Die Kathedrale San Pietro Apostolo prägt mit ihrer doppeltürmigen Barockfassade die gleichnamige Piazza im Zentrum von Frascati. Die Schaufront geht auf den Architekten Girolamo Fontana zurück und gibt dem Platz seinen festlichen, fast theatralischen Auftakt. Vor der Kirche plätschert ein Brunnen, und von hier aus beginnt klassischerweise der Bummel durch die Altstadt – die Kathedrale ist Orientierungspunkt und Treffpunkt zugleich. Ihre Geschichte trägt die Spuren des Zweiten Weltkriegs: Beim schweren Luftangriff vom 8. September 1943 wurde die Kirche getroffen und nach dem Krieg wiederaufgebaut. Die barocke Fassade blieb dabei erhalten, das Innere zeigt sich entsprechend nüchterner als bei vielen unzerstörten Barockkirchen Latiums. Wer auf die Details achtet, erkennt diesen Bruch zwischen historischer Front und neuerem Innenraum. Eine ungewöhnliche Verbindung führt nach Schottland: Im Inneren erinnert ein Gedenkstein an Charles Edward Stuart, den Bonnie Prince Charlie der Jakobiten, der 1788 zunächst hier in Frascati bestattet wurde. Sein Bruder Henry Benedict Stuart war Kardinalbischof von Frascati, weshalb die Stadt für die letzte Stuart-Generation zum Bezugsort wurde. Für Reisende mit Interesse an britischer Geschichte ist dieser Stein ein überraschender Fund. Die Lage macht die Kathedrale zum natürlichen Start jeder Erkundung: Von der Piazza San Pietro sind es nur wenige Schritte zur Villa Aldobrandini, zu den Scuderie Aldobrandini mit dem Museo Tuscolano und zu den Fraschetten der Altstadt. Der Eintritt ist frei, ein Besuch lässt sich daher unkompliziert in jeden Spaziergang einbauen – am stimmungsvollsten am späten Nachmittag, wenn das Licht die helle Fassade wärmt.
Die symmetrische Doppelturmfassade frontal von der Piazza aus aufnehmen.






























