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Palazzo Te
Giulio Romanos manieristisches Gesamtkunstwerk von 1525–1535 – Lustschloss, Pferdepalast und Bildermaschine der Gonzaga.
◆ STADTVIERTEL · MANTUA
Im Süden läuft Mantua in breite Alleen und Gärten aus – und endet vor Giulio Romanos Palazzo Te, dem manieristischen Lustschloss der Gonzaga. Dazwischen liegen das Backsteinhaus, das sich Andrea Mantegna selbst entwarf, Albertis Tempio di San Sebastiano und viel Grün. Wer dem Trubel der Plätze entkommen will, spaziert hierher – eine halbe Stunde, die sich wie eine kleine Landpartie anfühlt.

Te war einst eine Insel: das Teieto, eine von Wasser und Sümpfen umgebene Weide, auf der die Gonzaga ihre berühmten Pferde hielten. Als Federico II. 1524 den römischen Raffael-Schüler Giulio Romano nach Mantua holte, beauftragte er ihn, aus den Stallungen einen Ort des Vergnügens zu machen – fern genug vom Hof für ungestörte Stunden, nah genug für den kurzen Ritt. Binnen eines Jahrzehnts entstand der Palazzo Te, ein quadratischer Palast um einen weiten Hof, dessen Fassaden mit verrutschten Triglyphen und übertriebenen Rustika-Blöcken die klassischen Regeln augenzwinkernd unterlaufen.
Innen steigert sich das Spiel zur Sensation: In der Sala dei Cavalli posieren die Lieblingspferde des Herzogs lebensgroß über dem Kamin, in der Sala di Amore e Psiche tafeln die Götter in erotischer Ausgelassenheit, und in der Sala dei Giganti stürzt der gesamte Olymp in einem einzigen Rundum-Fresko über den Besuchern ein – Manierismus als begehbares Kino, vier Jahrhunderte vor seiner Erfindung. Die Fruttiere des Palastes bespielen heute Wechselausstellungen, und der Garten dahinter bleibt ein stiller Ort.
Der Weg zum Palast ist selbst ein Stück Kunstgeschichte: An der Via Acerbi steht das würfelförmige Backsteinhaus mit rundem Innenhof, das sich Andrea Mantegna ab 1476 als Wohnhaus und Atelier entwarf – heute ein Ausstellungsort. Schräg gegenüber erhebt sich der Tempio di San Sebastiano, Leon Battista Albertis eigenwilliger Zentralbau, der heute als Gedenkstätte der Gefallenen dient. Dazwischen: Alleen, Vorgärten und das gemächliche Tempo eines Wohnviertels, durch das abends die Jogger Richtung Seeufer laufen.
01 · Highlights
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Giulio Romanos manieristisches Gesamtkunstwerk von 1525–1535 – Lustschloss, Pferdepalast und Bildermaschine der Gonzaga.
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Der einstürzende Olymp als Rundum-Fresko – einer der spektakulärsten Räume der italienischen Kunstgeschichte.
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Das Backsteinhaus mit dem runden Innenhof, das sich der Hofmaler ab 1476 selbst entwarf – heute Ausstellungsort.
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Albertis strenger Zentralbau von 1460, heute Famedio der Gefallenen – ein Schlüsselwerk der Frührenaissance.
02 · Sehenswürdigkeiten
03 · Essen & Trinken
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05 · Praktisch
06 · Häufige Fragen
Etwa 1,5 Kilometer von der Piazza delle Erbe – ein Spaziergang von rund 20 Minuten über die Via Principe Amedeo und die Via Acerbi, vorbei an Casa del Mantegna und Tempio di San Sebastiano.
Anders als bei der Camera degli Sposi bekommt man Tickets meist auch spontan an der Kasse. Nur bei großen Sonderausstellungen und an Feiertagswochenenden empfiehlt sich die Online-Buchung.
Für die Prunkräume mit Sala dei Cavalli, Sala di Amore e Psiche und Sala dei Giganti sollte man anderthalb bis zwei Stunden einplanen – mit Garten und Wechselausstellung wird ein halber Nachmittag daraus.
Die Casa del Mantegna mit ihrem runden Innenhof, Albertis Tempio di San Sebastiano und die grünen Alleen Richtung Seeufer. Das Viertel selbst ist ein ruhiges Wohnquartier – ideal, um Mantua jenseits der Plätze zu erleben.
07 · In der Nähe
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