wald des Monteluco verbindet. Unten thront der Dom mit den Fresken Filippo Lippis, oben wacht die päpstliche Rocca Albornoziana. Wer im Sommer kommt, trifft auf das Festival dei Due Mondi, das Gian Carlo Menotti 1958 hier gründete und das die mittelalterlichen Gassen für Wochen in eine Weltbühne für Musik, Theater und Tanz verwandelt.

Spoleto ist alt, selbst für italienische Verhältnisse. Schon die Umbrer befestigten den Hügel, und unter den Römern wurde das Municipium Spoletium so bedeutend, dass Hannibal 217 v. Chr. nach der Schlacht am Trasimenischen See an seinen Mauern abprallte – die Porta Fuga erinnert bis heute an diese Abwehr. Aus römischer Zeit stehen noch das Theater, der Bogen des Drusus über der Hauptachse und die Reste eines Tempels mitten in der Stadt. Im Frühmittelalter wurde Spoleto Hauptstadt eines mächtigen langobardischen Herzogtums, dessen Herrscher zeitweise nach der Kaiserkrone griffen.
Das Wahrzeichen aber stammt aus dem Trecento: Der Ponte delle Torri, ein 230 Meter langer und an die 80 Meter hoher Viadukt aus zehn gotischen Spitzbögen, überbrückt die tiefe Schlucht des Tessino und führt hinüber zur Fortilizia dei Mulini. Ob er auf römischen Fundamenten ruht oder gänzlich mittelalterlich ist, streiten die Gelehrten – seine Wirkung ist unstrittig. Goethe stand auf ihm und notierte, die Natur habe hier ein zweites Mal gebaut, was die Menschen vollendeten. Direkt darüber wacht die Rocca Albornoziana, die Kardinal Albornoz ab 1359 errichten ließ, um den Kirchenstaat zu sichern.
Den Sprung in die Gegenwart schaffte Spoleto 1958, als der Komponist Gian Carlo Menotti das Festival dei Due Mondi gründete – ein Treffen zweier Welten, der amerikanischen und der europäischen Kunst. Seither füllen sich Ende Juni und im Juli das römische Theater, das Teatro Nuovo und die Piazza del Duomo mit Oper, Schauspiel und Tanz; das große Abschlusskonzert vor dem Dom gehört zu den schönsten Bildern des italienischen Kultursommers. travelperfect rät, die Stadt langsam zu nehmen: Spoleto belohnt das Treppensteigen, das Verlaufen in den steilen vicoli und die Pause auf einer schattigen Piazza.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel
· Sehenswürdigkeiten
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Die Oberstadt
Der klassische Aufstieg: von der Piazza del Duomo mit der schräg abfallenden Treppe und der Fassade aus rosa Stein hinauf zur Rocca Albornoziana mit dem Nationalmuseum des Herzogtums. Unterwegs liegen die Casa Romana, der Bogen des Drusus und der Markt der Piazza del Mercato. Wer Höhe gewinnt, wird mit dem Blick über die Valle Umbra belohnt.
Schlucht & Aquädukt
Hinter der Rocca öffnet sich die Schlucht, über die der Ponte delle Torri in zehn Bögen führt. Auf der anderen Seite beginnt der Weg in den heiligen Wald des Monteluco, wo der heilige Franziskus ein Einsiedlerkloster gründete. Der Rundweg Giro della Rocca legt sich um den Festungsberg und bietet die berühmteste Ansicht der Brücke.
Festival dei Due Mondi
Ende Juni und im Juli verwandelt das von Gian Carlo Menotti 1958 gegründete Festival die ganze Stadt in einen Spielort: Oper im Teatro Nuovo, Schauspiel im römischen Theater, Tanz und Konzerte auf den Plätzen. Höhepunkt ist das Schlusskonzert vor dem Dom. Tickets und Hotels sind dann früh ausgebucht – wer das Festival erleben will, plant Monate im Voraus.
Genuss aus der Valnerina
Spoletos Küche lebt vom schwarzen Trüffel der nahen Valnerina, von handgerollten Strangozzi, von Olivenöl der umbrischen Hänge und vom kräftigen Sagrantino aus Montefalco. In den Trattorie der Altstadt landen Wildschwein, Linsen aus Castelluccio und gegrilltes Fleisch auf dem Teller – am besten begleitet von einem Glas Rotwein und der Aussicht über die Dächer.
03 · Wann
Spoleto liegt auf rund 400 Metern Höhe im Binnenland Umbriens – das Klima ist kontinentaler als an der Küste, mit warmen, trockenen Sommern und kühlen Wintern. Frühling und Frühherbst sind ideal für Stadt und Schlucht, der Hochsommer steht ganz im Zeichen des Festivals, und der Winter zeigt eine ruhige, fast intime Seite der Stadt.
04 · Häufige Fragen
Mai/Juni und September/Oktober sind ideal: mildes Wetter, klare Sicht und überschaubarer Andrang. Wer das Festival dei Due Mondi erleben möchte, kommt von Ende Juni bis Mitte Juli – muss dann aber Hotels und Tickets deutlich früher buchen, oft schon Monate im Voraus.
Für Dom, Rocca, Ponte delle Torri und einen Bummel durch die Oberstadt reicht ein voller Tag. Wer den Monteluco erwandern, die römischen Reste in Ruhe ansehen oder Ausflüge in die Valnerina, nach Montefalco oder zu den Fonti del Clitunno machen will, plant besser zwei bis drei Tage ein. Spoleto eignet sich auch gut als ruhige Basis für die ganze Region.
Am einfachsten mit dem Zug: Spoleto liegt an der Bahnstrecke Rom–Ancona, Rom ist in rund 1,5 Stunden erreichbar, Perugia in etwa einer Stunde. Mit dem Auto führt die Schnellstraße SS3 (Via Flaminia) heran. Der nächste Flughafen ist Perugia (PEG); viele Reisende kommen über Rom Fiumicino und fahren weiter mit Bahn oder Mietwagen.
Spoleto ist eine Hügelstadt mit steilen Gassen, vor allem der Aufstieg zur Rocca verlangt etwas Kondition. Es gibt aber einen percorso meccanizzato – überdachte Rolltreppen, die vom Parkhaus Spoletosfera bequem bis fast hinauf zur Festung führen. Festes Schuhwerk ist trotzdem zu empfehlen.
Sehr. In Reichweite liegen die Quellen Fonti del Clitunno mit dem antiken Tempietto sul Clitunno (UNESCO-Welterbe), die Weinstadt Montefalco mit ihrem Sagrantino, die franziskanische Stadt Assisi und die wilde Valnerina mit der Marmore-Wasserfall-Region. Mit dem Auto sind die meisten Ziele in 30 bis 60 Minuten erreichbar.
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir entwerfen Ihre Tage in Spoleto.
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