
◆ STADT · AOSTATAL
Aosta nennt man das Rom der Alpen, und der Beiname ist keine Übertreibung: Augustus ließ die Stadt 25 v. Chr. als Augusta Praetoria gründen, und ihr rechtwinkliges Straßenraster, der Triumphbogen, das römische Theater und die Stadttore stehen bis heute zwischen den Vierzehntausendern. Auf 583 Metern liegt das Tal eingebettet zwischen Mont Blanc, Gran Paradiso und der Matterhorn-Südseite – eine zweisprachige Welt aus Italienisch und Französisch, mit Fontina-Käse, Genepì und mittelalterlichen Burgen am Talgrund. Aosta ist klein genug, um an einem Tag durchquert zu werden, und reich genug, um Tage zu füllen: römische Substanz, gotische Chorgestühle, ein lebhafter Samstagsmarkt und das Gefühl, dass hinter jeder Gasse ein Gletscher beginnt.

Als die römischen Legionen das Gebiet der keltischen Salasser unterwarfen, gründete Kaiser Augustus 25 v. Chr. am Zusammenfluss der Wege zum Großen und Kleinen Sankt Bernhard die Kolonie Augusta Praetoria Salassorum. Bis heute folgt Aostas Altstadt dem antiken Schachbrettplan: Wer durch die Porta Praetoria tritt, das gewaltige römische Doppeltor, betritt den alten Decumanus. Am östlichen Stadtrand überspannt der Arco di Augusto, ein vollständig erhaltener Triumphbogen, seit über zweitausend Jahren die Straße ins Tal, und nur wenige Schritte entfernt ragt die 22 Meter hohe Bühnenfassade des römischen Theaters auf – eine der besterhaltenen ihrer Art im Alpenraum.
Über die römische Schicht legte sich das Mittelalter. Die Collegiata di Sant'Orso, dem Stadtheiligen geweiht, vereint eine ottonische Krypta, gotische Chorgestühle und einen romanischen Kreuzgang, dessen vierzig Kapitelle in Stein gemeißelte biblische Geschichten erzählen. Die Kathedrale gleich nebenan birgt kostbare Schätze und ihr eigenes Chorgestühl. Und unter dem heutigen Pflaster zieht sich das Criptoportico, ein unterirdischer römischer Wandelgang, der einst das Forum stützte – ein kühler, gewölbter Raum, in dem die Antike fast greifbar wird.
Doch Aosta ist mehr als sein Erbe. Die Stadt ist die zweisprachige Hauptstadt der autonomen Region Aostatal: Hier spricht man Italienisch und Französisch, isst Fontina DOP aus den Hochweiden, Lard d'Arnad und Polenta concia und trinkt den Kräuterlikör Genepì. Vom Stadtrand führen Seilbahnen wie der Skyway Monte Bianco hinauf in die Hochgebirgswelt, und die mittelalterlichen Burgen von Fénis, Sarre und Saint-Pierre liegen nur Minuten entfernt am Talboden. travelperfect empfiehlt, Aosta als ruhige Basis zu nehmen – römische Steine am Vormittag, Berge am Nachmittag.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel




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02 · Was tun
Römisches Aosta
Vom Arco di Augusto am Stadteingang über die mächtige Porta Praetoria bis zum römischen Theater mit seiner hohen Bühnenwand – ein Rundgang durch eine antike Stadt, die ihren augusteischen Grundriss bis heute trägt. Unter dem Pflaster wartet das Criptoportico, der unterirdische Wandelgang des alten Forums, und am Stadtrand führt eine Brücke über den einstigen Lauf des Buthier zurück in die Kaiserzeit.
Mittelalterliches Aosta
Die Collegiata di Sant'Orso bündelt Jahrhunderte: ottonische Fresken über dem Mittelschiff, gotische Chorgestühle und ein romanischer Kreuzgang, dessen vierzig Kapitelle in Stein gemeißelte Geschichten erzählen. Wenige Schritte weiter birgt die Kathedrale ihr eigenes Chorgestühl und kostbare Schätze. Im Januar verwandelt die Fiera di Sant'Orso die ganze Altstadt in eine Bühne für Holzschnitzer und Kunsthandwerk.
Genuss & Markt
Die valdostanische Küche ist eine Bergküche: Fontina DOP aus der Hochweide, geschmolzen über Polenta concia, dazu der gewürzte Speck Lard d'Arnad, die deftige Carbonada und am Ende ein Glas Genepì. In den Trattorie der Altstadt und auf dem Markt findet sich all das – und in den Enotheken die kleinen, sonnenverwöhnten Bergweine des Tals, von Petite Arvine bis Torrette.
Berge & Burgen
Aosta ist die ideale Basis fürs Hochgebirge: Der Skyway Monte Bianco bei Courmayeur schwebt mit drehenden Kabinen auf 3.466 Meter, der Gran-Paradiso-Nationalpark beginnt im Süden, und am Talboden reihen sich die mittelalterlichen Burgen Fénis, Sarre und Saint-Pierre. Im Winter ist die Stadt Ausgangspunkt für die Pisten von Pila, das direkt über der Seilbahn aus dem Zentrum erreichbar ist.
03 · Wann
Aosta liegt auf 583 Metern im Schutz der höchsten Alpen, das Klima ist klar kontinental-alpin: trockene, sonnige Sommer und kalte, oft schneereiche Winter. Wer wandern und die römische Stadt bei mildem Wetter erkunden will, kommt im Sommer; wer die Region als Ski-Basis nutzt, reist im Winter. Frühling und Herbst sind die stillen, fotogenen Zwischensaisons mit klarer Sicht auf die Gipfel.
04 · Häufige Fragen
Das hängt vom Ziel ab. Für Stadtbesichtigung und Wandern sind Juni bis September ideal: milde 20 bis 27 °C, lange Tage und voll erschlossene Bergtäler. Als Basis fürs Skifahren in Pila, Courmayeur oder Cervinia reist man von Dezember bis März. Frühling und Herbst sind ruhig, mild und bieten die klarste Sicht auf die Gipfel.
Aosta hat keinen eigenen großen Flughafen. Am nächsten liegt Turin-Caselle (rund 110 km), gut auch Mailand-Malpensa über die A5. Mit der Bahn erreicht man Aosta von Turin in etwa zwei Stunden, meist mit Umstieg in Ivrea oder Chivasso. Wer die Talburgen und Seitentäler erkunden will, ist mit dem Mietwagen am flexibelsten.
Die kompakte Altstadt mit Augustusbogen, römischem Theater, Porta Praetoria und Sant'Orso lässt sich an einem vollen Tag erkunden. Wer Aosta als Basis nutzt – für den Skyway Monte Bianco, den Gran-Paradiso-Nationalpark und die mittelalterlichen Burgen am Talboden –, sollte drei bis fünf Tage einplanen.
Weil die Stadt 25 v. Chr. von Kaiser Augustus als Kolonie Augusta Praetoria gegründet wurde und ihren römischen Grundriss bis heute bewahrt: ein rechtwinkliges Straßenraster, der erhaltene Arco di Augusto, das römische Theater, die Stadttore Porta Praetoria und der unterirdische Criptoportico des einstigen Forums. Kaum eine Alpenstadt zeigt die Antike so dicht.
Die valdostanische Bergküche: Fontina DOP, oft geschmolzen über der gelben Polenta concia, dazu den gewürzten Speck Lard d'Arnad, die langsam geschmorte Carbonada und Fonduta. Dazu passen die kleinen Bergweine des Tals und zum Abschluss der Kräuterlikör Genepì. Auf dem Markt und in den Trattorie der Altstadt findet man all das authentisch.
Sehr. Von Aosta erreicht man in kurzer Zeit den Skyway Monte Bianco bei Courmayeur, die Matterhorn-Südseite bei Breuil-Cervinia, den Gran-Paradiso-Nationalpark und eine Kette mittelalterlicher Burgen wie Fénis, Sarre und Saint-Pierre. Die zentrale Lage im Tal macht die Stadt zur idealen Ausgangsbasis – im Sommer wie im Winter.
05 · In der Nähe
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