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Palazzo Ducale & Camera degli Sposi
Die stadtgroße Gonzaga-Residenz mit Mantegnas Freskenzimmer im Castello di San Giorgio – Zeitfenster vorab buchen.
◆ STADTVIERTEL · MANTUA
Rund um die weite Piazza Sordello liegt die civitas vetus, Mantuas ältester Kern: hier die langgestreckte Fassade des Palazzo Ducale, gegenüber die Paläste der Bonacolsi und Castiglioni, dazu Duomo, Torre della Gabbia und das Haus, das die Stadt Rigoletto zuschreibt. Ein Viertel wie eine Bühne – herrschaftlich, still und abends fast menschenleer.

Die Piazza Sordello war Schauplatz des Machtwechsels, der Mantuas Schicksal besiegelte: 1328 stürzten die Gonzaga hier die Bonacolsi und behielten die Stadt fast vier Jahrhunderte. Aus dem mittelalterlichen Kern wuchs der Palazzo Ducale zu einem der größten Palastkomplexe Europas – ein Geflecht aus Höfen, Gärten, Galerien und Sälen, das sich bis zum Castello di San Giorgio am Wasser zieht. Dort, in einem Turmzimmer, malte Andrea Mantegna zwischen 1465 und 1474 die Camera degli Sposi, das vielleicht intimste Porträt einer Renaissance-Familie.
Gegenüber behaupten sich die Paläste der Besiegten: Der Palazzo Bonacolsi, heute Palazzo Castiglioni, blieb im Besitz der Familie des Hofmanns und 'Cortegiano'-Autors Baldassare Castiglione. Daneben ragt die Torre della Gabbia auf, an deren Außenwand seit dem 16. Jahrhundert ein eiserner Käfig hängt, in dem Verurteilte zur Schau gestellt wurden. Der Duomo schließt den Platz nach Norden: außen Marmorfassade und gotische Flanke, innen Giulio Romanos kühle, an Alt-St. Peter geschulte Säulenhallen.
Ein paar Schritte weiter, in der Via Accademia, versteckt sich das Teatro Bibiena, ein glockenförmiges Juwel des Spätbarock – wenige Wochen nach der Eröffnung 1769 konzertierte hier der dreizehnjährige Mozart. Und an der Piazza Sordello zeigt die Stadt das mittelalterliche Häuschen, das sie dem Buffone Rigoletto zuschreibt: Verdis Oper spielt in Mantua, und das Viertel sieht bis heute aus, als warte es auf den nächsten Akt.
01 · Highlights
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Die stadtgroße Gonzaga-Residenz mit Mantegnas Freskenzimmer im Castello di San Giorgio – Zeitfenster vorab buchen.
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Der weite Kopfsteinplatz zwischen Duomo und Palastfassaden – seit 1328 die Bühne der Stadtgeschichte.
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Romanischer Campanile, gotische Flanke, barocke Fassade – und innen Giulio Romanos Renaissance-Raum.
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Das glockenförmige Barocktheater von 1769, in dem der junge Mozart spielte – eines der schönsten Italiens.
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Der mittelalterliche Geschlechterturm mit dem eisernen Käfig an der Außenwand – ein düsteres Stück Justizgeschichte.
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Online über den offiziellen Ticketshop des Palazzo Ducale, am besten mehrere Tage im Voraus. Der Zugang ist auf feste Zeitfenster und eine begrenzte Besucherzahl pro Slot beschränkt – an Wochenenden sind die Plätze schnell vergriffen.
Mindestens zwei Stunden, eher drei: Der Komplex umfasst Corte Vecchia, Corte Nuova und das Castello di San Giorgio mit der Camera degli Sposi. Wer alles sehen will, ist einen halben Tag beschäftigt.
Nein, die Kathedrale ist außerhalb der Gottesdienstzeiten frei zugänglich. Giulio Romanos lichte Säulenhallen im Inneren überraschen nach der vielschichtigen Fassade.
Unbedingt – wenn die Tagesgäste weg sind, liegt die Piazza Sordello im Laternenlicht fast menschenleer da. Der Spaziergang vom Duomo über die Piazza Broletto zur beleuchteten Sant'Andrea-Kuppel gehört zu den schönsten der Stadt.
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