Im Westen Menorcas liegt Ciutadella, die alte Hauptstadt der Insel, mit einer Altstadt aus honigfarbenem Sandstein, die ihre aristokratische Vergangenheit bis heute trägt. Bis ins 18. Jahrhundert wurde Menorca von hier aus regiert, und obwohl die Verwaltung später nach Maó wechselte, blieb Ciutadella die kulturelle und kirchliche Seele der Insel. Das Zentrum bildet ein Labyrinth schattiger, oft überwölbter Gassen. Über dem Grundriss einer einstigen Moschee erhebt sich die gotische Kathedrale Santa Maria, daneben prägen Adelspaläste mit ihren Innenhöfen und Wappen das Bild. Plätze wie die Plaça des Born, einst Exerzierplatz und heute von Rathaus und Obelisk gerahmt, und die belebte Plaça d'es Born öffnen das Gassengeflecht immer wieder zu weiten Bühnen. Unten am Wasser zieht sich der schmale, langgestreckte Naturhafen tief in die Stadt hinein. Abends schaukeln dort die Boote, während sich die Terrassen der Restaurants füllen und der Duft von gegrilltem Fisch und der berühmten „caldereta de langosta", dem menorquinischen Hummereintopf, durch die Luft zieht. Wer aus dem geschäftigeren Maó herüberkommt, spürt sofort den Unterschied: Ciutadella ist langsamer, katalanischer im Tonfall und stolz auf seine Geschichte als „Ciutat". Höhepunkt des Jahres ist das Fest Sant Joan im Juni, wenn schwarze Pferde im Takt der Menge durch die Gassen tänzeln – eines der eindrucksvollsten Volksfeste der Balearen. Rund um die Stadt liegen einige der schönsten Buchten Menorcas, von der weiten Cala en Turqueta bis zu den feinsandigen Stränden des Südwestens. Ciutadella ist damit das kulturelle Herz der Insel und zugleich ein idealer Ausgangspunkt für ihre stillste, naturnahe Küste.




