Auf einer sanften Hügelkuppe am südöstlichen Rand von Vicenza steht Palladios berühmtester Bau: die Villa Almerico Capra, weithin nur La Rotonda genannt. Begonnen wurde sie um 1567 für den Geistlichen Paolo Almerico, der sich nach Jahren in Rom einen Alterssitz mit Blick über das Land wünschte. Nach Palladios Tod 1580 vollendete Vincenzo Scamozzi den Bau, der bis heute als Inbegriff der idealen Villa der Renaissance gilt. Das Besondere an der Rotonda ist ihre vollkommene Symmetrie. Vier identische Tempelfronten mit Säulenportiken und Freitreppen öffnen sich nach allen vier Himmelsrichtungen, sodass es weder eine Vorder- noch eine Rückseite gibt. Im Zentrum des quadratischen Baukörpers wölbt sich eine Kuppel über einem runden Saal, der dem Haus seinen Namen gab. Palladio gestaltete das Gebäude bewusst als ein Werk reiner Geometrie, das mit der umgebenden Landschaft in Beziehung tritt – jede Front rahmt einen anderen Ausschnitt der Hügel und Felder. Dieses Ideal aus Mathematik, Architektur und Natur wurde zu einem der einflussreichsten Vorbilder der Architekturgeschichte. Von Inigo Jones in England über die palladianischen Landhäuser des 18. Jahrhunderts bis zu Thomas Jeffersons Monticello in den USA zitierten Baumeister die Rotonda immer wieder – kaum ein Gebäude hat den westlichen Villenbau so geprägt. Die Villa befindet sich in Privatbesitz und wird weiterhin bewohnt. Garten und Innenräume öffnen saisonal zu unterschiedlichen Zeiten, oft an verschiedenen Tagen und in getrennten Tarifen. Ein Blick auf die offizielle Website vor dem Besuch lohnt sich daher besonders. Wer die Rotonda besichtigt, verbindet sie meist mit der nahen Villa Valmarana ai Nani und dem Santuario di Monte Berico zu einem Ausflug in die Hügel oberhalb der Stadt.
Im Mittelpunkt steht der Bau selbst: vier gleiche Säulenfronten, Freitreppen und die zentrale Kuppel über dem runden Saal. Je nach Öffnungstag sind nur der Garten oder auch die Innenräume zugänglich. Der Reiz liegt im Umrunden des Gebäudes und im Zusammenspiel von Architektur und Landschaft.
Paolo Almerico ließ die Villa ab um 1567 als Alterssitz errichten. Nach Palladios Tod führte Vincenzo Scamozzi den Bau zu Ende. Später ging die Villa in den Besitz der Familie Capra über, woraus der Doppelname Almerico Capra entstand. Mit Palladios Werk gehört sie zum UNESCO-Welterbe.
