
◆ STADT · BALEAREN
Im äußersten Norden Mallorcas, dort wo sich die weite Bucht von Alcúdia öffnet, liegt eine Stadt, die zwei Mallorcas in sich trägt: die honigfarbene Altstadt hinter ihrem mittelalterlichen Mauerring und der endlose, kinderleichte Sandstrand davor. Wer durch die Porta del Moll tritt, geht über römisches Pflaster, vorbei an Mauersteinen, in denen noch antike Säulen stecken — und steht zehn Minuten später barfuß im flachen, türkisfarbenen Wasser. Alcúdia ist kein Resort, das man sich ausgedacht hat. Es ist die älteste Stadt der Insel, die zufällig den schönsten Familienstrand des Nordens vor der Haustür hat.

Alles beginnt 123 v. Chr., als der römische Konsul Quintus Caecilius Metellus zwischen den Buchten von Pollença und Alcúdia eine Stadt gründet: Pollentia, über sechs Jahrhunderte die bedeutendste Siedlung der Balearen, einst Heimat von bis zu zehntausend Menschen. Heute graben Archäologen seit 1923 ununterbrochen am Forum, an den Wohnhäusern von La Portella und am winzigen Theater, das direkt in den Fels gehauen wurde — dem kleinsten erhaltenen Römertheater Spaniens, das im Sommer noch immer bespielt wird. Wer die Funde sehen will, geht ins Museu Monogràfic neben der Kirche.
Als die Römerstadt verfiel, gaben die Mauren der Siedlung auf dem Hügel ihren heutigen Namen — Al-Qudya, 'der Hügel'. Den entscheidenden Charakter aber bekam Alcúdia im 14. Jahrhundert: Gegen die ständigen Piratenüberfälle ließ König Jaume II. einen Mauerring mit zinnenbekrönten Türmen errichten, vollendet um 1362. Das Faszinierende: Die Bauleute recycelten die Römerstadt. Kapitelle, Säulentrommeln und Quader aus Pollentia stecken bis heute in den mittelalterlichen Mauern — die ältere Stadt buchstäblich in der jüngeren begraben.
Hinter den Toren Porta de Mallorca (Sant Sebastià) und Porta del Moll (Xara) liegt ein Geflecht enger Gassen aus warmem Sandstein, die alle zum Carrer Major führen — zur Hauptstraße mit dem Rathaus und seinem hohen Uhrturm. Hier öffnen sich Innenhöfe, Galerien und Tapasbars; dienstags und sonntags drängt sich auf denselben Plätzen einer der größten Wochenmärkte der Insel mit Oliven, Sobrassada, Käse, Ensaïmadas und mallorquinischem Leder. Es ist diese Dichte — Antike, Mittelalter und gelebter Alltag auf wenigen hundert Metern —, die Alcúdia von jedem Strandort der Insel unterscheidet.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel





· Sehenswürdigkeiten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Geschichte zu Fuß
Start an der Porta de Mallorca, einmal außen am Wehrgang entlang bis zur Porta del Moll, hinein in die Gassen zum Carrer Major und Rathaus, dann hinaus zur Ausgrabungsstätte Pollentia mit Forum und Römertheater. Abschluss im Museu Monogràfic, wo die Funde unter einem Dach versammelt sind.
Strand & Familie
Die Platja d'Alcúdia zieht sich kilometerweit von Port d'Alcúdia Richtung Playa de Muro — feiner, goldener Sand, ungewöhnlich flach und ruhig, mit Promenade für Kinderwagen, Strandbars und Wassersport. Wer Abwechslung sucht, kombiniert mit dem Wasserpark Hidropark gleich hinter dem Strand.
Natur & Stille
Morgens durch das Feuchtgebiet s'Albufera, Mallorcas größtes Vogelreservat mit über 300 beobachteten Arten, auf Holzstegen und an Beobachtungstürmen vorbei. Nachmittags ans Cap des Pinar: pinienbewachsene Klippenwege zwischen den Buchten von Alcúdia und Pollença, mit Blick bis nach Menorca.
03 · Wann
Der Norden Mallorcas ist im Sommer verlässlich sonnig und im Winter weit ruhiger als der Süden. Wer den langen Strand ohne Hochsaison-Gedränge will, kommt im Frühjahr oder Frühherbst; wer die Altstadt und die Natur sucht, findet auch in der Nebensaison ein lebendiges, echtes Alcúdia.
04 · Häufige Fragen
Alcúdia ist die historische, von der mittelalterlichen Mauer umschlossene Stadt auf dem Hügel mit Gassen, Markt und der Römerstätte Pollentia. Port d'Alcúdia ist der wenige Kilometer entfernte Hafen- und Strandort am Wasser mit Marina, Promenade und den meisten Hotels. Beide gehören zur selben Gemeinde und lassen sich gut kombinieren.
Sehr. Die Platja d'Alcúdia ist der längste Strand der Insel, fällt extrem flach ab und hat ruhiges Wasser, einen kinderwagentauglichen Steg sowie Strandbars in Reichweite. Direkt hinter dem Strand liegt der Wasserpark Hidropark, und die autofreie Altstadt mit Eisdielen ist ideal für entspannte Abende.
Der große Wochenmarkt Alcúdias ist dienstags und sonntags von etwa 8 bis 13.30 Uhr in der Altstadt — einer der größten der Insel. Wer die beste Auswahl an frischer Ware will, sollte früh kommen; am Vormittag wird es schnell voll.
Durch die Nähe zum Hafen gibt es täglich frischen Fisch und Meeresfrüchte, dazu mallorquinische Klassiker wie Sobrassada, Spanferkel und Suquet (ein kräftiger Fischeintopf). Traditionsadressen in der Altstadt servieren regionale Küche; süß geht es mit Ensaïmadas und Buñuelos vom Markt weiter.
Vom Flughafen Palma (PMI) sind es rund 55–60 km in den Inselnorden. Mit dem Taxi oder Mietwagen dauert die Fahrt über die Ma-13 etwa 45 bis 60 Minuten; öffentliche Busse nach Port d'Alcúdia sind günstiger, brauchen aber gut anderthalb Stunden.
Drei Höhepunkte: das Feuchtgebiet s'Albufera, Mallorcas größtes Vogelreservat mit über 300 beobachteten Arten; das wilde Cap des Pinar mit Klippenpfaden und versteckten Buchten; und der Leuchtturm von Alcanada auf seinem vorgelagerten Inselchen, von dem aus man bei klarer Sicht bis Menorca blicken kann.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Alcúdia.
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