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Parco Ducale
Der herzogliche Park der Farnese mit Platanenalleen, Teich und Palazzo Ducale – Parmas grünes Wohnzimmer am Westufer.
◆ STADTVIERTEL · PARMA
Jenseits der Brücken über den Torrente Parma beginnt das andere Parma: das Oltretorrente, historisch das Viertel der Handwerker und Tagelöhner, heute ein lebendiges Quartier zwischen Universitätsleben und Erinnerung. Die Via D'Azeglio bildet sein Rückgrat, der Parco Ducale seinen grünen Rand – und in den Seitengassen liegen Osterie, in denen die Tortelli noch nach Familienrezept gemacht werden.

Das Oltretorrente war immer das Parma der einfachen Leute – 'Parma vecchia', wie die Alten sagen. Entlang der Via Massimo D'Azeglio zog sich das Leben der Handwerker, Wäscherinnen und Fuhrleute, versorgt vom Ospedale Vecchio, dem im 15. Jahrhundert gegründeten Hospital, dessen langer Backsteinkomplex heute Archiv und Kulturort ist. Der Stolz des Viertels ist historisch verbürgt: Im August 1922 verbarrikadierten die Bewohner ihre Gassen gegen die faschistischen Squadren – und hielten stand. Die 'Barricate' gehören bis heute zur Identität des Quartiers.
Aus diesem Viertel stammt auch Parmas berühmtester Sohn neben Verdi: Arturo Toscanini, geboren 1867 in einem bescheidenen Haus am heutigen Borgo Rodolfo Tanzi, gleich beim Parco Ducale. Das Geburtshaus ist als kleines Museum eingerichtet und erzählt vom Cellisten aus dem Volksviertel, der zum gefeiertsten Dirigenten seiner Epoche wurde. Ein paar Schritte weiter erhebt sich die mächtige Kuppel von Santa Maria del Quartiere über den Dächern – ein barockes Ausrufezeichen im bescheidenen Stadtgefüge.
Heute ist das Oltretorrente das vielleicht ehrlichste Stück Parma: Studierende der nahen Universität füllen abends die Bars an der Via D'Azeglio, alteingesessene Osterie servieren Torta fritta und Lambrusco ohne Aufschlag fürs Ambiente, und im Parco Ducale – 1561 als Garten der Farnese angelegt, im 18. Jahrhundert französisch überformt – joggen, lesen und flanieren die Parmigiani zwischen Platanenalleen und Marmorstatuen. Wer das Zentrum gesehen hat, kommt hierher, um die Stadt zu verstehen.
01 · Highlights
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Der herzogliche Park der Farnese mit Platanenalleen, Teich und Palazzo Ducale – Parmas grünes Wohnzimmer am Westufer.
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Das bescheidene Geburtshaus des Dirigenten Arturo Toscanini von 1867, heute ein kleines, liebevoll eingerichtetes Museum.
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Die Lebensader des Viertels: Portiken, Studentenbars und alteingesessene Läden zwischen Ponte di Mezzo und Santa Maria del Quartiere.
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Der Backsteinkomplex des alten Hospitals aus dem 15. Jahrhundert – heute Erinnerungsort und kulturelles Zentrum des Quartiers.
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Barockkirche mit mächtiger Kuppel, die über den Dächern des Viertels aufragt – von außen ein Wahrzeichen des Westufers.
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Wörtlich 'jenseits des Wildbachs': Der Torrente Parma teilt die Stadt, und alles westlich davon war historisch das Viertel der einfachen Leute – im Gegensatz zum herrschaftlichen Ostufer mit Dom und Pilotta.
Ja, gerade als Kontrast zum Zentrum: Parco Ducale, Toscaninis Geburtshaus und die Via D'Azeglio zeigen das alltägliche, unpolierte Parma. Abends isst man hier oft besser und günstiger als an den großen Plätzen.
Im August 1922 verteidigten die Bewohner des Oltretorrente ihre Gassen mit Barrikaden erfolgreich gegen tausende faschistische Squadristen – eine der wenigen Städte, in denen das gelang. Tafeln und Wandbilder im Viertel erinnern daran.
Ja – die Via D'Azeglio und die Gassen dahinter sind dank Universität und Osterie bis spät belebt. Es gilt dieselbe Umsicht wie in jeder italienischen Stadt, mehr nicht.
07 · In der Nähe
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