Der Tempio di Minerva steht an der Piazza del Comune im Zentrum von Assisi und gilt als einer der besterhaltenen römischen Tempel Italiens. Seine sechs korinthischen Säulen stammen aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. und bildeten einst die Front des antiken Forums von Asisium, der römischen Vorgängersiedlung. Wer heute über die zentrale Piazza geht, blickt damit auf ein Stück antiker Stadtgeschichte, das die Jahrhunderte nahezu unverändert überdauert hat. Besonders macht den Tempel die ungewöhnliche Kombination aus außen und innen. Während die Fassade die strenge Formensprache der römischen Tempelarchitektur bewahrt, wurde der Innenraum im Barock vollständig umgestaltet und zur Kirche Santa Maria sopra Minerva geweiht. Damit ist der Bau ein seltenes Beispiel für die ununterbrochene Nutzung eines antiken Tempels über zwei Jahrtausende hinweg – aus der heidnischen Kultstätte wurde ein christliches Gotteshaus, ohne dass die antike Front verloren ging. Der Tempel hat auch literarische Spuren hinterlassen. Johann Wolfgang von Goethe geriet auf seiner Italienreise vor dieser Fassade in Begeisterung und beschrieb sie als das erste vollständige antike Bauwerk, das er auf seiner Reise sah. Diese Episode hat den Tempel über die Region hinaus bekannt gemacht. Der Tempio di Minerva liegt mitten im Geschehen: Die Piazza del Comune ist der zentrale Platz Assisis mit Cafés, dem Rathaus und dem Brunnen. Der Eintritt in die Kirche ist frei. Wer Assisi besucht, kommt fast zwangsläufig hier vorbei, da der Platz die Verbindung zwischen Oberstadt und den Basiliken bildet.
Sie sehen von der zentralen Piazza del Comune aus die vollständig erhaltene antike Tempelfront mit ihren sechs korinthischen Säulen. Wer die Kirche betritt, findet hinter der römischen Fassade einen barocken Innenraum vor – die Kirche Santa Maria sopra Minerva. Der Besuch dauert in der Regel nicht lange und lässt sich gut mit einer Pause auf dem Platz verbinden.
Der Tempel entstand im 1. Jahrhundert v. Chr. als Teil des römischen Forums von Asisium. Über die Jahrhunderte überstand die Fassade den Wandel der Stadt. Im Barock wurde der Innenraum zur Kirche Santa Maria sopra Minerva umgestaltet, wodurch das Bauwerk durchgehend genutzt blieb. Goethe beschrieb die Fassade auf seiner Italienreise mit großer Bewunderung.
