Wer Lecce kennt und liebt, entdeckt früher oder später San Cataldo – den kleinen Küstenort, der etwa acht Kilometer östlich der Barockstadt liegt und eine ganz eigene Welt darstellt. Hier endet die Landstraße am Adriatischen Meer, und was einen erwartet, ist kein touristisch hochgezogenes Seebad, sondern ein Ort mit echter pugliesiischer Alltagsseele: Fischerboote, die morgens noch im Hafen schaukeln, Strandkioske, die erst gegen Mittag öffnen, und Familien, die ihre Sonnenschirme mit der Selbstverständlichkeit aufstellen, die nur Einheimische kennen.
Das Herzstück von San Cataldo ist der kleine Naturhafen, der Porto di San Cataldo, von dem aus früher Handelsschiffe ins östliche Mittelmeer ausliefen. Heute ankern hier Sportboote und gelegentlich Fischerfahrzeuge. Der alte Leuchtturm, die Torre di San Cataldo, steht als stiller Zeuge dieser maritimen Vergangenheit am Hafeneingang. Wer von hier aus die Küste entlangspaziert, merkt schnell, wie sich die Atmosphäre verändert: Im Norden öffnen sich lange, flache Sandstrände, die im Hochsommer von Leccesi und Urlaubern gleichermaßen belebt werden.
Die Strandlinie selbst ist das eigentliche Kapital von San Cataldo. Das Wasser der Adria zeigt sich hier in einem klaren Blaugrün, das Ufer ist sandig und flach abfallend – ideal für Familien mit kleinen Kindern. Stabilimenti balneari, also konzessionierte Badebetriebe mit Liegen, Sonnenschirmen und Beachbar, wechseln sich mit freien Strandabschnitten ab, auf denen man ohne Aufpreis lagern kann. In den Sommermonaten Juli und August verwandelt sich der Ort in einen lebhaften Treffpunkt: Abends füllen sich die Terrassen der Fischrestaurants am Hafen, und der Geruch von gegrillten Meeresfrüchten zieht durch die Straßen.
San Cataldo ist kein Viertel mit Museen oder Galerien – es ist ein Ort für diejenigen, die nach einem Tag in Lecces Altstadt Abstand vom Barock suchen und stattdessen Salz in der Luft und Sand unter den Füßen wollen. Gleichzeitig ist es nah genug an der Stadt, um abends bequem zurückzukehren. Eine Busverbindung und eine gut ausgebaute Radroute verbinden San Cataldo mit Lecce, was den Ort auch ohne eigenes Auto gut erreichbar macht.

Spiaggia di San Cataldo
Hausstrand der Leccesi rund zehn Kilometer östlich der Stadt: heller Sand, flach abfallendes ruhiges Wasser, Lidos und freie Abschnitte, kleiner Hafen mit Leuchtturm.
Heller Sand und flach abfallendes, ruhiges Wasser