Playa d'en Bossa ist kein stiller Rückzugsort – und macht daraus kein Geheimnis. Auf rund 2,7 Kilometern feinem Sand südlich von Ibiza-Stadt liegt der längste Strand der Insel, und über ihm liegt von der Mittagszeit bis tief in die Nacht der Klang der Beachclubs. Wer hierherkommt, sucht selten Einsamkeit, sondern flaches, türkisfarbenes Wasser am Tag und eine der dichtesten Ansammlungen von Clubs in Europa am Abend. Am breiten Südende reihen sich Strandliegen, Tagesbetten und Beachclubs aneinander, allen voran das Ushuaïa mit seinen festivalartigen Open-Air-Partys. Gleich gegenüber, hinter dem Kreisverkehr, liegt der Club Hï Ibiza, der zu den international bekanntesten Adressen der elektronischen Musikszene zählt. Tagsüber gehört der Strand dagegen Badegästen, Familien und allen, die im seicht abfallenden Wasser schwimmen oder über die Promenade bummeln. Doch dieser Streifen hat auch ein zweites, leiseres Gesicht. Am Südzipfel, am Fuß des Torre de ses Portes, eines Wachturms aus dem 16. Jahrhundert, beginnen die Salinen von Ses Salines. Hier ziehen Flamingos über rosa schimmernde Salzbecken, in denen seit der Antike Meersalz gewonnen wird, und das Tempo wird auf einmal ganz ruhig. So verbindet Playa d'en Bossa auf engem Raum zwei Welten: das laute, sonnenheiße Clubleben Ibizas und die stille Natur eines geschützten Salzgebiets – getrennt nur durch wenige Hundert Meter Sand.



