An der Via Acerbi, auf halbem Weg vom Zentrum zum Palazzo Te, steht das Haus, das sich der Gonzaga-Hofmaler Andrea Mantegna ab 1476 errichten ließ. Das Grundstück hatte ihm Markgraf Ludovico Gonzaga geschenkt – ein Zeichen der hohen Wertschätzung, die der Künstler am Hof genoss. Mantegna, einer der einflussreichsten Maler der italienischen Frührenaissance, verband hier Wohnen und Arbeiten in einem Gebäude, das selbst zum architektonischen Statement wurde. Der streng gegliederte Würfel umschließt einen kreisrunden Innenhof – eine in der Renaissance einzigartige Idee. Der Kreis im Quadrat spiegelt Mantegnas intensive Beschäftigung mit der Antike und mit geometrischen Idealformen, wie sie auch seine Gemälde prägen. Der zylindrische Hof öffnet sich nach oben zum Himmel und schafft einen ruhigen, fast meditativen Raum im Inneren des Hauses. Über die genaue Urheberschaft des Entwurfs wird diskutiert, doch die Verbindung zu Mantegnas Kunstauffassung ist unverkennbar. Heute dient die Casa del Mantegna als Ausstellungsort der Provinz Mantua, der wechselnde Präsentationen aufnimmt. Der charakteristische Innenhof ist während der Öffnungszeiten zugänglich und bleibt der eigentliche Höhepunkt eines Besuchs. Gleich gegenüber lohnt Leon Battista Albertis Tempio di San Sebastiano einen Blick. Damit stehen sich an einer einzigen Straße zwei Schlüsselbauten der Frührenaissance gegenüber – das künstlerhaus Mantegnas und ein Sakralbau eines der wichtigsten Architekturtheoretiker der Epoche. Der kurze Weg verbindet sich gut mit einem Spaziergang zum nahen Palazzo Te.
Der kreisrunde Innenhof wirkt fotografisch aus der Mitte heraus und mit Blick nach oben am stärksten.





























